Eternal Sonata
Kapitel 4 Grand Valse Brillante
In meiner letzten Session bin ich ja im Schloss von Baroque angekommen und wollte mich danach auf den Weg nach Ritardando machen, um meine übrigen Party-Mitglieder dort zu treffen. Doch bis es soweit war, verging noch seine Zeit, denn erst wurde eine kleine weitere Episode zwischengeschoben.
Der kleine Hund (ja, es gibt einen Grund, weshalb ich das hier erwähne) von der Prinzessin des Schlosses lief zufällig in eine Gruppe von Arbeitern, die den Befehl hatten, einen alten Spiegel ins Zimmer des Prinzen zu transportieren - mit dem Ergebnis dass der Spiegel auf den Hund fiel, doch dort wo seine ...ähem zerquetschten Überreste hätten liegen müssen, war nichts zu sehen. Der Hund schien im Spiegel verschwunden zu sein und nur kurz darauf wurde auch meine Truppe magischerweise in den Spiegel gesogen - offenbar ein altes magisches Relikt, was früher dem König von Baroque gehörte. Der Spiegel selbst war ein wirklich hübsch designter Dungeon, den man teilweise sogar auf dem Kopf bestreiten musste. Anfangs nur mit Polka allein, traf ich bald in regelmäßigen Abständen auf meine weiteren Party-Mitglieder, bis ich zu guter Letzt mit einem Monster als End-Boss des Dungeons konfrontiert wurde. Der war übrigens, wie die meisten Boss-Fights bislang auch, ein richtiger Brocken und erst nach 4 Versuchen und nachdem ich mit den Charakteren herumexperimentiert und die richtigen Items in den Kampf mitgenommen habe, konnte ich meine Chance nutzen.
An dieser Stelle wurde ich wieder aus dem Spiegl entlassen und endlich wurde wieder Chopin Klaviermusik eingespielt -
der Minutenwalzer (Op. 64 No 1 - falls ihn jemand hören möchte). Und nun kommt auch der Grund, weshalb ich anfangs den Hund der Prinzessin erwähnt habe. Nach einer Anekdote wurde Chopin nämlich zu dem Stück inspiriert, indem er einen Hund dabei beobachtete, wie er seinem eigenen Schwanz hinterherjagte und sich dabei immer wieder im Kreis drehte. Ob es nun tatsächlich so geschehen ist, kann man natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber dieses Motiv lässt sich jedenfalls sehr gut in der Musik wiederfinden. Auch hier wieder ein Beispiel dafür, wie passend die Musik ins Spiel integriert wurde

Überrascht hat mich aber trotzdem, dass nicht sofort das neue Kapitel eingeblendet wurde, schließlich hat es das Spiel bislang immer so gehalten, dass pro Kapitel bloß ein Stück abgespielt wurde. Nun ja, jetzt waren es halt zwei, aber nach der Liste im Menü zu ureteilen, erwarten mich leider bloß noch drei weitere Titel (die natürlich noch hinter Fragezeichen verborgen sind).
Aber weiter im Text: mein Ziel war nach dieser kurzen Episode schließlich immer noch Ritardando. Dafür musste ich allerdings einen verschneiten Gebirgspass überqueren, aber davor wollte ich noch die Stadt Baroque besichtigen, um mich mit den üblichen neuen Waffen etc. einzukleiden. Das Durchqueren der Stadt war übrigens eine genussvolle Angelegenheit für mich, da ich ohnehin verschneite Gebiete in Videospielen (und natürlich auch im RL

) als sehr atmosphärisch empfinde und tatsächlich gab es hier einige traumhafte Kulissen, dennoch war ich ein klein wenig enttäuscht, weil es weniger zu entdecken gab, als es anfangs den Anschein machte. Golden Sun und Tales of Symphonia bleiben einfach meine Schneestadt-Referenzen im RPG-Genre. Trotzdem hier zwei schöne Bilder, welche die Stimmung dieser Stadt gut einfangen:
Nach der kurzen Entdeckungstour habe ich mich dann fit genug gefühlt, um die "Sharp-Mountains" (schön passender, musikalischer Name!) zu erklimmen. Interessant war dabei, als ich auf eine leere Hütte traf, in der ich mich ausruhen konnte, ein Flashback von meiner Protagonistin Polka:
Es zeigte sie und ihre Mutter, wie sie über - ich sag mal - "Seelen" sprachen, welche sie "Astra" nannten. Mit guten Taten würde man seine Astra zum Glühen bringen, doch anstatt es so positiv dabei zu belassen, redete ihre Mutter etwas davon, dass sie (Polka) gleichzeitig dadurch auch von großer Dunkelheit angezogen werden würde, welche sie erleuchten müsste und dass kein anderer ihr diese Aufgabe abnehmen könnte. Obwohl ich dieses Gespräch nicht wirklich einordnen kann, da ich nicht genau weiß, wie bildlich oder wie wörtlich das Gesagte gemeint war, wollte ich es hier dennoch aufführen, da es für die Charakterin Polka evenuell noch von Belangen sein könnte.
Nach diesem Rastplatz jedoch dauerte es nicht mehr lange bis ich den Gipfel des Schneepasses erreichte, der mich gleichzeitig aber tief ins Innere des Berges führte, wo mich teilweise sogar Lava-Seen erwarteten, begleitet von einer schön düsteren Chor-artigen Musik. Bereits zu Anfang traf ich auf relativ leicht zu besiegene Monster, welche mich allerdings dafür mit einer umso größeren Anzahl von Erfahrungspunkten belohnten. Also ließ ich kurzerhand für 45 Minuten einen Podcast im Hintergrund laufen und trainierte mein Team in dieser Zeit, sodass ich gleich 2 Level aufsteigen konnte. Vielleicht erschien mir gerade deshalb der Rest des Dungeons, in dem ich danach sicherlich nochmal genau so lang herumirrte, zum Ende hin einfach als nervig, weil mich wirklich Unmengen an weiteren Gegnern erwarteten, die ich ab einem gewissen Punkt dann versuchte zu umgehen, was aber innerhalb der engen Gänge der Höhle nur selten gelang. Immerhin war es gutes Trainung und irgendwann erblickte ich mit strapazierten Nerven auch endlich wieder das virtuelle Sonnenlicht.
Und wo fand ich mich wieder? Nach langer Zeit mal an einer mir bekannten Location aus dem Anfang des Spiels: dem Agogo-Wald. Und dort wurde ich wieder mit einem Phänomen konfrontiert, welchem ich schon zu Anfang begegnet bin: die leuchtenden Agogos (die Wesen, welche den Feen aus OoT ähnlich sind) kamen aus ihren Verstecken heraus und schwirrten um Polka herum. Hier berichtete die Hütern des Waldes von einer Art Legende, die sie in ihren Nachforschungen entdeckt hatte. So sollen diese Agogos als Spigel der Herzen fungieren und auch an dieser Stelle wurde wieder der Begriff "Astra" ins Spiel gebracht - sollte das also heißen, dass Polka durch gute Taten ihre Seele/Astra besonders zum Leuchten gebracht hatte und das durch die leuchtenden Agogos um sie herum zum Ausdruck gebracht wurde? Man wird sehen!
Viel Zeit darüber nachzudenken blieb mir jedoch nicht. Der mysteriöse Fugue, welcher vom niederträchtigen Count Waltz dazu beauftragt wurde, eben jene leuchtenden Agogos zu fangen, die er für seine voll Nebenwirkungen steckender Mineral-Medizin verwernden wollte, und der mich zu Anfang des Spiels noch locker vom Bildschirm wegputzen konnte, trat wieder auf die Bildfläche und lieferte sich mit mir ein Duell. Diesmal behielt allerdings ich, wenn auch knapp und mit einigen Item-Einsätzen, die Oberhand, bevor er sich mit einer knappen Flucht noch vor mir retten konnte.
Viel wichtiger an dieser Szene war jedoch, dass Rondo, eine Dienerin des Counts, welche vor kurzem noch in seinem Auftrag die Verräterin Claves ermordete, alles mitbekommen hatte - inklusive der Tatsache, dass sich die Agogos um Polka versammelten und sie das Mädchen also als Schlüssel erkannt hatte, um an die Agogos heranzukommen. Nicht gut - vermutlich wird der Count jetzt seine Bemühungen auf mich fokussieren. Das dürfte das ganze wohl verkomplizieren.
Doch damit nicht genug - es gab noch einen weiteren Hammer, mit dem ich aus dem Kapitel entlassen wurde. Es wurde endlich gezeigt, wie die Taube, welche damals noch die Verräterin Claves kurz vor ihrem Tod mit einer Nachricht abgeschickt hatte, in die Hände des Prinzen von Baroque gelangte. Die schockierende Mitschrift zeigte folgendes: Serenade - die Verlobte des Prinzen - ist eine Spionin für Forte (dem verfeindeten Gegner-Land vom Staat Baroque)! Na großartig - die Konsequenzen davon werde ich davon wohl bald zu Spüren kriegen.
Kapitel 5 - Nocturne
Hier setzt also das nächste Kapitel ein - mit dem vielversprechenden Namen: Nocturne. Ein schöner Schachzug - bislang war beim Titel des Kapitels eigentlich immer klar, welches Stück von Chopin eingespielt werden würde, doch da Chopin einige Nocturnen in seinem Leben komponiert hatte, wird das nicht ganz leicht zu erraten sein. Ich vermute allerdings, dass es sich dabei um die wohl bekannteste in Es-Dur (vielleicht auch die posthumus veröffentlichte in cis-moll) handeln wird - später wird sich herausstellen, ob ich damit richtig lag
Weiter habe ich allerdings noch nicht gespielt und ich bin gespannt, wie es weiter geht. Gerade scheinen sich die Charaktere meiner Party allerdings ziemlich zerstreut zu haben. Da ich fast die Anfangsgebiete meines Abenteuers erreicht habe, hat sich Polka entschieden kurz bei ihrer Mutter vorbeizuschauen, Viola ist kurz auf ihre Ziegenfarm zurückgegangen, um nach ihren Tieren zu schauen und auch die Rebellengruppe hat sich zumindestt kurzzeitig aufgelöst. Jetzt bin ich jedenfalls mit Chopin und Beat bei Allegretto in Ritardando angekommen und durch mein Training bin ich nun auf Level 32.
Letzte Anmerkung zum Schluss - nach dem letzten Bosskampf ist meine Party auf Level 4 aufgestiegen, was mir nun erlaubt, Konter-Attacken (statt der nur üblichen Deckung) mit dem richtigen Timing auszuwählen. Ich bin mal gespannt, wie sich die Kämpfe jetzt spielen lassen werden. Spielzeit steht bei 27 Stunden.