Ich riskiere einfach mal den Doppelpost - schließlich gibt es auch etwas zu zelebrieren! Ich bin nun mit
Final Fantasy VII
durch. Dennoch wollte ich noch nicht im "Zuletzt durchgezockt"-Thread schreiben, denn erst dort werde ich meine persönliche Meinung zum Spiel in seinen Details preisgeben. Jetzt soll es einfach ein letztes Mal um die finalen Handlungsstränge des Spiels gehen.
Der Start meiner heutigen Session lag natürlich im Nord-Krater kurz vor dem letzten Bosskampf. Ich gebe zu, noch etwa 10 Minütchen traniert zu haben, weil ich auf runde Zahlen stehe, aber mein Level 80 konnte bis zur Konfrontation mit dem Boss nicht halten, weil unterwegs dorthin nochmals recht starke Monster anzutreffen waren, die mir abermals 2 weitere Levelzuwächse bescherten - was für ein Pech. Doch dann, als ich mich im Inneren des Kraters befand, war es soweit - das letzte Gefecht begann!
Und es begann mit einem Angriff von der letzten Jenova-Form - offensichtlich waren noch nicht alle Zellen erledigt. Doch ich schwöre, nach nur etwa 30 Sekunden hatte ich den Kampf für mich entschieden und ich saß angesichts dieser Zeit in einem ENDKAMPF erst mal baff da. Zu verdanken habe ich das Cloud, der mit seiner Ultima-Waffe pro einfachen Angriff gerne mal 9999 HP abziehen kann. Da ich eine Materia angelegt halte, die ihn gleich doppelt angreifen lässt und seine Konter auch noch mal genau so viel abziehen, hatte das Jenova-Vieh einfach keine Chance - ich sag ja, ich war gnadenlos overpowered. Doch der Kampf war noch nicht vorbei: bin ich bislang bloß irgendwelchen Jenova-Illusionen von Sephiroth nachgelaufen und gegenüber gestanden, so hatte ich nun den echten Sephiroth in einer Art Kokon-Form vor mir - die letzten 5 Jahren hatte er ja in diesem Kokon-Kristall verbracht und Energie absorbiert. Auch diese Form war schnell, wenn auch nicht zu schnell, Geschichte doch dann kam "the real thing": Sephiroth hatte seinen Kokon-Status verlassen und offensichtlich genug Energie absorbiert, um eine Art göttliche Form seiner selbst zu erreichen. Im Hintergrund lief das absolut geniale "One-Winged Angel"-Theme und auch der Kampf selbst war gar nicht unspannend, da Sephiroth eine Attacke besaß, die meinem gesamten Team bloß wenige KP übrig ließ und nur ein kleiner kleiner Nachsetzter danach reichte, um meine Party-Mitglieder auszuradieren. Am Ende ging ich allerdings doch als klarer und überlegener Sieger aus dem Ring. Doch noch immer war die Sache nicht vorbei - wobei, der nächste Kampf wohl nicht zu verlieren ist und bloß aus atmosphärischen Gründen inszeniert wurde. Sephiroth griff den Hauptcharakter Cloud ein letztes Mal mental über den sie umgebenden Lebensstrom an, doch mit einer ultimativen Attacke wurde der Angriff abgewehrt und Sephiroth war ein für alle Mal Geschichte!
Doch wie würde das Schicksal des Planeten nun aussehen? Noch immer raste der beschworene Meteorit auf die Erde zu, doch nun, da Sephiroth nicht mehr war und er somit nicht mehr die weiße Holy-Magie blocken konnte, gab es nun die Hoffnung, dass "Holy", was Aeris ja einst als Gebet beschworen hatte, den Meteoriten aufhalten würde. Und tatsächlich formte sich die Holy-Energie wie ein Schild am Meteoriten und man spürte, wie sehr die beiden Kräfte gegeneinander ankämpften, wobei dabei fast die gesamte Stadt Midgar wie ein Kartenhäuschen auseinander gerissen wurde. Doch scheinbar reichte Holy nicht aus, jedenfalls schien der Meteorit zu siegen und die Protagonisten schienen schon ein Häkchen hinter ihr Leben gemacht zu haben. Doch wie aus dem Nichts brachen daraufhin Teile des Lebensstroms aus dem Planeten, glitten in großen Massen zielstrebig zum Meteoriten und formten damit eine mächtige Barriere.
BUMS- ENDE
Es lief der Abspann!
Jedoch gab es danach noch eine kleine Sequenz zu bestaunen, die mit den spannenden Worten: "500 Jahre später" eingeläutet wurde. Zu sehen war mein Party-Mitglied Red (also die Kreatur dessen Rasse wohl so lange leben kann), der mit seinen Sprößlingen umherzog, einen Hang hinaufkletterte und zuletzt in einer wunderschönen Totalen, ein völlig überwuchertes Midgar enthüllte. Von Menschen keine Spur, dafür jede Menge prächtiger Vegetation und Tiere. Dann wurde die Szene ausgeblendet - nur noch ein letztes Kichern von Kinderstimmen tönte aus meinen Boxen und dann war wirklich Schluss.
Zum Schluss also ein kurzer Diskussionsmonolg zum Ende:
Es sollte klassischerweise ein offenes Ende darstellen, wo ungeklärt bleibt, ob die Menschen ausgestorben waren, am Ende doch noch vom Meteoriten ausgelöscht wurden oder schlichtweg nicht mehr auf Mako-Energie setzten, sodass die Midgar auch nicht mehr aufbauten und es überwuchern ließen - wie in der Schlußtotalen eben gesehen.
Alle drei Optionen hätte man 1997 gelten lassen können - doch heute schreiben wir das Jahr 2012. Square-Enix hatte längst begriffen, was für ein Phänomen sie mit dem Spiel geschaffen hatten und brachten die Final Fantasy VII Compilation auf den Markt, welche zwar hauptsächlich Prequels beinhaltete, aber wozu auch der Film "Advent Children" gehörte, welcher 2 Jahre nach der Handlung von FF VII ansetzt. Wir wissen also, dass Holy oder der Lebensstrom - oder die Kombination aus beiden -(auch hierüber wird gestritten, ebenso wie darüber, ob eine kurze Einbledung von Aeris' Gesicht in dieser Sequenz, bedeute dass das Bewusstsein der toten Aeris gezielt und aktiv den Lebensstrom lenkte oder ob es bloß ein künstlicherischer Tribut sein sollte), doch noch gewirkt hatte und den Meteoriten tatsächlich davon abhalten konnte, auf den Planeten zu stürzen.
Mehr ist aber auch heute nicht bekannt. Man kann das Ende durchaus so interpretieren, dass trotz des überwundenen Meteoriten, die Menschen trotzdem nach 500 Jahren ausstarben - warum auch immer, vielleicht weil sie die selben Fehler begannen, wie sonst auch. Auf der anderen Seite kann man das Kindergelächter am Ende aber eben auch so deuten, dass die Menschen wohl immer noch auf der Erde wandeln, bloß dass sie eben Midgar aufgegeben hatten und nun ein Leben führten, welches weitaus näher mit dem Planeten verbunden war - die üppige Vegetation und das aktive Tierreich sind dafür jedenfalls Indikatoren.
Ich persönlich entscheide mich, als Optimist, wohl für die zweite Variante, aber es bleibt, wie gesagt, ein eher offenes Ende, auch wenn befriedigenderweise die Handlung des Spiels als solche abgeschlossen wurde.
So, das war's dann auch schon. Nach 52 Stunden Spielzeit habe ich den Ausknopf gedrückt und werde auch erstmal nicht wieder spielerisch ins Final Fantasy VII-Universum eintauchen, da ich eher Interesse an der Story als an den noch paar wenigen Sidequests hatte. Bin aber sehr glücklich und freue mich bald (weiß noch nicht genau, wann) im "Zuletzt durchgezockt"-Thread die Story Revue passieren lassen und einfach ein persönliches Fazit zu ziehen

Over und Out.