Bayonetta [PS3]
Es ist zwar kurz vor meinem Urlaub, aber ich wollte die Zeit trotzdem noch etwas nutzen, um in meinen PS3-Berg reinzuschnuppern. Schließlich hat sich Bayonetta als der nächste Kandidat - oder vielmehr die nächste Kandidatin - durchgesetzt.
Ich habe jetzt gut 4 Stunden gespielt und habe gerade Kapitel 5 ( von 11 ?) beendet. Bislang stehe ich dem Titel mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits bockt das Gameplay in den Kämpfen doch durchaus, andererseits kann ich mit der Aufmachung des Spiels bislang nicht so richtig viel anfangen und fühle mich von vielem erschlagen. Wie soll man sich denn bitteschön 40-50 Kombo-Möglichkeiten merken, die dann auch nur jeweils für eine einzige Waffe gelten? Der Shop ist im Moment auch voller Items und neuer Techniken, die ich bislang aber nicht angerührt habe. Der Schwierigkeitsgrad ist dazu (spiele auf normal) auch schon durchaus happig und es kommt immer wieder Mal zu frustrierenden Bosskämpfen, sodass ich am Ende des Levels bloß die olle "Stein-Auszeichnung" einheimsen kann, da ich zwischendurch zu oft gestorben bin. Im Kampfgetümmel selbst sind auch die Kamera, bei der gegelentlich die Übersicht flöten geht, und zudem noch paar fiese QTEs nervig.
Das schlimmste am Spiel ist bislang aber das Pacing. Zwar sind die Zwischensequenzen (im positiven Sinne) ziemlich krank und zeigen paar extrem blöde aber stylische Kampfchoreographien - auch wenn's meistens sexistischer Scheiß ist

-, aber sind dafür meist viel zu lang und bedeutungslos. Verdammt, gehen die Entwickler tatsächlich davon aus, dass ich DIESER Story folgen will? Wirr, schlechte Dialoge... ich kenne nur den groben Kontext und war schon kurz davor die Zwischensequenzen einfach abzubrechen, weil ich darauf Null Bock hatte! Zumal sie oft so ins Spiel gewürfelt wurden, dass man paar Minütchen kämpfen darf und die Zwischensequenzen aber so wahnsinnig frequentiert auftauchen, dass man gar nicht ausreichend Gameplay-Elemente innerhalb eines Kapitels geliefert bekommt. Wahnsinn... waren die Entwickler so sehr von ihrer Story überzeugt oder was war da los? Ganz, ganz schrecklich...!
ABER: an dieser Stelle deutet es sich schon an - Bayonetta scheint kein Spiel zu sein, dass man nur mal eben so durchzockt. Es bietet sich vielmehr an, die Kapitel auch mal merhmals zu spielen, um nachzuspüren, wie die Lernkurve dann doch gestiegen ist und wenn man dann noch die nervigen Cutscenes überspringt, macht's auch richtig Freude auf die Gegner loszugehen und sie gehörig zu verkloppen. Bin jetzt schon mal in die ersten beiden Kapitel zurückgegangen und habe dort meinen Rang verbessert. Außerdem gibt es einfach zu viele Magic Moments im Spiel, als dass ich jetzt locker lassen würde. Was da teilweise an Action abgeht und wie das ganze auch noch inszeniert wird, macht für das Auge und das Spielerherz einfach zu viel Spaß. Spätestens als ich mit Hexenkraft an Wänden laufen konnte und ich kopfüber mit Gegnern kämpfte, während extrem schräge Kamerawinkel gewählt wurde, konnte ich mich dem Spiel wunderbar hingeben. Auch die Levelarchitektur und wie die unterschiedlichen Areale und Gegener designt wurden, gefällt mir doch sehr gut.
Ich werde also auf jeden Fall dranbleiben, einfach weil man es ohnehin mindestens ein zweites Mal durchspielen muss, um es vermutlich richtig wertzuschätzen.