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Geschrieben von Hendrik Vornhagen
Ich glaube, V-Rally ist das Spiel auf dem N64, wobei ich am meisten geflucht habe. Denn die Steuerung ist wirklich auf dem ersten Blick...ähm....grausig. Aber das Spiel bietet mehr als eine auf dem ersten Blick grausige Steuerung. Das Hauptmenü präsentiert sich sehr hübsch und mit vielen Möglichkeiten. Hier gibt es neben dem Arcade Modus, sowie dem Time Trial auch den Punkt Meisterschaft. Man kann sofort die Anzahl der Spieler wählen oder in die Optionen marschieren. In letzterem kann man dann all die normalen Dinge ein bzw. ausschalten oder lauter oder leiser drehen. Auch den Schwierigkeitsgrad kann man beliebig verstellen. Schön, dass sich die Eden Studios sogar die Mühe gemacht haben, das Spiel komplett zu synchronisieren. So kommt V-Rally nicht nur in deutsch Texten, sondern auch in deutscher Sprache daher...ok...letztere ist nicht wirklich überzeugend, denn mehr als ein „leicht rechts...mittel rechts....scharf rechts und Achtung Senke“ hat die Stimme nicht drauf...Ok...das ist gelogen, denn das gleiche mit „links“ kann sie auch noch :-). In den Optionen kann man weiter nicht viel tun, als geht’s wieder raus und gleich mal den Meisterschaftsmodus aktiviert. Hier geht es auf 8 Weltrallies auf die Piste. Dabei ist eine Rally immer in 3 Strecken aufgeteilt (sagt mal...schreibt man „Rally“ wirklich so? Im Spiel wird es immer ohne „e“ geschrieben...aber mein Word sagt, dass es „Rallye“ geschrieben wird.....hiiillffee....:-)). Somit kommt man im Meisterschaftsmodus auf insgesamt...na?...Genau....24 Strecken. Innerhalb einer Rally (*argh* :-)) ist die Zeit ausschlaggebend. Hat man also im ersten Rennen 7 sek. Vorsprung gehabt, und verliert im zweiten dann 10 sek. auf den ersten Platz, wird man im dritten Rennen mit 3 sek. Rückstand beginnen, die es dann gilt aufzuholen. Das ist mal was erfrischend „neues“, denn selbst wenn man weit hinten liegt, muss man immer drauf achten, dass man nicht zu weit zurückfällt. Am Ende der jeweiligen Rally (ich geb’s auf ;-)), gibt es dann die gewohnten Punkte, wobei der erste 4 erhält, der zweite 2, der dritte 1 und der letzte Fahrer im Feld geht leer aus. Hat man die normale Weltmeisterschaft gepackt, kann man die Profimeisterschaft in Angriff nehmen, die mit insgesamt vier Rallys à 2 Strecken, wesentlich weniger gut bestückt ist. Ach ja...man kann übrigens alles im Spiel auch zu zwei in Angriff nehmen. Allerdings fahren die CPU Gegner dann nur noch imaginär mit, und zwar mit den eingeblendeten Zeiten, oben am Bildschirmrand. Der Modus kann durchaus gefallen, wenn man jemanden hat, der die Steuerung einigermaßen drauf hat. Ohne so Einen, wird es schnell zu einem Krampf. Doch die Meisterschaft ist nicht alles in V-Rally. Der Arcade Punkt, bietet ebenfalls viel. Hier gibt es drei sogenannte Level. 2 sind zu Beginn abgedunkelt. Die erste bietet 4 Strecken, die zweite 5 und die letzte sogar 6. Hier geht es jetzt aber mehr gegen die Zeit, als gegen die CPU Fahrer, die hier nur noch als Fassade mitfahren. So gibt es hier die bekannten Arcade Marken. Diese Marken müssen innerhalb eines Zeitlimits erreicht werden, sonst geht der Motor deines Wägelchens aus und man bleibt auf der Strecke und darf von vorn beginnen. Mit einiger Übung ist dieser Modus aber gar nicht so schwer zu bewältigen. Es empfiehlt sich hier sogar, die CPU Gegner komplett auszustellen. Dies kann man immer, auch im Weltmeisterschaftsmodus. Denn vorher kann man je zwischen dem Modus „Rally“ oder „V-Rally“ wählen. Rally bietet den eigentlich normalen Modus gegen die Zeit und in V-Rally fahren dann 3 CPU Wagen mit, die allerdings nicht vor Crashs zurückscheuen und man so oftmals wertvolle Zeit verliert. Womit man dann eigentlich auch schon mitten im Spiel ist. Ok...ich hab vergessen zu sagen, dass man vorher aus 12 lizenzierten Wagen wählen kann, wobei man nicht wirklich große fahrerische Unterschiede feststellen kann. Auch nicht bei dem V-Rally Ford Escord, den man erst freispielen muss. Wenn man sich nun mit den PS-Monstern auch die Piste wagt, wird man sich erst mal grün und blau ärgern über eine Steuerung, die man so sehr verhunzen ja gar nicht kann. Gott, was hab ich hier am Anfang geschimpft, aber nach einiger Zeit geht es eigentlich ganz gut. Man muss eben nur etwas Geduld mitbringen. Ein Arcade Spiel, wo man die B-Taste nach einiger Zeit entstauben muss, ist das hier nicht. Man muss schon sagen, dass die Autos SEHR unruhig liegen, aber was erwartet man bei weit über 200kmh? Ich kann’s leider nicht nachvollziehen, da ich noch nie ein Auto gesteuert hab...zwar hab ich noch die Hoffnung, dies irgendwann mal zu tun...aber...na ja...:-p Egal...:-). Ich persönlich habe aber am Ende die Steuerung zu schätzen gelernt, kann man mit ihr doch wirklich toll um die Kurven driften. Außerdem ist es jedes Mal ein wirklich schönes Glücksgefühl, wenn man an der verhassten 90° Kurve mit dieser Steuerung sauber vorbeigekommen ist. Da wird wirklich jede kleine Kurve zum Abenteuer. Technisch muss man allerdings einiges bemängeln. Erst mal der fade Sound. In den Rennen selbst, gibt es gar keine Musik, sondern nur das eigene Motorengeräusch und den Sprecher mit seinem „leicht links“............“leicht rechts“.............“Vorsicht Senke“.........“mittel rechts“ :-). Und selbst diese eigentlich löbliche Sprachausgabe, hätte besser sein können. Denn der Sprecher sagt das alles so unbetont, als säße er gemütlich vor der Couch und würde wie in Trance einem anderen die Kurven ansagen. Selbst bei einer „scharfen“ Kurve sagt er gelangweilt „scharf rechts“. Na toll...da hätte er auch gleich wegbleiben können, zumal einem das per Symbol auf dem Bildschirm alles ebenfalls gesagt wird. Ein weiterer Fehlpunkt beim Sound sind die fehlende Effekte. Außer dem Motorensummen gibt es derartiges gar nicht. Selbst, wenn man mit einem irren Tempo gegen die Wand saust, passiert einfach nichts (außer, dass man einen groooßen Bogen durch die Luft macht :-p). Aber ein wenig scheppern, klappern oder was weiß ich, hätte man dem Spiel schon spendieren können. Aber gut...man kann es verkraften und ja nebenbei das Radio anstellen :-). Weiter geht es mit der Grafik. Diese wirkt auf dem ersten Blick wirklich schön. Die Autos sehen super klasse aus, genau wie die meisten Effekte. So tolle Lichter in der Nacht habe ich selten gesehen, wirklich. Aber auch hier ist es ein zweispaltiges Schwert...denn wie es scheint, haben die Entwickler alle Mühen in die tollen Autos gesteckt, und dabei den Rest vergessen. Am auffälligsten sind dabei die Pop Ups, die wirklich deutlich zu sehen sind. Immerhin...dafür ist kein Nebel da...Diese Pop Ups existieren zwar und sind auch recht deutlich, stören aber nicht wirklich, da man die nächste Kurve schon früh genug sieht. Ein wenig gemindert werden die Pop Ups auch durch die feinen Hintergründe, sodass man nicht wie bei einer Nebelwand ins Nichts starrt. Aber auch hier hat man geschludert (würde meine Mutter jetzt sagen :-)). Die Hintergründe wirken eingescannt, was ja eigentlich auch nicht schlimm ist. Aber dadurch sind sie irgendwie...zu pixelig geworden. Das mögen aber noch „Schäden“ aus der PSX- Variante sein. Insgesamt sind die hübschen Renderbilder bei Top Gear Overdrive cooler. Die direkte Umgebung der Strecke macht dafür einiges her. Alles ist sehr fein und detailliert...aber ratet mal was kommt! Genau...auch hier gibt es Einbußen. So ist die komplette Strecke aus Bitmaps aufgebaut, was zur Folge hat, dass irgendwie nichts beweglich wirkt. Selbst die kleinen Bäche oder so, fließen nicht, sondern sind einfach nur als blaues Band zu sehen. Abgerundet wird dieses mittelmäßige Bild durch einige Grafikfehler, wo man in die Wand fährt oder plötzlich durch einen Felsen durchschauen kann. Trotzdem sind das alles Dinge, die man vordergründig gar nicht wahrnimmt. Wenn man oberflächlich schaut, ist die Grafik insgesamt sehr passabel. Um schließlich auch mal zu einen Ende und damit zu einen Fazit zu kommen: Insgesamt muss man sagen, dass V-Rally Edition ’99 schon seinen Reiz hat. Vor allem Hardcore Zocker, werden Tage bzw. Nächte damit beschäftigt sein, die Zeiten zu knacken und alles zu gewinnen. Wobei das Verhältnis von Bestzeiten und „gewinnen“ weit vom Standart abweicht. So habe ich jetzt den Arcade Modus sowie die Welt- bzw. Profimeisterschaft abgeschlossen, und trotzdem erst 8% des Spiels geschafft, jedenfalls laut der Prozentangabe im Hauptbildschirm. Ein wenig mehr, hätte ich schon verdient ;-). Einzige Chance hier höher zu kommen, scheint mir zu sein, die vielen Zeiten zu knacken, was teilweise wirklich happig ist und das auf über 40 Strecken....:-p Die Grafik und der Sound ergänzen sich ohne neue Maßstäbe zu setzen. Beide haben ihre Fehler und beide habe ihre Vorteile. Da muss jeder abwägen, wie wichtig ihm zum Beispiel tolle Hintergrundgrafiken oder ein toller In-Game-Sound sind. Der Dauerspaß ist auf alle Fälle da, wenngleich dieser lange und wichtige Time Trial Modus nicht für jedermann ist. Gerade für die, die gerne Gegner um sich herum haben. 20-25€ sind für diesen Titel auf alle Fälle gerechtfertigt. Bei mehr, muss es jeder selber entscheiden!
Grafik 76% |
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