Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

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Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von THQ Deutschland

Mittlerweile haben wir ja nun einige Racer auf dem N64. Aber immer nur waren es Gefährte auf 4 Rädern. Jetzt endlich steigt auch der erste Hersteller mit einem Motorrad Spiel ein. THQ präsentiert den Titel Road Rash 64 für das Nintendo 64. Freunde gepflegter Motorradfahrten über blühende Landschaften werden aber ihr blaues Wunder erleben. Denn in Road Rash geht es alles andere als ruhig zu. Denn hier sollte nur ein Gesetz zählen, das Gesetz der Straße. Gleich nach dem Einschalten wird der Spieler mit der im Spiel vorherrschenden Musikrichtung empfangen. Dahindudelnde Musikstücke sind hier unerwünscht. Trash Metal ohne Ende wird euch hier die Fahrten begleiten. Dafür hat man sogar Deals mit Bands der Szene ausgehandelt. So hört Ihr hier Musikstücke der Bands CIV, Full on the Mouth, The Mermen oder Sugar Ray die aber alle sicher nur eingeweihten ein Begriff sind. Vorbildlich zeigt sich in diesem Zusammenhang das Handbuch das Infos zu allen Bands und Kontaktadressen mitliefert. Auf jeden Fall konnte man die Musik nicht besser aussuchen wie sich im späteren Spiel zeigen sollte. Als erstes erwartet den Spieler das Hauptmenu . In diesem könnt Ihr aus 4 Menupunkten auswählen. Dem Trash, dem Multiplayer Modus, dem Big Game und natürlich den Options. In den Options könnt Ihr z.b. die Lautstärke der Songs im Spiel sowie in den Menus einstellen, sowie die Grafikauflösung im Spiel.
Dabei kann man wählen zwischen einer Standardauflösung, einem Widescreen Modus, einem Letterbox Modus und natürlich dem HiRes Modus, sollte ein Expansion Pak in eurem N64 schlummern. Der Trash Modus ist im Endeffekt nichts anderes als das man dort ein Rennen seiner Wahl fahren kann. Allerdings mit einigen Optionen. Doch dazu später mehr. Denn wie in vielen Spielen dieser Art ist dort erst dann alles anwählbar wenn es im Hauptspiel entsprechend freigespielt hat. Was hier natürlich auf Strecken und Bikes zutrifft. Demzufolge liegt das Hauptaugenmerk zunächst auf dem Big Game. Wählt man dieses an wird man gefragt ob man ein auf Memory Card gepeichertes Spiel fortsetzen will oder ob man ein neues Spiel beginnen will. Danach gelangt man zum ersten Levelbildschirm . Im Big Game gibt es insgesamt 5 dieser Levels die aus 6-8 Rennen bestehen. Spielt man das Game übrigens komplett durch kommt man auf knapp 50 Strecken im Spiel. Auf diesem Levelbildschirm habt Ihr weitere Punkte zum anwählen. Neben der Race Start Option und der Save Option ist das wichtigste das Bike Menu. Hier wählt Ihr zu Beginn eines jeden Levels euer Motorrad aus. Die Auswahl ist auf den ersten Blick mit 4 Motorrädern relativ gering. Allerdings gibt es nach jedem gewonnenen Level die nächstbessere Version der Bikes zu kaufen. Da man die Bikes kaufen muß spielt natürlich auch Geld eine wichtige Rolle im Spiel. Dieses Geld könnt Ihr in den Rennen erfahren, indem Ihr euch gut platziert und die Gegner ordentlich aufmischt. Die Bikes selber haben alle originale Vorbilder wie z.b. die Harley oder die Ducati Rennmaschine. Allerdings müßt Ihr mit Pseudonamen der virtuellen Bikes vorlieb nehmen. Ich für meinen Teil bin das ganze Spiel mit der Dumoto gefahren, das sie gerade was das Handling angeht ausgewogen daherkommt. Habt Ihr euch für eines der Bikes entschieden geht es auch schon los. Ihr findet euch in einer Startaufstellung hinter eurem Bike wieder. Gesteuert wird euer Bike mit dem 3D Stick sowie dem Trigger, der als Gas Knopf fungiert. Bremsen könnt Ihr auf verschiedenen Tasten. Einmal per B-Taste oder per R-Taste. Mit der A Taste könnt Ihr euer Bike auf das Hinterrad stellen. Was schon nach wenigen Kurven auffällt ist die eigentlich sehr gute Steuerung die einen nicht vor Probleme stellt. Je nach Bike legen sie sich in die Kurve je mehr man den Stick zur Seite drückt. Ab einem bestimmten Zeitpunkt fängt dann das Hinterrad an zu rutschen was aber kurze und gute Drifts ermöglicht, da man so enge Kurven auch kriegen kann ohne auf die Bremse zu treten. Der Umgang damit will aber auch wohlgeübt sein. Zum einen bremst die Maschine nicht abrupt und übertreibt man es mit der Vorderradbremse kegelt man vorne über den Lenker und landet irgendwo in der Pampa.
Die Strecken selber sind keine Rundenbasierten Strecken sondern verlaufen wie bei einer Rally von einem Punkt A und zu einem B. Ziel ist es nun sich so gut wie möglich zu platzieren. Um an den weiteren Strecken teilzunehmen ist aber ein Platz unter den ersten drei erforderlich. Damit Ihr über die aktuelle Platzierung im Bilde seid wird diese natürlich eingeblendet. Desweiteren findet Ihr Anzeigen zum Speed und dem Abstand zum nächsten Gegner vor oder hinter euch. Wo wir auch bei einem weiteren wichtigen Aspekt dieses Spiels sind. Die Gegner. Angenehm hoch ist die Anzahl der Gegner mit 11 anderen Motorrädern, die aber ebenfalls nach dem Sieg streben. Und das eben nicht nur mit fahrerischen Mitteln. Jeder Biker verfügt über Waffen. Diese Waffen können eine Baseball Keule sein, Ketten, Eisenstangen oder auch einfache Sprühdosen. Diese Geräte sind aber nur zu einem Zweck da. Die Gegner von ihren Bikes zu holen. Denn dafür bekommt nach jedem Rennen eine Statistik wieviel Gegner man vom Bike geholt hat. Auch das bringt wie die Platzierung am Ende Geld. Zu beginn sind alle Biker mit einfacheren Geräte ausgestattet, was aber auch schon für reichlich sorgt. Die aktuelle gewählte Waffe wird ebenfalls C-oben Taste. Die anderen C-Tasten sind nun für mögliche Attacken gedacht. Fahrt Ihr neben einem Kontrahenten könnt Ihr nun einfache Schläge mit der Hand ausführen, nach dem Gegner treten oder aus dem Sitz steigen und z.b. mit der Keule kräftig zuhauen. Das ganze wird untermalt von den Schreien und stöhnen der Gegner oder von euch. Denn die anderen sind auch keine Weicheier und lassen keine Möglichkeit aus euch zu beharken. Hier kommen nun zwei Energieleisten oben links im Spiel, die ebenfalls eine wichtige Bedeutung haben. Die obere ist im Endeffekt eure persönliche Energieleiste. Bei jedem Treffer eines Gegners leert sie sich. Ist sie auf null macht Ihr einen mega Sturz und die Leiste wird wieder voll. Nach dem Sturz allerdings leert sich die andere Leiste ein Stück. Je mehr Stürze Ihr fabriziert umso leerer wird diese Leiste. Ist diese vor Ablauf des Rennens leer wars das und euer Mechaniker tritt in Aktion. Dieser repariert das Bike gegen bares wieder. Habt Ihr gerade nicht genug Geld zur Verfügung ist das Spiel vorüber und Ihr beginnt wieder am letzten Speicherplatz. Sehr gut ist dabei das man nach jedem Rennen speichern kann. Die Sturzleiste kann sich aber noch durch ganz andere Dinge leeren. So fliegt Ihr genauso vom Motorrad wenn Ihr gegen einen Laternenpfahl oder eine Häuserwand fahrt. Am extremsten und zugleich aufregendsten ist aber der eingearbeitete Verkehr auf den Strecken. Denn neben den Bikern ist ganz normaler Verkehr unterwegs.
Und das nicht nur auf eurer Spur sondern auch Gegenverkehr, der erst die richtige Würze bringt. Denn Gegner bearbeiten, auf den Verkehr achten und dabei noch auf der Strecke bleiben machen den ganzen Fun aus den das Spiel zu bieten hat. Dabei kann man neben den befestigten Straßen auch neben der Strecke im Sand oder auf dem Rasen fahren. Manchmal ist es sogar die einzige Möglichkeit heil aus dem Verkehr zu kommen. Denn gerade im letzten Level ist dermaßen viel Verkehr unterwegs das hier die Klopperaction in den Hintergrund rückt und das fahrerische viel wichtiger ist. Denn die Strecken werden mit jedem Level wesentlich länger. Und oftmals kommt man an ein Stauende oder in langen Kurven ist kaum Platz zum durchkommen. Hier muß man auch mal die Bremse benutzen. Schön ist dabei das eure Konkurrenten nicht vom Schlage eines Valentino Rossi sind und fehlerfrei fahren. Sie fahren genauso gegen entgegenkommenden Verkehr ohne dabei aber blöd zu fahren. Sie versuchen schon Hindernisse zu umfahren und Crashes zu vermeiden. Und wenn man denkt man hat nun alles gesehen der hört von hinten die Sirenen der Polizei. So fahren je nach Strecke 1-6 Polizisten mit die nun auch versuchen sämtliche Biker aus den Sitzen zu hebeln. Wird man jetzt von einem Polizisten zu Fall gebracht ist das Rennen sofort zu Ende und man beginnt das Rennen neu. Dazu wird einem noch ein schöner Geldbetrag abgezogen. Und die sind wirklich lästig. Sie rücken euch nicht von der Pelle. Habt Ihr aber das Glück einen Polizisten vom Motorrad zu hauen bekommt hingegen einen Sonderbonus. Allerdings stellen die sich oft sehr schlau an. Oftmals fahren Streifenwagen auf den Strecken mit die mal schnell fahren oder auch abrupt abbremsen um euch aufzuhalten und so die Cops auf dem Bike rankommen zu lassen. Also durchaus sinnig. Habt Ihr nun z.b. ein Level vollständig gelöst werden im Bike Menu die neuen Motorräder anwählbar und Ihr könnt einer Gang beitreten. Je nachdem ob Ihr euch im letzten Cup durch Speed oder Klopperei hervorgetan habt meldet sich bei euch der Chef einer Gang. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag werdet Ihr aufgenommen und von den Gangmitgliedern auf der Strecke geschont. Im Gegenzug solltet Ihr nun die Finger von den anderen lassen. Denkt aber nicht das Spiel läßt sich an einem Abend knacken. Gerade das 5. Level mit seinen Strecken birgt reichlich Herrausforderungen.
Schafft man es doch und wird Road Rash Champion bekommt man Schluß eine Tastenkombination angezeigt um die schnellsten beiden Bikes freizuschalten. Wählt man nämlich jetzt den Trash Modus an kann man dort dann nämlich diese 2 Mega Bikes anwählen. Desweiteren kann man im Trash Modus noch viele andere Dinge jetzt seinen Wünschen anpassen. So ist es auf dem Trash Hauptbildschim möglich die Anzahl der Gegner einzustellen und deren Stärke, die Stärke des Verkehrs oder der Passanten die auf der Strecke umherlaufen. Als Zugabe um diesen Modus richtig schmackhaft zu machen könnt Ihr hier auch ein neues komplettes Level anwählen das ebenfalls wieder mit neuen Strecken daherkommt. Leider gibt es nach dem vielen positiven auch ein große Schwäche des Spiels. Und das ist eindeutig die Grafik. Trotz Expansion Pak ist ein nicht zu übersehender Nebel am Horizont zu sehen. Auch die Randbebauungen sind nicht unbedingt weltbewegend. Die Strecken selber sind von der Linienführung sehr gut. Aber die grafische Gestaltung ist wenig gut ausgefallen. Entweder geht es durch die Straßen der Stadt oder auf dem Land. Dafür sind die Höhenunterschiede recht hoch. Die Framerate ist ordentlich und der Speed im Spiel wird mit jedem Level höher. Und trotzdem ist kaum Abwechslung bei der Grafik vorhanden. Man hat zwar nicht immer Zeit sich ein wenig umzuschauen, aber man merkt es. Grafikfetischisten kommen hier nicht auf ihre Kosten. Auch ist schade das man nur eine Perspektive hat. Gerade eine Helmkamera hätte sicher einen gewissen Reiz. So steht auf der einen Seite ein sehr spaßiges Spiel das aber durch seine Grafik einiges an Atmosphäre verliert. Wer seinen Spaß an diesem Genre hat kann hier auch mit mehreren Leute an den Start gehen. Der Multiplayer Modus bietet ebenfalls einige Modi. So könnt Ihr hier ein reines Deathmatch fahren, in vorgefertigten Arenen zur Sache gehen oder natürlich sämtliche freigefahrenen Strecken abfahren. Desweiteren gibt es den Tag Modus in dem der Spieler gewinnt der seine Gegner dreimal zum Sturz bringt. Im letzten Modus geht es darum so viele wie möglich Passanten zu erwischen die auf den Highways spazieren. Gleich ist hier das maximal 4 Biker am Start sind. Was bei 4 menschlichen Spielern also keine Computergegner mit sich bringt.
Bei der grafischen Präsentation ist es dann auch nicht verwunderlich das der Speed und die Sicht fast identisch mit dem 1P Modus sind. Denn es wäre schon schlimm wenn hier nochmals runtergeschraubt worden wäre. Bei 4 Spielern sollte man aber einen großen Fernseher besitzen, da die Action und die Hektik nicht gerade Augenschonend sind. Der 2P Modus dagegen mit 2 Computergegner macht durchaus Spaß und läßt das gleiche Feeling aufkommen wie im 1P Modus. Hier kommt natürlich auch für einen Kumpel die relativ leicht erlernbare Steuerung zu gute. So bleibt am Ende Road Rash aufgrund der mäßigen grafischen Präsentation eine höhere Wertung verwehrt. Denn inhaltlich kann man nicht meckern. Mag man schon auf den ersten Strecken seinen Spaß haben wird man spätestens im 5. Level zum bösen Biker. Die Gegner, die Polizisten, die Streckenführung und der Verkehr bringen sehr viel Spaß. Förderlich dafür ist die unkomplizierte und gute Steuerung der Bikes die es auch auf dem Highway möglich macht im Höchsttempo durch einen Stau zu schlüpfen. Die Gegner sind gut aber auch nicht perfekt, was ebenfalls in's Bild paßt. Man fährt auch nie vorne allein. Der Zieldurchgang der Bikes erfolgt fast immer gleichzeitig und oft sind nur ein paar Zehntel zwischen den Gegnern. Wer auf Action und Spaß steht und dem die Grafik nicht so wichtig ist der findet hier ein gutes Spiel. Wer zuerst auf die Grafik schaut sollte vorher vielleicht ein Probespielchen wagen.

Cheats zu Road Rash 64

Wertung

Matthias Engert
(08.12.1999)

Lesereinschätzungen zu Road Rash 64

Lesereinschätzung von Marcel Jaquet.

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