Die wenigsten werden wohl wissen, dass erstens Miyamoto ein Verfechter des First- Person- Genres ist und zweitens
Zelda - Ocarina of Time mal ursprünglich ein EgoShooter war.
Das allerdings geht bereits aus einem uralten Interview hervor, welches mit Tezuka und Miyamoto geführt worden ist. Dort heißt es: "Am Anfang des Entwicklungsprozesses dachten wir über verschiedene Annäherungsmöglichkeiten nach. Eine Möglichkeit war ein ähnliches System, wie es in GoldenEye genutzt wurde. Es war mehr ein 3D- Shooter- System."
Diese alten Informationen wurden nun in einem neuen "Iwata fragt..."- Interview bezüglich Link's Crossbow Training neu aufgelegt. Dort sagt Miyamoto, dass er schon immer First Person Shooter gemocht habe und sich deswegen auch stark am Entwicklungsprozess von Rares GoldenEye für das Nintendo 64 beteiligt habe. Er bestätigt weiterhin, dass Ocarina of Time einige Zeit lang als EgoShooter geplant gewesen sei. Man habe diese Art der Darstellung dann auch vornehmlich nur gestrichen, weil Miyamoto die Idee hatte Link einmal als Kind, einmal als Erwachsenen darzustellen im Laufe der Geschichte. Dies hätte man ohne visuelle Darstellung von Link auf dem Screen schlicht nicht sonderlich gut umsetzen können.
In Bezug auf Link's Crossbow Training habe man im Vorfeld einige Überlegungen angestellt, ob es möglich sei zunächst die Welten aus Twilight Princess 'wiederzuverwerten' und vor allem ob das EgoShooter- Prinzip in Übertragung auf die Zelda- Serie (noch) möglich sei. Dazu habe man einige Hardcore- Zeldafans bei Nintendo of America gefragt und jeder war begeistert und merkte kritisch an, dass es etwa kein "Zelda" mehr sei.
Wer mehr über den Entwicklungsprozess von Link's Crossbow Training erfahren möchte, kann dies HIER tun (leider nur englisch bislang).
Ok, ok, ich lehne mich sehr weit, wohl zu weit aus dem Fenster. Aber wenn Miyamotos Statement von damals ("Twilight Princess wird das letzte traditionelle Zelda") noch gültig ist und nicht angesichts des Erfolges von TP wieder verworfen worden ist, dann könnte das nächste "große" Zelda tatsächlich komplett aus der Ego- Perspektive gespielt werden.
Dabei muss das Genre gar nicht so geändert werden. Ich denke nicht, dass Zelda dann zu einem zweiten GoldenEye avanciert, aber es wäre so eine noch rätsel-lastigere Version von Metroid Prime möglich.
Andererseits wäre es auch denkbar, dass Miyamotos damalige EgoShooter- Ideen bereits in Metroid Prime eingeflossen sind. Immerhin war es damals auch der erste Shooter seiner Art. Auch das wohl kommende neue Kid Icarus könnte diesen Einschlag verfolgen. Dann würde sich allerdings die Frage nach dem Sinn eines Ego- Zeldas stellen, bei derartiger Konkurrenz aus demselben Hause.
Trotzdem... vorstellbar wärs allemal. Ich fänds zumindest interessant, weil es auf der Ebene der Interaktion nichts besseres gäbe.












