The Legend of Zelda Spirit Tracks [NDS]
Puh, ich bin durch! Das gesamte Ende war eine sehr wilde Reise, welche ich auch, um ehrlich zu sein, sehr zwiegespalten erlebt und aufgenommen habe. Einerseits war ich einfach nur froh, endlich das Spiel beendet zu haben, auf der anderen Seite hätte ich es am liebsten aber sofort wieder angeschmissen! Dieses ambivalente Gefühlschaos gegen Ende möchte ich mal kurz erklären:
Es begann mit dem letzten "Dungeon" der sich eigentlich auch bloß als paar weitere Stockwerke des Turm der Götter entpuppte, den man ja sonst schon andauernd aufsuchen musste. Für mich zwar ein Nervfaktor, aber ich dachte mir, Augen zu und durch und war natürlich auf das Ende auch entsprechend gespannt. Was sich Nintendo allerdings hier für eine Designkatastrophe geleistet hat, hat mich regelrecht schockiert - so ein extrem nerviges Ding habe ich als Abschluss eines Zelda-Abenteuers wirklich noch nicht erlebt! Es fing damit an, dass bei der Übersetzung meiner Meinung nach geschlampt wurde, sodass ich das erste Mal in einen Walkthrough schauen musste, der zufällig auf englisch war und mir dahingehend die Augen geöffnet hat. In einem dunkeln Stockwerk, wo überall verteilt paar Laternen aufgestellt waren, gab es den deutschen Hinweis "Wir lieben die Dunkelheit" - da im Raum verteilt sich noch paar Geister rumtrieben, die bloß im Dunkeln angreifen konnten, habe ich das Schild einfach für eine bloße Warnung gehalten. Der englische Text "sometimes darkness opens a path" macht aber in Anbetracht der Lösung, die ich jetzt nicht unbedingt spoilern möchte, viel mehr Sinn, sodass es mir erst da, wie Schuppen vor den Augen gefallen ist. Wäre ich ansonsten nicht drauf gekommen... toll
Aber auch sonst wurde es nicht besser - die gesamten Stockwerke bestanden quasi nur aus Backtracking, das aufs einfachste hätte vermieden werden können, wenn Nintendo das ganze cleverer verpackt hätte und nach fast 1 1/2 Stunden des ständigen Hin- und Herlaufens ging mir das ganze, gut Deutsch, extrem auf den Sack. Nervige Geschicklichkeitspassagen, die durch eine doofe KI und eine nicht ganz optimale Touchscreensteuerung bei der Benutzung eines bestimmten Items taten da ihr übriges, sodass ich den DS kurz vor Schluss am liebsten zurück in die Ecke pfeffern wollte
Es spricht aber in der Tat für das Spiel, dass es nach diesem nervigen Ausflug am Ende das Ruder wieder komplett rumreißen konnte! Denn obwohl der Endkampf / die Endkämpfe jetzt sicherlich nicht mega groß waren und die Story bei einem Handheld-Zelda natürlich nicht unbedingt das Gelbe vom Ei darstellt, so hat es mich am Ende tatsächlich gepackt und mir sogar eine Gänsehaut bescheren können. Die Inszenierung mit ihren schönen Cutscenes und der wirklich traumhaften Musik haben mich dann nochmal richtig in ihren Bann ziehen können und dem Spiel zu einem wirklich schönen und runden Ende verhelfen können. Grandios - natürlich alles nicht so elaboriert wie bei den großen Zeldas, aber dennoch für mich positiv überraschend. Wie gesagt, meine Gänsehaut spricht für sich.
Meine Spielzeit betrug am Ende übrigens gut 22 Stunden. Man kann sicherlich noch mal genau so viele Stunden in das Spiel stecken , um es komplett auszureizen, aber ich werde es trotz des schönen Endes, was mir diese Welt noch mal stimmig verkauft hat, mich wohl doch nicht weiter damit beschäftigen. Warum das so ist, werde ich dann in meinem Fazit, welches ich bald hinterherschieben werde, genauer erläutern.