Zwar habe ich nie in einem Verein gespielt, doch Wettkampfsituationen gibt es in anderen Sportarten, aber auch bei anderen Wettbewerben. Soll doch der Spieler meckern oder nicht. Wenn das Tor zur Recht nicht gegeben wurde, muss er halt damit leben. Ich habe Freunde, die auch Fußball spielen und die sehen das sogar wie ich (soviel zu der Aussage, dass meine Ansichten damit zu tun hätten, dass ich mich nicht in Spieler hineinversetzen könne). Vielleicht fehlt dir ja auch das Ehrgefühl oder gar ein wenig das Gewissen, weil ich könnte nicht wirklich gut mit nem Sieg leben, der nicht fair erkämpft wurde. Ein wenig vergleichen könnte man das mit der Situation, in der ich bei einer Prüfung schummeln und sie nur so bestehen würde. Da bliebe (bei mir!) immer im Hinterkopf, dass ich nicht rechtmäßig/fair bestanden hätte. Denn ich denke mal, dass die Teams nach dem Spiel eine Zusammenfassung sehen und dort erkennen, dass sie im abseits standen und nur durch die Fehlentscheidung des Schiedsrichters das Tor (und vielleicht sogar dadurch auch der Sieg) zustande kam.
Manche können, du anscheinend ja auch, gut damit leben. Ich kann es nicht.
Naja und du hast mich wieder nicht richtig verstanden. Ich habe ein weiteres Mal zu erklären versucht, dass ich niemals behauptet hätte, mich an die Spiele seit der WM 1990 zu erinnern. Es sollte nur deutlich machen, dass ich nicht gerade seit 2 Wochen zum ersten Mal Fußballspiele mitverfolge. Das mache ich wohl mindestens seit 1990 und dann natürlich nicht nur WM-, sondern auch EM-, BuLi- und gelegentlich auch Championsleague-Spiele. In letzter nur immer weniger, weil mich dieses Wegkaufen von guten Spielern nervt und so oftmals (Ausnahmen gibts natürlich) Clubs gewinnen, die das meiste Geld haben.
Naja und dass du nicht verstehen kannst, dass andere weinen, kann ich wiederum nicht ganz nachvollziehen. Wenn man mit Leib und Seele dabei ist und mitfiebert, dann bringt die Leidenschaft einen auch das ein oder andere Mal zum heulen - sei es, weil man gewonnen oder trotz eines tollen Kampfes verloren hat. Das nennt sich Emotion - vllt besitzt du da zu wenig Gefühl für
Ich finds übrigens schade, dass diese Diskussion hier so aus den Fugen geraten ist. Mag mich gar nicht mit dir "streiten", nur treffen hier eben zwei vollkommen unterschiedliche Meinungen aufeinander. Man freut sich auf eine spannende WM und dann kocht wieder die Wut hoch, weil die Schiris so vollkommen unterschiedlich pfeiffen und entscheiden.
Ach und das Spiel mit Italien hatte ich übrigens wirklich nicht gesehen. Es gibt, Gott sei dank, noch etwas anderes in meinem Leben außer Fußball. Die WM war und ist eigentlich immer etwas Besonderes gewesen, vor 4 Jahren war es die für mich bislang schönste, auch wenn wir nicht den Titel geholt haben. Diese Stimmung war einmalig. Weiß noch, als ob es gestern war: 9. Juni 2006. Um 8 Uhr morgens hatte ich meine letzte Abiprüfung - Mathe mündlich. Am Nachmittag erfuhr ich, dass daraus immerhin tolle 12 Punkte geworden sind. Abends lief das erste Fußballspiel der WM und dann gab es gleich einen weiteren Grund zum feiern, als die deutsche Elf ein grandioses Auftaktspielt hinlegte.
Es gibt leider immer weniger, auf das man "stolz" sein kann. Früher das Land der Dichter, Denker und Komponisten und heute hängt an Deutschland immer noch die Vergangenheit wie schwere Bleikugeln. Natürlich darf man nie vergessen, es nie mehr so weit kommen lassen. Doch dass die ganze Welt mit Deutschland gleich Nazis verbindet, ist traurig (ich muss es leider, vorwiegend in US-Filmen und -serien, sehen, dass Aussagen wie "Was, du fliegst nach Deutschland? Zu den NAZIS?!" keine Seltenheit sind, auch wenns im "Spaß" gemeint wurde).
2006 konnte dieses Bild endlich mal verbessert werden - zu Gast bei Freunden. Endlich wieder ohne schlechtes Gewissen "Flagge" zeigen und ein wenig Nationalstolz besitzen. Das ist für andere Länder eine Selbstverständlichkeit, für die Deutschen war es lange undenkbar.
Das ist wahrscheinlich so ein Grund, weshalb man immer mehr mitfiebert und sich ein wenig Ehre und Anerkennung für "sein Land" wünscht. Warum gibt es sonst auch internationale Wettbewerbe?
Naja und dass da mal die Emotionen überkochen, kann ich deshalb gut nachvollziehen.
So, alles in allem hoffe ich, dass ich verständlich gemacht habe, was ich meine. Vielleicht besteht hier auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen (in den Ansichten und vom "Gerechtigkeitsempfinden", wobei das ja subjektiv ist und deshalb stark variieren kann).
In erster Linie sollten natürlich die Spieler mit den Ergebnissen zufrieden sein - aber wenn auch von ihnen Videobeweise nicht gewünscht/gefordert werden, müssen wohl erst Recht die Zuschauer und Fans damit leben können. Das muss und werde ich dann auch akzeptieren. Generell würde es mich mal interessieren, wie die Spieler so darüber denken.
Von meiner Seite aus werde ich das Thema "Videobeweis" ruhen lassen.
Also zurück zum Thema: Neuseeland verteidigt tapfer das 1:1 gegen Italien. Muss echt meinen Hut vor dem Keeper der "Kiwis" ziehen, das war eine tolle Leistung von ihm. Also Italien als noch amtierender Weltmeister hat mich nicht wirklich überzeugt. Das Ausgleichstor kam ja lediglich durch den Elfer rein... nunja. ^^
Interessant wird heute Abend hoffentlich noch Brasilien gegen die Elfenbeinküste.








