Nakira hat geschrieben:
Stephen Feherty hat geschrieben:Allerdings darf man bei all dem auch nicht die Medien vergessen, die ein riesiges Interesse daran haben solche Armutsverhältnisse und ihre Folgen auzuschlachten und das ganze teilweise schlimmer darzustellen als es ist bzw. alles zu verallgemeinern. Somit bekommen wir nur das Bild der brutalen und gewalttätigen Ausländerkindern, vor denen wir uns auf der Straße in Acht nehmen müssen. Furcht und Gewalt ist halt immer noch das beste Mittel etwas zu verkaufen.
Stimmt!! Vorbild ist hier ganz klar Amerika. Jedoch ist dieser Videobeitrag den wir hier gesehen haben in keinster Weise übertrieben. Geh mal Abends zur späten Stunden durch die Stadtteile Essen-Karnap oder Heiligenhaus-Oberilp und ich verspreche Dir da geht es genauso ab wie in dem Video und ganz ehrlich: Zur späteren Stunde kommst Du durch diese Stadtteile nicht ohne Pöbelein und/oder Blessuren.
Ich lebe ein keiner Großstadt, weswegen ich das nicht 100%tig bestätigen/widerlegen kann. Allerdings kann ich mir gut vorstellen wie es da abgeht, wir haben es bei uns in abgespeckter Variante.
In dem uns vorliegenden Beitrag ist sicher nichts wirklich übertrieben dargestellt. Ich wollte halt darauf hinweisen, dass es genug ähnliche Beiträge (sowohl über Straßenkids, als auch über Gewalt in Videospielen - wie wir wissen

oder sonstwas) aus der BoulevardPresse gibt, die absolut ins Maßlose überzogen sind. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man sich so etwas anschaut.
Achja, in Amerika ist es übrigens das gleiche Dilemma, nicht nur in den USA. Die Armen werden von der Exekutive und auch immer öfter von den Legislative unterdrückt, dumm gehalten und entrechtet. Auch dort hat dies zur Abkapselung und Gründung von Gangs und Ähnlichem geführt.
Nakira hat geschrieben:
Stephen Feherty hat geschrieben:Das wirklich Schlimme sind nicht diese Menschen, sondern ein komplexes System von einigen Wenigen (Kapitalisten) die sich durch die Misszuständen dieser Menschen eine goldene Nase verdienen. Übrigens sind das die selben Menschen die auch für die Abstumpfung in Bezug auf Gewalt in den sozialen Unter- und auch Oberschichten verantwortlich sind.
Klar hast Du Recht, das das die Hauptschuldigen sind. Allerdings kommt es für mich in deinem Post so vor, als willst Du die betroffen Kids (oder Jugendlichen) ganz von einer Mitschuld freisprechen. Das finde ich sehr bedenklich, denn immerhin hat jeder Mensch ja noch einen freien Willen und kann sich aussuchen ob er sich durch diese Mißstände in diesen Sumpf des Verbrechens begibt oder eben anders versucht damit umzugehen. Ich hab es schonmal gesagt, als Kind hatte ich auch so gut wie nix: Keine Markenklamotten, keine Spielkonsole und trotzdem habe ich das anders Kompensiert, nicht durch Gewalt. Wie schon szer0x gesagt hat: Gestohlen oder Jemanden verprügelt habe ich deswegen noch lange nicht!!
Freisprechen möchte ich sicher niemanden. Jeder ist letztendlich für das was er tut selbst veranwortlich. Ich habe nur die Ursachen dieses Verhaltens aufgezeigt. Es ist wichtig zu wissen, wie Menschen zu solch einer scheinbar "grundlosen" Brutalität gelangen.
Und wie ich schon sagte, manch einer kompensiert Armut halt durch Kunst oder anderes. Diese Jugendlichen haben anscheinend starke Minderwertigkeitskomplexe und kompensieren sie durch extrem gewalttätiges Verhalten. Aber es gibt auch immer wieder Ausnahmen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die familiären Verhältnisse. Denn natürlich ist nicht jede arme Familie gleich asozial oder hat schwerwiegende interne Probleme. Manche Eltern schaffen es ihrem/ihren Kind/Kindern viel Gutes mit auf den Weg zu geben.
Nakira hat geschrieben:
Stephen Feherty hat geschrieben:Im Endeffekt will ich nur sagen, wer sich daran stört, dass seine Freunde/Verwante oder er selbst unter derartigen Gangs und solcher Brutalität zu leiden haben (...)
Der Teil des Satzes klingt echt so, als würdest Du die Folgen solcher Gang Aktivitäten echt runterspielen wollen. "Wer sich daran stört..." Hallo?! Wir reden hier nicht nur von Beschimpfungen und ähnlichem, ich habe es oben bereits geschrieben:
Jemand den ich aus meinem Stammforum kenne ist wegen so einer Ganggeschichte gestorben!!!
Ja und letztens ist wieder einer von nem Nazi erstochen worden. So schrecklich es klingt, das kommt halt dabei rum. Irgendwann übertreibt es einer und es bleibt nicht beim Nasenbeinbruch. Das ist schrecklich und deshalb versuche ich auf die wahren Verursacher derartiger Vorfälle hinzuweisen. Ich kenne allerdings nicht die näheren Umstände des Mordes an deinem Forumkollegen. Und so makaber es klingen mag, Morde kommen im Vergleich zu Körperverletzungen immer noch selten vor - wenn auch jeder Mord aus einem solchen Antrieb, ein Mord zu viel ist.
Das mit dem "stören" war wohl etwas unglücklich ausgedrückt. Schließlich stört sich wohl jeder daran, der es unmittelbar mitbekommt.
Nakira hat geschrieben:
Und noch ein letztes:
Stephen Feherty hat geschrieben:Meine Botschaft ist : "Tut etwas gegen die Wurzeln, nicht gegen die Blätter !"
Es ist reichlich schwer gegen die Wurzel etwas zu tun. Ein Anfang wäre eben der Boykott solcher Rapper wie Bushido, Sido oder Eko, aber das wird NIE passieren.
Warum sich dann also nicht wenigstens um die Blätter kümmern, indem man die Kids von der Straße holt, ihnen Zeigt was Recht und Unrecht ist und ihnen Möglichkeiten zum Abbau von Aggressionen zeigt. Solche Projekte gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige und sie wären mal ein Schritt in die Richtige Richtung
Erstmal, zu sagen "Das wird nie passieren" ist viellleicht auch einer der Gründe dafür, dass es nie passieren wird. Ein Boykott würde auch seine Wirkung verfehlen. Eher müsste die Zielgruppe gründlich aufgeklärt werden. Wer das am besten tun könnte, wären Sozialarbeiter und der Staat selbst. Der Staat selbst wird das wohl nie so direkt tun, da er sich damit ins eigene Fleisch schneiden würde, da seine Industire/Wirtschaft letztlich von Leuten wie Bushido (nur als Beispiel für hunderte anderer genannt) am Leben erhalten wird - auch wenn er sich selbst "Staatsfeind" nennt (absolut lächerlich).
Und sicher muss sich um die Blätter gekümmert werden und es stimmt, das passiert noch viel zu wenig. Nur Blätter fallen irgendwann ab und die Wurzeln halten den Baum am Leben, der dann neue Blätter produziert. Es gibt durchaus einige sehr gute Möglichkeiten zusammen mit anderen Menschen zu versuchen, das Staatswesen zu ändern und damit Probleme, wie das von und besprochene und etliche andere zu lösen bzw. einzudämmen.
Das geht jetzt natürlich alles wieder in den politischen Bereich. Nur ist die zur Zeit betriebene Politik letztlich für die meisten unserer Probleme verantwortlich. Politik ist schließlich die Regelung unseres Alltäglichen Lebens und auch unserer zwischenmenschlichen Beziehungen.