Nintendo GameCube NINTENDO GAMECUBE - Burnout - Lesereinschätzung

  Geschrieben von Stefan Müller

Mussten sich die Besitzer des N64 damals ein wenig gedulden bis die Rennspielwelle auch auf ihrer Konsole ins rollen kam, werden frische Gamecubebesitzer direkt zum Start ihrer neuen Konsole mit den verschiedensten Vertretern des Rennspielgenre bedient. Einer der besseren Titel ist zweifelsohne Burnout, der entwickelt von den Criterion Games über Acclaim bei uns erscheint.

Wer hinter dem Titel ein Simulationslastiges Spiel erwartet ist hier falsch, denn mit Burnout landet ein Spiel in eurem Laufwerk das Acardelastiger nicht sein könnte. Ob ihr jetzt mit 250km/h auf der Autobahn durch den Gegenverkehr heizt, euch durch tiefe Straßenschluchten und enge Seitenstraßen drängelt, einen Ausflug ins grüne macht, oder frontal auf einen Linienbus knallt weil ihr wissen wolltet wer der stärkere ist. All diese Situationen werdet ihr bei einer Runde Burnout sicher nicht nur einmal erleben. Denn wie ihr euch jetzt sicher schon denken könnt fahrt ihr eure Rennen nicht wie normalerweise üblich auf speziell dafür vorgesehene Strecken sondern auf ganz normalen Straßen, quer durch Europa und die USA, mit dem alltäglichen Straßenverkehr.

Schaltet ihr euren Gamecube ein erwartet euch als allererstes ein Ladebildschirm der sich nach dem ersten Schreck ;-) zum Glück fast genau so schnell wieder verzieht wie er erschienen ist. Danach werdet ihr gefragt ob ihr das Spiel im 60Hz Modus starten wollt, der 50Hz Modus des Spiels kommt zwar ohne Pal-Balken und merklichen Geschwindigkeitsverlust aus, allerdings solltet ihr wenn ihr die Möglichkeit habt, euch trotzdem für 60Hz entscheiden da hier das Spiel einen Tick flüssiger läuft. Habt ihr eure Wahl getroffen geht’s direkt zum Titelbildschirm da die Entwickler komplett auf ein Stimmungsvolles Intro verzichtet haben. Im, komplett in Deutsch gehaltenen, Hauptmenü habt ihr 7 Punkte zur Auswahl, neben den normalen Modi wie, Meisterschaft, Einzelrennen, Kopf an Kopf und Zeitfahren gibt es auch den Punkt „Spezial“ in dem ihr verschiedene Modi auswählen könnt, die ihr allerdings ersteinmal freispielen müsst. Von Anfang an könnt ihr hier die Credits, Jukebox und die Crash-Wiederholung anwählen, falls ihr schon ein paar Crashs gespeichert habt. Die letzten beiden Punkte im Hauptmenü teilen sich auf die Highscoreübersicht und die Optionen auf. In den Optionen könnt ihr eure Steuerung festlegen, die Soundeinstellung bearbeiten, entscheiden ob ihr die Ansicht lieber in 16:9 oder 4:3 genießen wollt, oder einfach falls ihr es noch nicht gemacht habt einen Spielstand laden bzw. Speichern, was in der Regel nicht nötig ist da nach jedem Rennen automatisch gespeichert wird. Jetzt aber genug von den Menüs und rein ins geschehen. Habt ihr die Meisterschaft gewählt dürft ihr euch eins von 5 Fahrzeugen aussuchen, 4 weitere könnt ihr im späteren Verlauf des Spiels freispielen, also insgesamt 9 Fahrzeuge. Obwohl die Wagen keine offizielle Lizenz haben, kann man ihnen sehr wohl ansehen wer ihre „großen Brüder“ im echten Leben sind. Wer trotz Acarde-Gameplay einen Hauch von Simulation sucht kann natürlich auch entscheiden ob man mit Manueller oder wie Standardmäßig vorgegeben Automatikschaltung fahren will. Die Meisterschaft bietet insgesamt 6 Cups davon 4 mit jeweils 3 Rennen und 2 Marathon Cups mit jeweils einer Strecke, macht insgesamt 14 Strecken, hat man alle Cups gemeistert kann man im Einzelrennen die 2 Marathon Strecken auch noch Rückwärts fahren, die zähle ich jetzt aber mal nicht als neue Strecken dazu. Sind Auto und Cup gewählt gibt es noch mal eine „angenehm“ kurze Ladezeit und dann geht’s auch schon los. Während der Ladezeit bekommt ihr eingeblendet welchen Position ihr erreichen müsst um das nächste Rennen zu erreichen. Solltet ihr die Rennen nicht beim ersten mal schaffen macht das nichts denn ihr habt pro Cup 3 Versuche, reichen euch diese Versuche nicht müsst ihr leider noch mal von vorne anfangen.

Ihr tretet im Rennen gegen 3 Computergesteuerte Fahrer an die vor euch genauso wenig Respekt haben wie ihr ihn vor dehnen haben solltet, denn meistens ist es sinnvoller euren Gegner in den Gegenverkehr oder ein anderes Auto zu drängen anstatt selber auszuweichen, das kostet nämlich nur Geschwindigkeit und die Chance das ihr durch euer Ausweichmanöver selber in ein anderes Auto fahrt steigt gewaltig. Passiert es euch trotzdem mal das ihr euren Wagen zusammen mit ein paar anderen zerbombt wird das in einer spektakulären Wiederholung schön in Szene gesetzt. Da die Straßen wo die Rennen stattfinden stark befahren sind kann es auch gut und gerne passieren das direkt mehrere Autos in einen Unfall verwickelt werden. Zu jedem Crash bekommt ihr am unteren Bildschirmrand angezeigt wie groß der entstandene Gesamtschaden ist. Die teuersten und Spektakulärsten Crashs könnt ihr nach jedem Rennen noch mal ansehen und abspeichern, um sie euch jederzeit wieder, im weiter oben schon erwähnten Crash-Wiederholung Modi, anzusehen. Ihr solltet jedoch genau überlegen welchen und ob ihr überhaupt einen Crash speichern wollt, denn ein Crash kostet ganze 15 Blöcke auf eurer Memorycard was nicht gerade wenig ist, da ist der normale Burnout Spielstand mit seinen 4 Blöcken schon richtig speicherfreundlich. Nachdem die Wiederholung eures Crashs vorbei ist könnt ihr ganz normal als wenn nichts gewesen wäre weiterfahren, bis es das nächste mal scheppert. Neben den ganzen Unfällen die zweifelsohne toll aussehen solltet ihr aber nicht euer Ziel vergessen, nämlich das Rennen zu gewinnen, während ihr Beispielsweise massenweise Schrott produziert kann es passieren das euch eure Kontrahenten überholen und sich einen schönen Vorsprung herrausfahren den ihr dann erst mal wieder aufholen müsst. Aber das ist nicht das einzige Problem, denn ihr fahrt nicht nur gegen eure Gegner sondern auch gegen die Zeit die Gnadenlos weniger wird, das heißt ihr müsst immer in einer gewissen zeit einen Checkpoint erreichen an dem ihr neue Zeit gutgeschrieben bekommt um zum nächsten zu gelangen, seit ihr nicht schnell genug und die Zeit läuft ab heißt das Game Over. Um schneller von Checkpoint zu Checkpoint zu gelangen oder euch einfach den ultimativen kick zu verpassen könnt ihr auch einen Turbo benutzen, dieser will aber erst mal aufgeladen werden bevor ihr ihn nutzen könnt. Das macht ihr mit Hilfe eines kleinen gelben Balkens unten links im Bildschirm, diesen müsst ihr mit besonders gewagten Manövern füllen, dazu gehört wenn ihr besonders lange als Geisterfahrer unterwegs seid, ultralange Drifts hinlegt oder sehr knapp an anderen Autos vorbei fahrt ohne sie zu berühren. All diese Sachen geben erst mal richtig Punkte für euren gesamten Punktestand und laden nebenbei auch noch die Turboanzeige auf. Ist diese voll leuchtet sie Rot und ihr könnt den Turbo zünden, wenn ihr das macht werdet ihr zum ersten schneller und zum zweiten verschwimmt die Grafik ein wenig was den Effekt hat dass das Geschwindigkeitsgefühl noch mal um einiges ansteigt. Schafft ihr es den Turbo bis zum ende auszunutzen ohne einen Unfall zu machen habt ihr einen sogenannten Burnout geschafft der ordentlich Punkte gibt.

Hinter dem Kopf an Kopf Rennen verbirgt sich der Mehrspielermodus den man aber leider nur zu zweit zocken kann. Aber dafür könnt ihr alle Strecken soweit ihr sie im Meisterschaftsmodus freigeschaltet habt spielen, die fehlenden 2 Fahrer kann wenn ihr wollt die CPU übernehmen und es ist genausoviel auf den Straßen los wie im Einzelspieler und das alles bei selber Geschwindigkeit und ohne merkliche grafische Einbußen.

Das Gameplay von Burnout ist den Entwicklern voll und ganz gelungen auch wenn das nicht unbedingt schwer sein sollte bei einem Arcaderacer, aber es gibt ja auch durchaus schlechte Steuerungen bei Arcaderacern. Die Fahrzeuge lassen sich direkt Steuern und neigen bei hohen Geschwindigkeiten zum Ausbrechen was sich jedoch recht gut kontrollieren lässt, und in so mancher Kurve ein Vorteil sein kann. Grafisch kann man ebenfalls nicht meckern, das spielt läuft absolut flüssig, das Geschwindigkeitsgefühl kommt gut rüber, Nebel gibt es keinen und auch Pop Ups sucht man vergeblich. Das bedeutet zwar nicht das in sachen Grafik nicht auch mehr drin gewesen wäre aber sie geht zweckmäßig durchaus in Ordnung und wirkt noch lange nicht so steril wie in manchem anderen Racer mit „besserer“ Grafik. Soundtechnisch sieht es da schon was anders aus, das Motorengeräusch könnte etwas intensiver sein geht aber noch in Ordnung, das Hauptmanko ist eher die Musik sie stört zwar nicht, aber sie haut einen auch nicht unbedingt vom Hocker, vielmehr ist es so das man sie während den Rennen überhaupt nicht wahrnimmt. Und das ist ein wenig schade denn eine Stimmungsvolle Musikuntermalung hätte bei diesem Spiel den auch so schon sehr hohen Spielspaß nochmals kräftig nach oben geschraubt.

Man Fazit Burnout kann man jedem Fan von Arcade Racern voll und ganz empfehlen, allerdings wäre es gut wenn man ein paar Freunde hat die Rennspiele mögen, denn wenn man alles freigespielt hat sinkt die Motivation für Einzelspieler recht stark und das Spiel landet nur noch hin und wieder im Laufwerk eures Cubes. Ein weiterer Kritikpunkt sind die wenigen Autos ein paar mehr hätten echt nicht geschadet, und wie schon erwähnt die Musik hätte ruhig etwas Stimmungsvoller sein können. Positiv aufgefallen sind die verdammt langen Strecken und das einfache Gameplay. Wer auf der Suche nach einem guten Acrade Racer ist kann mit Burnout eigentlich nichts falsch machen, das Spiel ist zwar keine Meisterleistung jedoch weit über der Mittelmäßigkeit.

Wertung: 8

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