N64 Nintendo64 - Legend of Zelda: Ocarina of Time - Lesereinschätzung

  Geschrieben von Khesrau Behroz

The Legend comes true
The Legend of Zelda – Ocarina of Time

Welcher Spieler erinnert sich nicht an die tollen Abenteuer des Link? Ob NES, SNES oder diverse andere Konsolen, die nicht unbedingt von Nintendo kommen mussten, wurden von dem kleinen Racker besucht. Nur unser geliebtes Nintendo 64 wurde noch nicht beschert. Bis an dem Tag, an dem Ocarina of Time veröffentlicht wurde. Der Ansturm auf das Spiel war riesengroß und nicht aufzuhalten. Die Fachpresse war begeistert (N-Zone: 97%; BigN: 98%; Screenfun: 1; Computerbild – Spiel: Sehr gut), auch diverse PC – Zeitschriften mussten zugeben, dass OoT eine Klasse für sich ist. Bis heute steht OoT auf Platz 1 der Nintendo 64 Spieler. Obwohl Zelda – OoT nicht sehr neu ist, dachte ich mir, ich schreibe einen kleinen Testbericht, damit die letzten 10 Menschen auf diesem Planeten von dem Spiel überzeugt werden.

Träum schön...

Er sieht immer wieder die gleichen Bilder, immer wieder sieht er die Qualen, die auf ihn und der ganzen Welt zukommen. Er sieht den Untergang von Hyrule. Es ist kalt in seiner bescheidenen Hütte, ohne Decke unternimmt er den Versuch einzuschlafen, als eine kleine Fee sein Baumhaus betritt und ihn aufweckt. Die Fee stellt sich als Navi heraus, einem abgesandten des Deku –Baumes, dem Beschützer des Kokiri – Waldes. Ohne zu zögern verlässt Link seine Hütte...

Grafikpracht aus einer anderen Welt

Als Link sein Baumhaus verlässt, kommt ein Kameraschwenk zum Einsatz, der die Grafikpracht dieses Spiels unter Beweis stellt. Eine so unglaubliche Detailfülle hat man noch nirgendwo auf dem N64 gesehen. Die Landschaft sieht unglaublich schön aus, sofort wird einem die Idylle dieses kleinen Dorfes bewusst. Besonders schön ist das Wasser geworden. Läuft zum Beispiel Link durch selbiges, sieht man das Kräuseln, die hinter ihm entsteht. Schweren Herzens müsst ihr trotzdem eure Aufgaben bewältigen, auf die euch Navi immer wieder hinweist. [Apropos Navi: Im Dorf der Kokiri hat jeder Bewohner eine kleine Fee, die einem Beschützt und vor Gefahren warnt. Nur Link bekam keines.
Warum? Nun, Link ist eigentlich überhaupt kein Kokiri, sondern ein ganz „normales“ Kind aus Hyrule. Er wurde von seiner Mutter hierher gebracht, da sie der Meinung war, dass Link hier sicherer sei, als in Hyrule, wo sich Krieg zwischen den Rassen aufbahnte.] Habt ihr ein Schwert gefunden und ein Schild beim Händler gekauft, dürft ihr den Weg zum Deku – Baum passieren und gleich die ersten Gegner mit eurem Kokiri – Schwert niedermachen. Beim Baum angekommen erwartet euch eine lange Zwischensequenz, bei dem euch die Story näher gebracht wird. Nachdem ihr gespannt den krankem Deku – Baum gelauscht habt, dürft ihr ihn (ja, den Deku – Baum!) einen kleinen Besuch abstatten, da er wahrscheinlich eine kleine Spinne in sich hat, die ihn den Graus machen möchte. Im inneren des Baumes kommt wieder einmal das Leveldesign und die Grafik zu Geltung. Das ganze Aussehen erinnert einem tatsächlich an einem Baum, die Texturen tun ihr übriges. Auch bekommt ihr zum ersten Mal eines der Zehn Endgegner zu Gesicht, eine Spinne namens Ghoma. Wie alle Gegner ist auch Ghoma genial animiert und wunderschön (?). Habt ihr die Spinne außer Gefecht gesetzt, seht ihr eine weitere Zwischensequenz, die euch unter anderem euer nächstes Ziel, Prinzessin Zelda, nennt. Außerdem übergibt euch der Deku – Baum den Kokiri – Smaragd und stirbt.

Ein Traum wird wahr

Ich versuche einen Satz aus der N-Zone zu zitieren: „Ich möchte aus diesem Test jetzt keine Komplettlösung machen, doch um die Komplexität dieses Spiels zu zeigen ist es notwendig (...).“ Und das gilt jetzt noch!

Versucht man jetzt den Wald zu verlassen wird man von einer Salia aufgehalten. Keine Musik, es ist still, nur die Geräusche des Waldes kann man hören. Salia spricht, sie ist verwundert darüber, dass Link jetzt gehen muss. Sie übergibt Link ein Abschiedsgeschenk, die Feen – Okarina. Nach einer Betrachtung packt es Link dankend ein. Es ist wieder still. Link und Salia schauen sich tief in die Augen. Mit langsamen Rückwärtsschritten versucht Link wegzukommen, seine Augen auf Salia gerichtet. Auf einmal rennt er los, raus aus dem Wald, raus aus Kokiri. Allein diese Szene motiviert einem zum Weiterspielen: Werde ich Salia jemals wiedersehen? Wird es am Ende eine glückliche Hochzeit geben? Ein Traum wird wahr, denn zum ersten Mal gibt es Gefühle in einem Videospiel, nicht übertrieben kitschig, wie es die meisten Soaps sind, sondern in Grenzen gehalten. Somit ist für mich eines klar: Dieses Videospiel ist eine Offenbarung und hat von allem was. Tolle Action, orchestralen Sound und eben ein Hauch Romantik. Nach dem Verlassen des Dorfes befindet man sich in der Hylianische Steppe. Vor der Veröffentlichung von OoT wurde besonders der Sonnenauf – und Untergang oft von seitens Nintendo erwähnt. Die Atmosphäre des Spiels wird dadurch deutlich erhöht. Nur zur bestimmeten Zeit darf man auf den Marktplatz von Hyrule, da sonst die Tore geschlossen bleiben.

Dungeons & Dragons

Was das Design der einzelnen Dungeons angeht, kann man nur „genial“ sagen. Man kann sichtlich sehen wie sehr sich die Entwickler in den sieben Jahren Entwicklungszeit Mühe gegeben haben. Die Türen und andere Elemente der Dungeons sind geschickt miteinander verknüpft und ergeben einen Sinn was die Standorte angeht. Auch sind sie sehr Abwechslungsreich: Euer Weg führt euch durch einen Baum, einer heißen Höhle, oder ins schleimige Innere eines Wales. Kein Dungeon gleicht dem anderen, jedes ist anders texturiert und gestaltet. Die Grafik ist wie schon erwähnt Phänomenal. Die ganze Welt ist einfach einzigartig gestaltet und lädt zum gemütlichem Spaziergang ein. Im ganzen Spiel gibt es eine Vielzahl an (End-) Gegner und Freunde. Da gibt es zum Beispiel die Zombies, die einem das Leben schwer machen, wenn man sie in die Augen schaut oder den genial animierten Feuerdrachen Volvagia, der einem durch seinen heißen Atmen den Gang zum Solarium erspart. Auch trefft man recht früh auf Ganondorf, wenn auch nur ein Double. Nicht zu vergessen sind auch die Riesenspinnen, die von der Decke runterhängen und mit einem Hieb auf den Rücken den Boden küssen.

Apropos Decke:
Man sollte ganz besonders auf die Schatten der Geister achten, die einem in manchen Dungeons urplötzlich den Garaus machen. Falls man mitten im Kampf auf einen Gegner trefft, bei dem man nicht so recht weiß, wie er denn zu besiegen ist, hilft euch eure kleine Fee Navi, die euer Hirn immer wieder auffricht, indem sie euer nächstes Ziel nennt, wenn ihr zu lange rumtrödelt oder die Schwachstellen euer Gegner verrät. Falls ihr jedoch glaubt, dass sich die Gegner einfach so von euch verdreschen lassen, habt hr euch gewaltig geirrt. Jede Sorte greift euch anders an, wobei Gegner wie die Riesenspinne euch nicht angreifen, sondern überraschen und euch somit außer Gefecht setzen. Die Skelette, die einem an Spinal aus einem indiziertem Prügelspiel aus dem Hause Rare(ware) erinnern, greifen euch z.B. mit einer Kombination aus Angriff und Deckung an, wobei man sie mit ein bisschen Übung ohne Energieverlust in die Knie zwingt. Insgesamt kann man sagen, dass die KI richtig gut gelungen ist, obwohl die Endgegner meiner Meinung nach viel zu einfach sind und immer wieder die gleiche Aktion wiederholen.

Link, mein „alter“ Freund

„Wow, Link wird während des gesamten Spiels älter? Unglaublich!“ So werden viele gedacht haben, als sie sich die ersten Screenshots zum Spiel sahen. Es stimmt im Grunde genommen schon, dass Link älter wird, doch nur auf einem Schlag und ohne mehreren Schritten. Man wird im gesamten Spiel keinen grauen, sondern einen erwachsenen Link zu Gesicht bekommen. Man sollte jetzt nicht heulen, nicht nur die Tatsache, dass das Spiel beileibe nicht schlecht ist, nein, die ganze Prozedur hat auch einen Sinn in der Story, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, weil sie einfach zu gut ist (wer sich doch dafür interessiert: im Testtagebuch von Matthias kann man alles detailliert nachlesen; und das sogar mit Screenshots J). Natürlich bringt das Älter werden viel Vor- und Nachteile mit sich. Ein positiver Aspekt ist sicherlich das Reiten mit dem Pferd Epona, den man aus der Lon Lon Farm bekommt. Hat man es erst einmal bestiegen, kommt man da nicht so schnell runter. Nicht deshalb, weil man eine ungeheuer lange Tastenkombination Vollstrecken muss um abzusteigen, nein, dazu braucht man nur eine Taste zu drücken, sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil es einfach mächtig viel Laune macht durch das wundervolle Hyrule zu reiten. Stellt euch mal vor, ihr sitz auf eurem Pferd und reitet gegen den Sonnenuntergang – einfach wunderschön. Natürlich kann man damit viel mehr machen, als sich dämlich zu reiten. Man kann auch Hindernisparcours überwältigen – ein weiterer Punkt, der den Langzeitspaß in die Länge zieht. Natürlich kann man als Erwachsener nicht nur Epona auf den Geist gehen. Du kannst auch an neue Orte kommen.
Wenn du nämlich (wer nämlich mit „h“ schreibt ist dämlich J) als junger Link eine Bohne an einen bestimmten Platz platzierst, kannst du selbiges als Erwachsener sogar hinaufklettern. Es gibt viele Änderungen, unter anderem an eurem Schwert. Es ist doch selbstverständlich, dass ihr nicht mit einem mickrigen Frühstücksmesser durch die Welten reist, natürlich bekommt ihr ein viel kräftigeres, welches eine ganz besondere Geschichte hat, die an dieser Stelle nicht verraten wird (ihr wisst ja wo ihr alles findet...). Auch allgemein wird an den Waffen viel verändert: Z.B wird euch die Zwille entzogen, stattdessen bekommt ihr ein Pfeil und Bogen, die es auch noch in verschiedenen Variationen gibt. Dass Link auch anders aussehen wird ist ja logisch. Hinzu kommt, dass er in seiner „Abendgarderobe“ zwei weitere „Anzüge“ hat, mit anderer Farbe und speziellen Fähigkeiten. Mit dem Blauen wird er ein wahrer Schwimmspezialist, mit dem Roten ein Frauenheld, da er damit sogar den heißesten Ofen unsicher machen kann... Es gibt noch viele andere, mehr oder weniger sinnvolle, Veränderungen. Doch um die alle aufzuzählen, muss man schon verrückt sein... „Wiedersehen, beehren sie uns bald wieder“

Wie bei jedem Zelda – Spiel, so kann man auch in Ocarina of Time einkaufen gehen. Dabei gibt es viele verschiedene Art und Weisen, um sein Geldbeutel zu erleichtern. Erste Anlaufstelle sind da natürlich die „legalen“ Geschäfte, bei denen man mit „geringem“ Entgelt neue Energie, Tränke oder aber auch Schilder bekommt. Man kann sie fast überall finden, wo etwas los ist. Wie z.B. auf dem Marktplatz von Hyrule. Dort kann man nicht nur im Basar kaufen, sondern auch gegen Bares kurzweilige Minispiele spielen, die angenehm spaßig sind. Man kann aber auch auf ganz andere Weise etwas kaufen. Wie wäre es den bei den lustigen Laubkerlen, die einen jede Menge Schrott zum Wucher – Preis verscherbeln? Oder wollt ihr lieber bei vertrauenswürdigeren Personen etwas Geld locker machen? Die offizielle Währung in Hyrule sind die „Rubine“. Man findet sie an den verschiedensten Stellen in verschiedenen Farben. Jede nachdem welche man gefunden hat, zählen sie umso mehr.

Doch Vorsicht:
Ihr könnt nicht so viele Rubine wie möglich mit euch tragen. Am Anfang trägt euer Geldbeutel 99 Rubine. Diesen kann man jedoch etwas ausweiten, indem man die „Skultullas“ von ihren Fluch befreit. Skultullas sehen aus wie Spinnen und verstecken sich in den Dungeons oder auch in der freien Umgebung. Mit einem saftigen Schwerthieb schlägt man ihn K.O. und bekommt zur Belohnung einen von 100 Skultulla - Symbolen. Ab einer bestimmten Menge von den Symbolen bekommt ihr neue Sachen für euer Inventar. Da wäre zum Beispiel ein Herzstück, von denen euch immer vier einen Energieschwung bescheren. Wie wäre es mit einem größeren Geldbeutel? Es gibt noch viele andere Sachen, die man sich dadurch hinzuverdienen kann. Auf jeden Fall macht das Sammeln der Symbole jede Menge Spaß und treibt die Langzeitmotivation in die Höhe.

Fazit: Das beste Spiel aller Zeiten

The Legend of Zelda – Ocarina of Time ist ein einfach nur geniales Spiel, das jeder einmal gespielt haben muss. Niemand kann sich davor drücken – weder die PC-, Playstation-, Xbox- oder Dreamcast – Spieler. OoT ist ein typisches Zelda – Spiel: Viele Rätsel, viel Action, viel Spaß. Dabei ist es nicht nur die feine Grafik und der orchestrale Sound, die zu Begeistern wissen, nein, es ist auch dieser unglaublich schöne Aha – Effekt, das immer wieder eintritt, wenn man einen neuen Bereich im Spiel betretet. Ich kann jetzt dieses Spiel zum Himmel loben, doch ist das gar nicht nötig – es macht es schon ganz automatisch, in dem es den Spieler in eine andere, faszinierende Welt voller Geheimnisse entführt und dabei eines nicht aus den Augen lässt: Der Spieler ist der, der das Spiel spielt. Es drängt sich nicht allzu sehr in den Vordergrund, in dem es z.B. Unmengen an Zwischensequenzen abspielt und das Spiel wie ein Kinofilm vorkommen lässt, obwohl Letzteres durch die intelligente Story sicherlich stimmen mag. The Legend of Zelda – Ocarina of Time ist mein persönliches „Bestes Spiel aller Zeiten“, zumindest bis die GameCube – Version erscheint und mich erneut verzaubert. Bis dahin begnüge ich mich mit dem schweren Nachfolger „Majora’s Mask“ für N64. Die Legende wird weitergehen...

Fakten:
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Genre: Action – Adventure / Rollenspiel
Spieler: 1
Rumble: Ja
Expansion: Nein
Speichern: Modulintern
Texte: Deutsch
Sprache: Keine

Grafik: 97%
Sound: 95%
Dauerspaß: 99%
Gesamtwertung: 98%

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