Das ist zu einfach gerechnet - hört sich toll an aber ist im Prinzip ne Milchmädchenrechnung. Eine Armee kostet natürlich viel, Übungen und dergleichen müssen sein, weil ansonsten diese Armee wirklich nur Schmuck darstellt und Beiwerk. Nicht wenige gehen zum BUND, weil sie derzeit keine Arbeit oder Ausbildung bekommen. Manche nutzen auch diese Organisation für gerade so etwas - ob Studium, Ausbildung oder dergleichen. Der BUND hat also mehr Aufgaben in der Gesellschaft als die reine Landesverteidigung. Dazu kommt noch, dass weitaus mehr Bundler eben in Kasernen versorgt werden müssen. Während Zivis daheim pennen, sind die Bundler eben in der Kaserne oder auf Übung im Gelände etc. - das verzerrt den puren Vergleich.
Auch beim nem Zivi müssen Gemeinkosten vom Krankenhaus o.ä. fiktiv hinzu gerechnet werden, da kann man nicht nur einfach die Stellenkosten sehen. Dazu kommt noch, dass es weitaus mehr Zivistellen gibt, die jetzt nicht unbedingt nötig sind oder die vielleicht nur eine 1/2 Arbeitskraft benötigen würden. Ich kenn mehr Beispiele für Zivis, die eigentlich nur rumlungerten als wirklich produktiv was zu tun im Sinne ihrer Zivistelle. Klaro gibts das auch teilweise beim BUND und es gibt natürlich auch sehr stark mental und körperlich belastende Zivi-Stellen, doch die gibts auch beim Bund. Während der rumsitzende Soldat jedoch in Bereitschaft ist und zumindest damit den Zweck der "Abschreckung" oder der "pontentielle Nutzung" erfüllt, sind so manche Zivisstellen schlicht und einfach auch nur ABMs und sonst nichts. Man kann sich auch überlegen, ob nicht einer oder mehrere Zivis nicht auch den Arbeitsplatz von Pflegern etc. besetzen. Zwar sind Zivis billiger doch vielleicht wäre gerade in heutiger Zeit es am Ende für den Staat günstiger, wenn statt ein paar durchgefütterten Zivis ein paar mehr normale Arbeitsplätze besetzt werden könnten oder richtig ausgebildet wird.
Lassen wir die moralischen Hintergründe außen vor - das ist immer strittig, insbesondere hier im Forum - so bilden beide Faktoren BUND und ZIVI eine nützliche Sache und derzeit ist es sogar so, dass der Staat eher auf ein paar tausend Soldaten verzichten kann als auf die Zivis, denn die sind günstiger und in vielen Bereichen sogar lebensnotwendig, damit die Hilfsstruktur und die allgemeinnützige Struktur nicht zusammen bricht. Ich kenne einige Rote Kreuz Stellen, wo ein Einsatz von Fachpersonal oder normalen Azubis dem Rote Kreuz zu teuer wäre und man dafür lieber Zivis nimmt. Abseits der Problematik, ob die das auch können, Stichwort "Pflege- u. Hilfsqualität".
Als persönliche Anmerkung jedoch mag man mir verzeihen, dass ich doch keiner geringen Anzahl von Leuten es im positiven Sinne ihrer Entwicklung wünschen würde, sie würden mal zumindest 9 Monate beim BUND sein. Nicht mal unbedingt um 15.000 Euro zu verballern (obwohl das ohne Frage auch Spaß macht) sondern dort werden auch Dinge gelehrt, die gerade in unserer Gesellschaft teilweise extrem stark vernachlässigt werden oder vergessen wurden: Rücksicht, Toleranz, Miteinander, Freundschaft/Kameradschaft, das Prinzip von "packen wir es an" und die Selbstdisziplin, die vielen total verloren gegangen ist, weil nicht gelehrt. Weder in der Familie noch in der Schule. Da hilft dann auch kein "Frauentausch" oder "Super Nany" mehr
