Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

Monster Truck
Madness 64

Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Computerladen Zur48

Da sind sie also nun auch auf dem N64 gelandet. Die Bigfoot, Bearfoot und Konsorten. Diese hochgepowerten Trucks sorgen bei den Amis immer wieder für volle Hallen. Als unbeteiligter ist man eher von dem Aussehen und der Kraft der Teile begeistert. Überdimensionale Räder und ein Fahrzeugunterbau, der jedem KFZ Mechaniker die Tränen in die Augen treibt. Auf dem PC sorgte das Spiel bei seinem Erscheinen für eine weitere Hardware Diskussion. Nicht umsonst fand man danach in jedem PC Magazin, das 3D Grafikkarten testete dieses Spiel als Testspiel um die Leistungsfähigkeit der Karten zu checken. Es war auch eine weitere Premiere von Microsoft, die immer tiefer in die Spieleszene einzudringen versuchten was ihnen ja auch gelungen ist. Allerdings mehr durch Age of Empire. Denkt man nun das die N64 Version ebenfalls direkt von Microsoft stammt, so wird man entäuscht. Die Arbeit hier übernahm die relativ unbekannte Truppe Rockstar. Leider sollte man das im Spiel auch merken, das hier eine Truppe am Werk war, die die Fähigkeiten des N64 wenig zu nutzen wußte. Nach dem Einschalten des Spiels kann man zuerst in einem Sprachenmenu aus 5 Landessprachen auswählen. So natürlich auch die deutsche Sprache. Als nächstes erwartet den Spieler der Hauptbildschirm . Hier kann man das Spiel starten, in den Options nach dem rechten sehen und Codes eingeben. Die Sache mit den Codes ist ein ungewöhnliches Feature für ein N64 Spiel. Denn abspeichern kann man nicht. Man bekommt im Verlauf des Spiels jede Menge Passwörter, die einen an einer bereits erreichten Stelle wieder einsteigen lassen. In den Options kann man sich die Macher hinter dem Spiel ansehen, sowie die Soundoptionen wählen. Der eigentliche Spielmodus Bildschirm folgt danach. Hier kann man nun aus drei verschiedenen Modi wählen. Zum einen ist das der Rennzirkus, der die eigentliche Meisterschaft darstellt, der Kampfaction und dem Schaukampf.
Am interessantesten ist natürlich der Rennzirkus. Dieser entspricht einer kompletten Meisterschaft und ist somit der Hauptbestandteil im Spiel. Wählt Ihr diesen Punkt an müßt Ihr euch zunächst für einen Schwierigkeitsgrad einstellen. Ihr habt dabei die Wahl zwischen Anfänger, Fortgeschrittener und Profi. Auffälligster Unterschied zwischen den verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist die Anzahl der Strecken. Fahrt Ihr im Anfänger 8 Strecken hintereinander, sind es im Fortgeschrittenen 9 und im Profi Modus 10 unterschiedliche Strecken. Bevor es jedoch auf die Jagd nach der Monster Truck Krone geht müßt Ihr euch für ein Fahrzeug entscheiden. Dafür enthalten sind im Spiel 20 Monster Trucks . Dabei sind neben bekannten Trucks, wie dem Carolina Crusher, Bearfoot und Bigfoot auch Trucks einiger WCW Wrestler. So ist z.b. der Stinger oder Hulk Hogan mit einem Truck vertreten. Bei der Fahrzeugwahl könnt Ihr um euren Wagen herumzoomen und ihn so von allen Seiten betrachten. Kenner der Szene werden die Trucks wiedererkennen. Allerdings hätte es den interessierten Spieler gefreut einige technische Daten mitgeliefert zu bekommen. Eigentlich ein Feature, das mittlerweile durchaus kein Luxus ist. Man kann zwar in den Options sämtliche Copyrights und Besitzer nachlesen. Aber direkte Daten zu den Trucks gibt es nicht. Auch für das Spiel selber gibt es keine Unterscheidungen der Trucks. Gewohnt ist man ja Anzeigen für Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Handling. So entscheidet allein die persönliche Vorliebe über die Fahrzeugwahl. Obwohl ich eigentlich ein Fan des Stinger bin habe ich mich für einen anderen Truck entschieden. Nach langen hin und her hat es mir der Polizei Truck angetan. Nach eurer Wahl geht es eigentlich auch schon los. Ihr gelangt zur ersten Strecke und seht das Ihr zum weiterkommen unbedingt erster werden müßt. Sehr schön ist das immer zu beginn die Strecke abgeflogen wird und Ihr so schonmal seht was euch erwartet. Der erste Platz ist übrigens immer das Ziel. Um zum nächsten Rennen zu gelangen müßt Ihr gewinnen. Gefahren werden dabei je zur Hälfte Strecken mit 3 Runden und 2 Runden. In diesen Runden müßt Ihr euch immer mit drei Gegner auseinandersetzen. Was auf den ersten Blick wenig aussieht relativiert sich aufgrund des Spielprinzips sehr schnell und ist eigentlich kein gravierender Kritikpunkt. Schade ist das man immer zu beginn aus der 4. Position startet. Egal ob man das vorhergehende Rennen gewonnen hat oder nicht.
Der Spielbildschirm selber ist sehr aufgeräumt und verwirrt nicht durch unnötige Anzeigen. So bekommt Ihr einen Streckenquerschnitt zu sehen, auf dem die momentanen Positionen angezeigt werden, die aktuelle Zeit, sowie ein Tacho und eine Drehzahlanzeige. Fahren könnt Ihr euren Boliden aus unterschiedlichen Viewpoints . Dieses Feature ist Rockstar sehr gut gelungen. Zum einen gefällt mir sehr das man beim Blick hinter dem Fahrzeug stufenlos zoomen kann. So sollte jeder seinen optimalen Viewpoint finden. Ein weiteres Lob gibt es für die Cockpitansicht, die überraschend gut und funktional gelungen ist. Man sitzt erhöht über der Strecke und hat ein gutes Kontrollgefühl für das Fahrzeug. Was auch das wichtigste ist im Spiel. Denn Beschleunigung und Geschwindigkeit sind zwar wichtig. Aber die Kontrolle über den Wagen zu behalten ist wesentlich wichtiger. Denn sofort nach dem Start wird eines deutlich. Eine ebene Straße sucht man in diesem Spiel fast vergebens. Der Truck rollt los und reagiert beim fahren auf jede unebenheit auf der Strecke. Und wie es nunmal so ist in der freien Natur. Es geht eigentlich nur über Unebenheiten. Zu beginn denkt man zwar das man die Kisten überhaupt nicht in den Griff bekommt, merkt aber schnell das man sehr viel Gefühl beim lenken benötigt. Die Steuerung ist sicher kein Highlight im Spiel, erfüllt aber ihren Zweck. Eine besonders große Auswirkung hat dabei natürlich das Feature das jedes Rad einzeln gefedert ist, was man auch visuell merkt. So reicht es schon mit zuviel Geschwindigkeit über einen Hügel zu fahren um unkontrolliert abzuheben und auf der Seite oder auf dem Dach zu landen. Nervig ist jetzt das man erst warten muß bis der Wagen in dieser Position unbeweglich da liegt. Erst dann wird er automatisch wieder auf die Räder gestellt. Mancher Fluch ist mir entglitten als kurz vor dem Ziel ein Fahrfehler den Wagen zu umstürzen brachte und er sich ewig nicht umdreht weil er gerade einen Hang herunterrutscht. Auch ist die Federung dermaßen stark, das man sich an einen Ball erinnert fühlt, den man aufschlagen läßt und er noch unzählige male hoch und niederfällt. So fährt sich das Spiel auch. Man muß also immer versuchen eine halbwegs ordentliche Linie zu fahren. Der Einsatz der Bremse ist hierbei immens wichtig. Denn neben normalen unebenheiten gibt es unzählige Megasprünge, die euren Wagen für einige Sekunden durch die Luft fliegen lassen. Kommt man jetzt etwas verkantet auf kann man eigentlich Kaffee machen bis sich der Wagen irgendwo bequemt mal liegenzubleiben. Doch nicht nur die Streckenbeschaffenheit läßt einen manchen Fluch aussprechen. Da gibt es ja noch die drei Konkurrenten, die natürlich auch bemüht sind zu gewinnen. Denn sobald sie in eurer Nähe sind Rammen und drängeln die Jungs was das Zeug hält und bringen euch so in ernste Schwierigkeiten. Je nach Schwierigkeitsgrad wird dies immer schlimmer.
Etwas unfair empfinde ich das Versuche meinerseits ein wenig Unruhe bei meinen Gegner zu schaffen immer in einem Fiasko für mich enden. Greifen dagegen die anderen an gelingt ihnen fast alles. Doch auch für solche Fälle hat man etwas im Spiel integriert, was den Namen auch verdient, die Power Ups. Diese liegen allerdings sehr rar auf der Strecke herum. Dafür haben alle eine Bedeutung und sind immens effektiv. Angefangen von einer Ölflasche, die eine entsprechende Lache hinter dem Wagen legt bis zu Rakten die Ihr Ziel kaum verfehlen und den Gegner sehr weit von der Bahn wegschießt. Desweiteren exestiert ein Schutzschild das um den Wagen gelegt wird und die Gegner ebenfalls durch die Gegend fliegen läßt sollten sie in meine Nähe kommen. Daneben gibt es noch einen Turbo oder ein Power Up um die Gegner schrumpfen zu lassen. Jetzt heißt es David gegen Goliath. Da habe selbst ich mal eine Chance. :-) Das beste Power Up ist aber zum taktischen fahren hervorragend geeignet. Jetzt kann man für eine bestimmte Zeit schweben und braucht sich um die Strecke keine Sorgen zu machen. Wie mit einem Flieger geht es durch die Canyons. Ein weiteres Problem im Spiel können die Checkpoints darstellen, die in unterschiedlicher Zahl auf der Strecke enhalten sind. Um überhaupt gewertet zu werden muß man sie alle durchfahren. Verfehlt man eines oder wird kurz davor irgendwo hin katapultiert muß man wieder zurück oder erst dorthin um den Weg fortsetzen zu können. Warscheinlich ist das auch ein Grund für die Fehleranfällige Positionsanzeige auf dem Bildschirm, die sehr oft falsches anzeigt. Da steht bei mir ein 4. Platz obwohl ich ganz klar erster bin. Das verwirrt ein bischen. Die Strecken selber sind sehr anspruchsvoll und auch abwechslungsreich. Mal geht es über Feldwege oder Schlamm, oder man überwindet unzählige Schluchten. Auch das Wetter wechselt auf einigen Strecken je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad. Am schlimmsten ist es natürlich bei Nacht zu fahren. Die Scheinwerfer sind zwar grafisch umgesetzt, leuchten aber nicht gerade viel aus. Hier sollte man die Strecke schon halbwegs kennen. Größter Kritikpunkt im ganzen Spiel ist für mich die Grafik, die eines N64 Spiels im Jahre 1999 nicht mehr würdig ist. Eine nicht zu übersehende Nebelwand wird einem im in LowRes gehaltenen Spiel vorgesetzt. Dabei ist die Geschwindigkeit des Spiels nicht mal hoch und die Randbebauungen sind auch keine Entschuldigung. Vor 2 Jahren wäre dies nicht so schlimm gewesen. Aber heutzutage ist wesentlich mehr möglich.
Ich lege zwar immer viel Wert auf die Tatsache das Grafik allein nicht über den Spielspaß entscheidet. Aber hier geht dadurch leider sehr viel Atmosphäre verloren. Man bekommt kaum Effekte zu sehen. Weder Lens Flares, Spiegelungen oder edle Texturen verwöhnen das Auge. Einzig die Reifenspur oder die Rundumleuchte des Polizei Truck sorgt für Abwechslung. Dadurch verspielt das Spiel sehr viel. Denn vom spielerischen bekommt man trotz Fluchgeladenen Rennen durchaus Unterhaltung geboten. Wenn auch eine recht kurze. Das ist ein weiterer Kritikpunkt am Spiel. Hat man die Steuerung einmal im Gefühl ist es kein Problem alle drei Schwierigkeitsgrade in einer Nacht durchzuspielen. Das ist für ein Rennspiel eindeutig zu wenig. Zumal auch keinerlei Überraschungen folgen. Gewinnt man auch im Profi Modus das letzte Rennen bekommt man nur einen Bildschirm vorgesetzt auf dem steht das man der Monster Truck Meister ist. Neue Wagen oder Strecken gibt es keine. Auch landet man sofort auf dem Spielmodus Bildschirm. Auch hier wäre einiges möglich gewesen. Dann lieber nur 10 Trucks an Anfang anwählbar lassen und die restlichen müssen erfahren werden. Denn auch die Motivation um Secrets zu erreichen hebt den Spielspaß. Wer Freunde hat kann natürlich in Monster Truck Madness 64 den recht umfangreichen Multiplayer Modus nutzen. Zum einen ist das natürlich der Schaukampf . Dieser Modus entspricht im Endeffekt einem Quick Race. Man kann hier allein fahren oder mit bis zu 3 Freunden. Je nachdem wieviel menschliche Spieler mit dabei sind kann man auch Computergegner zulassen. Aber auch hier bleibt die Hächstzahl bei 4 Trucks. Fahren 3 Freunde kann man noch einen Computergegner mit dazu nehmen. Ab dem 3P Modus wird allerdings die Auflösung nochmal abgeschwächt und der Nebel stärker. Dafür bleibt die Geschwindigkeit konstant. Aber die ist eh nicht sehr hoch. Um hier seinen Spaß zu haben sollten geübte Spieler loslegen. Für einen Neuling wird es schnell frustierend. Sehr gut finde ich hier die Möglichkeit die Rennbedingungen einstellen zu können. So kann man die Tageszeit und das Wetter wählen um dem ganzen nochmal einen draufzusetzen. Der eigentliche Spaß im Multiplayer kommt aber in den dafür eigens gedachten Kampfspielen . Hier schmunzelt man zu beginn über die Möglichkeiten. Da wäre zum einen der Fußball oder Eishockey Modus. Hier geht es darum einen überdimensionalen Ball oder Puck in ein dafür vorgesehenes Tor zu befördern. Der Ball springt physikalisch relativ echt und macht es dem oder den Spielern nicht zu leicht. Allerdings kann bei 4 Leuten und einem kleinem Bildschirm auch schonmal die Übersicht verloren gehen.
In den beiden Modi Jagd und Fangen geht es darum Punkte zu sammeln. Dies geschieht dabei auf unterschiedliche Weise. Im Jagd Modus fährt ein Spieler in einem normalen Truck während die anderen drei in einem Polizei Truck fahren. Die Polizei Trucks sind nun permanent mit dem Schutzschild Power Up ausgerüstet. Diese versuchen nun den einzelnen Spieler am durchfahren der Checkpoints zu verhindern. Da das ganze auch noch nach Zeit geht geht es hier richtig zur Sache. Im Fangen Modus ist es das Ziel nicht als Huhn herumzufahren. Der letzte startet als Huhn. Berührt er den nächsten wird dieser zum Huhn u.s.w. Wer am ende eines Rennens relativ selten als Huhn gefahren ist bekommt die meisten Punkte und ist der Sieger. Der vielleicht interessanteste Modus ist die Kampfarena . Hier starten alle Fahrzeuge in einem Art Stadion und treffen sich auf einer Plattform. Jetzt gilt es nicht herunterzufallen und am Schluß als einziger auf der Plattform zu bleiben. Dieser Modus ist durchaus spaßig und hält länger am Bildschirm. Trotzdem will bei Monster Truck Madness 64 der Funke nicht überspringen. Durch die Präsentation und den zu leichten Schwierigkeitsgrad hat man zu schnell alles gesehen und ist von der technischen Seite enttäuscht. Das kann ein unterhaltsamer Rennspaß und einige Kleinigkeiten in den Rennen nicht aufwiegen. Auch der Sound reißt keine Bäume aus. Man hat zwar auch ein paar Sprachsample in den Rennen. Aber ein Klangerlebnis ist das Spiel nicht. Sehr gut ist hier die Unterstützung des Rumble Paks, das sich sehr oft und heftig meldet. Wer aber auf Rennspiele steht verpaßt hier nichts. Empfehlen kann man das Spiel eigentlich nur Monster Truck Fans, da mangels Konkurrenz kein anderer Titel greifbar ist. Hier kann man sein Geld lieber sparen und lieber in World Driver Championchip investieren. Monster Truck Madness 64 kommt viel zu spät und hat gegen aktuelle Rennspiele keine Chance.

Time Trial Wettbewerb zu Monster Truck Madness 64

Passwörter zu Monster Truck Madness 64

Wertung

Matthias Engert
(05.11.1999)

Magazin64@aol.com