da ich selbst von kurzem eine Diskussion darüber geführt habe (Thread Mini Ninjas) hier einen, wie ich finde, recht guten Text der es (allerdings mit zuviel Worten) auf den Punkt bringt:
Schon der zweite, der mir diesen Text unter die Nase hält.
Ich halte es nach wie vor sinnvoll, Spiele auch zu bewerten/benoten, damit man sich einen groben Überblick verschaffen kann. Punkt um. Das ist ein gängiges Modell, funktioniert in der Regel und verschafft einen Überblick.
Bei der GEE mag das funktionieren, da man diese auch nicht als Testarchiv nutzt. Oder möchtest du dir über die GEE einen Überblick über die besten RPGs auf Konsole XY verschaffen? Muss man dafür dann 20 Reviews komplett lesen? Eine Zahl am Ende ist wichtig damit man im Vorfeld schon selektieren kann.
Davon abgesehen versucht das Mag ja beides zu bieten. Ein umfangreiches Review mit Fazit und eine Wertung. Wer keine Wertung braucht, kann diese ja überlesen.
Ich würde lügen wenn ich sagen würde, daß ich nicht auch auf die Prozentwertungen schauen würde beim Spielekauf. Bei Games die weniger als 70% bekommen wäre ich selbst als großer Fan des Genres vorsichtig. Ich schau aber auch immer möglichst viele Usermeinungen durch und da vor allem die weniger euphorischen. Die ganzen Spacken mit ihren 100% Wertungen sind doch eh bekoppt . Ich guck lieber nach, was den einzelnen Spielern die weniger vergeben haben an dem Spiel gestört hat, so kann man die negativen Aspekte eines Spiel viel besser erfassen und für sich selber letztenendes festlegen inwieweit einem das jetzt stört oder auch nicht. So bin ich die letzten Jahre jedenfalls ziemlich gut gefahren und hatte so fast keine Fehlkäufe mehr.
Die Chance den Jackpott im Lotto zu gewinnen liegt bei 1:140000000 und Millionen Leute sagen sich "hey, es könnte ja mich treffen".
Die Chance durch das Rauchen Lungenkrebs zu bekommen liegt bei 1:1000 und Millionen Leute sagen sich "hey, warum sollte es ausgerechnet mich treffen".
Warum viel zu genau? Am Ende ist es doch nur ne subjektive Wertung. 10/10 ist da auch schon zu genau, könnte man da argumentieren. Warum nicht 3/3? Schlecht, Mittel, Gut. Wem 100% zu genau sind, kann man Auf- bzw. Abrunden
Das Problem mit den Wertungen, egal ob Prozent, 10`ner oder Schulnotensystem ist doch (und das ist auch der Kern von Boris Text), dass die meisten Leute das Review lediglich auf die Wertung reduzieren (Stichword Edge: ohne Text ist deren Wertung nicht aussagekräftig) und das sich in den Köpfen der Leute die Annahme eingebrannt hat "unter 80 %/8 von 10 etc. ist mies" (siehe auch unsere schöne Diskussion zu Mini Ninjas und dem M!GAmes Test).
Bringt also recht wenig drüber zu diskutieren welches Wertunssystem besser ist denn alle werden für überflüssige, dämliche Diskussionen sorgen die sich einzig und alleine um die Zahl am Ende des Reviews drehen.
Früher mal war ich ein Fan von Wertungen, heute bin ich es nicht mehr. Gar keine Wertung? Darüber kann man sich streiten. Aber wenn eine Wertung, dann bitte maximal bis zu einer 10er Skala mit 1er-Schritten. 1-5 tuns aber auch schon.
Wertungen bereiten viele Probleme, z.B. auch das sie niemals für die "Ewigkeit" stehen. Genau genommen vielleicht sogar nur ein, zwei Jahre. Besonders auffällig wird das zum Launch einer Konsole. Da werden Titel tendenziell besser bewertet. Nicht aus Hype-Gründen, sondern weil man von der besseren Grafik / Steuerung or whatever einfach in der ersten Zeit "erschlagen" ist. Es gab und gibt dutzende Launch-Spiele die mit 90% oder höher bewertet wurden. Zwei Jahre später kommt ein Spiel raus, was zwei Jahre später wesentlich besser ist. Es bekommt auch 89%, da es zwei Jahre später viele derartige gute Spiele gibt. Jetzt schaut man in die Topliste: Das alte Spiel wäre Präferenz, wenn man nach Wertungen geht, obgleich das neue Spiel eigentlich mehr fürs Geld bietet.
Ra's al Ghul hat geschrieben:Besonders auffällig wird das zum Launch einer Konsole. Da werden Titel tendenziell besser bewertet. Nicht aus Hype-Gründen, sondern weil man von der besseren Grafik / Steuerung or whatever einfach in der ersten Zeit "erschlagen" ist. Es gab und gibt dutzende Launch-Spiele die mit 90% oder höher bewertet wurden. Zwei Jahre später kommt ein Spiel raus, was zwei Jahre später wesentlich besser ist. Es bekommt auch 89%, da es zwei Jahre später viele derartige gute Spiele gibt. Jetzt schaut man in die Topliste: Das alte Spiel wäre Präferenz, wenn man nach Wertungen geht, obgleich das neue Spiel eigentlich mehr fürs Geld bietet.
Damit hast du durchaus recht, das hat allerdings rein gar nichts mit den Wertungen zu tun. Auch ein reiner Text ist viel euphorischer, wenn die Konsole neu ist. Da muss man sich bei beiden Systemen bewusst sein, dass ein solches Spiel eben zum Launch erschienen und daher mit einem ganz anderen Maßstab bewertet worden ist.
Trotzdem bin ich auch davon überzeugt, dass erstens das Prozentsystem Schwachsinn ist und selbst Wertungen bis zu einem Bereich von 10/10 Punkten nicht unbedingt notwendig sind; viel wichtiger ist ein aufschlussreicher und gut geschriebener Text. Da aber 90% der Videospieler anders denken (sieht man ja an den Verkäufen von Gamestar und Co.) ist es trotzdem gut, dass es noch ein Prozentsystem gibt - solange für mich aber noch ein Magazin wie die GEE auf dem Markt existieren kann, kümmert mich das überhaupt nicht.
Da hast du natürlich in der Tat recht. Aber mir ging es mehr um so Toplisten, deren Sinnhaftigkeit ich insgesamt anzweifle. Ich mein, wer liest heute wirklich noch einen Red Steel Test durch, wenn er sich überlegt, einen Ego-Shooter zu kaufen?
meister hat geschrieben:Trotzdem bin ich auch davon überzeugt, dass erstens das Prozentsystem Schwachsinn ist und selbst Wertungen bis zu einem Bereich von 10/10 Punkten nicht unbedingt notwendig sind; viel wichtiger ist ein aufschlussreicher und gut geschriebener Text. Da aber 90% der Videospieler anders denken (sieht man ja an den Verkäufen von Gamestar und Co.) ist es trotzdem gut, dass es noch ein Prozentsystem gibt - solange für mich aber noch ein Magazin wie die GEE auf dem Markt existieren kann, kümmert mich das überhaupt nicht.
Kann denn ein gut geschriebener Text nebst Fazit nicht neben einer Prozentwertung leben? Warum nicht beides liefern? Die GEE ist übrigens als Reviewzeitung kaum zu gebrauchen, da sie weder vollständig ist noch ein Archiv liefert, wo man sich über alte Reviews informieren kann. Genauso wie die EDGE, obwohl diese ja doch ne kleine Zahl liefert. Aber diese Zeitungen kauft man sich auch kaum wegen der Reviews ...
Spike hat geschrieben:Was ist denn für dich das "Problem"?
Na dass ein 100/100 System viel zu differenziert ist. Z.B.: Inwiefern ist ein 35% Spiel wirklich schlechter als ein 36% Spiel? Oder warum bekommt ein 86% Spiel z.B. 86%, und keine 87% oder 85%? Das kann man doch aufgrund der genauen Einordnung doch garnicht richtig rechtfertigen.
Gestern hat uns ein Dozent eine kleine Anekdote erzählt. Er philosophierte über Noten und meinte, dass es nicht einfach ist, sich meinetwegen zwischen 1,7 oder auch 1,6 zu entscheiden (im Rahmen einer schriftlichen Arbeit, keine Klausur). Und der Notenrahmen von 1 bis 6 ist ja um 4 kleiner als von 1 bis 19. D.h. ich (und wohl auch der Dozent) geben dir vollkommen recht. Eine 100er Skala lässt viel zu viele Differenzierungen zu, die man praktisch gar nicht objektiv nutzen kann.
Spike hat geschrieben:Was ist denn für dich das "Problem"?
Na dass ein 100/100 System viel zu differenziert ist. Z.B.: Inwiefern ist ein 35% Spiel wirklich schlechter als ein 36% Spiel? Oder warum bekommt ein 86% Spiel z.B. 86%, und keine 87% oder 85%? Das kann man doch aufgrund der genauen Einordnung doch garnicht richtig rechtfertigen.
Das Spiel ist dann nicht besser/schlechter weil es 1% oder 2% mehr/weniger hat sondern diesen Spielraum hat man imo um seinen persönlichen Geschmack noch unterzubringen. Nicht jeder Redakteur ist ein Fan des Genres des Spiels das er gerade testet und gibt ihm daher evtl etwas weniger, während jemand dem das Genre mehr zusagt halt ein paar Prozente draufpackt
Die Chance den Jackpott im Lotto zu gewinnen liegt bei 1:140000000 und Millionen Leute sagen sich "hey, es könnte ja mich treffen".
Die Chance durch das Rauchen Lungenkrebs zu bekommen liegt bei 1:1000 und Millionen Leute sagen sich "hey, warum sollte es ausgerechnet mich treffen".
meister hat geschrieben:Trotzdem bin ich auch davon überzeugt, dass erstens das Prozentsystem Schwachsinn ist und selbst Wertungen bis zu einem Bereich von 10/10 Punkten nicht unbedingt notwendig sind; viel wichtiger ist ein aufschlussreicher und gut geschriebener Text. Da aber 90% der Videospieler anders denken (sieht man ja an den Verkäufen von Gamestar und Co.) ist es trotzdem gut, dass es noch ein Prozentsystem gibt - solange für mich aber noch ein Magazin wie die GEE auf dem Markt existieren kann, kümmert mich das überhaupt nicht.
Kann denn ein gut geschriebener Text nebst Fazit nicht neben einer Prozentwertung leben? Warum nicht beides liefern? Die GEE ist übrigens als Reviewzeitung kaum zu gebrauchen, da sie weder vollständig ist noch ein Archiv liefert, wo man sich über alte Reviews informieren kann. Genauso wie die EDGE, obwohl diese ja doch ne kleine Zahl liefert. Aber diese Zeitungen kauft man sich auch kaum wegen der Reviews ...
Natürlich kann das alles nebeneinander existieren, habe ja auch nur geschrieben, dass eine Bewertung nicht notwendig ist (für mich vor allem). Und natürlich kauft sich keiner die GEE oder die EDGE, um sich ernsthaft über aktuelle Videospiele zu informieren, das ist auch gar nicht der Anspruch dieser Zeitungen.