God of War 3
Im Titanen-Modus - also dem erhöhten Schwierigkeitsgrad.
Allgemein lässt sich sagen, dass es eine ziemliche Herausforderung war. Die Statistik mit über 100 Toden spricht für sich. Gerade die Bosse wie
der Skorpion und die letzte Zeus-Phase
sind bockschwer, weil sie Attacken besitzen, die mal eben die Hälfte der kompletten Lebensleiste vernichten. Man muss einfach alles richtig machen und den Attacken so gut wie möglich ausweichen, was teilweise mit einigem Glück verbunden ist. Dann, wenn 5-10 Minuten endlich mal alles geklappt hat, darf man sich wie der King fühlen, meistens erblickt man aber den Game Over-Screen schneller als einem lieb ist...
Kann man noch alles verkraften und als Herausforderung ansehen, schlimmer wird's aber mit den Flugsequenzen an der "Chain of Balance". Waren sie im Normal-Modus noch ganz nett, weil sie eine spielerische Abwechslung darstellten und hübsch anzusehen waren, bin ich geschockt, was man daraus im Titanen-Modus fabriziert wird. Ein Zusammenstoß an einer ungünstigen Stelle und man kann es sich fast schon abschminken - bevor man resettet ist man meistens eh schon tot. Andere Spiele gewähren dem Protagonisten nach einem Zusammenprall ein minimal kurzes Unverwundbarkeits-Zeitfenster, doch GoW III tut das nicht und macht es sogar noch viel schlimmer dadurch, dass im Moment des Zusammenpralls der ganze Bildschirm kurz mit den Überresten des Hindernisses ausgeschmückt wird, sodass dort, wo blitzschnelle Reaktionen gefordert sind (bei einer ohnehin eher trägen Steuerung), man für einen Augenblick nichts sehen kann! Das Resultat: man fliegt natürlich in noch mehr Gegenstände, die einem aufgrund des fehlenden Unverwundbarkeits-Zeitfensters genau so schaden. Die Lebensleiste ist ruckzuck leer und man selbst ist gefrustet - Trial & Error at it's best. Insgesamt einfach a maximum catastrophy of ass!
Auch das Kampfsystem wird durch den Titanen-Modus meiner Meinung nach in ein schlechteres Licht gerückt. Auf Normal hat man noch das Gefühl, dass alles bestens funktioniert, aber nun wo man auf gezielte und präzise Aktionen angewiesen ist, um die Gegnerhorden zu überleben, merkt man doch die Schwächen im Spiel.
Noch Abfinden kann man sich damit, dass angefangene Kombos nicht abbrechbar sind, was zwar nervig ist, wenn man Kratos ohne Einfluss dabei zusehen muss, wie er ins Leere schlägt und von einer anderen Seite wieder von Monstern umgeben wird, denen er so für eine kurze Zeit wehrlos ausgeliefert ist, aber damit kann man leben, weil man es halt einplant. Viel nerviger ist die Tatsache, dass das Auswählen der verschiedenen Waffen, die teilweise aus strategischen Gründen (da auch immer eine andere Magie an die Waffen gebunden ist) innerhalb des Kampfes einfach blitzschnell gewechselt werden müssen, auf dem Digikreuz der PS3 extrem schwammig funktioniert, sodass man häufig plötzlich eine andere Waffe in der Hand hat, als man es intendierte. Ebenfalls erschreckend lästig ist es Gegner zu greifen. Wenn man in einem Kampf von zahlreichen Viechern umzingelt ist und man einen kleineren Gegner greifen möchte, um ihn als Schutzschild zu missbrauchen, funktioniert das meist nicht, weil die Entwickler es aus irgendeinem Grund so geregelt haben, dass Kratos in diesem Moment IMMER den größten Gegner greifen möchte. Blöd nur, dass diese meist extrem gepanzert sind und sich gar nicht greifen lassen, diesen Angriff also kontern und man wieder verwundbar zurückbleibt. Meine letzte Beschwerde gilt dem "Berserker-Modus", den man aktivieren kann, um Kratos quasi ausrasten zu lassen, was ihn kurz unverwundbar werden lässt. Das Teil macht kaum Schaden! Sogar die Waffen machen teilweise mehr Schaden, sodass es zu einem weitaus weniger strategischen Element degradiert wird, das es hätte sein können.
So, dass war mein Rant - klar ist: oft merkt man diese Fehlerchen gar nicht, weil sie sehr spezifisch sind (manches mehr, manches weniger), aber dennoch nervt es ungemein, wenn man seit 5 Minuten in einem nicht enden wollenden Gemetzel steckt und dann deswegen kurz vor dem Ziel draufgeht.
Letztes kurzes Meckern - beim erneuten Durchgang merkt man, dass die Umgebungen sehr viel weniger abwechslungsärmer sind, als man hätte annehmen können. Da sich das gesamte Spiel stark an der Chain of Balance orientiert, werden oftmals nur die immer selben Gebiete abgeklappert. Oftmals ist es nichtmal wirkliches Backtracking (wobei häufig eben auch doch), aber sonderlich kreativ wirkt das auch nicht.
Man kann also sagen, dass der härtere Schwierigkeitsgrad meinem Eindruck des Spiels eher geschadet hat, als es noch intensiver zu gestalten, weswegen ich auch den letzten Schwierigkeitsgrad , Chaos-Modus, in diesem Leben wohl nicht mehr in Angriff nehmen werde. Spaß hat es meistens aber trotzdem gemacht

Außerdem habe ich nun dadurch die Platin-Trophäe dieses Spiel erhalten.