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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Player »

Olschi hat geschrieben:Ich habe es bei gog.com gekauft. Da brauchst du kein Steam, um das zu spielen, und die Währung wird verünftig umgerechnet (1$ != 1€). Ich empfehle das Spielen mit Controller.
Habe mich bei Steam angemeldet. Bei Steam kostet es jedenfalls auch €14,99.
Spike hat geschrieben:Falls du nur Wireless 360 Controller hast, dafür gibt es gegen kleines Geld einen "360 Wireless Receiver" zu kaufen, den du per USB anstöpselst. So zocke ich am PC ... ohne Kabel ist es deutlich besser.
Ja, habe 'nen kabellosen Xbox 360 Controller und halt PS3 Pads. Präferiere die SoulBringer-Variante.
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Secretkey
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

Heavy Rain [PS3]

Wie man zu dem Spiel auch stehen mag, so kann man wohl nicht verleugnen, dass es sich bei Heavy Rain um ein sehr einzigartiges Stück Software handelt, das damit auch zu Recht als einer der Gründe genannt wird, weshalb man sich eine PS3 anschaffen sollte. Ich persönlich war jedenfalls extrem neugierig und so musste das Spiel früher oder später bei mir landen. Mein Fazit möchte ich dabei so ziehen, dass ich zunächst versuche zu vermitteln, wie der erste Durchgang unmittelbar auf mich gewirkt hat, aber gleichzeitig danach noch einen objektiveren Blick auf das Spiel werfe, um auf diese Weise einen Gesamteindruck zu erlangen. Das ganze tu ich übrigens spoilerFREI!

Wie habe ich das Spiel also subjektiv erlebt? Zunächst mal eben nicht wirklich als Spiel, sondern eher als interaktives Drama mit einer doch relativ ergreifenden Geschichte beziehungsweise einem Kriminalfall, der vor allem sehr reif anmutet, da es ja vor allem um den Mord an Kindern handelt. Es gibt einige doch krasse Gewaltszenen, in der die die Gewalt aber nie plakativ und explizit eingesetzt wird und vor allem die Stimmung des Spiels ist durch ihre traurigen Farbtöne, den stetigen und namensgebenden Regen, die düsteren Handlungsthemen und den passenden Soundtrack so geprägt, dass die Atmosphäre mich als Spieler teilweise ganz deprimiert zurückgelassen hat. Es reicht, sich dieses Stück des Soundtracks anzuhören und sich dabei die Geräusche von dem an die Fensterscheiben klopfenden Regen vorzustellen, um einen Eindruck davon zu kriegen, wie das Ambiente dieser Geschichte ausgefallen ist (kein Spoiler - nur ein Youtube-Link)
Spoiler: anzeigen
Mich hat das jedenfalls ungeheuer betroffen gemacht und weil dieses düstere Gewand, mit ihren magischen Momenten gespickt, so stimmungsvoll und allgemein auch stimmig wirkt, hat es mich immer mehr in die Geschichte hineingezogen. Auch durch die Kameraeinstellungen und die wirklich phänomenalen und bloß einen Hauch vom Fotorealismus entfernten Gesichter und Mimiken der Charaktere macht das alles einen sehr cineastischen Eindruck und ich kann mir vorstellen, dass man das Geschehen auf dem Bildschirm durchaus mit einem Film verwechseln könnte, sollte man nur flüchtig hingeschaut haben. Was mich aber eigentlich viel mehr ins Geschehen hineingesogen hat und was auch das groß beworbene Feature von Heavy Rain darstellt, ist die Tatsache dass die von mir als Spieler eingegebenen Aktionen die Handlung direkt beeinflussen können und zwar sogar in so einem Ausmaß, dass alle vier Hauptcharaktere und einige Nebenfiguren theoretisch sterben könnten. Das hatte zur Folge, dass ich mich tatsächlich sehr involviert und mit meinen Charakteren emotional verbunden gefühlt habe - und zwar so, wie ich es bislang noch nie bei einem Videospiel empfunden hatte! Nehmen wir beispielsweise ein Game wie Uncharted: wird dort eine Zwischensequenz eingeblendet, in der sich der Hauptcharakter in einer ausweglosen Situation wiederfindet, nimmt man das gelassen und teilnahmslos hin, weil man weiß, dass er bloß einen Spruch raushauen und durch das Script gerettet wird und selbst wenn man den Game Over-Screen erblickt, erhält man einfach einen zweiten Versuch. Bei Heavy Rain hingegen bleibt die jeweilige Person tot und die Handlung verändert sich dementsprechend (es gibt wohl um die 18 Enden). Aus diesem Grund habe ich mit den Charakteren richtig mitgelitten und war nicht aus SPIELERISCHEN sondern MENSCHLICHEN Gründen versucht, die ganzen Aktionen richtig auszuführen und auch einige der Entscheidungen waren so krass, dass man sich damit richtig beschäftigt und sein eigenes Handeln reflektiert hat. Und wenn ein Spiel das schafft und das ganze auch so inszeniert, dass man eine regelrechte Gänsehaut kriegt, ist das ein großes Kompliment.

Und schon wieder habe ich "Spiel" geschrieben. Stellt sich also die Frage, wie viel Spiel eigentlich noch drin steckt und wie diese Spielelemente umgesetzt wurden. Wichtig zu wissen ist jedenfalls, dass man die Charaktere durchaus selbst steuern kann und all ihre Handlungen, die in Interaktionen mit anderen Personen oder Gegenständen erfolgen, mit QuickTime-Events ausgeführt werden. Viel mehr passiert auf spielerischer Ebene aber nicht und auch die Einbindung dieser Elemente ist nicht immer optimal. So sind die QTE teilweise zu schwer voneinander zu unterscheiden und auszuführen - bei manchen Exemplaren kann man sich nämlich durchaus, überspitzt gesagt, die Finger brechen und ich habe mit Heavy Rain das erste Mal ein Spiel gefunden, bei dem ich auch meine Zunge auf eine der Tasten drücken musste, weil einfach keine Finger mehr übrig geblieben sind :ugly: Auch die Bewegungssteuerung ist sehr behäbig, nicht präzise genug und damit auch Einsteigern gegenüber, für die das Spiel ja auch durchaus gemacht wurde, nicht unbedingt freundlich, wie ich jetzt am Beispiel meiner Freundin erfahren musste, die mehr schlecht als recht durch die Areale wankt. Es bleibt damit also eher ein interaktives Drama und weniger ein Spiel, als welches man ses meiner Meinung nach nicht bewerten sollte. Vielmehr sollte man das Gewicht auf die Geschichte legen und gerade dort offenbaren sich auf den zweiten, nüchterneren Blick doch einige Schwächen.

Zu erwähnen sind tatsächlich die vielen Plotholes und Red Herings, die bewusst eingesetzt werden, um einen bestimmten Effekt zu erzielen, die aber entweder nicht mehr wirklich aufgelöst werden oder deren unzureichende Lösung in irgendwelchen Interviews nachgereicht wurde. AMW hat dazu (HIER) schonmal einen Beitrag verfasst und einige dieser Punkte sind auch mir aufgefallen und letztendlich sauer aufgestoßen. Auch die Charaktere sind, wenn man es genau nimmt, bloß Stereotypen aus diversen Kriminalgeschichten und haben alle ihre typischen Probleme und innere Konflikte, die mich als Spieler an der Stange halten sollen, mir persönlich das aber teilweise zu überladen vorkam. Auf der anderen Seite hingegen gibt es neben der Inszenierung aber auch eine (zumindest meiner Meinung nach) extrem überraschende und gelungene Auflösung, die immer noch in mir nachwirkt!

Fazit:
Wie bewertet man das ganze also nun? David Cage hat hier ein extrem ambitioniertes Projekt auf die Gaming-Landschaft losgelassen, das zeigt, wie man Viedeospiele als Medium auf erwachsene und innovative Art behandeln kann. Natürlich kann man, nüchtern betrachtet, die Story des Spiels auf die ganzen Plotholes reduzieren und es zerreißen, wie man es bei fast jedem Film dieser Welt ebenso tun kann, aber dazu habe ich gar nicht das Verlangen, weil die Stimmung des Spiels so außerordentlich düster und besonders ausgefallen ist, dass man darüber gerne hinwegsieht. Vielleicht kann man als Fazit also stehen lassen, dass David Cage zwar kein besonders guter Drehbuchautor, dafür aber ein guter Regisseur ist, der es versteht, mich als Spieler emotional zu packen, wie es das bislang kein anderes Videospiel fertig gebracht hat. Es geht ein gewisse Faszination von diesem Titel aus und ich empfehle jedem, sich zumindest in einem Durchgang auf dieses Konzept einzulassen, weil es einfach Momente birgt, die einem wohl immer in Erinnerung bleiben werden.

Wie werde ich nun weiterverfahren? Im Moment schaue ich meiner Freundin über die Schulter, die sich von diesem Spiel nun ebenfalls nach einer ersten Session hat anstecken lassen und ich bin sehr gespannt, welchen Ausgang ihre persönliche Geschichte finden wird. Außerdem habe ich selber einen zweiten Durchgang begonnen, wo ich genau das Gegenteil von dem erreichen möchte, was mir im ersten Durchgang passiert ist - von einem Extremum ins andere sozusagen. Dafür, dass man das Spiel aber so oft durchspielt, bis man alle Enden gesehen hat, eignet sich der Titel meiner Meinung nach nicht, weil der Vorgang hierbei einfach zu gesteuert abläuft, während man im ersten Durchgang in einem natürlichen und damit so spannenden Fluss steckt. Ich bin jedenfalls froh, auf das Spiel aufmerksam geworden zu sein. Es ist sicherlich nicht für jedermann geeignet, aber es bleibt in gewisser Weise eine Perle und jeder sollte sich mal anschauen, ob er damit was anfangen kann. Von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!
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Dicker
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Dicker »

Uncharted:
Mit etwas über 9h auf Schwer durchgespielt. Hat mir ziemlich gut gefallen. Der erste Eindruck bleibt bestehen, für ihr Alter immer noch sehr schöne Grafik (vor allem die Gesichtsanimationen), sympathische Charakter und ganz nette Story. Die Mischung aus Schießeinlagen und Kletterpassagen gemsicht mit kurzen Fahrzeug- bzw. Fluchtpassagen gefällt, auch wenn das Klettern zu einfach geraten ist und den Schießereinen das gewisse Etwas fehlt. Immerhin stellen sich die Gegner nicht all zu dumm an, geben sich z.B. Deckungsfeuer, versuchen einen zu umzingeln, etc.
Aber was sollte das am Ende
Spoiler: anzeigen
die Zombies haben irgendwie nicht so richtig zum Spiel gepasst.
Alles in allem ein gelungenes Spiel, freue mich schon auf den 2. teil. Nach EDGE Wertungsskala würde das Spiel eine 8/10 bekommen.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Player »

Dicker hat geschrieben:Aber was sollte das am Ende
Spoiler: anzeigen
die Zombies haben irgendwie nicht so richtig zum Spiel gepasst.
Spoiler: anzeigen
In Uncharted 2 und 3 wird's gegen Ende ebenfalls fantastisch
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patte-chan
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von patte-chan »

Ja, das gehört ja auch zum Genre irgendwie dazu. Hat ja bei Indiana Jones auch nie jemanden gestört. :mrgreen:
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Dicker
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Dicker »

Mich schon, hab nach Teil 1 abgebrochen, nachdem ich eigentlich vorhatte Indiana Jones nachzuholen.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von coc »

The Last Story. Sehr empfehlenswert.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

Dead or Alive Dimensions [3DS]

Es gibt auf dem 3DS ja schon einige Beat 'em Ups und mit Street Fighter IV, Tekken und eben Dead or Alive sind die ganz großen eigentlich alle bereits vertreten. Ich kann jetzt leider aber keine Vergleiche ziehen, sondern bloß zu letzterem einige Zeilen schreiben.

Das Kampfsystem gefällt mir eigentlich ganz gut. Man kann sich wie ein japanischer Otaku in die allerkleinsten Feinheiten reinfuchsen und alle Schere-,Stein-, Papier-Techniken beherrschen, ellenlange Kombinationen erlernen und alle Charaktere meistern - oder man macht es wie ich und sucht sich einen Charaktere aus mit dem man ein paar verlässliche Techniken erlernt, die einen halbwegs durchs Spiel bringen :wink: Ich finde jedenfalls, man kommt recht schnell rein, aber auch die Pros werden definitiv auf ihre Kosten kommen.
Ich habe jetzt so um die 7 Stunden gespielt und habe eigentlich alles gemacht, was so möglich ist. Als erstes fällt auf, dass doch wirklich so einige Spielmodi vertreten sind. Es gibt arcadige Gegnerreihen, einen Survival-Modus, ein freies Spiel, Trainingsmodi, Kämpfe gegen Street-Pass-Begegnungen, einen Online-Modus und sogar eine Chornik, wo eine Geschichte erzählt wird und man sich mit bestimmten Charakteren gegen bestimmte Kämpfer prügelt. Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass mir die Story teilweise so belanglos vorkam, dass ich schon nach dem ersten Kapitel danach alle Zwischensequenzen übersprungen habe und mich bloß auf die Kämpfe gestürtzt habe :ugly: Dennoch gibt es genug Stages und frespielbare Charaktere, die einen bei der Stange halten. Vor allem der Online-Modus wird mich noch ein paar Stunden zwischendurch zu unterhalten wissen, das Matchmaking funktioniert nämlich erstaunlich gut und es läuft meistens auch recht flüssig.

Besonders begeistert hat mich die Grafik - es sieht meiner Meinung nach tatsächlich doch extrem schick aus und auch den 3D-Effekt möchte ich hiermit loben. An manchen Stellen, wenn günstige Perspektiven entstehen, macht es teilweise den Eindruck als würde irgendeine Extremität der Kämpfer gerade aus dem Bildschirm herausragen. Toll! Leider läuft es, aufgrund der niedrigeren Framerate, sobald man den 3D-Regler aktiviert, nicht mehr ganz so geschmeidig, sodass ich beide Modi in etwa gleich oft spiele.

Für mich jedenfalls ein optimaler Titel, um ihn zwischendurch immer wieder einzulegen. Content gibt es eigentlich genug und selbst wenn es sich zu ausgelutscht anfühlt, so macht man das Spiel doch nochmal an, um paar Online-Matches auszutragen oder einen neuen Charakter auszuprobieren. Aber wie gesagt: wie es sich im Vergleich zu den anderen 3DS Beat 'em Ups schlägt, kann ich nicht sagen.

Wertung: 80 %
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Super Mario
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Super Mario »

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So, heute noch den Rest der Kampagne gemacht.Ich habe mit drei anderen im 4er-Coop auf Legendär gespielt. Nach etwa 8 Stunden waren wir durch. Ich bin doch sehr positiv überrascht, das 343 Industries es wirklich so gut hinbekommen haben. In manchen Aspekten sogar besser als Bungie selbst. Im Vergleich zu Reach ist es grafisch endlich ein großer Fortschritt. Alles sieht absolut schön aus und die Umgebung der Maps ist sehr detailiert gestaltet worden. Hinzu kommen haufenweise Lichteffekte, besonders zum Ende hin blitzt und leuchtet es an jeder Ecke.

Kampagne:
Die Kampange an sich fand ich ebenfalls gelungen. Der Master Chief zeigt nun sogar Emotionen (Damit wurde ja vorher schon mit geworben) und seine Verbindung zu Cortana rückt definitiv in den Vordergrund und kommt auch glaubhaft rüber. Problem ist jetzt nur, das der Chief mit seinem Helm keine emotionalen Mimiken zeigen kann. Wie auch immer, Fürs durchspielen braucht man etwa 7 Stunden auf Normal. Das Spiel nutzt aber eher wenig Backtracking und es geht zügig voran durch abwechslungsreiche Abschnitte.
Das Ende ist richtig toll geworden, aber dazu will ich jetzt nicht soviel sagen.^^

Sound:
Neu waren ja eigentlich fast alle Waffensounds. Ich war nach den ersten Trailern erst skeptisch was das angeht, aber die meisten Waffen hören sich nun viel besser an. Der Nadelwerfer hat mMn nun den besten "Sound".
Der Soundtrack ist wirklich extrem gut geworden. Stammt ja nun erstmals nicht mehr von Salvatori, sondern von Neil Davidge. Der Personalwechsel hat der Serie sehr gut getan, denn die letzten Teile hatten ja im Prinzip oft nur abwandlungen der alten Tracks aus Teil 1-2. Völlig verdient wurde der Soundtrack auch der erfolgreichste Game-OST überhaupt.

Multiplayer:
Im Multiplayer habe ich nun schon einige Stunden verbracht und mir gefällts. Im Gegensatz zu allen anderen Teilen werden nun neue Mitspieler direkt im laufenden Spiel beitreten, wann irgendjemand das Team verlassen hat. So wird verhindert, das ein Team mit 1-2 Leuten weniger ein gefundenes Fressen wird. Die Maps sind abwechslungsreich, spielen sich alle unterschiedlich und stammen nun endlich nicht mehr aus der Kampange wie schon bei Reach. Der Panzer steht nun nicht mehr auf so vielen Maps und er ist nie wirklich überpowert. Neu ist auch, das man nun seine Anfangsausrüstung (Waffe, Sekundärwaffe, Granate, Panzerungsfähigkeit, Taktik-Paket,...) nun bereits im Hauptmenü festlegen kann und damit dann im MP spielen kann. Durch aufsteigen im Rank kann man massenhaft neue Waffen, Fähigkeiten freispielen und ausrüsten. Die "Prometheaner-Sicht" ist eine tolle neue Fähigkeit mit der man kurz durch Wände sehen kann, sodass man nicht so schnell auf irgendwelche Camper trifft die irgendwo lauern. Das Schild wirkt auch nur noch bei Treffern von Vorne, Lebenspunkte gibt es nicht mehr. Heißt also, wenn das Schild runtergefahren ist, ist der nächste Treffer ein KO. Die Waffenwerte wurden ebenfalls alle teilweise mehr oder weniger stark abgeändert, sodass sich die Waffen nun anders spielen. Die Knarren der Prometheaner sind richtig cool. Wenn man die aufnimmt, bauen sie sich erst selbst zusammen, sieht cool aus. Auf den Maps können keine Waffen gefunden werden (Außer Power-Waffen wie den Hammer, Schwert, Sniper,...), man startet halt mit der vorher gewählten Ausrüstung und muss sich neue Waffen entweder von besiegten Feinden oder als Nachschub der Infinity vor seine Nase liefern lassen.

Minuspunkte:
Was mir immernoch ein Dorn im Auge ist, ist die doch sehr schlecht gelöste Navigation durch die Menüs. Ist vielleicht Nörgeln auf hohem Niveau, aber da hätten sie besser einfach die Struktur von Reach oder Halo 3 genommen. Der größte Minuspunkt ist aber die Lippensynchronität. Ich mein, das Übersetzungen nicht immer perfekt nachgesprochen werden können, ist mir klar, aber hier bei Halo 4 war es schon sehr sehr auffallend. Die deutsche Sprachausgabe ist aber definitiv gelungen, das sieht man ja nicht alle Tage.

Fazit:
Grandios gelunger Auftakt der neuen Reclaimer-Trilogie. 343 Industries haben fast alles richtig oder besser gemacht als Bungie und nur sehr wenig schlechter. Die Kampagne ist für einen Shooter sehr interessant und spannend erzählt. Mir hat es unglaublich gut gefallen und definitiv mein bisheriges Game of the Year. Was die Wertung angeht, so würde ich 94% geben (IGN hat z.b. 9.8 gegeben), es war wesentlich besser als Halo 1,ODST und Reach und sogar noch ein wenig besser als Halo 2-3.
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Ra's al Ghul
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Beitrag von Ra's al Ghul »

The Walking Dead - Episode 05

:cry:
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Olschi
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Olschi »

X-COM: Enemy Unknown
Am 15. Oktober 2015 rettete Albert Einstein die Welt.

Das Ende kam etwas plötzlich. Kurze Cutscene, bumm, Credits. Da hätte man vielleicht noch etwas mehr machen können, z. B. eine Präsentation der MVPs oder vielleicht mal eine genauere Erklärung, was die Aliens nun eigentlich wollten. Es gibt zwar vage Hinweise, aber das riecht alles ein wenig nach DLC mit einer größeren Bedrohung. Zusammen mit dem konsoligen Interface schafft es das Spiel leider nicht, zu einem Meisterwerk zu werden. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt aber sehr gute und fordende TBS. Jedesmal wenn ich X-COM gestartet habe, konnte ich nicht mehr aufhören und plötzlich ist es 4 Uhr morgens. Man muss immer noch diese eine Mission machen und diesen einen doofen Satelliten hochschicken, damit Argentinien endlich die Klappe hält.
Am Wochenende werde ich dann den zweiten Durchgang auf Classic/Ironman starten. :angst:
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Beitrag von Player »

Ra's al Ghul hat geschrieben:The Walking Dead - Episode 05

:cry:
Hab auch schon die Credits gesehen.

Hoffe, dass im Epilog
Spoiler: anzeigen
Omid und Christa zu sehen waren und Clementine ihr Glück findet
Bin schon auf die zweite Season gespannt...
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von stef »

Ich habe auch gerade The Walking Dead zuende gespielt. :wein:
Ja, den Epilog lese ich auch gern so. Wenn es eine zweite Season geben wird, ist die gekauft.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Player »

Senior Vice President of Marketing, Steve Allison von Telltale Games kündigte bei einer Pressekonferenz eine zweite Staffel für das Telltale Adventure "The Walking Dead" an.
Quelle

Soll wohl irgendwann in 2013 weitergehen.

Zu TWD-Episode 5 noch:
Spoiler: anzeigen
Schade, dass man Lee's Infektion mit abgesägtem Arm nicht vermeiden kann.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von stef »

Toll! Da freue ich mich jetzt schon drauf!

Auch nochmal zu Episode 5
Spoiler: anzeigen
Ja, Arm absägen war für mich gar keine Frage, ich hatte auch gehofft, dass es 'reicht'. Ich hab es auch nicht übers Herz gebracht Clementine mehr als unbedingt nötig schießen zu lassen und war froh, dass sie rechtzeitig den Raum verlassen hat, bevor Lee sich verwandelt hat. Sie musste bei mir nämlich ihren Entführer erschießen, weil ich zu langsam war. Boah hatte ich damals schon ein schlechtes Gefühl, als wir den Wagen ausgeräumt haben. Als dann in Episode 3 und 4 das gar kein Thema mehr war hatte ich es vergessen. Und ich hab Linda zurückgelassen nachdem sie Carley erschossen hat. Da hatte ich ein schlechtes Gewissen wegen. Schon krass, über das Spiel kann man mehr über sich erfahren. Ben habe ich dann unbedingt mitgenommen - hat mir auch gut gefallen, dass Kenny am Ende seinen Frieden mit ihm gemacht hat. So doof ich Ben auch immer fand, er war ja noch ein Teenie. Meistens stand ich auch auf der Seite von Kenny, aber ich muss mir ein paar Sachen echt mit ihm verscherzt haben, fand ich total gut, dass es so einen polarisierenden kompromissarmen Charakter dabei hatten. Manchmal hat Lee aber auch ein Mü anders reagiert, als die Kurzantwort nahelegte, so dass ich das ein oder andere Mal ein bisschen grantig war, ohne es zu wollen. Ich bin immer noch voll geflasht vom Spiel :D
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

Gerade läuft der Abspann von Red Dead Redemption ! Puh, bin immer noch völlig aufgewühlt und dass obwohl ich zum Großteil bereits gespoiled war!! Sehr krass!
Damit habe mit der letzten Mission mein erstes Rockstar Open-World Game auch direkt zu 100% durchgespielt! :) Außerdem befinden sich nun auch alle Trophies des Singleplayer-Modes in meinem Besitz. Für Platin muss man allerdings auch einige Multiplayer-Trophäen erspielen (was ich ehrlich gesagt, beschissen finde), aber ich hatte ohnehin vor, jetzt noch ein wenig in den Multiplayer-Bereich reinzuschnuppern - mal sehen, ob ich die Trophies noch in Angriff nehme.

Jedenfalls kommt irgendwann demnächst noch ein letzter Spielbericht und dann ein finales Fazit im dazugehörigen Spielethread!
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von patte-chan »

Und nun (Die korrekte Antwort ist übrigens: "Ja." :asd: )
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

Ne, habe mir extra nicht die GOTY-Edition geholt, weil ich das Spiel so billiger bekommen habe und ich fand, dass dieser Undead Nightmare-Zusatz gar nicht in die Spielwelt passt.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von SoulBringer »

So viel verpasst du meiner Meinung auch nicht. Ist ziemlich repetitiv (Gameplay), cool sind allerdings die veränderte Welt und die veränderten Charaktere.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Gin »

Habe bei Undead Nightmare schnell die Lust verloren. Beendet habe ich es zwar nach zig Monaten, hätte aber drauf verzichten können. Gibt wieder ein paar witzige Cutscenes und altbekanntes Gameplay, aber mir gefällt die unverseuchte Spielwelt deutlich besser :wink:
Toad: "Naja, Gin hat, wie schon bekannt ist, eine absolut bescheuerte Spielweise."
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

Red Dead Redemption [PS3]

Wie bereits gepostet, habe ich diesen Titel nun mit 100 % abgeschlossen und damit auch ein weiteres wichtiges Kapitel in meinem Leben geschrieben: nämlich ein Rockstar-Open World Game nicht nur bloß für ein paar Minuten am besten noch mit zusätzlichen Cheats anzuschmeißen, um einen Amoklauf nach dem anderen zu begehen, nur um nach 10 Minuten die Lust daran zu verlieren (yes GTA, I'm looking at you!) :ugly: Tatsächlich hatte ich RDR zwar lange auf dem Schirm, war mir aber lange Zeit nicht sicher, ob ich mit dem Titel klar kommen würde, weil ich in Open World-Elementen bislang immer eine Überforderung für mich gewittert hatte. Mit zu vielen Erkundungsmöglichkeiten ohne eine gewisse Orientierung ausgestattet zu sein, hatte mir (der ohnehin schon unter einer arg eingeschränkten räumlichen Orientierung im RL zu leiden hat :wink: ) bislang immer Angst gemacht, aber im Nachhinein bin ich sehr froh, letztlich doch zu diesem Spiel gegriffen zu haben, denn RDR hat sich tatsächlich als der erhoffte Ausnahme-Titel entpuppt und die Freiheit des Spiels hat sich eigentlich sehr gut angefühlt! Ich werde also nun versuchen, etwas aufzudröseln, was mir am Titel so reizvoll erschien.

Zunächst einmal ist es natürlich das Setting was einen Großteil der Faszination ausmacht. Der wilde Westen ist in der Videospielbranche ja doch relativ unverbraucht und wenn richtig umgesetzt - und das ist es hier zweifellos - kommt das grandiose Feeling fast schon von selbst auf. Dabei finde ich es vor allem interessant, dass das Spiel 1911 - also im frühen 20. Jahrhundert - spielt und damit eine Zeit darstellt, in der in zivilisierten und industrialisierten Gegenden bereits die ersten Automobile die Kutschen ersetzt haben. Also eigentlich gar nicht das, was man in erster Linie mit dem Wilden Westen verbinden würde. Das macht die ganze Story, die natürlich bloß fiktiv ist, aber eben auch aus historischer Sicht interessant, weil man deutlich merkt, wie zwei Epochen aufeinanderstoßen, ihre Regeln neu verhandeln müssen und die ganze Zeit über dieser Dualismis zwischen Freiheit und Zivilisation herrscht. Aber auch die Story an sich hält genug bei der Stange und fühlt sich ein wenig wie Kill Bill an. Die Charaktere sind skurril, passen aber unglaublich gut zum Setting und auch die Dialoge (vor allem in den Reitsequenzen) sind überzeugend geschrieben worden. Dazu noch ein interessanter Hauptcharakter, dessen Kampf mit seiner Vergangenheit man bewohnen darf und fertig ist eine ganz tolle Ausgangslage, die nur darauf wartet vom Spieler mit Seele gefüllt zu werden.

Und damit kommen wir eigentlich schon zur Spielwelt, die zweifellos das größte Plus in diesem Game darstellt (was bei einem Open World-Game ja nicht schlecht ist :wink:). Fast jeder Quadratmeter zeugt von einer gewissen Detailverliebtheit und vor allem ist die Umsetzung des Wilden Westens absolut authentisch ausgefallen. Alle Aktivitäten wurden um das Setting herum gestrickt, sodass man in geselliger Runde pokern, sich wilde Schießereien liefern, Tiere jagen, sich einen Whisky im Saloon bestellen, Schussduelle annehmen, Stummfilme im Kino ansehen und natürlich dem obligatorischen Sonnenuntergang entgegen reiten darf (und vieles mehr!) - und das natürlich alles neben den sonstigen Missionen oder auch Nebenmissionen. Zu tun gibt es jedenfalls immer genug, sodass man meistens gar nicht so recht einplanen kann, was man in neuen Gebieten alles so anstellen mag und sich stattdessen einfach den ersten Impulsen hingibt. Möchte man sich zunächst den Missionen widmen, untersucht man erst mal das Gebiet nach Geheimnissen, entspannt man sich beim Reiten und schaut einfach, was passiert- die Möglichkeiten erscheinen endlos. Zudem wirkt die Welt extrem lebendig! Ständig ploppen irgendwelche Miniaufgaben auf, beispielsweise wenn jemand entführt wird und man in letzter Sekunden noch einen Mord verhindern kann, die Welt wird von zahlreichen Tieren bevölkert, die sogar ihre eigenen kleinen Systeme bilden (Wölfe versammeln sich zu Rudeln, um einen Bären anzugreifen), Zeitungsstände geben einen historischen Überblick und die NPCs scheinen einem gewissen Tagesablauf zu unterliegen - es ist nicht verwunderlich, dass sich die Welt so organisch anfühlt, wenn man noch zur Mittagszeit auf einer Ranch den Mitarbeitern beim Ausmisten zuschauen darf und diese sich dann abends bei einem Lagerfeuer versammeln, jemand eine Geige auspackt und eine heitere Stimmung aufkommt oder man zu unterschiedlichen Zeiten beobachten kann, wie sich so ein Saloon mit immer mehr Gästen füllt.
Und dann kommt natürlich noch dieses herrliche Freiheitsgefühl hinzu! Jeder, der schon mal über RDR geschrieben hat, wird es wohl mindestens ein Mal erwähnt haben und ich tu es der Quote wegen auch: es ist ein phänomenales Gefühl mit seinem Pferd in diesen unglaublich ausgestaltenen Prärie-Landschaften oder auf hohen Hügeln herumzureiten, die Aussicht zu genießen, mit der frei drehbaren Kamera herumzuspielen und einfach loszulassen - es wirkt sowohl am Tag, wo man diese wahnsinnige Aussicht in voller Pracht erleben kann, als auch in der Nacht, wo neben dem Sternenhimmel über dem Lagerfeuer im Hintergrund leise Gitarrenmusik und das Heulen eines Wolfs ertönt und so richtige "freie Himmel-Atmosphäre" geschaffen wird, einfach sensationell - muss man erlebt haben und weil es nur schwer zu beschreiben ist, gibt es hier ein paar Eindrücke in Bilderform.
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Zu erwähnen ist ebenfalls, dass die stetig neuen Gebiete auch dem Spielfluss entsprechend immer passend freigegeben werden und genau zum richtigen Zeitpunkt wieder etwas neues den Spieler erwartet. Vor allem sind die Gebiete doch überraschend abwechslungsreich ausgefallen, was ich jedenfalls im Vorhinein nicht unbedingt erwartet hätte.

Verbunden mit dem zuvor erwähnten Freiheitsgefühl ist das großartige an diesem Titel aber vor allem die Tatsache, dass jeder Spieler quasi seine eigenen und einzigarten kleinen Geschichten im Laufe des Spiels erwähnt. Allein die Engine, die Physik und die dynamischen Tageszyklen und Wettereffekte erschaffen so viele besondere Momente, die einem jedem im Kopf hängen bleiben und die sich von Spieler zu Spieler unterscheiden. Zum Beispiel werde ich mich immer daran erinnern, als mein erstes Pferd von einem Puma gerissen wurde, ich dabei aber bereits nah an einer Klippe stand und die Physik bzw. Schwerkraft mich dadurch über den Klippenrand befördertete und ich plötzlich im Tal völlig alleine auf den gebrochenen Knochen meines treuen Rosses stand. Solche erinnerungswürdigen Situationen gab es zuhauf und sei es, dass ein zufälliger Sonnenuntergang in einer bestimmten Kameraperspektive besonders eindrucksvoll wirkt. Hach ja...

Im Prinzip kann man dadurch auch die Brücke zur Technik des Spiels schlagen, die tatsächlich ein zweischneidiges Schwert darstellt. Wie schon erwähnt ist die Physik eine Wucht! Die Tiere sind allesamt einzigartig animiert und sie und ihre menschlichen Kollegen verhalten sich nach einem Treffer in verschiedene Körperregionen genau so, wie man es von ihnen erwarten würde. Auf der anderen Seite wirken die Animationen der Charaktere hingegen etwas hölzern und auch deren Gesichtszüge sind etwas grob und kantig. Die größte Schwäche zeichnet sich allerdings in den Städten wieder, wo da Spiel doch oftmals ins Stocken gerät und auch die Aktionen, die man ausführen möchte (wie zum Beispiel Kisten untersuchen, mit Personen reden) erst noch nachgeladen müssen, während man bloß still stehen kann und in dieser Zeit mit seiner sich abrackernden PS3 mitleidet.
Das fällt aber gar nicht so sehr ins Gewicht, weil das Technikbrett im Spiel an einer ganz anderen Stelle rausgekramt wird. Die große Stärke ist natürlich die ausmodellierte und wirklich realistisch anmutende Spielwelt, die mit ihrer Ausleuchtung, den richtigen Schattierungen, einem gewissen Hitzeflimmern und der phänomenalen Weitsicht einfach nur zum Anbeißen aussieht und man die Mittagssonne förmlich im eigenen Nacken brennen fühlt. Klar, es gibt technische Macken, wie immer wieder auftauchende Pop-Ups von Objekten im Hintergrund, die nicht sonderlich charmant anzusehen sind, aber wenn das der Kompromiss dafür ist, dass man sich sonst in einer so liebevoll gestalteten Welt bewegen darf, nehme ich persönlich das gerne hin. Hinzu kommen noch die immer passend eingesetzten Soundeffekte, welche die Umgebungen erst so richtig zum Leben erwecken und auch der Soundtrack ist zwar sehr subtil, aber sorgt für genau das richtige Flair.

Ich habe ja bereits paar technische Mängel genannt und damit möchte ich auch direkt weiter bei den Kritikpunkten ansetzen. Denn obwohl das Spiel doch insgesamt über jeden Zweifel erhaben ist, ist es definitiv nicht perfekt und es gab auch ein paar Dinge, die mir negativ aufgefallen sind und die fairerweise auch hier benannt werden sollten. Bleiben wir doch bei der Technik - die Sachen, die ich gerade bereits aufgezählt habe: geschenkt. Auch die immer wieder auftauchenden Clipping-Fehler sind bei dieser Größe der Welt locker zu verzeihen...WENN sie nicht leider immer wieder Mal zu Situationen führen würden, die einen doch in Bedrängnis bringen. So bin ich 3-4 Mal nach irgendwelchen Sprüngen zwischen zwei Objekten gelandet und war sozusagen eingeklemmt, sodass ich letztlich meinen Spielstand neu laden musste, um da raus zu kommen - ärgerlich! Auch ein paar Gegner sind schon von Wänden verschluckt worden, an die ich danach nicht mehr ran kam, die selbst aber weiter munter in der Gegend herumballerten. Insgesamt also etwas buggy, was im normalen Spielverlauf zwar nicht unbedingt auffällt, aber dennoch ab und zu bei mir zu Frust geführt hat. Ansonsten wäre das gewichtigste, was mir noch spontan einfallen würde, die Tatsache, dass manche Missionen manchmal etwas repetitiv wirken und auch die Interaktion mit der Umgebung in Hinblick auf Objekte hätte noch etwas nach oben geschraubt werden können, was das Spielgefühl noch weiter intensiviert hätte. Viel mehr ist es im Allgemeinen allerdings nicht, sodass dies einem Kauf eigentlich nicht im Wege stehen sollte!

Fazit: Unglaublich was Rockstar hier abgeliefert hat und ich kann immer wieder nur betonen, was für ein einzigartiges Spielgefühl mir dieser Titel gerade in Hinblick auf die Freiheit geboten hat. Kann ich mittlerweile also verstehen, warum viele Gamer so sehr auf Open World-Games abfahren? Definitiv. Würde ich mich demnach auch mal an ein GTA heranwagen? Definitiv NICHT :wink: Denn die meiste Faszination geht bei RDR eindeutig vom Setting aus und das ganze in einer Großstadt wäre für mich persönlich wieder um ein vielfaches langweiliger und ganz einfach uninteressant. RDR hingegen werde ich definitiv zwischendurch noch mal ab und zu einlegen, um einfach wieder vom Rücken meines Rosses in die mittlerweile doch so vertraute Spielwelt einzutauchen, um sie zu genießen oder um ab und zu einfach etwas für Chaos zu sorgen :wink:

Wertung: 93 %
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Player »

Diese Barriere wurde von Videospiele-Magazinen erschaffen. Keiner weiß, wieso. Secretkey kann nix dafür. :hase:

Auch werden oft 84% gezogen, um die 85%-Marke (welche meist einen Award verspricht) hauchdünn zu verpassen...
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Secretkey »

G!zmo hat geschrieben:@ Secretkey:

Sag mal, können bei dir Spiele eigentlich auch mehr als 93% erreichen?^^ Denn irgendwie: Egal, wie enthusiastisch du einen Titel auch beschreibst, diese Hürde scheint eine natürliche Barriere zu sein.
Klar, können sie :wink: Batman Arkham City zum Beispiel würde ich mit glatt 95 % bewerten (auch wenn ich damals in diesem Thread gar keine Bewertung in Zahlen abgegeben habe) und darüber kommen dann bloß noch meine absoluten Lieblingsperlen. Dass meine restlichen Titel, die ich mir in letzter Zeit geholt habe, zwischen 88 und 93 % bei mir liegen, ist reiner Zufall :P
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von patte-chan »

Assassin's Creed III [PC]

Und da beschweren sich die Leute, Mass Effect 3 hätte ein unbefriedigendes Ende. :lol: DAs Spiel an sich ist großartig, das hat die Zahl im Titel wirklich verdient im Vergleich zu den Vorgängern, aber das Ende ist wieder ein für die Serie typischer Sequal Bait. Von "Abschluss" kann da keine Rede sein. (Nicht dass das angesichts der Verkaufszahlen der jährlichen Veröffenmtlichungen überraschend wäre.) Habs nach gut 39 Stunden mit einer Synchronisationsrate von 89% abgeschlossen. 50 Stunden könnte man also wohl noch aus dem Singleplayer rausholen. Und dann gibts da ja noch den kurzzeitig kurzweiligen Multiplayer.
Also für Fans der Serie auf jeden Fall ne Kaufempfehlung.
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Re: Zuletzt durchgezockt

Beitrag von Rizi »

Hab eben Batman Arkham Asylum beendet. Ist echt ein klasse Spiel, gut dass ich mich dafür entschieden habe und nicht für Darksiders, wovon ich die Demo Version damals schon eher langweilig fand. Außerdem ist es Batman, wenn zu den tollen Charakteren noch das Gameplay stimmt hat er eh schon gewonnen. Gut, dass bei solchen Spielen meistens mehr schief geht als gut gemacht wird ist kein Geheimnis, aber wenigstens gibt es diese Ausnahmen.
Aber: Wer hat sich das ausgedacht, dass man in bestimmten Situationen schnell auf A "hämmern" muss? Idiot! :ugly:

Jetzt kann die Wii U kommen, dann geht es weiter mit Bats (sobald das Spiel ankommt).
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