Die bösen "Killerspiele"

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Piper
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Piper »

Odango hat geschrieben:Lösungen gibts also keine, es sei denn es wird den Verkäufern tatsächlich gestattet Spiele einfach nicht rauszurücken wenn sie eindeutig wissen, in welche Hände es gerät, wo es nicht hingehört. Egal ob großer Bruder oder Eltern. Nur bringen wird das auch nix, spätestens nen Tag später hat man das Gesicht desjenigen der das Spiel für wen anderen kaufen wollte vergessen und er bekommts trotzdem.
Stichwort dazu: Vertragsfreiheit und Privatautonomie. So mit das erste, was wir im Zivilrecht gelernt haben ist, dass es grundsätzlich jedermann frei steht, Verträge zu schließen oder darauf zu verzichten (gibt allerdings ein paar Ausnahmen, worunter ich das Kaufen von Videospielen eher nicht zählen würde).
Wenn du zum Bäcker gehst, muss der dir nicht das Brot verkaufen. Das ist seine persönliche Entscheidung. Natürlich macht er es meistens, denn er möchte ja schließlich Geld verdienen. Siehst du aber so aus, als wenn du gar nicht genug Geld dabei hättest oder er einen anderen guten Grund hätte mit dir keine Verträge zu schließen, dann wird er dir das Brot auch nicht verkaufen.
Deshalb wäre dir, meiner Auffassung nach, gestattet, die Spiele an die Eltern nicht zu verkaufen. Allerdings solltest du das wohl vorher mit deinem Chef abklären. Dem ist es vielleicht wichtiger, dass Geld in die Kasse kommt und könnte daher nicht so begeistert davon sein ;) - wenn dem nicht so ist, umso besser. :)
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Ra's al Ghul
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Das Problem ist halt sicherlich, dass viele Eltern das Spiel für ihr Kind nicht nur kaufen (damit sie still sind), sondern beim Spielen die Kinder quasi auch komplett ignorieren. Gut, GTA gehört vielleicht in keinem Fall in Kinderhände. Aber es gibt ja auch "semi-brutale" Spiele, die eventuell okay wären, wenn Mami oder Daddy mitspielen und über die Geschehnisse reden würde.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von SeniorDingDong »

Ra's al Ghul hat geschrieben:Das Problem ist halt sicherlich, dass viele Eltern das Spiel für ihr Kind nicht nur kaufen (damit sie still sind), sondern beim Spielen die Kinder quasi auch komplett ignorieren. Gut, GTA gehört vielleicht in keinem Fall in Kinderhände. Aber es gibt ja auch "semi-brutale" Spiele, die eventuell okay wären, wenn Mami oder Daddy mitspielen und über die Geschehnisse reden würde.
Klein Kevin-Alexander macht so lange Terror bis er sein GTA bekommt. Zur Not kauft es die verpeilt gutmütige Oma.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

SeniorDingDong hat geschrieben:
Ra's al Ghul hat geschrieben:Das Problem ist halt sicherlich, dass viele Eltern das Spiel für ihr Kind nicht nur kaufen (damit sie still sind), sondern beim Spielen die Kinder quasi auch komplett ignorieren. Gut, GTA gehört vielleicht in keinem Fall in Kinderhände. Aber es gibt ja auch "semi-brutale" Spiele, die eventuell okay wären, wenn Mami oder Daddy mitspielen und über die Geschehnisse reden würde.
Klein Kevin-Alexander macht so lange Terror bis er sein GTA bekommt. Zur Not kauft es die verpeilt gutmütige Oma.
Nur weil klein Kevin-Alexander Terror macht, muss man ihm nicht gleich all seine Wünsche erfüllen. Klar, es ist normal, dass Kinder sich relativ deutlich für etwas einsetzen, das sie wollen. Ich denke, dass war auch bei jedem von uns so. Nun, ich habe keine Kinder und stelle es mir schwer vor, zu seinem Kind "nein" zu sagen - auch auf die Gefahr hin im Laden gleich wegen Geschrei von allen komisch angeguckt zu werden (in unserer Gesellschaft gibt's ne grundsätzlich falsche Einstellung imo). Aber dann kaufe ich meinem Kind halt nicht GTA, sondern vielleicht Mario. Vor allem aber müsste ich mit meinem Kind vielleicht über Spiele reden. Und dazu braucht man halt Kompetenz.

Und die dann vor allem in der Breite. Was bringt's, wenn alle anderen Mütter / Väter ihren Kindern solche Spiele kaufen. Dann habe ich als Vater einen verdammt schweren Stand. Aber eigentlich kann's ja nicht sein, dass die Mehrheit der Eltern derart verantwortlungslos ist.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Player »

SeniorDingDong hat geschrieben:Kevin-Alexander
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Ich lieg am Boden, ernsthaft :lol:
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Odango
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Odango »

Piper hat geschrieben:
Odango hat geschrieben:Lösungen gibts also keine, es sei denn es wird den Verkäufern tatsächlich gestattet Spiele einfach nicht rauszurücken wenn sie eindeutig wissen, in welche Hände es gerät, wo es nicht hingehört. Egal ob großer Bruder oder Eltern. Nur bringen wird das auch nix, spätestens nen Tag später hat man das Gesicht desjenigen der das Spiel für wen anderen kaufen wollte vergessen und er bekommts trotzdem.
Stichwort dazu: Vertragsfreiheit und Privatautonomie. So mit das erste, was wir im Zivilrecht gelernt haben ist, dass es grundsätzlich jedermann frei steht, Verträge zu schließen oder darauf zu verzichten (gibt allerdings ein paar Ausnahmen, worunter ich das Kaufen von Videospielen eher nicht zählen würde).
Wenn du zum Bäcker gehst, muss der dir nicht das Brot verkaufen. Das ist seine persönliche Entscheidung. Natürlich macht er es meistens, denn er möchte ja schließlich Geld verdienen. Siehst du aber so aus, als wenn du gar nicht genug Geld dabei hättest oder er einen anderen guten Grund hätte mit dir keine Verträge zu schließen, dann wird er dir das Brot auch nicht verkaufen.
Deshalb wäre dir, meiner Auffassung nach, gestattet, die Spiele an die Eltern nicht zu verkaufen. Allerdings solltest du das wohl vorher mit deinem Chef abklären. Dem ist es vielleicht wichtiger, dass Geld in die Kasse kommt und könnte daher nicht so begeistert davon sein ;) - wenn dem nicht so ist, umso besser. :)

Mein Cheffe würde das begrüßen. Unsre Filiale ist auch eine der einzigen, die keine Konsolen von Minderjährigen ankauft. Wenn das wirklich stimmt, wärs natürlich cool. Aber die Kunden würdens nicht verstehen.

@P.E: Ich hab ihr erklärt, dass ich halt nun weiß dass das SPiel für ihren Jungen ist (10-12 Jahre) und ichs ihr deshalb nicht verkaufe. Hat sie verstanden und ist gegangen (und kam n Tag später ohne Kind wieder, ich kannte ihr Gesicht zwar noch aber konnts nich in Verbindung bringen und habs ihr verkauft -.-)
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Wenn du es ihr nicht verkauft hättest, hätte es ihr jemand anderes verkauft. Da wo GameStops sind, sind normal auch Alternativen. In Stuttgart haste im Umkreis von einem Kilometer mindestens einen Saturn, einen Media Markt und ein Kaufhaus, welches ebenfalls Videospiele führt.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von SeniorDingDong »

Ra's al Ghul hat geschrieben:[...]Aber eigentlich kann's ja nicht sein, dass die Mehrheit der Eltern derart verantwortlungslos ist.
Vieleicht doch :mrgreen: ?

Ich muss dabei immer an das denken was ich mal in einem Real gesehen habe, wo eine Mutter mit ihre kleinen Tochter (8 Jahre vieleicht) unterwegs war. Als sie bereits zur Nähe der DS-Spiele kamen, fing die Kleine an sich wie selbstverständlich von der Mutter mit Einkaufswagen zu lösen und tänzelde zielsicher Richtung Nintendogs & co. Die Mutter rief dann sowas hinter her wie "Nein, (noch ernergisch) du kriegst jetzt n.. (dann gab sie die Erziehung auf) aber kein Teures !" :ugly:

Kann also gut sein, dass auch mit all den verzogen Arschkindern wie Kevin-Alexander-etc passiert. :P
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von P.E% »

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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

War vorhin im Media Markt und hab' einen Horror-Klassiker mitgenommen. Trotz meiner 21 Jahre und um die 353 Tage wurde ich nach dem Ausweis gefragt. Und auf den Kassenzettel wurde dann "FSK / USK Alter geprüft" gestempelt! Was das bringen soll, weiß ich zwar nicht, aber interessant war's alle mal.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Odango »

Ich könnte mir folgendes vorstellen: Kind latscht mit Eltern in Media Markt, will Spiel ab 18. Eltern kaufens. Kind spielts Spiel an, gefällt nicht /ist doch zu krass. Spiel lässt sich aber eigentlich nicht zurückgeben, also läuft Mama zum Media Markt und beschwert sich, dass ihrem Minderjährigen ein Spiel ab 18 verkauft wurde, also müssen sies zurücknehmen?
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Mr. Wood »

Meine Überlegungen würden in Richtung einer möglichst weitgehenden Deregulierung des ganzen sogenannten Jugendschutzes gehen. Es soll meinetwegen ruhig weiter abgestufte freiwillige Altersempfehlungen geben, an verbindlichen Freigaben reichen dann wohl "Jugendfreigabe" oder "keine Jugendfreigabe". Den Index würde ich mir ebenfalls sparen, allenfalls vereinzelte Ausnahmen im Sinne einer Beschlagnahme wirklich abartiger Medienprodukte könnte man diskutieren. Dieses System müsste dann allerdings auch gesamtgesellschaftlich eingehalten werden. Es müssten sich also alle Erwachsenen ihrer Verantwortung bewusst sein und dieser auch durch entsprechendes Handeln gerecht werden. Das wäre dann wahrscheinlich auch der Knackpunkt, da es immer irgendwelche Spinner gibt, die entsprechende Medien zugänglich machen, und die alternativen Beschaffungswege neben dem Kauf bieten auch unzählige Möglichkeiten. Ein wichtiger Grundstein der ganzen Veranstaltung wären ohnehin medienkompetente Eltern, die auch mal das eine oder andere Spiel zocken, filmtechnisch fit sind und so weiter.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von 3r1c »

Mr. Wood hat geschrieben:...wirklich abartiger Medienprodukte...
Hier liegt das Problem: Definiere "abartig". Da gibt es keinen gesamtgesellschaftlichen Konsens. Was am Beispiel der bekannten Flughafenszene dem einen nur ein müdes Lächeln und ein "schlecht gemacht" entlockt, schockiert den anderen zutiefst. Andere halten es generell für "abartig" Spiele zu spielen, bei der er um die Eliminierung von Gegnern mit Waffengewalt geht (aber gehen dann in den Schützenverein, das ist ja Sport :!: ). Ich glaube da wird man auch nie zu einer einheitlichen Formulierung kommen. Ich stimme dir aber ansonsten weitestgehend zu. Das war die Sache mit dem Erziehungsverpflichteten (und nicht -berechtigten), die ich angesprochen hatte, der erste Schritt ist den Menschen mal wieder Eigenverantwortung zu vermitteln.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Azazel2k »

Also in unserem MM geht nun nix mehr mit FSK 18 ohne Ausweis.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Mr. Wood »

3r1c hat geschrieben:Hier liegt das Problem: Definiere "abartig". Da gibt es keinen gesamtgesellschaftlichen Konsens.
Die Konkretisierung dürfte hier tatsächlich ein Problem sein. Gedacht habe ich mir das so, dass es eine höchst seltene Ausnahme sein sollte, Medienprodukte wirklich komplett aus dem Verkehr zu ziehen. Gesamgesellschaftlich können sich natürlich dennoch Wertvorstellungen ergeben, was mögliche Grenzen dessen angeht, was man in entsprechenden Produkten noch akzeptiert. Um einen Konsens zu erreichen, würden dann alle Seiten Zugeständnisse machen müssen. Maximal ungeschnittene, grenzenlose Unterhaltung wäre also auch hier nicht unbedingt der reale Endpunkt.
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Ra's al Ghul
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Im Zuge des morgigen Jahrestags von Winnenden gibt's in der Presse mal wieder eine Menge Stuss zu lesen:
Badische Zeitung hat geschrieben: [...]
Weil der Amokläufer nachweislich regelmäßig gewaltverherrlichende Killerspiele gespielt hat, wurde die Forderung nach einem Verbot laut.
[...]

Quelle
Der regelmäßige Konsum von gewaltverherrlichenden Killerspielen des Täters ist also bewiesen? Dafür hätte ich zu gerne Quellen...
SWR-Fernsehautor Stefan Maier im Interview hat geschrieben: [...]
SWR.de: Auch die Forderung nach einem Verbot so genannter Killerspiele am Computer war umstritten. Wieder einmal folgte eine Debatte darüber, ob solche Spiele und Gewalttaten in einem direkten Zusammenhang stehen. Was steht, ein Jahr nach der Tat, als Ergebnis der Debatte?

Es ist sicher richtig, dass der Großteil derer, die solche Spiele spielen, nie auf den Gedanken kommen, so etwas in die Realität umzusetzen. Aber es gibt auch klare Ergebnisse der Hirnforschung, die besagen, dass bei manchen Jugendlichen, die eine Affinität zu Gewaltspielen haben, durch das Spielen Hemmschwellen abgebaut werden. So können diese Spiele mit dazu beitragen, dass eine Tat letztendlich geschieht. Vor diesem Hintergrund, denke ich, muss man Jugendlichen den Zugang zu solchen Spielen deutlich erschweren.
[...]

Quelle
Und zum Schluss der Kracher...
Zeit-Fragen hat geschrieben: [...]
Killerspiele verstossen gegen die Würde des Menschen und gehören verboten
[...]

Quelle
#####################################################################################################

Aber nun zu dem, was mich richtig anpisst:
Focus hat geschrieben: Hass-Briefe an Winnenden-Opfer
[...]
Ihren Höhepunkt erreichten die Anfeindungen Mitte Oktober, als einige Familien in Stuttgart zur „Verschrottung“ von gewaltverherrlichenden Computerspielen aufgerufen hatten. In dieser Zeit gingen auf der Internetseite des Bündnisses mehr als 500 diffamierende und mitunter in Fäkalsprache abgefasste E-Mails ein. Die Autoren nennen sich „Knochenkotzer77“, „darkheart74“, „neo.spike“ oder, ganz profan, „LindemannOtto1“. Herabwürdigungen wie „Ihr seid das Letzte“ und „Wie kann man nur so arm sein, aus einer Tragödie zu versuchen, persönlichen/politischen Nutzen zu ziehen?“ gehören zu den harmloseren Beiträgen. Manche bezeichnen die Opfer-Familien als „hirnlose Schwachköpfe“, andere bedauern, „dass solche Bündnisse, die sich auf Lügen gründen, überhaupt existent sind.“ Ein Schreiber droht: „Ihr beschissenen Inzestkinder: Nehmt mir nicht mein Hobby weg!“
[...]

Quelle
Einige haben wohl nie gelernt, wie man sich ausdrückt.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von phaseshifter »

Zur Zeit gehts ja echt mal wieder ab an der Killerspielfront. 1 Jahr Winnenden und die Journaille hat wie imnmer nichts dazu gelernt.
“Die Killerspiel-Lobby
An diesem Donnerstag jährt sich der Amoklauf von Winnenden. Am 11. März 2009 erschoss der 17-jährige Tim K., ein Waffennarr, insgesamt 15 Menschen. Tim war auch ein Fan von interaktiven gewaltlastigen Computerspielen. Dennoch war der erste Reflex nach der Tat: Bloß kein Verbot dieser Spiele!

Mit einer Vehemenz, die an Heroin-Junkies erinnert, denen gerade die Spritze entzweigebrochen ist, während das Dope über der Kerze brodelt, wurde zum immergleichen Counterstrike ausgeholt: Sind doch bloß Spiele, macht doch jeder, Verbote bringen nichts, Zusammenhang mit erhöhter Gewaltneigung ist nicht einwandfrei nachgewiesen.

Die aggressive Leidenschaft der Killerspiel-Gemeinde überrascht nicht. Denn diese Gemeinde ist groß, gut organisiert und als Lobby fast ebenso stark wie die Pharmaindustrie, die Automobilbranche oder der so genannte militärisch-industrielle Komplex. Seit dem Erfolg der Piratenpartei schließlich und der erfolgreichen Kampagne gegen “Zensursula” von der Leyens Kinderschänder-Webseiten-Sperrungs-Initiative ist klar: Die Politik hat vor dieser Macht kapituliert. Keine geistig-politische Wende wird daran etwas ändern…. “
Quelle:http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3756

Da fehlen einem glatt die Worte.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von the new nightmare »

Wow, wenn wir tatsächlich so viel Macht wie Pharmaunternehmen haben schlage ich vor, Herrn Westerwelle mal einige Euros zuzustecken :sack:
Die Chance den Jackpott im Lotto zu gewinnen liegt bei 1:140000000 und Millionen Leute sagen sich "hey, es könnte ja mich treffen".
Die Chance durch das Rauchen Lungenkrebs zu bekommen liegt bei 1:1000 und Millionen Leute sagen sich "hey, warum sollte es ausgerechnet mich treffen".
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Der Artikel ist ja mal mega krass. Alter Schwede... sowas muss man erstmal schreiben! :shock:
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Cyber Zéro »

"Die Jugend muss man vor so etwas schützen, und das geht nicht, indem man bunte Märkchen auf Packungen klebt und sagt: Jugendfreigabe ab 18."
Das geht allerdings auch nicht, indem man alles, was ein solches Märkchen besitzt, restlos vom Markt verschwinden lässt. Am besten verbieten wir auch Nikotin und Alkohol, um unsere Jugend zu stützen. Mehr als "Märkchen" findet man auf diesen Produkten auch nicht. :roll:

Was ich wirklich schade finde, ist die oftmal einseitige Diskussion. Entweder es sind die Killerspiel-Gegner oder -"Befürworter", die lautstark ihre starren Meinungen vertreten. Dass zu einer Medaille stets zwei Seiten gehören, blenden die meisten aus.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von 3r1c »

Ra's al Ghul hat geschrieben:
Focus hat geschrieben: Hass-Briefe an Winnenden-Opfer
[...]
Ihren Höhepunkt erreichten die Anfeindungen Mitte Oktober, als einige Familien in Stuttgart zur „Verschrottung“ von gewaltverherrlichenden Computerspielen aufgerufen hatten. In dieser Zeit gingen auf der Internetseite des Bündnisses mehr als 500 diffamierende und mitunter in Fäkalsprache abgefasste E-Mails ein. Die Autoren nennen sich „Knochenkotzer77“, „darkheart74“, „neo.spike“ oder, ganz profan, „LindemannOtto1“. Herabwürdigungen wie „Ihr seid das Letzte“ und „Wie kann man nur so arm sein, aus einer Tragödie zu versuchen, persönlichen/politischen Nutzen zu ziehen?“ gehören zu den harmloseren Beiträgen. Manche bezeichnen die Opfer-Familien als „hirnlose Schwachköpfe“, andere bedauern, „dass solche Bündnisse, die sich auf Lügen gründen, überhaupt existent sind.“ Ein Schreiber droht: „Ihr beschissenen Inzestkinder: Nehmt mir nicht mein Hobby weg!“
[...]

Quelle
Einige haben wohl nie gelernt, wie man sich ausdrückt.
Von den offensichtlichen Beleidigungen mal abgesehen muss ich den Aussagen aber zustimmen. Es tut mir ja wirklich Leid für die Opfer, und es war eine schreckliche Tat, aber was dieses dämliche Bündnis in diesem einen Jahr seit dem Amoklauf schon alles für Müll fabriziert und verlautet hat, ist echt unter aller Kanone. Das ist in meinen Augen keine Erlebnisbewältigung mehr, das ist Trauerterror. Ich kann nicht nachvollziehen was in diesen Menschen vor sich geht, aber selbst so ein grausames Erlebnis ist keine Entschuldigung, den Verstand abzuschalten, speziell nicht wenn man politische Forderungen stellt.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

3r1c hat geschrieben:
Ra's al Ghul hat geschrieben:
Focus hat geschrieben: Hass-Briefe an Winnenden-Opfer
[...]
Ihren Höhepunkt erreichten die Anfeindungen Mitte Oktober, als einige Familien in Stuttgart zur „Verschrottung“ von gewaltverherrlichenden Computerspielen aufgerufen hatten. In dieser Zeit gingen auf der Internetseite des Bündnisses mehr als 500 diffamierende und mitunter in Fäkalsprache abgefasste E-Mails ein. Die Autoren nennen sich „Knochenkotzer77“, „darkheart74“, „neo.spike“ oder, ganz profan, „LindemannOtto1“. Herabwürdigungen wie „Ihr seid das Letzte“ und „Wie kann man nur so arm sein, aus einer Tragödie zu versuchen, persönlichen/politischen Nutzen zu ziehen?“ gehören zu den harmloseren Beiträgen. Manche bezeichnen die Opfer-Familien als „hirnlose Schwachköpfe“, andere bedauern, „dass solche Bündnisse, die sich auf Lügen gründen, überhaupt existent sind.“ Ein Schreiber droht: „Ihr beschissenen Inzestkinder: Nehmt mir nicht mein Hobby weg!“
[...]

Quelle
Einige haben wohl nie gelernt, wie man sich ausdrückt.
Von den offensichtlichen Beleidigungen mal abgesehen muss ich den Aussagen aber zustimmen. Es tut mir ja wirklich Leid für die Opfer, und es war eine schreckliche Tat, aber was dieses dämliche Bündnis in diesem einen Jahr seit dem Amoklauf schon alles für Müll fabriziert und verlautet hat, ist echt unter aller Kanone. Das ist in meinen Augen keine Erlebnisbewältigung mehr, das ist Trauerterror. Ich kann nicht nachvollziehen was in diesen Menschen vor sich geht, aber selbst so ein grausames Erlebnis ist keine Entschuldigung, den Verstand abzuschalten, speziell nicht wenn man politische Forderungen stellt.
Kritik ist vollkommen okay, allerdings sollte man immer auf den Ton achten. Vergreift man sich hier, ist das alles andere als zielführend, da da Abwehrreaktion des Gegenübers umso größer ausfällt. Letztlich fühlt sich das Aktionsbündnis durch solche Mails doch nur bestätigt, was vollkommen kontraproduktiv ist.
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von Ra's al Ghul »

Manche Redaktionen haben wohl dazu gelernt. Eben berichtete das heute journal über Winnenden und auch die Maßnahmen, die man danach ergreifen wollte. Anstatt das Verbot von "Killerspielen" zu nennen, ging man aber u.a. auf das Waffenrecht ein. Zum Schluss gab's noch einen Verweis auf die Website und da ist das "Vebot von Gewaltspielen" (das Wörtchen "Killerspiel" wird hier nicht verwendet) nur ein Menüpunkt von sieben. Und es steht geschrieben:
Als Reaktion auf den Amoklauf sprechen sich die Innen-minister der 16 Bundesländer im Juni 2009 für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen [Anm.: Die Bezeichnung Killerspiel wird hier wohl nur verwendet, da es sich hierbei quasi, um die offizielle Bezeichnung in der Politik handelt] aus. Die Innenminister wollen das Verbot wegen der Gefahr eines möglichen neuen Amoklaufs „so schnell wie möglich umsetzen“.

Das virtuelle Ballern aber ist bis heute nicht verboten. Denn ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den Gewaltspielen und aggressivem Sozialverhalten gibt, ist umstritten. Die Debatte wird aber weiter emotional geführt. So sagte Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) jüngst: „Killerspiele halte ich für abartig und gefährlich. Da sollten wir mit einem Verbot Ernst machen.“ Dafür ist auch die SPD. Grüne und FDP stehen den Plänen skeptisch gegenüber.

Eltern von Winnenden-Opfern haben die „Stiftung gegen Gewalt“ gegründet. Sie wollen Gewaltspiele durch den Einsatz von spezieller Filtersoftware auf Computern stoppen. Über den Einsatz solcher Jugendschutz-programme wollen die Ministerpräsidenten Ende März in Berlin beraten.
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/7/0 ... 03,00.html

Gut gemacht, heute journal! Vor nicht allzulanger Zeit gab's mal einen Bericht, der ein ganz anderes "Gschmäckle" hatte, wie man im Schwabenland sagen würde :kruemel:
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Re: Die bösen "Killerspiele"

Beitrag von phaseshifter »

Bin da neulich auf eine Webseite gestossen :http://elternimnetz.heliohost.org/
Ich weiß nicht ob das schlechter Witz sein soll oder ob das wirklich ernst gemeint ist.
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