SYSTEM:           GCN - PAL
ENTWICKLER:
Konami

GENRE:             Prügler
SPIELER:          1-2 Spieler
HANDBUCH:    Deutsch
MEMCARD:      4 Seiten
60Hz Modus:      JA

SCHWIERIGKEIT:    2-10
SECRETS:                JA
SPRACHHÜRDE:    Keine
PREIS:                       ca.40 Euro
TERMIN:                     Erhältlich

Dieser Testbericht wurde geschrieben von Kilian Pfeiffer am 29.04.2004


CHEATS: JA
KOMPLETTLÖSUNG: NEIN
TIME TRIAL / SCORES: NEIN

Die Turtles sind wieder los - nicht nur auf der aktuellen Konsolengeneration, sondern auch im amerikanischen Fernsehen, dass seit 2003 die nagelneue Staffel der vier Schildkröten-Helden ausstrahlt. Die Konstellation aus vier Schildkröten und einer Ratte, dem Mentor Meister Splinter, funktionierte schon vor mehr als einer Dekade. Schon damals eroberten die Panzerträger die Herzen der Kinder im Sturm, Action-Figuren sowie alle weiteren nur erdenklichen Merchandising-Artikel waren eine Frage der Zeit. Mit diesem enormen Erfolg im Rücken prägten die grünen Ninja-Kröten eine ganze Kindesgeneration, heutzutage hört man leider nicht mehr viel vom Erfolg anno dazumal (nur Tele 5 überträgt die alten Folgen noch!). Doch deutsche Fans dürfen hoffen dass ein Kindheitswunsch in Erfüllung geht und unter Umständen bereits demnächst die aktuellen Folgen der neuen Serie die Flimmerkisten Deutschlands aufs Neue erobern: die Turtles sind zurück! Vor einigen Monaten bereits auf dem GameBoy Advance released, haben nun auch Gamecube-Besitzer allen Grund zur Freude, erwartet Euch nämlich mit der Würfel-Version ebenfalls der damals schon überaus beliebte Kooperativ-Modus, der es Euch erlaubt, das Spiel mit einem Freund gemeinsam durchzuspielen. Der so genannte "Story-Modus" ist hierfür prädestiniert, im "VS-Modus" tretet Ihr wahlweise gegen einen menschlichen Mitspieler oder aber einen CPU-Gegner im Zweikampf an. Der "Challenge-Modus" hingegen wird erst im Laufe des Spiels frei geschalten und bietet somit Motivation zum Weiterspielen. Weiterhin findet Ihr im Hauptmenü den Unterpunkt "Datenbank", der größtenteils Konzeptzeichnungen der Entwickler zeigt. Innerhalb der Optionen dürft Ihr die üblichen Standardeinstellungen wie die Controllerbelegung verändern, auch der Schwierigkeitsgrad (einfach, normal, schwierig) kann hier von Hand verändert werden, wobei ich anmerken muss, dass normal - vor allem zum Ende hin - ein hartes Stück Arbeit ist. "Warmduscher" sollten daher besser mit dem einfachsten Härtegrad starten. Die Passwort-Funktion erlaubt es Euch, frei gespielte Codes einzutippen, um neue Kostüme für Eure Helden zu erspielen. Des Weiteren dürft Ihr manuell Euren Spielstand "Speichern" sowie "Laden". Von der technischen Seite her benötigt "Teenage Mutant Ninja Turtles" schlappe vier Seiten Eurer MemoryCard, ein 60-Hertz-Modus wurde im Spiel ebenfalls integriert. Dennoch hat das Spiel mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch dazu später mehr. Zur Story lässt sich im Allgemeinen eher wenig erzählen, da diese ziemlich rudimentär ist und sich aus mehreren kleineren Schnipseln zusammensetzt. Hauptgegner und gleichzeitig Erzfeind der Turtles ist und bleibt jedoch Shredder, ein Meister im Kampf und gleichzeitig Gebieter des Foot-Clans, seiner persönlichen Leibwache.


Ebenso stellt der Foot-Clan in einem großen Teil des Spiels Eure Hauptgegnerschaft dar, die es - mit einem Eurer vier Turtles - auszulöschen gilt. Startet Ihr den Story-Modus habt Ihr die Wahl zwischen einem der vier Panzerträger. Der größte Unterschied findet sich im Bereich der Waffen. Zwar sind alle "Pizzafresser" (das Leibgericht der Turtles ist Pizza!) mit "Shuriken" (bestimmte Art Wurfsterne) ausgestattet, dennoch hat jeder Grünling eine spezifische Waffe. Leonardo ist im Besitz zweier stählerner Katana-Schwerter, Michelangelo wirbelt Nunchaku (zwei Stöcke, verbunden durch eine Kette) um die Ohren seiner Kontrahenten. Donatello ist Meister im Kampf mit dem Bo-Stab und mein persönlicher Favorit im Team der Turtles, Raphael hingegen ein Besessener wenn es um seine Sais (Dreizackgabeln) geht. Mit diesem Wissen dürft Ihr nun loslegen, das Spiel ist erst dann wirklich durchgespielt, wenn Ihr alle sechs Phasen (übergeordnete Levels) mit jedem einzelnen Charakter erfolgreich beendet habt. Für jeden Turtle hingegen gleich ist die Steuerung, die sich als sehr eingängig zeigt und daher vor allem für Einsteiger zu empfehlen ist. Mit "A" und "B" führt Ihr wahlweise einen schwachen oder aber starken Angriffsschlag aus, mit dem "Y"-Knopf dürft Ihr Eure Ninja-Sterne gen Feind sausen lassen. Mit "R" versetzt Ihr Eurem Gegenüber einen heftigen Upper Cut, die "L"-Schultertaste beschleunigt das Laufvermögen Eurer aktuellen Grünhaut. In Kombination mit einem Sprung ("X") lassen sich Eure Feinde aus dem Hinterhalt attackieren, ein einziger Bossgegner kann anfangs sogar nur mit einer solchen Combo verletzt werden. Obwohl die bloße Menge an Feinden enorm ist und Ihr ständig etwas zu tun habt, um nicht untergebuttert zu werden, ist die Anzahl an unterschiedlichen Feindtypen umso enttäuschender. In einigen Levelabschnitten begegnet Euch über eine längere Zeitspanne hinweg nur ein und derselbe Feindtyp, teilweise wirkt diese Tatsache ziemlich ernüchternd und nicht unbedingt motivationsfördernd. In aktuellen Spielen sollte man schon den ein oder anderen zusätzlichen Gegner vor den Latz geknallt bekommen. Die Levels an sich sind in mehrere Abschnitte gegliedert, wobei Euer Turtle zu Beginn einer der sechs Stages sechs Leben spendiert bekommt. Vor allem in der letzten Welt werdet Ihr diese aber mit Sicherheit brauchen, besonders deshalb, weil es nicht möglich ist während des Levels Euren Spielstand zu sichern. So scheiterte ich insgesamt zwei Mal an Shredder und musste mich erneut von vorn bis zu diesem hindurch kämpfen (pro Versuch circa 45 Minuten im Schwierigkeitsgrad "Normal"!). Um Eure Gegner fachgerecht zu bearbeiten, seid Ihr in der Lage, größere Schlagabfolgen in so genannten Combos auf Eure Gegner niederprasseln zu lassen. Je mehr Schläge Ihr verwirklichen könnt, desto mehr Punkte gehen auf Eurem Guthabenkonto (Highscore) ein.

Rechts unten im Bildschirm seht Ihr ein Radar auf dem Eure Gegner verzeichnet sind und die noch zu erledigende Anzahl an feindlich-gesinnten Bösewichtern dargestellt wird. Somit habt Ihr immer den vollen Überblick inwieweit der Bildschirm noch gesäubert werden muss. Apropos Bildschirm: da die Levels durchgehend linear aufgebaut wurden, müsst Ihr lediglich den Wegen folgen, um letztendlich ans Levelende zu gelangen. Jedoch kann ein Bereich eines Abschnitts erst dann passiert werden, wenn wirklich 100 % aller Feinde erledigt wurden - ansonsten wird Euer Turtle von einer durchsichtigen Barriere bis auf weiteres gebremst. Ohne Atempause erscheinen neue Gegnermassen, die Euch sogleich attackieren. Hier gilt eindeutig der Slogan "Masse statt Klasse!". Teilweise verweilen Eure Widersacher doof am gleichen Ort und begutachten das Spielgeschehen aus der Ferne, häufig stellen sie nicht viel mehr als leichte Beute dar - Geschick und taktisches Vorgehen wird so gut wie nie benötigt. Jedoch vermisst man derartige Spielelemente bei den Turtles auch nicht besonders, bereits die Vorgänger (beispielsweise "Turtles in Time" für SNES) besiegelten ihren Erfolg mit gleichem, leicht-verdaulichem Spielprinzip. Neben den üblichen Foot-Ninjas attackieren Euch vor allem die bisswütigen Mouser oder aber die überlegen-wirkenden Nanobots. Bringen Euch diese oder andere einmal an die Grenze zum Jenseits, habt Ihr nur noch die Möglichkeiten, entweder die Gembu-Turtle-Power (begrenzt; räumt auf dem Bildschirm auf) in Anspruch zu nehmen oder aber auf die Suche nach einer Kiste zu gehen, in welcher unter Umständen ein wertvolles Power-Up in Form von Lebensmitteln (Limo, Hamburger, Pizza) stecken kann. Ab und an stoßt Ihr auch auf verschiedenfarbige Kristalle, die Eure Statusfähigkeiten kurzzeitig erhöhen können. So verhilft Euch ein blauer Kristall zu einem flinkeren Schritt, rote Funkelsteine hingegen erhöhen Eure Angriffskraft für eine bestimmte Zeitspanne (lila - zusätzliche Gembu-Turtle-Power; gelb - höhere Widerstandskraft). Witzig ist auch die Tatsache dass Ihr Euch Gegenstände der Umgebung zunutze machen könnt, in dem Ihr sie einfach mit Eurer Waffe bearbeitet. Hydranten richten teilweise ihren Wasserstrahl in Richtung der Feinde und pusten sie somit weg vom Fenster, Fahrzeuge beginnen nach kurzer Zeit zu brennen und explodieren kurz darauf in einer zerstörerischen Detonation. Überhaupt regiert in "Teenage Mutant Ninja Turtles" die reine Action, Langeweile ist hier eindeutig fehl am Platz. Obwohl das Spielgefühl nicht an den Vorgänger auf dem SNES herankommt, müssen Turtles-Fans schlichtweg zugreifen. Spielte man den Super Nintendo-Titel in etwa einer halben Stunde durch - Übung vorausgesetzt - benötigt man für den aktuellen Teil ein Vielfaches.


Solltet Ihr es mit allen vier Turtles versuchen, sind 15 Stunden und mehr überhaupt kein Problem. Grafisch orientiert sich das Spiel am Cel Shading-Look. Die Umgebungen sind abwechslungsreich in Szene gesetzt, vom Autoschrottplatz über eine U-Bahn bis hin zum schmutzigen Hinterhofstyle trefft Ihr im neuesten Schildkröten-Ableger auf so ziemlich jedes Grafikset. Hübsche Animationen seitens der Panzerträger sprechen für die Grafik, teilweise wirken die Levelbauten aber etwas schlicht - besserer Durchschnitt, jedoch nicht mehr, vor allem deshalb, weil die Grafik ab und an stark ins Ruckeln gerät. Unverständlich, da der Großteil des Spiel reibungslos über den Bildschirm flimmert. Nett anzusehen sind vor allem die Zwischensequenzen im Stile der neuen Comic-Vorlagen. Das Spiel bietet zu jedem Zeitpunkt englische Sprachausgabe, Untertitel wurden jedoch ins Deutsche übersetzt. Musikalisch dürft Ihr von den Turtles nicht allzu viel erwarten: keine echten Klänge, die ins Ohr wollen, vielmehr typische, oftmals uninspirierte Elektrosounds Marke "Schnellkochtopf". Dennoch bleibt der Stil der Turtles erhalten, Fans kommen um einen Kauf nicht herum. Alle anderen, die leichte Prügelkost schätzen, sind ebenso dazu aufgerufen einmal Probe zu spielen. Vor allem Fans des Kooperativmodus sollten sich hier angesprochen fühlen, da dieser schon auf dem NES beziehungsweise SNES für Furore sorgte. Auch im 21sten Jahrhundert verlieren die Turtles daher nichts von ihrem Charme - jedoch ist die Erwartungshaltung an Spiele größer geworden, es reicht leider nicht mehr, ein Spiel mit einer Schlagtaste durchspielen zu können. Trotz alledem haben die vier Haudegen ein Probespiel redlich verdient!

PLUS - MINUS LISTE

+ immer noch attraktive Turtles-Lizenz
+ eingängige Steuerung
+ Bonusfeatures (Passwörter, Makimonos)
+ gute Sprachausgabe

- sehr eintönig
- zu wenig Feindtypen
- insgesamt doofe Gegnermassen
- keine GC-GBA-Connectivity

ZUSATZINFOS / LINKS

- Publisher Konami
- GameCube Memcard
- GameCube Controller

 

KONKURRENZ

- Batman: Rise of Tin Szu
- Hulk
- X-Men 2
- Minority Report
- Batman Vengeance

WERTUNG

GRAFIK:
71%

MUSIK/SOUNDEFFEKTE:
67%

MULTIPLAYER:
78%

GESAMTWERTUNG:
72%

 

Meinungen, Anregungen und sonstiges zum Test bitte an info@mag64.de

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