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Raptile
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Beitrag von Raptile »

Sandor hat geschrieben: Wie Plube sagt, wer hier online sein kann, nen Wii und andere Dinge daheim stehen hat, Urlaub und Auto besitzt, gehört schon zur "besseren Gesellschaft" und im globalen Vergleich, ist jeder hier ein extrem reicher "Bonze". Insgesamt fällt mir hierzu der woanders zitierte "Crepes-Verkäufer" oder der "Pferde-Cowboy" ein.
Im globalen Vergleich ist Deutschland auch sehr reich. Bei manchen Dingen muss man auf den globalen Vergleich einfach mal pfeifen und sich die Situation hier anschauen. Im globalen Vergleich ist Deutschland auch sicher nicht das billigste Land ;)

Zum "Crepes-Verkäufer" und "Pferde-Cowboy". Mir geht es nicht um Neid, sondern um Gerechtigkeit. Jeder ist seines Glückes Schmied, schon klar. Aber das jetzige System ist einfach teilweise sozial unfair. Viele Manager bereichern sich auf Kosten der Arbeitnehmner.

Wenn ich Manager wäre, würde ich mein Gehalt erst mal auf ein angemessenes Niveau kürzen. Wieso soll ich eine Millionen-Abfindung kassieren, wenn ich gerade erst ein Unternehmen ruiniert hab? Sowas finde ich scheiße und asozial. Wenn ich Manager wär, würde ich aber vielleicht auch anders (finanzieller) denken. Dann wäre es aber wohl an der Zeit mir die Kugel zu geben.

Zum Thema Lohn: In Deutschland wird es in absehbarer Zeit nur vorwiegend anspruchsvolle Berufe geben. Einfache Tätigkeiten lagert man aus. So ist z.B. die deutsche Textielindustrie den Bach runter gegangen. Manche Dinge kann man nicht ersetzen, da sich ein Dach (etc.) nicht von selbst deckt, aber die Beschäftigung in Deutschland wird später vorwiegend in Bereichen sein, die eben einiges abverlangen. Ein Hauptschulabschluss ist heute imo gar nichts mehr wert, weil viele Firmen sagen: Unter Realschule geht bei uns nichts mehr.

Ich weiß von IBM, dass sie keine Ausbildungsberufe mehr anbieten. Studium, drunter geht nichts. Das liegt einfach daran, dass die Anforderungen immer größer und komplexer werden. Das ist eine Entwicklung, die so schnell wohl nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.

In Asien (wird aber langsam teurer) lässt Adidas seine Schuhe für eine handvoll Euro produzieren um sie dann für rund den 20 fachen Preis hier zu verkaufen.
over and out
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Böass
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Beitrag von Böass »

Böass hat geschrieben:Mal ein kleines Beispiel aus meinem unmittelbaren Umfeld:
Einige meiner Leute arbeiten als Securitys.
Stundenlohn: 7,15 Euro Brutto.
Die maximale Arbeitszeit, die sie bei dieser Firma monatlich leisten dürften beträt 208 Stunden.
Natürlich kann man mit dem Nettolohn von 1100 Euro keine Familie ernähren.
Also arbeiten die meisten Securitys dieser Firma im Schnitt 250 Stunden im Monat (mit Kenntniss der Firma, die ja die Dienstpläne einteilt).
Nun ist es so, dass ein sehr großes Objekt aufgrund einer Winterpause wegfällt...
Die Folge: Kaum ein Angestellter kann mehr als 120 Stunden im Monat arbeiten, da die selbe Anzahl an Arbeitern auf weniger Objekte verteilt werden muss.
Nettolohn: 750 Euro.
Viele der Arbeiter haben vorher anderweitig gearbeitet, sind gekündigt worden, waren selbstständig und sind pleite gegangen und haben dort angefangen, weil sie zu stolz waren, um auch nur einen Monat staatliche Unterstützung zu beziehen.
Die Ironie an der Geschichte: Jetzt sind sie auf zusätzliche staatliche Unterstützung angewiesen, wenn ihre Kinder essen sollen.

Viele Kommentare hier kann ich mir nur damit erklären, dass die meisten User wohl noch nie für ihr Geld gearbeitet haben und das Einfamilienhaus ihrer Eltern als selbstverständlich ansehen.

Und von "Neid" zu sprechen ist wirklich Spott und Hohn im Angesicht der Millionen Menschen, die in Leiharbeitsfirmen als moderne Sklaven arbeiten müssen, um ihre Familien zu ernähren.
Kleiner Nachtrag:
Das sehr große Objekt wird mit 90%iger Wahrscheinlichkeit dauerhaft wegfallen.
Dadurch ist die Existenz hunderter arbeitender Menschen und ihrer Familien nicht mehr finanziell abgesichert, wenn die Firma es nicht schafft das Personal zu reduzieren, was natürlich auch keine wünschenswerte Alternative ist...
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Beitrag von Sandor »

@Raptile:

Zuerst mal, der Umstand, dass der Hauptschulabschluss nichts mehr wert ist, liegt NICHT an dem Schulsystem oder dem vermittelten Stoff. Ich pers. halte die Hauptschule und den Abschluß für mehr als ausreichend, einen Beruf im Nachgang zu erlernen. Grund warum der Abschluß nichts mehr zählt sind die Manager, die möglichst einen hohen Abschluß wollen oder meinen, der wäre besser geeignet. Ich pers. hab weitaus mehr HS-Abgänger mit Grips im Kopf erlebt als Realschüler. Weiterhin ist das Problem die Integration von Ausländern und die deutsche Sprache. Egal ob jemand da jetzt die Nase rümpft - wir haben definitiv ein Integrationsproblem, welches in der Hauptsache durch die Immegranten selber produziert wird - und das sogar in 2. und 3. Generation.

Wir leben heute schon in dem Zustand, dass eigentlich nur die Hochqualifizierung uns vor dem wirtschaftlichen Untergang rettet - nebst dem Export dieser Güter. Egal ob Ingenieurskunst oder Autobau/Maschinenbau. Dennoch reicht dies nicht aus, um die Masse an Arbeitsfähigen zu beschäftigen. Ich halte es für falsch, wenn wir ein Land der Überspezialisierung werden/bleiben. Daher muß und sollte das Lohngefüge entsprechen variabel sein.

Insgesamt denk ich aber nicht, dass selbst ein radikales Umdenken einsetzen wird, was unter Umständen schlimmeres verhindern könnte. Die sog. "politische Mehrheit" ist dafür einfach nicht vorhanden. Daher wird die allgemeine Verarmung auch hier stärker zunehmen und dadurch auch der Ruf nach Sozialismus und linke Politik - die dann zwar noch alles schlimmer macht aber erst einmal die Kuh schlachtet, deren Milch man bisher getrunken hat und somit die Bäuche kurz wieder füllt.
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Zitat von Papst:
"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten"
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