Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

Vigilante 8:
Second Offense

Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Activision Deutschland

Eines hat die Vigilante Serie auf jeden Fall schon erreicht. Spricht man über dieses Genre wird der erste Teil immer gleich mit erwähnt. Bot er doch reichlich Action und einiges um sich ab zu reagieren. Mir unvergessen war das Sprachsample des Alien. Auch gab sich die Konkurrenz bis jetzt immer eine Blöße. Ich denke da nur an Carmageddon 64. Ich denke Ihr kennt die kleine Randstory von damals noch. :-) Nun legt Activision nach und bringt uns also den 2. Teil um den Kampf der Vigilantes und der Coyotes. Bei der Story ist Activision diesmal in die Vergangenheit zurückgegangen. Mitte der 70iger Jahre hatten die Vigilantes die rivalisierenden Coyotes deftig fertiggemacht. Danach vergingen 4 Jahrzehnte ehe der Anführer der Coyotes Slick Clyde die Zeit für eine Rache gekommen sah. Mit einer Zeitmaschine befördert er sich zurück in die 70iger Jahre und versucht nun den Bandenkrieg eine neue Wende zu geben. Mit neuen Anhängern und abermals abgedrehten Fahrzeugen beginnt also nun der Bandenkrieg auf's neue. Nach dem Einschalten wird erstmal nach einem Savegame und einem Expansion Pak gesucht. Findet das Spiel die entsprechenden Geräte wird man aufgefordert ein Savegame zu laden oder der Hinweis erscheint das man den HiRes Modus im Spiel aktivieren kann. Danach erwartet den Spieler das Hauptmenu , das wieder in einem recht edlen Look daherkommt und dem ersten Teil sehr ähnelt. Hier hat der Spieler die Auswahl aus 4 Menupunkten. Dem 1P Spiel, einem Extra 2P Menu, dem Mehrspieler Modus und den Options. In den Options gibt es wieder einiges zu erledigen. Zum einen gibt es wieder den Game Status, der euch verrät welche Spieler freigespielt sind und welche Aufgaben Ihr bereits erledigt habt. Wie im ersten Teil sind wieder viele Abhängigkeiten vorhanden, die der Dauermotivation zugute kommen.
Ein weiteres gutes Feature ist das Controller Pak Menu. Hier kann man seperat auf 4 verschiedenen Memory Card abspeichern, sofern 4 Spieler zu Werke gehen. Vorteil ist das man seinen Wagen im Spiel extra speichern kann. Durch einen Update Modus im Verlauf des Spiels macht das Sinn. Doch dazu später mehr. Ebenso interessant ist der Schwierigkeitsgrad im Spiel. Hier hat man es jetzt gesplittet. Zum einen kann man das Gegnerverhalten in 3 Stufen verstellen und die Wirkung der Waffen einstellen. Auch hier kann man das ganze bei mehreren Spielern für jeden einzeln machen, was einer Handicap Verteilung entspricht. Neben Soundtechnischen Dingen kann man sich hier auch die Story des Spiels in der ausführlichen Version durchlesen. Wählt man den 1P Modus an kann man erneut aus mehreren Modis wählen. Dem Quest Modus, dem Arcade Modus und dem Survival Modus. Kern ist der Quest Modus, der wieder die fortlaufenden Missionen bietet. Zu Beginn des Spiels findet man hier 9 Charaktere , die man auswählen kann. Neben bekannten wie Molo mit seinem Bus oder John Torque mit seinem Thunderbolt gibt es auch zahlreiche neue Charaktere. Am coolsten finde ich das All Star Trio, das jetzt mit einem Motorrad samt Beiwagen zu Werke geht oder den Astronauten Bob. O, der mit seinem Moon Trekker auch für Aufsehen sorgt. Allen Charakteren gleich ist darunter eine Eigenschaftenanzeige ihrer Fahrzeuge. Diese teilen sich auf in Speed, Beschleunigung, Panzerung und Ausweichfähigkeit. Daneben sind abgedunkelte Balken zu sehen. Hier kommt nun der Aufrüst Modus zum tragen. Schafft man es in den Missionen einen Gegner zu eliminieren fallen aus diesem Wagen Aufrüstsymbole heraus. Je nach Schwierigkeitsgrad bekommt man so Punkte um diese Balkenanzeigen zu pushen. Ab einem bestimmten Wert verändert sich euer Wagen. Er wird schneller oder bekommt neue Teile. Schafft es ein Gegner aber euch zu zerstören kann er seinerseits diese Symbole einsammeln. Dadurch das man dies aber speichern kann bekommt das Zerstören der Gegner noch einen weiteren Sinn. Aber auch so ist es das Ziel. Wieder besitzt jeder Charakter eine bestimmte Anzahl an Missionen, die wieder in einer Karte angezeigt werden. Erst wenn Ihr alle Missionen komplett gelöst habt wird eine der Abhängigkeiten im Spiel freigeschaltet. Und jetzt kommt das schwierige gegenüber dem ersten Teil. Neben dem eliminieren der Gegner pro Mission gibt es zusätzlich noch eine primäre und eine sekundäre Aufgabe . Diese sind von Mission zu Mission verschieden.
Meist jedoch muß man Dinge einsammeln wie Koffer oder Bomben und sie meist auch noch irgendwo abliefern. Desweiteren muß man je nach Zugehörigkeit zu einer Banden etwas verteidigen oder etwas zerstören. Sei es einen Zug verteidigen oder ihn halt auf ein Abstellgleis lenken. Nach der Anzeige der Missionsziele beginnt auch schon das eigentliche Spiel und man fühlt sich zunächst an den ersten Teil erinnert. Die Bildschirmanzeigen sind identisch. Oben links habt Ihr wieder das Radar, in dem Ihr die Positionen der Gegner und der einzusammelnden Items seht. Direkt darunter ist wieder eure Energieanzeige, die man sorgsam im Auge behalten sollte. Oben in der Mitte ist zunächst das Gegnerfeld zu sehen, in dem der Wagen der momentan in eurem Zielkreuz angepeilt ist angezeigt wird. Schön das wieder die Energieanzeige des Gegners zu sehen ist, so das man immer weiß was man ihm noch verpassen muß. Direkt daneben ist das Waffenfeld, in dem eure aktuell gewählte Hauptwaffe zu sehen ist. Neben einem MG mit unbegrenzt Munition, das man per Z-Trigger bedient findet man wieder die schon bekannten Hauptwaffen. Diese sammelt man wieder ein in dem man die entsprechenden Items in den Arealen einsammelt. Seien es die Lenkraketen, Minen oder die Brusier Cannon, die mir immernoch am besten gefällt. Wieder kann man nur eine bestimmte Anzahl an verschiedenen Waffen mit sich führen. Da jetzt auch noch die Koffer und anderen Dinge in der Waffenanzeige angezeigt werden sollte man schon abwägen welche Items man einsammelt. Denn eines sollte sich auch zeigen. Spielt man im Vergleich zum ersten Teil denselben Schwierigkeitsgrad ist es wesentlich schwerer im zweiten Teil. Die Wirkung der Waffen ist nicht so hoch, was zu längeren Sessions führt. Ebenso erschwerend finde ich das die Waffenitems in den Arealen seltener auftauchen und man oft minutenlang nach einem Waffenitem sucht. Natürlich kann man auch wieder die Überraschungskisten finden, die meist die Spezialwaffe des Gegners beinhalten. Da gibt's wieder echt abgedrehte Dinger. Gerade Garbage Man, der euch mit seinem Laster vorne auf die Hörner nimmt sieht schon cool aus. Die Wirkung der Spezialwaffen ist aber sehr unterschiedlich. Während z.b. beim Agent R. Chase die Spezialwaffe kaum Wirkung zeigt kann man mit John Torque's Spezialwaffe schon gut Eindruck schinden. Um sich gegen die anderen Gegner in den Arealen durchzusetzen sind auch wieder die sogenannten Power Ups vorhanden. So um sich für kurze Zeit mit einem Schild auszustatten oder um den Radarstörer zu bekommen, der die Lenkraketen der Gegner ablenkt.
Am wichtigsten sind aber die Schraubenschlüssel, die die Energieanzeige wieder etwas auffrischen. Neu sind Symbole, die für eine gewisse Zeit die Fortbewegung beeinflussen. Entweder kann man nun fliegen, auf Wasser fahren oder im Schnee auf Ketten und Kufen vorankommen. Wobei ich die Schneeketten noch als sinnvoll ansehen. Das fliegen und das fahren auf Wasser ist durch eine schlechte Steuerung etwas im Nachteil. Überhaupt ist die Steuerung etwas hektischer geworden. Macht das ganze im Gefecht durchaus Sinn ist es beim normalen herumfahren etwas schlechter als im ersten Teil. Was ich sehr gut fand war das diesmal in verschiedenen Arealen kleine Teleporter eingebaut sind. Fährt man z.b. in einen Tunnel kommt man an einer anderen Stelle des Areals wieder raus. So kann man sich durchaus mal aus einer heiklen Situation retten oder auch schneller zu einem Gegner kommen. Die Areale selber sind eine Mischung aus bekannten und neuen. Das Skigebiet gab es auch schon im ersten Teil. Und es sieht eigentlich auch genauso aus. Desweiteren geht es in einem NASA Gelände an der Küste zur Sache oder in einem großen Industriegebiet, bei dem immer wieder ein Zug durch die Gegend fährt. Dieser gefällt mir eigentlich auch am besten. Was auffällt das grafisch wenig geändert wurde. Der HiRes Modus sieht nach wie vor gut aus, ist aber gegenüber dem ersten Teil wenig verbessert worden. Man bedient sich wieder dem Trick entfernte Texturen schwach darzustellen. Dadurch vermeidet man natürlich den Nebeleffekt, den es nicht gibt. Etwas verfeinert worden sind die Waffeneffekte, vor allem der Spezialwaffen. Auch findet man jetzt wesentlich mehr Lens Flare Effekte. Gleich geblieben ist aber die auch schon im ersten Teil etwas unsaubere Grafik und Kollisionsabfrage. Hier glaube ich das mehr möglich gewesen wäre. Die Grafik ist nicht schlecht, aber hat sich eben kaum verändert gegenüber dem Vorgänger, der ja nun doch schon ein paar Tage auf dem Buckel hat. Schafft man nun alle Missionen eines Charakters bekommt man wieder einen Abspann zu sehen, der immer auf den Charakter bezogen ist. Desweiteren wird er im GameStatus aktiviert. Was mir ein bißchen fehlt ist das völlige fehlen der Sprachausgabe des ersten Teils. Auch das alles in englisch ist verwundert ein bißchen. Da bot der erste Teil mehr. Will man nur mal für zwischendurch seinen Spaß dann kann man sich entweder im Suvival Modus austoben oder im Arcade Modus. Im Survival geht es wieder darum solange wie möglich zu überleben und soviel wie möglich an Gegnern zu erwischen.
Diese werden wieder unterhalb mit einem Kreuz dargestellt. Im Arcade Modus kann man sich als Langzeitspieler bewähren. Hier kann man vieles nach den eigenen Wünschen einstellen . So z.b. das bis zu 12 Gegner teilnehmen, wie oft sie sich regenerieren können und wen man denn nun als Gegner möchte. Alle freisgespielten sind auch hier vorhanden. Die große Stärke der Vigilante Serie ist auch in diesem Teil der umfangreiche Multiplayer Modus, zumal man ja extra im 2P Modus eigene Spielmodis zur Verfügung hat. Highlight ist hier für mich ein Team Modus, der dem Quest Modus im 1P gleich ist, nur eben jetzt zu zweit. Das sorgt für reichlich Spielspaß wenn man einen Freund zur Hand hat. Daneben kann man sich auch nur zu zweit duellieren und einen Team Modus einzeln anwählen, in dem man die Rahmenbedingungen selber beeinflussen kann. Wer noch mehr Freunde zur Hand hat der wird sich im Mehrspieler Modus wohl fühlen. Da technisch wenig Abstriche gemacht werden ist auch dieser Modus für reichlich Spielspaß gut. Der Brawl Modus ist für alle Einzelkämpfer gedacht, bei dem jeder für sich kämpft und versuchen muß die anderen 3 zu erledigen. Auch das kann bei 4 Könnern recht lange dauern. Schön ist das man Anfängern durch die separaten Einstellungen beim Schwierigkeitsgrad eine Chance geben kann. Auch durch das separate Speichern steigt die Motivation, wenn man zu einem Freund geht und seinen eigenen gepushten Wagen dabei hat. Als weiteren Modi gibt es auch hier einen Team Modus wo es 2 gegen 2 abgeht. Wie in jedem anderen Modi kann man das Areal natürlich frei wählen. Im Smear Modus kann nun einer zeigen ob er der König der Zerstörung ist. Hier geht es immer 1 gegen 3 zur Sache. Um auch in den Mehrspieler Modus nicht die Übersicht zu verlieren wird im Radar auch die Position des Teamkollegen mit einer eigenen Farbe angezeigt. Wer aber hier gleichgesinnte hat kommt auf jeden Fall auf seine Kosten.
Trotz der kleineren Verbesserungen gefällt mir der erste Teil immer noch einen Tick besser. Es sind eher kleine Dinge die mich etwas stören. Sei es die jetzt fehlende Sprachausgabe oder das nun alles nur noch in englisch ist. Die wenig verbesserte Grafik, die zwar nicht schlecht ist, aber eben wieder dieselben Fehler hat wie im ersten Teil. Und auch in den Arealen selber. Vor allem weil manchmal die primären und sekundären Ziele etwas schwer zu meistern sind. Einmal z.B. geht es auf dem NASA Gelände zu einer Abschußrampe. Fährt man dort hinein wird man in einer Sequenz in die Luft geschossen und muß beim runterfallen Items einsammeln. Da die Steuerung aber etwas verhauen ist muß man dies oft wiederholen. Das nervt ein wenig. Ansonsten bekommt man aber die gewohnte Ballerkost die natürlich immer noch Spaß macht und durch den höheren Schwierigkeitsgrad auch etwas mehr Anspruch hat. Wem der erste Teil gefallen hat kann hier unbesorgt zugreifen. Wer aber deutlich mehr erwartet hat wird ein wenig enttäuscht.

Cheats zu Vigilante 8: Second Offense

Wertung

Matthias Engert
(06.03.2000)

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