Spike hat geschrieben:Ich verstehe den Sinn der News nicht. Schließlich ist es nicht unmöglich, dass Kickstarterprojekte auch für WiiU/PS4 usw. umgesetzt werden, was ja sogar schon passiert.
Ja, dachte ich mir auch. Kickstarter und ähnliche Dinge sind schließlich nicht an bestimmte Systeme gebunden...
Das traditionelle Publisher ihre Games selber im voraus bezahlen und sich nicht von der Community vorstrecken lassen, ist doch total ok. Ich glaube worauf Herr Fargo wirklich aus ist: Die Spieler entscheiden, was und teilweise wie etwas umgesetzt wird. Die traditionellen Publisher gehen ja eher in Vorleistung und tragen das Risiko, falls die Spieler nicht darauf ansprechen.
Ja, wobei bei Crowdfunding nun aber die Entwickler direkt von der Unterstützung der Spieler abhängig werden - direkt von Anfang an. Ob das auf Dauer eine große Verbesserung ist, die das alte Modell verdrängen wird, wage ich zu bezweifeln...
Denn solange sich für Projekt A nicht genügend Unterstützer finden, hat der Entwickler gar nicht die Chance, das Ding überhaupt mal so weit zu entwickeln, dass genügend potentielle Käufer es verstehen (man stelle sich mal die Frage, wie viele Leute die Spiele eines Nitnendo Land im Vorfeld als interessant empfunden hätten, bevor sie merkten, wie viel Spaß sie doch machen) und dann unterstützen.
Alternativ könnte der Entwickler dann, was ja in der Regel auch schon geschieht, die ersten Entwicklungsschritte aus eigener Tasche bezahlen, um die Grundlagen erstmal rüberzubringen. Das ist aber mit dem Risiko verbunden, dass dieses Geld dann zum Fenster hinaus geworfen wurde, wenn es niemandem gefällt. Der Entwickler wäre also erneut nicht frei, sondern müsste sich an den Wünschen des Marktes orientieren.
Überhaupt ist die Frage: Wie weit kann man noch selbst Trends setzen, wenn man von Beginn der Entwicklung an auf die Unterstützung der Masse angewiesen ist?
Crowdfunding ist sicherlich eine wichtig Ergänzung, wenn es um originelle Projekte geht, die keinen Publisher finden. Aber gerade bei traditionellen Großprojekten brauchen die Entwickler sicher auch weiterhin mehr Sicherheiten, als ihnen Crowdfunding bietet.
Und ganz allgemein: Ich, als Kunde, mag es sicher nicht, wenn mir die Publisher immer die selben Spiele vorsetzen – wie ich das in den letzten Jahren gerade bei den westlichen AAA-Produktionen sehe, die entweder auf 1st- oder 3rd-Person-Geballer hinaus laufen, oder aber auf lasch strukturierte Open-World-Titel. Alles nicht schlecht, wenn nur nicht mittlerweile der Großteil der AAA-Titel in dieses Schema fallen würden.
Auf der anderen Seite möchte ich aber durchaus, dass der PUBLISHER MICH mit neuen Ideen und Konzepten überrascht, und zwar solchem, die auch schon weit entwickelt sind. Und das passiert ja hin und wieder, und imo durchaus oft genug. Hab mich in den letzten Jahren auf Nintendo-Konsolen zumindest nie über Innovationen beklagen können.
Ich möchte nicht permanent selbst schauen müssen, was ich in ein paar Jahren dann vielleicht mal Spielen möchte. Und die große Masse der Käufer würde das sowieso nicht tun – geschweige denn dann auch noch Geld dafür zahlen. Wenn man immer nur wählt, was man selbst gern hätte, wird man am Ende womöglich auch nicht viel Neues kennen lernen.