Tales of Symphonia
Hiermit liefere ich meinen Bericht nach, der sich auf das vergangene Wochenende bezieht. Gestartet bin ich auf Welgaia, einer mysteriösen Engelsstadt auf der Derris Kharlan-Ebene, deren Einwohner alle leblosen Puppen glichen. Zunächst ein Mal erfüllte ich meine Aufgabe und konnte mir mit Hilfe einer List die letzte Zutat für das Rezept holen, das den Kristallisierungs-Prozess in Colettes Körper stoppen würde. Zudem habe ich dort meine vierte Finsterwaffe geholt, weswegen die Erfüllung dieses Sidequests langsam in greifbare Nähe rückt. Erst dann erwartete mich der wahre Dungeon. Denn um an die Oberfläche zu gelangen, musste man sich durch einen Notausgang kämpfen. Ich habe mir die Zeit nicht genau angeguckt, aber rein vom Gefühl her würde ich behaupten, dass dies bislang der längste Dungeon im Spiel war. Soweit ich mich richtig daran erinnern kann, habe ich dort um die 1 1/2 Stunden verbracht. Auch hier ist wohl meine eigene Schusseligkeit als Grund dafür zu nennen, denn ehe ich mich orientiert und das System des Dungeons verinnerlicht hatte, verging so seine Zeit. Zudem bin ich natürlich auch kaum einem Kampf aus dem Weg gegangen und habe allein in diesem Dungeon mehr als ein gutes Level erreichen können. Wieder einmal haben mich die Passagen der Schwerelosigkeit, die frappierend an die Eisschlitter-Rätsel erinnerten, fast zur schieren Verzweiflung gebracht, aber irgendwann habe ich dann doch das Ende des Notausgang erreichen können.
Ich kam abermals im Turm des Heils aus und vor mir stand wie auf dem Präsentierteller das Ewige Schwert, mit deren Hilfe Lord Yggdrassil damals vor rund 4000 Jahren die Welten trennen konnte. Da es mein Ziel ist, die beiden Welten wieder zusammenzufügen, wäre es natürlich nicht schlecht, in den Besitz dieses Schwerts zu kommen. Einfach dort hin zu gehen und es sich eben kurz schnappen, war aber leider nicht drin, weil ich von einer seltsamen Kraft, die vom Schwert ausging, zurückgestoßen wurde und weil Yggdrassil selbst am Ende auftauchte und sich mir in den Weg stellte. Die nachfolgenden Szenen werden mir wohl unvergesslich bleiben. Zwar ist nichts sonderlich dramatisches passiert, aber der folgende Dialog zwischen ihm und Lloyd über ihre Visionen war bewegend, erschreckend und vernünftig zugleich. Yggdrassil hat wohl nicht bloß die beiden Welten getrennt, um seine Schwester auf Derris Kharlan zu schützen, sondern auch um weitere Kriege zu verhindern, die aufgrund des großen Problems der Diskriminierung entstanden. Dadurch dass in der sterbenden Welt (ich spreche wieder vom Welterneuerungsprozess) langsam das Mana knapp wird, können die Forschungen in Hinsicht auf das Mana nicht mehr im vollen Ausmaß betrieben werden und Waffen, die davon profitieren könnten, bleiben nutzlos. Das ist ihm jedoch nicht genug. Ihm schwebt eine Welt vor, in der jeder gleich ist. Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, ist die Verwandlung aller Bewohner der Erde in seelenlose Wesen. Llyod jedoch hält dagegen und ist davon überzeugt, dass sich die Menschen von sich aus ändern können und früher oder später selbst zum Schluss kommen werden, dass sie ihre Differenzen letztlich vergessen werden müssen. Klingt natürlich alles ein wenig naiv, aber es steckt dahinter eine klare Nachricht. Wie schon gesagt, eine Szene, bei der es sich lohnt, sich mit ihr ein wenig kognitiv auseinanderzusetzen.
Nun aber weiter im Text. Wieder musste ich gegen Yggdrassil antreten und auch dieser Kampf ist so gestaltet worden, dass er aussichtlos erscheint. Ich habe dennoch einige netten Informationen für mich gewinnen können. Und zwar müsste ich - wie ich später von Yuan erfahren werde - Halbelf sein, um das Schwert anfassen zu können und außerdem Kratos besiegen. Dieser hat nämlich, soweit ich das richtig mitbekommen habe, den Elementargeist Origin an sein Leben gebunden. Die einzige Möglichkeit an das Schwert heranzukommen, wäre dieses Siegel zu brechen und das Mana aus Kratos Körper herausfließen zu lassen, was aber in seinen Tod resultieren würde. Am Ende dieser Szene konnte ich dank den Bewohnern aus Mizuho flüchten und machte mich auf den Weg zu Altessa, um dort endlich Colette heilen zu können. Trotz dieser gelungenen Flucht, scheint aber langsam alles auf den finalen Endkampf gegen ihn hinauszulaufen.
Dort erwartete mich nach der erfolgreichen Heilung (diese Schuppenhaut war wirklich nicht schön anzusehen) aber wieder eine neue Schlüsselsequenz. Bei Nacht wurde ich von Yuan aus dem Schlaf gerissen und Kratos vorgeführt, der ein Gefangener von Yuan zu sein schien. Plötzlich wurde aber auch ich umzingelt und mir wurde der Tod angedroht. Hintergrund dieser Geschichte ist folgender: Yuan, der Anführer der Abtrünnigen, strebt ebenfalls die Wiedererweckung des Mana-Baums und die Vereinigung der beiden Welten an und brauchte das Ewige Schwert dementsprechend genau so sehr wie ich. Er wollte mit der Androhung von Lloyds Tod, Kratos dazu zwingen, das Siegel zu brechen und Origin freiwillig frei zu lassen. Nur warum sollte sich Kratos darauf einlassen? Die Lösung wurde mir endlich in einer befriedigenden Auflösung präsentiert: Kratos ist Lloyds leiblicher Vater!
Ich hatte es ja eigentlich schon geahnt. Schon nach Kratos erstem Verrat wurde klar, dass noch eine seltsame Verbindung zu Lloyd bestehen muss, und da war die Vaterschaft eigentlich die erste Möglichkeit, die mir in den Kopf geschossen ist. Lag wohl vor allem in der engen Verwebung Kratos' in Lloyds Vergangenheit und der äußerlichen Ähnlichkeit. Kratos scheint ja eine wirklich dramatische Figur zu sein. Wie ich weiß, hat er, wie er ständig betont, seine eigenen Gründe, die sein Handeln rechtfertigen sollen und ich hoffe, dass sie bald präsentiert werden. Denn um ganz ehrlich zu sein: Ich glaube nicht, dass ihm noch sonderlich viel Zeit bleibt. Ich kann mir zumindest gut vorstellen ganz zum Schluss gegen ihn kämpfen zu müssen, um gewaltsam die Freilassung Origins zu erzwingen. Dann würde der Sohn den Vater töten müssen- schrecklich. Aber das ist im Moment ja auch bloß reine Spekulation.
Viel Zeit für Gefühlsregungen blieb mir jedoch nicht, denn bald kam schon die nächste Schockernachricht, die ich irgendwo tief im Unterbewusstsein vielleicht auch schon dunkel erahnen konnte (viel vorsichtiger kann ich es nun wirklich nicht ausdrücken), aber die mich dennoch vom Hocker gehauen hat. Mithos ist Mithos Yggdrassil. Wie er genau seine Erscheinung ändern kann, weiß ich nicht, ich weiß bloß, dass dieses so unschuldig anmutende Kind sich jetzt quasi als Endgegner entpuppt hat. Heftig! Er, der nicht nur in der Vergangenheit vor 4000 Jahren aufgrund seines Halbelfen-Statuses ausgeschlossen wurde, musste diese Diskriminierung nun auch in der Gegenwart mitansehen, was seine Vision- einerÄra der Halbelfen ohne jegliche Diskriminierung- wohl erklären, aber nicht entschuldigen dürfte. Er wusste nun, dass Yuan gegen ihn arbeitete und nur ihm gegenüber vorgab loyal zu sein. Er verschonte ihn aber scheinbar aufgrund des Wunsches seiner Schwester Martel. Schließlich gehörten sie mal der selben Gruppe an und waren Gefährten. Altessa, der Zwerg, bekam dafür aber seinen Zorn zu spüren und wurde schwer verletzt, bevor Mithos zusammen mit Kratos verschwand.
Die einzige Chance Altessa retten zu können, offenbarte sich in einem Arztbesuch in Flanoir- ich liebe ja jede Gelegenheit, diese Stadt nochmals aufsuchen zu können, die Musik ist halt einfach zu wundervoll. Während ein Teil meines Teams den Arzt zu Altessa brachte, unternahm ich in der Wartezeit mit Colette einen kleinen Spaziergang. Diese Szene sollte wohl auf den einen Abschnitt der Intro/Anime-Sequenz anspielen, wo Lloyd und Colette auf einem kleinen Balkon stehen- den Panorama Ausblick Flanoirs und den Schnee vor Augen. Es war auf jeden Fall eine Szene, die nochmals die innige Beziehung zwischen Lloyd und Colette betonen sollte. Übrigens nur eine kleine Sache am Rande: Ich schaue mir bei jedem Anschalten nochmals die Anime-Sequenz am Anfang an. Nicht bloß, weil die zusammen geschnittenen Szenen einfach nur toll anzusehen sind, sondern auch weil die Musik mir gerade am Ende eine Gänsehaut verschafft.
So es geht aber weiter: Am nächsten Morgen hat sich mein Team nochmals beraten und Yggdrassil und Co. nochmals den Kampf angesagt. Tja, so wie es aussieht, scheint der Endkampf nun nicht mehr weit entfernt zu sein. Zelos hat zudem das Problem lösen können, das darin bestand, dass nur Halbelfen das Schwert führen könnten. Laut ihm wurde ihm im königlichen Forschungsinstitut genetisches Material von Elfen injiziert, sodass er in der Lage wäre, das Schwerz zu berührern. Tja, Pustekuchen! Als ich wieder zum Turm des Heils ging, bahnte sich erneut eine Katastrophe an (mindestens die dritte an diesem Tag): Zelos entpuppte sich als lausiger Verräter, der von Anfang mit Cruxis zusammenarbeitete und Infomationen an sie weitergab. Seiner Meinung nach müsse er sich an die stärkere Truppe wenden, welche die Cruxis-Organisation darstellte. Ein weiteres Motiv war, dass ihm versprochen wurde, von der Pflicht als Auserwählter befreit zu werden. Jetzt ist er weg und Colette hat er direkt mitgenommen. Eines der Portale war allerdings noch aktiviert. Ich bin ihm nun gefolgt, habe aber zur Zeit keine Ahnung, wo ich bin. Fest steht bloß, dass es mich vermutlich zu ihm führen wird.
Tja, mir wurde wieder eindrucksvoll vor Augen geführt, wie schnell sich das Blatt wenden kann. Mir hat die Session jedenfalls sehr gefallen. Am Anfang wurde mir ein wirklich sehr ansprechender Dungeon geboten, der spielerisch einiges von mir abverlangte und danach wurde mir wieder sehr viel der Story an den Kopf geworfen, dass ich jetzt beim Schreiben endgültig verdaut habe. Also, die Begeisterung will einfach nicht abnehmen. Meine Spielzeit beträgt nun 46:30 Stunden und mein Team befindet sich im Durchschnitt auf Level 63/64
