Tales of Symphonia Dawn of the new World [Wii]
So, Leute - dieser Beitrag ist hiermit der letzte in diesem Thread, denn nun, während ich diese Zeilen schreibe, ist es bereits vorbei. Der letzte Endkampf wurde heil überstanden und die Story damit abgeschlossen! Wie die ganze Geschichte nun geendet ist, werde ich natürlich auch jetzt wieder posten und ich muss sagen, dass es mich am Ende doch durchaus ziemlich mitgerissen hat, aber wenn es um die Bewertung des Spiels geht, soll eher mit einem späteren Beitrag gedient werden.
Kurz noch eine Zusammenfassung vom letzten Mal, wo es doch einige spektakuläre Enthüllungen gab. Neben dem Abschluss der Vanguard-Geschichte waren besonders zwei Dinge interesant: 1. Richter hatte sich zur Schlucht vor dem Dämonenreich begeben, um dort das Tor zur Dämonenwelt zu öffnen und sich so am Beschwörungsgeist Ratatosk, der in der Vergangenheit schließlich seinen Forschungspartner Aster mal eben so getötet hatte, zu rächen. Zur Erinnerung: Ratatosk ist nicht nur Herrscher des Manas, sondern auch derjenige, der das Dämonenreich an eben jener Schlucht versiegelt hatte. 2. Mein Hauptprotagonist Emil hatte sich in einem Flashback, das alles aufklärte, selbst als Rataosk erwiesen, nur dass dieser unerkannt bleiben wollte und sich unter einer selbst erschaffenen Persönlichkeit des Emils vergraben hatte (mehr dazu im letzten Beitrag). Im Gegensatz zur früheren Annahme, dass Ratatosk als Herrscher über das Mana, die negativen Klimaveränderungen wieder aufheben könnte, entpuppte er sich als ein Beschwörungsgeist, der gar kein Interesse daran hatte, der Menschheit zu helfen und definierte seine Rettung der Welt eher in der Auslöschung der menschlichen Rasse, die den Planet vernichtet hätte. So viel zu meinen bisherigen Erkenntnissen...
... und in all dem Desaster steckt irgendwo mein Emil, der von dem ganzen keine Ahnung hatte und nun einen Weg finden muss, mit der Situation umzugehen. Er selbst will die Menschheit natürlich nicht ausrotten, aber irgendwo in ihm steckt eben diese Persönlichkeit, die, wenn sie ausbricht und vollkommen erweckt wird (durch die Aktivierun der Centurio-Kerne, was ja mein gesamter Auftrag in diesem Spiel war), vielleicht dennoch diese Massenvernichtung einfordern wird. Es musste etwas getan werden und in diesem Moment ergriff ENDLICH (!!!) Lloyd das Wort der endgültig die Hosen runterließ und alles von seinem Plan erzählte - und das in einer wirklich schönen Szene nah am neu erblühten Lebensbaum zusammen mit Yuan, aus Tales of Symphonia bekannt, dem Wächter des Lebensbaums, den Lloyd ja im ersten Teil durch einen neuen Namen zu neuem Leben entfachte, welcher die Welt wieder mit Mana versorgen würde.
Lloyds Plan sah also so aus: er wusste, dass man Ratatosk nicht so ohne weiteres töten könnte und auch nicht töten dürfte, schließlich ist er immer noch der Beschützer vor der Dämonenwelt und ohne seine Kraft, wäre die Welt den Dämonen hilflos ausgeliefert. Was also tun? Lloyd hatte den Plan, alle Centurio-Kerne zu sammeln und sie zusammen mit Lord Ratatosk im Kern-Zustand der Schlucht zu versiegeln. Dort wäre er nämlich eingesperrt, könnte also nicht nach außen dringen, um die Menschheit zu vernichten, würde aber gleichzeitig für den Schutz vor der Dämonenwelt sorgen. Außerdem habe ich endlich erfahren, warum er seinen Freunden bislang die kalte Schulter gezeigt hat und sie auf seine Reise nicht mitgenommen hat. Er selbst, als Namensgeber des Lebensbaum, stand unter dem Schutz der Göttin Martel, konnte also die Centurio-Kerne ohne Probleme aufsammeln - die anderen hätten bei zu starkem Kontakt mit den Kernen vielleicht, wie ich es schon gehört hatte, den Verstand verloren und in ihrem Wahnsinn eventuell den Namen des Lebensbaums verraten. Dieser Name ist wohl eine Art Schutz und erst wenn Ratatosk den Namen des Baums gewusst hätte, wäre er in der Lage den Schutz zu durchbrechen und ihn zu absorbieren. Lloyd hat also seine Kameraden absichtlich nicht involviert, vermutlich weil er wusste, dass der wahre Ratatosk irgendwo schon unter den Menschen leben würde und den Namen so leicht gehört hätte (übrigens wurde der Name des Baumes wie schon beim Ende des Vorgängers hier wieder nicht explizit genannt

).
Doch nun hatte Lloyd eine neue Theorie. Er glaubte nicht länger, dass Emils schüchterne, mitleidige und gnädige Persönlichkeit die Erschaffung von Ratatosk ist. Vielmehr glaubte er nun, dass es einfach die Kehrseite der Medaille von Ratatosks ursprünglicher Persönlichkeit wäre - also so etwas wie sein Gewissen. Es müsste jetzt also einen Weg geben Emils Persönlichkeit zu der dominierenden zu gestalten - und in der Tat gab es dafür einen Plan!
Dafür musste ich den Beschwörungsgeist des Herzens aufsuchen, welcher die Aufgabe hatte, in mein wahres Herz reinzuschauen, um so zu entscheiden, ob und welche Persönlichkeit von mir versiegelt werden würde, sodass natürlich die Chance bestand, dass man den Ratatosk in sich unterdrücken könnte und der Emil ganz normal weiterleben und die Menschheit verschonen würde. Der Beschwörungsgeist fand sich dabei im Turm des Mana nahe Iselia und stellte sich als Corinne aus - also der damaligen Gefährtin von Sheena. Und auch der Plan schien erstmal aufzugehen und Emil blieb als seine Persönlichkeit bestehen.
Doch dann ging es schon mit großen Schritten aufs Finale - Richter war im Begriff das Dämonenreich zu öffnen und es blieb mir nichts anderes übrig als zu handeln. Meine ganze Party machte sich auf und die Aufregung war wirklich merklich zu spüren! Vor allem merkte man als Spieler allerdings, dass mit Emil noch irgendwas nicht ganz stimmte und er einen bestimmten Plan verfolgte - auch Marta, meine Begleiterin, schien dies zu merken und auch wenn sie es nicht ganz akzeptieren und wahr haben wollte, so schien auch sie etwas zu spüren, denn innerlich klammerte sie sich extrem an ihn, sodass in einer wirklich sehr schönen Zwischensequenz, ihre Liebesbeziehung endlich handfest wurde. Muss schon sagen - eigentlich war die Beziehung zwischen den beiden immer ein sehr präsentes Thema im gesamten Spiel, das auch recht witzig präsentiert wurde, aber hier zum Schluss hatte es einen ganz anderen Touch, weil es doch sehr dramatisch wirkte, dass gerade in dem Moment, wo deren Gefühle wirklich miteinander übereinstimmen, es sich vielleicht herausstellen könnte, dass Emil aus der Schlucht vor dem Dämonenreich nie wieder zurückkehrt, weil wer weiß was passiert. Für mich ein absoluter Gänsehaut-Moment und emotional auch entsprechend durch den gesamten Spielverlauf kumuliert! Toll!
Dann war es aber so weit - ich betrat einen letzten Dungeon, welcher mich tief ins Erdinnere führte und mich letztlich bei der Dämonenschlucht auspuckte. Dort musste ich zunächst allerdings noch die beiden verbliebenen Vanguard-Anführer - die Sadistin und den Lloyd-Nachahmer - in einem wirklich sehr schwerem Kampf besiegen, den ich erst im zweiten Anlauf überstanden hatte. Die Geschichte der beiden führte sie (leider?) in den Tod und auch die beiden bekamen nochmal eine traurige Liebesszene spendiert, in der sie gemeinsam die Augen für immer schloßen. Man... harter Tobak. Doch der Dungeon führte immer weiter und auch die Monster dort wurden immer stärker. Zu diesem Zeitpunkt muss ich jetzt noch was sagen: Normalerweise wenn ich im letzten Dungeon ankomme, gebe ich mir dort noch mindestens 2 Stunden Zeit, um bei den mächtigsten Gegnern im Spiel entsprechend aufleveln zu können. Doch als ich an dieser Stelle spielte, war es bereits 4 Uhr morgens und ich war so adrenalingeladen und aufs Finale gespannt, dass ich die meisten Monster links liegen gelassen habe und mit großen Schritten auf die letzte Konfrontation zuging. Ich war müde, aber auch gleichzeitig hellwach und ich konnte es kaum mehr abwarten.
Dort stand er dann also - Richter - der letzte finale Boss. Er war kurz davor das Dämonenreich zu öffnen und so blieb mir nichts anderes übrig, als die offene Konfrontation mit ihm zu suchen. Zumal er sich an mir, Ratatosk ohnehin für den Tods seines Partners Aster, rächen wollte. Der Kampf begann...und haute mich erstmal um. Mit keinen Kämpfen hatte ich zuvor sonderlich große Probleme gehabt, doch hier hat es mich erstmal aus den Socken gehauen. Beim ersten Mal hatte ich so schnell das zeitliche gesegnet, dass ich dachte, es würde sich wieder um einen Kampf handeln, den man story-bedingt verlieren MUSSTE, was sich aber sehr schnell als Illusion herausgestellt hatte, nachdem mir danach prompt der Game-Over-Screen angezeigt wurde. Erst nach dem dritten Versuch und mit einer Menge an Heilmitteln (und zwar einer so großen Menge, dass sogar die Charaktere zwischenzeitlich so etwas wie "That's cheap...!" gerufen haben

) gelang es mir den entsprechenden Widerstand zu leisten und Richter so zu schwächen, dass er nur noch ergeben unter mir liegen konnte. Doch dann, wieder mal, überschlugen sich nochmals die Ereignisse: Emil ging plötzlich in den Ratatosk-Modus über und griff seine Kameraden an - es wurde wieder in den Kampfbildschirm geladet, wo ich allerdings so von dieser Entwicklung geschockt war und auch nicht meine eigenen Freunde niedermetzeln wollte, sodass ich den anschließenden Kampf absichtlich verlor. Offenbar eine gute Wahl, denn andernfalls hätte ich, wie ich nun erfahren habe, das schlechte Ende erwischt.
So aber folgte noch eine lange Zwischensequenz, welche die Story endgültig abschloss. Es stellte sich heraus, dass Emil diesen Angriff auf seine Kamerade gar nicht im Ratatosk-Modus initiiert, sondern ihn aus eigenem Antrieb provoziert hatte. Emil hatte ein derartiges schlechtes Gewissen, für das was Ratatosks Taten waren und später sein mochten, dass er seine Freunde auf diese Weise dazu bringen wollte, ihn zu "töten", sodass er wieder in den Kern-Zustand zurückgeführt werden und für immer in der Schlucht versiegelt werden würde. Glücklicherweise erkannten dies meine Freunde im letzten Moment und ließen sich nicht auf die Durchführung dieses Plans ein und waren natürlich demenstprechend schockiert, als sie begriffen was Sache war. Stattdessen ermutigten sie mich dazu, mich nochmals meiner Ratatosk-Seite zu stellen, um im diesen Chaos der zwei Persönlichkeiten doch noch eine Einigung zu erzielen und Ratatosk von seinem Plan, die Menschheit zu vernichten, abzubringen. Es gab einen letzten Kampf in meinem Inneren - sowohl auf symbolischer Ebene als auch auf auf dem Kampfbildschirm. Emil gegen den Beschwörungsgeist in ihm: Ratatosk - ein Kampf, den ich als Emil für mich entscheiden konnte.
Erst dadurch kam Ratatosk endlich zu Vernunft - er erkannte, dass die Gnade und das Mitleidige in Emils Persönlichkeit nicht unbedingt als Schwäche ausgelegt werden müsste und so stark war, dass es ihn in seinem Hass und Wut auf die Menschen besiegen konnte. Fortan konnte er die Menschen doch als eine Rasse akzeptieren, um die es vielleicht doch nicht so schlimm stand und die durch den Sieg der Liebe und Gnade doch zeigen konnte, dass sie um den Planeten kämpfen konnte, wenn sie wollte. Damit äußerte er sich Gott sei Dank klar gegen die Vernichtung der Menschheit! Ein schönes Ende also!
Dennoch war das Tor zur Dämonenwelt schon von Richter aufgebrochen worden, sodass ein neues Siegel nötig war, welches allerdings eine Menge an Mana fressen würde. An dieser Stelle wurde auch Richters Plan deutlich - ihm ging es gar nicht vorranging darum, einen Pakt mit den Dämonen zu schließen, um sich an Ratatosk zu rächen - vielmehr erhoffte er sich auf diese Weise seinen Partner und Freund Aster, welcher durch Ratatosk getötet wurde, wieder von den Toten zu erwecken und das Dämonenreich danach mit dem Cruxis-Kristall der Auserwählten zu versiegeln. Dies würde jedoch nicht reichen, sodass Ratatosk/Emil nun als versöhnte Persönlichkeit und Herrscher des Mana die Regeln in der Welt ein wenig umschrieb. Er würde dafür sorgen, dass nach und nach alles Leben so gestaltet werden würde, dass es ohne Mana auskommen könnte - dass Mana würde der Erde also langsam entweichen und zum Siegel des Dämonenreiches gelenkt werden, welches durch dieses Mana immer weiter existieren könnte und die Welt somit vor bösen Dämonen geschützt wäre. Das hieß jedoch auch, dass die Erde irgendwann natürlicherweise sterben würde, allerdings wäre dies erst in einigen Millionen/Milliarden Jahren der Fall - der Planet würde also wieder dem natürlichen Kreislauf überlassen werden.
Dennoch musste Emil/Ratatosk zusammen mit Richter (der Halbelf war und somit noch etwa 1000 Jahre zu leben hatte) diesen Prozess überwachen und beim Siegel bleiben - das war der Plan und somit folgte eine Szene, in der sich zunächst alle bei Emil bedankten und sich nacheinander bei ihm verabschiedeten und ihm versprachen, dass sie sich um die Welt, welche er beschützen würde, kümmern wollten. Ganz zum Schluss stand in einer letzten Szene dann Marta vor ihm und die Liebesgeschichte, die so traurig ihren Höhepunkt fand, fand nun hier ihr vorzeitiges Ende, als beide begriffen, dass sie sich vermutlich nie wieder sehen würden und sich für immer Lebe Wohl sagen mussten. Ende...
... NEIN! Natürlich nicht Ende

Es kam noch eine letzte erlösende Zwischensequenz. Richter und Tenebrea, die kurz davor waren zusammen mit Emil/Ratatosk in dieser Hölle durch das Siegel eingesperrt zu werden, redeten auf die neu versöhnte Persönlichkeit(en) ein und versuchte Ratatosk zu überreden, dass er zumindest der Persönlichkeit Emil die Möglichkeit geben sollte, sein Leben auszukosten und auf der Erde verbringen zu können. Richter bot seinen Körper an, den der Ratatosk unten am Dämonentor weiterhin nutzen konnte, um seinen Kern dort zu befestigen und auch Tenbrae bot an die Arbeit als Centurio weiterzuführen. Ratatosk selbst wollte, um sich für seine Taten verantwortlich zu zeigen, unten bleiben. Und so kam es dann letztendlich auch. In einer wirklich finalen Sequenz sah man noch wie Emil plötzlich mit seiner eigenen Persönlichkeit und seinem eigenen Körper vor Marta stand und sich die beiden endlich doch in einem schönen Happy End in die Arme fallen und danach vermutlich ein schönes gemeinsamen Leben genießen konnten.
THE END
Damit bin ich nun also durch - um etwa 5 Uhr morgens rollten dann die Credits über den Bildschirm. Am Ende stand ich mit meinen Charakteren auf Level 62 / mit meinen Monstern auf Level 99 und der Spielstand zeigte am Ende knappe 37 Stunden an. Wie immer, nun wo die Story abgeschlossen ist, werde ich in naher Zukunft im "Zuletzt Durchgezockt-Thread" noch mein endgültiges Urteil zum Spiel ablassen und berichten, was mir gefallen und auch weniger gefallen hat. Stay Tuned!