Aber die meisten die solche Texte schreiben, haben eh keinen peil, von dem ganzen. Hauptsache es hört sich gut an
Die bösen "Killerspiele"
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Splittergranaten heissen ja nicht umsonst "Fraggnates"...!
Aber die meisten die solche Texte schreiben, haben eh keinen peil, von dem ganzen. Hauptsache es hört sich gut an

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Ich kann mich spontan auch an keinen Film erinnern, in dem die Genfer Konventionen eine Rolle spielten. Außer, dass nicht auf Zivilisten geschossen werden soll, aber das ist in so ziemlich jedem Spiel auch so. Der Artikel ist viel zu vage, da er keine Beispiele nennt (außer die Flughafen-Szene, aber wer hat bitteschön erwartet, dass sich Terroristen an die Genfer Konventionen halten?Spike hat geschrieben:Naja, man muss sich jetzt nicht an der einen Fraggdefinition aufzuziehen, ansonsten stellt der Artikel nämlich eine spannende Frage, über die man sich so ja keine Gedanken macht.
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Darum geht es doch im Grunde gar nicht. Mit dem Standardargument "ist ja nur ein Spiel" kann man jede Diskussion in der Hinsicht abwürgen. Die Studie betrachtet die Spiele eben mal von einer anderen Seite, eine über die man sich nie Gedanken macht ("Ist ja auch nur ein Spiel, warum Gedanken machen was ich da spiele"). Hier geht es nicht um Blut, Tötungen, "Killerspiele", sondern um die Wahrung der Menschenrechte in einem bewaffneten Konflikt.
Beispielsweise wird in der Studie die Szene aus CoD4 lobend erwähnt, wo man als Gunman seine Truppen beschützen muss, dabei aber nicht die Kirche treffen darf.
Beispielsweise wird in der Studie die Szene aus CoD4 lobend erwähnt, wo man als Gunman seine Truppen beschützen muss, dabei aber nicht die Kirche treffen darf.
Das man hingegen wild auf alle anderen Häuser schießen kann in welchen sich Zivilisten befinden könnten, wird als negativ betrachtet. Besonders negativ hingegen wird die Hinrichtung von Al-Asad durch Capt. Price betrachtet.We consider this feature of the game a positive step in the direction we wish for other games: the player realizes that there are limits in warfare and that overstepping these limits results in a type of punishment.
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Ähm, ja. Ich breche also die GK wenn ich ein virtuelles Pixelmännchen abschieße?Zahlreiche kommerziell höchst erfolgreiche Kriegsspiele haben es zu einem Realismus gebracht, der an Film erinnert. Moral, Ethik oder Kultur aber haben sie nicht entwickelt: Fast durchgängig, befanden die mit der Studie beauftragten Juristen, brechen die Spieler internationales humanitäres Recht und Genfer Konventionen.
Der Artikel hat sich mit diesem Satz selbst disqualifiziert. Ich habe die Studie (noch) nicht gelesen, und werde daher auch jetzt keine Stellung dazu nehmen. Aber dieser Artikel ist lächerlich. Solche Ansammlungen von Halbwissen findet man ansonsten nur in der BILD. Mit dem einzigen Unterschied, das die BILD nicht so scheinseriös schreiben kann.

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Du hast den Artikel und die Intention der Studie leider kein Stück verstanden, sondern nur gelesen "die haben was gegen mein Hobby" und auf beleidigt geschaltet.
Hier wird im Gegensatz zu anderen Diskussionen niemand verurteilt sondern die Spiele auf einen gewissen Gesichtspunkt hin untersucht. Was doch völlig ok ist? Oder hast du Angst, dich mit sowas auseinander zu setzen?
Hier wird im Gegensatz zu anderen Diskussionen niemand verurteilt sondern die Spiele auf einen gewissen Gesichtspunkt hin untersucht. Was doch völlig ok ist? Oder hast du Angst, dich mit sowas auseinander zu setzen?
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Schreibe es mal hier rein:
Die Zensursula sind wir erst einmal los, die wird jetzt Arbeitsministerin. Dafür rückt Kristina Köhler als neue FamMinisterin nach. Aufgrund ihres Alters (erst 32 J.) sollte man etwas Besserung erhoffen können:
http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 48,00.html
Die Zensursula sind wir erst einmal los, die wird jetzt Arbeitsministerin. Dafür rückt Kristina Köhler als neue FamMinisterin nach. Aufgrund ihres Alters (erst 32 J.) sollte man etwas Besserung erhoffen können:
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Weder Artikel noch Studie verurteilen Spiele aufgrund der Gewaltdarstellung oder der Nichtbeachtung der Genfer Konvention. Und die Spieler werden schon gar nicht als Kriegsverbrecher dargestellt. Es geht nur darum, dass Spiel diese Thematik bislang quasi komplett ignorieren, was ja durchaus ein gerechtfertigter Kritikpunkt ist.
Schaut auch doch z.B. bei Metacirtic mal die User-Wertungen von Modern Warfare 2 an. Zahllose Spiele kritisieren die platt patriotistische Handlung. Die Meldung hat es sogar schon in den heise Newsticker geschafft
Es ist eben numal eine Tatsache, dass ein Capt. Price für sein Tun vor Gericht gestellt werden und wohl auch nicht glimpflich davon kommen würde. Seine Militärkarriere wäre vorbei, er wäre in den Medien "Skandal der Woche" und würde so öffentlich hingerichtet werden. Aber im Spiel wird er quasi also Held, der 'nen kack Terroristen verdient killt, dargestellt.
"Der Soldat James Ryan" ist auch Entertainment und dennoch kann er als Kulturgut bezeichnet werden.
Schaut auch doch z.B. bei Metacirtic mal die User-Wertungen von Modern Warfare 2 an. Zahllose Spiele kritisieren die platt patriotistische Handlung. Die Meldung hat es sogar schon in den heise Newsticker geschafft
"Der Soldat James Ryan" ist auch Entertainment und dennoch kann er als Kulturgut bezeichnet werden.
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Nicht wirklich.Ra's al Ghul hat geschrieben:
"Der Soldat James Ryan" ist auch Entertainment und dennoch kann er als Kulturgut bezeichnet werden.
Bei dem Film gibt es genau soviel patriotismus wie in CoD MW2.
Aber dagegen kann man halt nix machen. Sind halt die Amis und die Engländer. Sie stellen sich gerne als "Die Helden" der Nation da. Debei sind sie kein Streich besser als jedes andere Land das im Krieg war (ist)!
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Saving Private Ryan hatte ohnehin schon immer nen Sonderstatus. Startete in etwa mit Starship Troopers und obwohl SPR in den ersten 15 Minuten ebenso brutal ist wie die Sternenkrieger wurde ersterer ab 16 freigegeben, während die Troopers unter der Ladentheke verkauft werden müssen....hatte mich schon vor über 10 Jahren drüber geärgert. 
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Troopers ist ja noch als (versteckte) Satire gedacht, SPR ist leider "erst gemeint".
In Sachen Pathos empfand ich beispielsweise CoD 2 schlimmer als CoD4. Vor allem die Amis müssen zu Beginn ziemlich die Hosen runterlassen und die SAS Soldaten sind ja auch keine Saubermänner... Wer pathos ärmere WW2 Shooter sucht, dem empfehle ich übrigens die vom Massenmarkt ignorierte Brothers in Arms Reihe.
In Sachen Pathos empfand ich beispielsweise CoD 2 schlimmer als CoD4. Vor allem die Amis müssen zu Beginn ziemlich die Hosen runterlassen und die SAS Soldaten sind ja auch keine Saubermänner... Wer pathos ärmere WW2 Shooter sucht, dem empfehle ich übrigens die vom Massenmarkt ignorierte Brothers in Arms Reihe.

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Re: Die bösen "Killerspiele"
SeniorDingDong hat geschrieben:Wer pathos ärmere WW2 Shooter sucht, dem empfehle ich übrigens die vom Massenmarkt ignorierte Brothers in Arms Reihe.
Aber denn nur die UK Fassung alles andere ist reine abzocke. Da fehlt so viel in der PAL Version das is unglaublich dreist
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Hm, ich lese das im Artikel aber stellenweise anders. Nunja, Interpretationssache. Ich äußerte mich übrigens nur gegen den Artikel, nicht die Studie (welche ich mir leider immer noch nicht anschauen konnte), ich halte eine Außeinandersetzung mit dem Thema durchaus für sinnvoll und gehe ihr auch nicht aus dem Weg (genauso wenig wie ich davor "Angst habe" @SpikeRas hat geschrieben:Weder Artikel noch Studie verurteilen Spiele aufgrund der Gewaltdarstellung oder der Nichtbeachtung der Genfer Konvention. Und die Spieler werden schon gar nicht als Kriegsverbrecher dargestellt. Es geht nur darum, dass Spiel diese Thematik bislang quasi komplett ignorieren, was ja durchaus ein gerechtfertigter Kritikpunkt ist.
Ich finde es auch durchaus eine gute Idee, moralische Ansätze in Spielen zu integrieren. Es könnte ein wirklich interessantes Spielelement sein, mal etwas anderes. Aber auch "gewöhnliche" Shooter und Actiongames haben ihre Existenzberechtigung.
Vielleicht sollte ich auch meinen Schreibstil mal ändern. Im Nachhinein betrachtet sieht mein Statement doch etwas zu offensiv aus. Hätte ich auch anders schreiben können. Me sorry.

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Mal was zum Thema Computer-Spiel-Sucht, also leicht OT:
Na Leute, wer von euch hat einen Eimer vor der Couch? Ich muss auf meinen Weihnachtswunschzettel wohl noch Pampers schreiben
http://www.gamestar.de/news/branche/231 ... richt.html»Viele Computerspieler, die gerade eine wichtige Spielepisode zu meistern haben, stellen sich zum Beispiel einen leeren Eimer unter den Tisch oder ziehen Windeln an, weil sie während des Spiels den Schreibtisch nicht verlassen wollen, um auf die Toilette zu gehen.«
Na Leute, wer von euch hat einen Eimer vor der Couch? Ich muss auf meinen Weihnachtswunschzettel wohl noch Pampers schreiben
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Ich empfehle die WoW-Station - da ist alles in einem
http://www.areagames.de/artikel/detail/ ... Ort/101161

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Re: Die bösen "Killerspiele"
lolJemand absolut inkompetentes hat geschrieben:»Das Computerspiel ist für die Betroffenen wie Heroin aus der Steckdose. Wenn Mütter versuchen ihren Kindern diese Droge zu entziehen, dann entstehen häufig Extremesituationen«, berichtet Hirte. Die Mütter würden in den Schwitzkasten genommen und durch die Wohnung geschleift.
Aber ganz ehrlich: Was soll der Scheiß? Dann wird sowas auch noch verteilt
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Lol, ich schmeiß mich weg über den Zeitungsartikel und den Link zu dem WoW Scheißhaus. Wie unglaublich retardiert muss man eigentlich sein, um sowas zu fabrizieren. 
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Re: Die bösen "Killerspiele"
So kommt die Szene in der "normalen" Presse an:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,15 ... 85,00.htmlÜber "Modern Warfare 2" wird noch lange gesprochen werden. Nicht nur, weil es das bisher am schnellsten verkaufte Entertainmentprodukt ist. Sondern auch, weil es wie ein ungezogener Teenager alle Reizthemen kennt und dankbar benutzt, um der Umwelt vor das Schienbein zu treten und sich dann hinter dem großen Bruder zu verstecken. Allerdings hat sich dieser pubertäre Wesenszug mit zynischem Marketing zusammengetan.
Mit einer gezielten Desinformation der Presse, als vor einiger Zeit behauptet wurde, dass die deutsche Version des Spiels ungeschnitten in den Handel kommen würde, fing alles an. Tatsächlich allerdings fehlt ihr ein Spielelement - doch dazu später mehr. Die Mission war dennoch erfüllt: Die wichtigen deutschen Spielemedien übernahmen die Meldung. Das Ausweichen der Fans auf ausländische Spieleversender war erst einmal gestoppt. Dann kam heraus, dass doch etwas fehlt oder jedenfalls verändert wurde, was für Ärger sorgte. Dummerweise machte man auch noch eine völlig überflüssige Szene in dem Spiel unglaubwürdig: die Flughafenszene.
In der kann der Spieler in der internationalen Version von "Modern Warfare 2" zum Attentäter werden, der wehrlose Menschen in einem Flughafen niedermetzelt. In der deutschen Version wird das Schießen auf Zivilisten mit einem Neubeginn der Szene bestraft. Erstaunlicherweise wird allerdings in der gleichen Szene vom Spieler verlangt, Polizisten und Sicherheitskräfte zu erschießen. Macht er das nicht, ist das Level ebenfalls zu Ende, die Tarnung fliegt auf, und die Spielfigur wird hingerichtet. Auf diese Logik muss man erst einmal kommen. Vor allem, weil die eigene Spielfigur am Ende
(wer "Modern Warfare 2" noch spielen möchte, sollte die nächsten zwei Zeilen überspringen)Die Grenze des schlechten GeschmacksSpoiler: anzeigen
Der Grund für die Szene ist interessant: Sie soll, so heißt es, die Bösartigkeit eines russischen Bösewichts zeigen und dazu den Russen einen Grund geben, die USA zu überfallen. Was sie in Wirklichkeit zeigt, ist ein bizarres Spektakel, das man wenigstens nicht ernst nehmen kann: Hunderte menschliche Figuren fallen mit den immer gleichen Animationen zu Boden, viele von ihnen sehen absolut identisch aus. Das wirkt erst dann schockierend, wenn man die Szene im nächsten Fernsehbericht zeigt, der fordert, dass "Killerspiele" verboten werden sollen. Im Zusammenhang des Spieles wirkt es nur so, als ob die Entwickler einen herausfordernd anschauen und fragen: "Da haben wir uns aber wirklich was getraut, oder?"
Dabei haben sie nicht einmal das. Sie packten sogar eine dicke Warnung vor die Szene und geben Spielern die Möglichkeit, sie zu überspringen. Was wohl kaum jemand tun wird, was aber gleichzeitig heißt: Man traut dem eigenen Spiel nicht. Zu Recht, denn die Grenze, die hier überschritten wurde, ist die zum Reich des schlechten Geschmacks.
Was übrigens im Rest des Spieles immer wieder geschieht, wenngleich nicht so offensichtlich. Da wird in den Favelas von Rio de Janeiro auf Figuren geschossen, die nicht aussehen, als ob sie das Teenageralter hinter sich hätten, da werden die bösen Russen aus dem Kalten Krieg reaktiviert, da wird nach jedem Tod, den die eigene Figur gestorben ist, ein Zitat eingeblendet, beliebig ausgewählt, mit Quellen von Dick Cheney bis Gandhi. Hauptsache, es klingt irgendwie wichtig. Das alles wird in einen pathosgeladenen Militarismus eingehüllt, der bis zum Ende bleischwer über dem Spiel liegt.
Die Entwickler von "Modern Warfare 2" stellen keine Fragen zu den Szenarien, die sie entwerfen. Ihre Geschichte besteht aus Brocken, die nicht so recht zusammenfinden wollen. Darin hetzen sie den Spieler atemlos durch Konfliktherde auf der ganzen Welt. Weil sie aus Afghanistan, Kasachstan oder Kamtschatka tolle Level bauen können, in denen Spieler dann in großartiger Grafikkulisse eine Art Moorhuhnjagd veranstalten. Denn was dem Gegner an künstlicher Intelligenz mangelt, wird durch Masse aufgewogen.
Es gibt zwei Fragen, die dieses Spiel aufwirft. Zum einen: Darf ein Spiel so etwas wie die Flughafenszene zeigen? Die Antwort darauf muss sein: Ja, wenn man darauf vertraut, dass Spiele inzwischen ein Erzählmedium wie Filme oder Bücher sind. Denn dann sollte ein Spiel, das vom Krieg erzählen will, auch dessen finsterste Seiten zeigen. Die Entwickler sollten sich aber nicht wundern, wenn man ihnen die Szene trotzdem um die Ohren haut: Sie ist schlecht gemacht und schlecht begründet.
Die andere Frage aber bleibt vorerst unbeantwortet: Wie kann ein so dümmliches Spiel einen derartigen Erfolg haben?
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Kann ich im Grunde so unterschreiben. Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass die meiste Entrüstung über die Szene gekünstelt und gespielt ist (also aus den Reihen der Gamer selbst), aber dennoch muss eine solche Szene ja nicht kritisch unhinterfragt bleibt. Prinzipiell ist gegen eine solche Szene nichts einzuwenden. Wenn sie aber einzig und allein dem Zweck dient, Aufsehen zu erregen (was ja augenscheinlich gut funktioniert hat), dann ist so eine Szene überflüssig (im Sinne von "nicht dem Spielverlauf dienlich") und hätte genauso in einer Videosequenz oder von mir aus auch in der Backstory im Handbuch behandelt werden können.Es gibt zwei Fragen, die dieses Spiel aufwirft. Zum einen: Darf ein Spiel so etwas wie die Flughafenszene zeigen? Die Antwort darauf muss sein: Ja, wenn man darauf vertraut, dass Spiele inzwischen ein Erzählmedium wie Filme oder Bücher sind. Denn dann sollte ein Spiel, das vom Krieg erzählen will, auch dessen finsterste Seiten zeigen. Die Entwickler sollten sich aber nicht wundern, wenn man ihnen die Szene trotzdem um die Ohren haut: Sie ist schlecht gemacht und schlecht begründet.

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Ich habe MW2 zwar noch nicht gespielt, finde aber die Wege fragwürdig die es mit Herzschlagsensoren, der russischen Invasion und Kämpfe auf Motorschlitten im James-Bond-Stil eingegangen ist. Für mich kam ein großteil der Faszination von MW, dass es ja halbwegs plausibel wirkte. Vorallem die Szenen im Fernen Ostan wirkten oft so als würden sie 1:1 aus irgendwelchen Nachrichten übernommen worden sein.

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Es wäre viel interessanter gewesen, wenn man in der Flughafenszene auf Amerikaner schießen müsste/könnte. Anscheinend gibt es in den Levels, die in den USA spielen, keinerlei Zivilisten (im Gegensatz zu Rio, zB). 
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Re: Die bösen "Killerspiele"
http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3161Deutsche Wissenschaftler verlangen drastische Maßnahmen
(sichtwechsel.de) Anlässlich einer vom “Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend” (BMFSFJ) unterstützten Tagung über “audiovisuelle Medien” haben die Teilnehmer, zu denen mit Dipl.-Psych. Rudolf Hänsel (Schulberater), Dr. Sabine Schiffer (Institut für Medienverantwortung) und Dr. Rudolf H. Weiß (Medienpsychologe) die schärfsten Kritiker von gewaltdarstellenden Videospielen und Unterzeichner des die Berichterstattung über Videospiele prägenden “Kölner Aufrufs” gehören, eine gemeinsame Resolution mit 16 Punkten verfasst.
Vor dem Hintegrund der Amokläufe von Winnenden, Ansbach und München-Solln soll vom deutschen Bundestag eine “überparteiliche Kommission” einberufen werden, um zum “Wohle der Allgemeinheit” die “Toxische Inhalte der Gewalt [...] aus unseren Medien herauszuhalten und [...] (den) Zugang zu ihnen drastisch zu erschweren.“. Der Verkauf von Medien (ausgenommen sind Bücher), die die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können, sollen nicht mehr wie bisher von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ”ab 18″ freigegeben bzw. mit dem Kennzeichen “Keine Jugendfreigabe” versehen, sondern verboten werden. Auch will man der angeblichen Verharmlosung von virtuellen Gewaltdarstellungen durch die Bundeszentrale für politische Bildung einen Riegel vorschieben.
Man verweist die Notwendigkeit der Maßnahmen betreffend auf eine Feldstudie des Mitunterzeichners Dr. Rudolf H. Weiß. Diese zeige anhand der Nutzung des Videospiel “GTA 4″ von 63 % der der 13- 14-Jährigen, dass von Eltern und Kindern die “Alterseinstufung durch die USK in der Praxis weitestgehend ignoriert wird und damit wirkungslos ist.“. Auch sei es für Kinder offensichtlich “eine Leichtigkeit” für sie nicht freigegebene Spiele in Geschäften zu erwerben. Die rigerose Forderung:
“Wenn mehr als 2/3 aller befragten Jungen die Alterskennzeichnung von GTA IV egal ist [...] könnten nur noch Verkaufs- und Werbeverbote sowie Internetsperren weiter helfen.”
In der Schweiz konnte “Vereinigung gegen mediale Gewalt” (VGMG) bereits erste Erfolge verzeichnen. Im Kanton Bern hat man ein Verbot von «Killer Games» und Horrorfilmen in Strafanstalten durchgesetzt, das man auf sämtliche Kantone auszuweiten versucht. Inwieweit die Forderungen nach Internetsperren und Verboten hierzulande durchgesetzt werden können ist noch offen. Der Standpunkt der neuen Familienministerin Kristina Köhler schließt weitere Verschärfungen des Jugendschutzes nicht aus:
“Jugendschutz geht aber noch weiter: Dazu gehört beispielsweise die Ausarbeitung von Maßnahmen, die die Nutzung moderner Medien für Minderjährige ungefährlicher machen.”
(Danke an Shane Fenton.)
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Re: Die bösen "Killerspiele"
Man verweist die Notwendigkeit der Maßnahmen betreffend auf eine Feldstudie des Mitunterzeichners Dr. Rudolf H. Weiß. Diese zeige anhand der Nutzung des Videospiel “GTA 4″ von 63 % der der 13- 14-Jährigen, dass von Eltern und Kindern die “Alterseinstufung durch die USK in der Praxis weitestgehend ignoriert wird und damit wirkungslos ist.“. Auch sei es für Kinder offensichtlich “eine Leichtigkeit” für sie nicht freigegebene Spiele in Geschäften zu erwerben. Die rigerose Forderung:
“Wenn mehr als 2/3 aller befragten Jungen die Alterskennzeichnung von GTA IV egal ist [...] könnten nur noch Verkaufs- und Werbeverbote sowie Internetsperren weiter helfen.”
Selten so gelacht. Und Leute, die so einen argumentativen Mist von sich geben, haben Dr und Prof Titel. Traurig. Weil die USK-Einstufung faktisch also versagt, muss man die Spiele verbieten. Geile Logik
(Achtung, wer Sarkasmus und/oder Zynismus findet, darf ihn behalten)

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Re: Die bösen "Killerspiele"
Vor allem trifft diese Argumentation auch auf Tabak und insbesondere Alkohol zu. Nach dieser Logik müsste man die auch dringend verbieten. Ich gehe zumindest mal davon aus, dass 2/3 aller befragten Jungen das "gesetzliche Ausschankalter" für Bier oder auch Schnaps auch egal ist 
