Dresden 1945-ein Kriegsverbrechen????

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Robus
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Dresden 1945-ein Kriegsverbrechen????

Beitrag von Robus »

Ich wollt mal fragen ob ihr den Film im ZDF über die Zerstörung von Dresden 1945 gesehen habt?Ich fand den Film nämlich wirklich sehr gut gemacht und auch sehr aufwühlend.Ich selbst lebe in der Nähe von Pforzheim , einer Stadt , die auch im 2.Weltkrieg durch Luftangriffe , als der Krieg schon quasi für Deutschland verloren war , noch völlig zerstört wurde.Es kamen laut Schätzungen ungefähr 18000 Zivilisten dabei um .Heute , 60 Jahre nach Kriegsende , hängen überall in der Stadt Plakate , wo man den Vergleich von heute und damals als es zerstört war sieht.Es war in der Innenstadt wirklich gar nichts mehr gestanden.Und heute , wo man auch eine Gedenkstätte an diese Zerstörung aufgebaut hat , sagen Leute , dass man auf die Gedenkstätte auch schreiben müsste , was Deutschland ja alles im Krieg verbrochen hat und das der Bombenkrieg der Amis/Engländer nur eine Antwort darauf war.Aber ich meine , dass die Angriffe auf Städte Deutschlands NUR der Zivilbevölkerung galten , denn wer den Film vom ZDF gesehen hat , weiß , dass auch mit Napalm(bleibt auf der Haut hängen und hört nicht auf zu brennen) und Phosphor (Brandverstärker , sodass auch Stein lichterloh brennt) gearbeitet wurde .Außerdem sollen (nichts genaues weiß man nicht) Tiefflieger die Leute am rettenden Flußufer in Dresden(es waren übrigens noch viele zusätzliche Flüchtlinge uas dem Osten in der Stadt) noch zusätzlich unter Beschuss genommen haben.
Dadurch frage ich euch , war das denn kein Kriegsverbrechen?
Natürlich muss man beide Seiten betrachten , aber darf man in so einem Fall ohne jeglich Konsequenzen bis heute draus ziehen zu müssen Verbrechen mit Verbrechen vergelten?War es wirklich so dermaßen nötig "Hitlers Zivilbevölkerung" zu treffen?
P.S.:Die Engländer wollten übrigens dem Kommandant des Flugangriffs auf Dresden ein Denkmal setzen!
Und wir Deutsche , die einfach nur in Pforzheim an die Zerstörung erinnern wollen , machen uns Gedanken darüber , ob man nicht dazuschreiben müsste , was Hitler denn für ein Verbrecher war usw.
Müssen wir für alles Konsequenzen ziehen und andere , die gleiches mit gleichem vergeltet haben , nicht?
Da bleibt doch die Gerechtigkeit auf der Strecke oder?

P.S.(2):Die Engländer haben die Akte , in der die Angriffe auf Dresden genau kommentiert werden bis heute noch nicht öffnen lassen.Also ich weiß nicht , aber das riecht doch danach , als hätten sie Dreck am Stecken , oder nicht?

Am Schluss möchte ich noch sagen , dass ich auch finde , dass die NPD verboten gehört (ich bin also keineswegs für die NPD) , aber ich finde ihre Aussage , dass die Bombenangriffe auf Deutschlands Städte 1945 auch Kriegsverbrechen sind , für richtig.
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Cthulhu
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Beitrag von Cthulhu »

Es war unzweifelhaft ein Kriegsverbrechen. Nur in diesem Krieg waren alle "Regeln" ausser Kraft gesetzt. Ich habe deswegen keinen Hass auf Engländer und Amerikaner im Allgemeinen. Man kann imho nichtmal die Piloten dafür verantwortlich machen. Natürlich tut es weh, wenn man sich vor Augen führt, dass eine quasi eine ganze Stadt mit all ihren Kulturschätzen und ihrer Geschichte ausgelöscht wurde. In dem Zusammenhang stört es mich auch, dass unsere Medien eine Art "Verharmlosungspolitik" betreiben, indem zum Beispiel die Opferzahlen heruntergespielt werden.

ABER: Der Krieg ist sit 60 Jahren vorbei. Die Welt ist eine total andere geworden, unser Land hat sich zu einer hervorragenden Demokratie entwickelt (auch wenn andere Länder, speziell England, gerne den Mythos des bösen Deutschen aufrechterhalten) und wir sollten Dresden als eines der schlimmsten Beispiele für einen unmenschlichen Krieg im Gedächtnis behalten. Auf keinen Fall sollten wir aber versuchen, "Dresden" in einen aktuellen Zusammenhang zu bringen bzw. für politische Zwecke auszuschlachten.
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the new nightmare
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Beitrag von the new nightmare »

Also auch ich bin kein brauner Scheißhaufen, trotzdem finde auch ich, daß das was die Engländer in Dresden gemacht haben ein Kriegsverbrechen war. Man metzelt eben nicht mal schnell die Zivilbevölkerung nieder, auch nicht wenn man durch den Agressor (in dem Falle die Deutschen) ebenso gnadenlos bombardiert wurde, denn dann stellt man sich ja auf dessen Niveau.
Aber in diesem Krieg gab´s einfach keine Regeln mehr und so sollte uns das alles als abschreckendes Beispiel dienen zu was Menschen fähig sein können, egal ob sie jetzt auf der "guten" oder der "bösen" Seite stehen. Jedenfalls sollte man nach 60 Jahren nicht mehr dieses Spielchen mit dem gegeneinander Aufwiegen der Schuld machen, es ist vorbei und hoffendlich haben die Menschen die richtigen Lehren draus gezogen was man ja momentan wieder etwas anzweifeln könnte Angesichts der NPD die wieder in dt. Landtagen vertreten ist *würg*. :evil:

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Sandor
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Beitrag von Sandor »

Der Bombenangriff war natürlich ein Kriegsverbrechen - und nicht das Einzige, welches die Alleirten begangen haben. Aber wie man schon sagte: Kriege sind nie menschlich. Die Engländer feiern teilweise heute noch diese Bombardierung. Ich finde sowas sehr schade.

Was die NPD angeht. Nun gerade als Demokrat sollte man sie nicht verbieten. Ich bin wahrlich nicht auf ihrer Seite doch ein Demokrat zeichnet sich dadurch aus, dass er andere politische Meinungen akzeptiert und toleriert. Solange die NPD nicht gegen die Verfassung deutlich und nachhaltig verstößt, ist ein Verbot m.E. auch aus demokratischen Gründen nicht möglich. Wir hatten in der jüngeren Geschichte die Kommunisten genauso wie die Rechtsradikalen in den Parlamenten. Die BRD muß sich politisch wehren (Stichwort: wehrhafte Demokratie) aber nur mit Verboten erreicht man weder Pluralismus noch kann man die Rechtsradikalen überzeugen. Ungeachet dessen gibt es einige Dinge oder Parolen (wie man es sieht), die durchaus auch meine Meinung wiederspiegeln, auch wenn ich die NPD nicht gut finde.

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Robus
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Beitrag von Robus »

Naja , aber ich meine , dass die NPD eben einfach nur schädlich für die deutsche Demokratie mit ihrem Verhalten ist!Im Landtag drehen die sich ja um und nehmen an keiner Debatte mehr teil und ihre wahren Absichten schildern sie auch nicht , bzw. lassen sich nicht mal über ihre Meinung zu dies und jenem befragen.Und genau aus diesen Gründen finde ich , dass die NPD keine demokratische (bzw. demokratisch gesinnte) Partei ist , denn Demokratie ist die Herrschaft aller , welche durch die Politiker letzten Endes ausgeführt wird , und wenn eben einige Politiker das nicht tun , haben sie in einer Demokratie nichts zu suchen!

Topic:
Klar , der Krieg ist längst vorbei , aber wenn wir die Hauptschuld am Krieg auf uns nehmen (müssen) , was ja auch richtig ist und noch heute dadurch international gebeutelt werden , wäre es nur richtig , wenn man sagt , dass all die Verbrechen , die jemals im 2.Weltkrieg ausgeführt wurden auch jeweils einen Schuldigen bekommen.Wir haben den Krieg angezelt , das ist richtig , aber nicht nur wir haben Krieg geführt.Trotzdem müssen nur wir uns Schuld vorwerfen lassen.
Und selbst ein Krieg , der ohne Regeln geführt wurde wie ihr es ja sagt , kann im Nachhinein in seine Einzelteile zerpflückt werden und das halte ich für richtig.
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anis
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Beitrag von anis »

Was ist ein Kriegsverbrechen?
Bei Wikipedia finden wir folgende Definition:

Heute versteht man unter Kriegsverbrechen im Allgemeinen Verstöße gegen die Genfer Konvention oder die Haager Landkriegsordnung. Solche Verstöße sind zum Beispiel die gezielte Tötung von Zivilisten, Zerstörung von Wasser- und Elektrizitätswerken, Aushungern der Zivilbevölkerung, Behinderung humanitärer Hilfe, Flächenbombardements, Angriff und Bombardierung unverteidigter Städte, Wohnungen oder Gebäude, Einsatz biologischer oder chemischer Waffen, Verwendung von Antipersonenminen und unterschiedslosen Waffen (z.B. Streubomben), die Tötung von Gefangenen, Geiselerschießungen, die Ausplünderung besetzter Gebiete oder der systematische Raub von Kulturgütern sowie Völkermord oder andere Massentötungen.

Ganzer Text unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsverbrechen

Nun kann man sich trefflich drüber streiten, ob diese Definition auf die Bombardierung von Dresden zutrifft.
Ich finde das aber gar nicht wichtig. Viel wichtiger finde ich, sich mit den aktuellen 'Kriegsverbrechen' auseinanderzusetzen, als immer wieder die deutschen Toten gegen die anderen Toten, die deutschen Kriegsverbrechen gegen die anderen Kriegsverbrechen, die deutsche Schuld gegen die Schuld der anderen aufzurechnen. Was soll das bringen?

Zur NPD:

In dieser Mischung aus Fremdenfeindlichkeit, konservativem Gesellschaftsmodell, sozialistischen Parolen und dem Glauben an autoritäre Führung, ist die Programmatik der NPD jener der NSDAP der frühen 30er Jahre sehr ähnlich. Wie die NSDAP möchte die Partei nicht nur bestimmte politische Ziele durchsetzen, sondern das heute herrschende System des demokratischen Rechts- und Verfassungsstaats beseitigen. Holger Apfel, der NPD-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen in Sachsen, hat in seinen Reden mehrfach darauf hingewiesen, dass seine Partei das gesamte politische System der Bundesrepublik ablehnt und bekämpft. So gilt die NPD weiterhin als verfassungsfeindliche Partei. Das Scheitern des Verbotsverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht bedeutet nicht, dass das höchste Gericht der NPD Verfassungstreue bescheinigt hat.

Die Partei strebt eine Revision der Geschichtsschreibung über die Zeit des Nationalsozialismus an. Die historische Schuld der NS-Täter, Kriegsverbrecher in SS (Schutzstaffel) und Wehrmacht sowie der Millionen Mitläufer, durch die die Verbrechen des Nationalsozialismus erst möglich wurden, soll weitgehend negiert werden, und, wo dies nicht ganz möglich ist, gegen die deutschen Opfer des Zweiten Weltkriegs aufgerechnet werden.

Auszüge aus:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalde ... utschlands

Was soll man dazu noch sagen? Das spricht doch für sich.
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the new nightmare
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Beitrag von the new nightmare »

Also ich halte die dt. Demokratie inzwischen für gefestigt genug um keine Angst zu haben daß diese braunen Brandstifter jemals wieder an die Macht kommen könnten. Sie werden zwar hin und wieder in einen Landtag oder evtl. auch in den Bundestag einziehen können, besonders in Zeiten in denen es wirtschaftlich nicht so rosig ausschaut (Protestwähler), aber bestimmt immer nur als Randgruppe mit nie mehr als 15% der Stimmen weil ich nicht glaube, daß es mehr als diese 15% der Deutschen sind, die so bescheuert sind und sich mit deren Gedankengut identifizieren können.

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