Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

Virtual Pool 64

Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Computerladen Zur48.

Virtual Pool 64 ist eine reine Billard-Simulation und bislang die einzige dieser Art, die es auf dem N64 gibt. Ich hätte nicht gedacht, daß sich so ein Sport, wie Billard überhaupt ordentlich in eine Spielsimulation umsetzen läßt. Jedoch ist dies den Programmierern von Grave Entertainment recht gut gelungen, so daß mancher Billardfreak hier seine Freude daran haben wird, nicht in der Halle, sondern an der Konsole seine Spielabende zu verbringen. Die gesamten Bewegungsabläufe der Kugeln sind bis in das letzte Detail sehr realistisch nachempfunden und selbst bei der grafischen Gestaltung der einzelnen Kugeln und des Tisches wurde nichts ausgelassen. Dies macht sich am meisten bemerkbar an den ganzen Licht- und Schatteneffekten, die man am besten beim heranzoomen an die Kugeln erkennt.
Hier ist auch sehr gut zu sehen, daß die "Murmeln" auch wirklich rund sind und keine Ecken aufweisen. Phantastisch ist es anzusehen, wie die Kugeln ihren Lauf nehmen, selbst wenn der Kugel einen Drall gegeben wird und kein Unterschied zum richtigen Spiel am Tisch zu sehen ist. Da Pool-Billard ja nun nicht nur in einer Weise gespielt werden kann, hat man hier neun verschiedene Poolarten zur Auswahl. Bevor Ihr diese Modi anwählen könnt erwartet euch das Hauptmenu von Virtual Pool 64. Unter dem Punkt Select Game gelangt Ihr zum Modi-Bildschirm auf dem Ihr unter den verschiedenen Spielvariationen wählen könnt. Das wohl bekannteste ist das 8 Ball Pool. Hierbei kann man noch zwischen den Regeln der American Pool Players Association, American Bar(was so in den Kneipen am häufigsten gespielt wird) und den English Pub wählen. Weiterhin kann man hier 3-, 6-, 9-, und 10-Ball, das Straight Pool, One Pocket, Rotation und das Bank Pool spielen.
Wenn man sich für eine Art des Pool entschieden hat, gibt's die Möglichkeit gegen den Computer, gegen einen zweiten Spieler oder gar ein ganzes Turnier zu spielen. Natürlich wird einem hier auch eingeräumt, erstmal ein paar Trainingsrunden zu bestreiten, um das richtige Gefühl zu bekommen. Dies geht im Match Play, entweder gegen Euch selbst oder gegen einem Mitspieler. Oder Ihr geht zum Play Free Style und könnt da solange wie Ihr wollt alleine rumprobieren. Wer hier sein Repertoire ein wenig erweitern will, kann unter der Option "Built-In Shot" ein paar Kunststöße kennenlernen(insgesamt sind es wohl 95 an der Zahl).Habt Ihr Eure Kenntnisse dann etwas gefestigt, so könnt Ihr im Match Play erstmal gegen einen Computergegner antreten. Hat man das erfolgreich absolviert, ist man für das Turnier gerüstet.
Bevor man in das Turnier geht, sollte man aber die Optionen abchecken, in denen man noch so allerlei Sachen spezifisch verändern kann. In den Turnieroptionen kann man auswählen, ob man gegen 4, 8 oder 16 Gegner antreten möchte. Dann die Schwierigkeitsstufen Easy, medium oder hard und wieviel Spiele pro Match ausgetragen werden sollen. Weiterhin ist wählbar, ob die Gegner mit oder ohne Handicap spielen dh., daß die Schwächeren einen Vorsprung bekommen oder nicht. Die Gegner im Turnier sind eigentlich nicht allzu stark(auch im hard nicht). Nur in der Finalrunde kann es schon passieren, daß man auf einen alten Pooler trifft, der hintereinander den Tisch abräumt. In so einem Fall ist es schon nicht schlecht, daß hier jederzeit das vorherige Spiel abgespeichert werden kann und man nicht jedesmal ganz von vorne anfangen muß das Feld aufzuräumen. Hat man das Turnier gewonnen, kommt das gewohnte Sieges-Trara und man sieht den Pokal am Ende des Turnierfeldes stehen.
Wer hier auf ein paar versteckte und exorbitant gute Gegner wartet oder gar denkt, daß er einen neuen Satz Kugeln bekommt, der hat hier weit gefehlt. Denn das ist eine reine Simulation und kein Action-Adventure Pool. Naja, vielleicht wären solche Gimicks aber auch gar nicht schlecht gewesen, um noch einen Ansporn zugeben und das Spiel noch interessanter zu machen als es schon ist. Das Problem ist ja in dem Fall, daß man nach diesem gewonnenen Turnier im Hard-Modus, irgendwo noch eine besondere Herausforderung sucht. Zwar gibt es noch die ganzen anderen Poolvariationen, aber die hat man nach geraumer Zeit auch absolviert und wie es so ist, sind wir doch immer auf der Suche nach etwas außergewöhnlichen. Vielleicht hätte man auch nur die Gegner schwerer machen können oder ich bin einfach zu gut(. Nein Schluß mit dem Quatsch, es ist ja auch so, daß jedes Spiel niemals dasselbe ist und man immer wieder neue Möglichkeiten suchen und versuchen muß, um die Kugel in eine der sechs Taschen zu bekommen. Dann gibt es noch eine Spielart, die sich "Play Shark Skins" nennt. Hier müssen zuerst drei, dann sechs und zuletzt neun Kugeln versenkt werden und das mit sowenig wie möglichen Stößen. Lobend zu erwähnen sind auch noch die unterschiedlichen Kameraperspektiven, die man am Tisch wählen kann. Es gibt eine komplette Ansicht von Oben, man kann an die Kugel beliebig heran zoomen, der Blickwinkel ist veränderbar und die Kamera kann rotierend um den Tisch geschwenkt werden.
Nicht so toll sind dagegen die Auswahlmöglichkeiten im Musikmenü. Gerademal 2 "Hitsö stehen hier zur Verfügung, einmal eine recht gediegene Musik, die man schonmal im Hintergrund mitlaufen lassen kann und zum anderen ein recht nerviges Geplänkel. Also ich weiß nicht, ob es denn ein solch großes Problem war, hier noch ein paar mehr Titel reinzubasteln, um wenigstens unterschiedliche Geschmäcker anzusprechen. Ein Detail hat mich noch ein bischen mehr irritiert. Der besagte Multiplayer-Modus. Hier sollen ja laut Verpackungshinweis bis zu 4 Spieler teilnehmen können. Nun kann man sich auch noch fragen, was denn das "Alternating" hinter der Spielerangabe auf der Verpackung bedeutet. Zumindest habe ich im Spiel nur einen zweiten Controllerplatz registrieren können, man kann zwar mehrere Namen eingeben aber wo lassen sich dann zum Beispiel Teams zusammen stellen. Ich denke fast, daß man die vier Controller auf die Packung gedruckt hat, um die Kunden zu locken, denn wenn ein 4Playermodus angegeben wird, sollte dieser auch ohne größere Probleme einzustellen und zu spielen sein. Abschließend kann ich aber sagen, daß das Game graphisch und technisch gut ausgereift ist und sich somit eine wahre Simulation nennen kann. Die jenigen Billardfreunde unter Euch, werden auch trotz der kleinen Mängel von dem Spiel und den vielen Variationen begeistert sein.

Wertung

Marko Schreiber
(21.03.1999)

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