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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 10:50 
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Immer diese Leute, die sich in Filme "reinschleppen" lassen... :D
Speziell bei Kinobesuchen verpasst man auf sozialer/kommunikativer Ebene (außer bei nem Date) doch eh nichts, außer der Diskussion danach, die bei einem miesen Film aber auch keinen Spaß macht :peach:

Viele Marvel-Filme habe ich erst später oder gar nicht nachgeholt, aber Deadpool, Avengers 1, Iron Man 1 und beispielsweise Winter Soldier fand ich schon klasse :link1: Man muss ja nicht JEDEN (im Kino) anschauen. Civil War werde ich mir aber im Kino anschauen. Habe einfach Bock auf die Charaktere (Panther, Spidey, Ant-Man+Hawkeye...).

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 11:54 
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Player hat geschrieben:
alten Sack ins Superhelden-Kostüm

Also bei Indiana Jones (allerdings kein Superheld) geht das. Disney räumt aus Profitgier demnächst wahrscheinlich jedes Altdarsteller-Pflegeheim leer.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 14:27 
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Das ganze MCU ist mir irgendwie unsympathisch. Keine Ahnung woran es genau liegt. Die Schauspieler bzw. die Darstellung der Charaktere kommt mir irgendwie zu proletenhaft rüber (gerade Iron Man). Besser kann ich es leider nicht ausdrücken :ugly: Dazu halt noch die ausgelutschte (und selbst zu Beginn nicht originelle) Formel oben draufgepackt. Beim ersten Avengers habe ich mich in der ersten Hälfte außerdem wie in einem Power Rangers Film gefühlt. Und dann gelangweilt, bis zur ,,okay"-en Endkampfszene.

Speziell nach Mad Max Fury Road habe ich aber absolut kein Bedürfnis mehr solchen Action-Einheitsbrei schönzusaufen. Es geht selbst auf Blockbuster-Ebene einfach auch anders.

Daredevil finde ich immerhin gut. In beiden Staffeln schwächelt es zwar in der zweiten Hälfte (nicht nur vom Writing, aber gefühlt geht das Budget immer fast komplett in den Beginn), aber die Highlights und Stärken sind immerhin auch wirklich stark.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 14:44 
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Man braucht halt auch eine Verbindung zur Marvel Comicwelt, die Charaktere sind eben durch die Comics größtenteils vorgezeichnet. Iron Man ist eben ein reiches, extrem eingebildetes Genie. Damit muss man sich nicht identifizieren, unterhaltsam ist es allemal.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 15:36 
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Marvel-Verfilmungen sind halt Unterhaltungsfilme - und auch das braucht das Kino. Wenn ich nächste Woche mit Freunden in den Film gehe, tue ich das nicht, weil ich eine thematisch anspruchsvolle und inhaltlich tiefgründige Filmkost haben möchte, sondern weil ich verschiedene, originelle Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten sehen möchte, die humoristischen und actionlasten Szenen aufeinandertreffen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 29. Apr 2016, 17:03 
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Cyber Zéro hat geschrieben:
Marvel-Verfilmungen sind halt Unterhaltungsfilme - und auch das braucht das Kino. Wenn ich nächste Woche mit Freunden in den Film gehe, tue ich das nicht, weil ich eine thematisch anspruchsvolle und inhaltlich tiefgründige Filmkost haben möchte, sondern weil ich verschiedene, originelle Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten sehen möchte, die humoristischen und actionlasten Szenen aufeinandertreffen.


Unterhaltungsfilm macht sie nicht immun gegen Kritik. Mad Max hat gezeigt, dass ein Blockbuster auch noch Konventionen brechen und sich ernst nehmen kann. Bzw. auch schön abgedreht sein, aber ohne dabei auf beknackte Oneliner zurückzugreifen. Und wenn schon Oneliner, dann bevorzuge ich es, wenn man das Konzept auch voll durchzieht. So wie Fast & Furious, das sich seit Teil 5 ja als wirklich liebevoll überdreht/gezielt schwachsinniges Actionspektakel neu erfunden hat.
Die Marvel Filme sind da irgendwo zwischen den beiden. Nichts Ganzes, Nichts Halbes. Einfach nur lame. Bei Avengers musste ich teilweise echt auf die Uhr schauen. Der Erfolg der Formel spricht für die Filme, aber diverse Problematiken von secretkey angesprochen sind nun sicher nichts Neues/Außergewöhnliches.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 11:34 
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Ich habe nun auch endlich Star Wars - The Force Awakens gesehen. Zwischendurch musste ich aber mal nachprüfen, ob der Film tatsächlich Star Wars und nicht Spaceballs heißt.

Spoiler:
Der Stil der alten Filme wird ziemlich genau getroffen, und am Anfang war ich noch hoch begeistert. Auch Han hat mir gefallen, da er nicht als simpler Fanservice enden musste. Aber irgendwo in der Mitte hat mich der Film verloren. Vielleicht wurde A New Hope einfach zu stark kopiert? Es tauchten einfach immer mehr Kleinigkeiten auf, die mich rausgerissen haben. Kylo Ren reitet z. B. auf einer Rasierklinge zwischen Darth Vader mit Tiefgang und Lord Helmchen. Und was ist das für eine Gestalt? Im Vergleich zum Duo Vader und Tarkin eine Lachnummer... War wohl Absicht. Gefallen muss es mir trotzdem nicht. Es würde mich auch nicht wundern, wenn der große Typ (Name vergessen) nur als Hologramm so groß erscheint, und in Wirklichkeit so klein wie Yoda ist. Dann wäre das Trio komplett.
Reys Fähigkeiten kamen mir auch merkwürdig vor. Es scheint recht klar zu sein, dass sie Lukes Tochter ist, dem sie auch ihr Machtpotenziel zu verdanken hat. Luke ist aber auch Anakins Sohn und brauchte trotzdem zwei Filme und Yodas Training, um so gerade eben einen Kampf mit Vader zu überleben. Rey macht Kylo schon nach der Hälfte des ersten Films fertig. Was will mir der Film damit sagen? Dass Rey mal von Luke trainiert wurde und es nur vergessen/unterdrückt hat? Da wurde ja schon was angedeutet. Oder ist Kylo wirklich nur ein Wicht, der versucht, andere mit seiner Maske zu beeindrucken, obwohl er am Anfang als übler Darth Vader 2.0 dargestellt wurde?
Die Handlung dreht sich natürlich hauptsächlich um die Charaktere. Dafür fand ich aber den Backdrop mit der Massenvernichtung ein wenig übertrieben. Und sind die First Order nicht streng genommen die Rebellen? Was soll in Episode 8 überhaupt noch passieren? Rey ist Kylo bereits klar überlegen, und jetzt hat sie auch noch Luke gefunden. Starkiller Base wurde auch zernichtet. Es scheint alles erledigt zu sein. Wobei das Imperium in A New Hope auch nur aus dem Todesstern bestand. Da war es auch nicht anders.

Insgesamt: Komischer Star Wars Film. 100 mal besser als die Prequels. Ich bin trotz Kritik auf den nächsten Teil gespannt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 11:46 
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Kylo wurde von der Laser Armbrust getroffen und er ist dadurch stark angeschlagen. Was die für einen Wumms hat, wurde im Film mehrmals gezeigt, er hat den Treffer jedoch weggesteckt. Er klopft sich auch mehrmals auf die Wunde, um nicht bewusstlos zu werden. D. h. er bringt einen nicht unerheblichen Teil seiner Konzentration und Machtfähigkeit auf die Wunde auf.

Und ich finde seinen Charakter sehr interessant, man nimmt ihm das zerrissene viel mehr ab als Anakin in Episode 3. Er ist eigentlich noch ein Kind, das viel zu viel Macht hat und stark von der dunklen Seite angezogen wird. Ich bin gespannt wie es weiter geht und ob er letztlich nicht doch auch auf der hellen Seite wieder landen kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 19:13 
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Spike hat geschrieben:
Und ich finde seinen Charakter sehr interessant, man nimmt ihm das zerrissene viel mehr ab als Anakin in Episode 3. Er ist eigentlich noch ein Kind, das viel zu viel Macht hat und stark von der dunklen Seite angezogen wird. Ich bin gespannt wie es weiter geht und ob er letztlich nicht doch auch auf der hellen Seite wieder landen kann.

Dankeschön, ich hatte schon Angst, ich wäre der einzige, der gerade dies ziemlich cool und erfrischend fand: Dass der Böse nur ein Schüler ist und dass er Angst hat, auf die andere Seite der Macht zu wechseln....aber von dunkel auf hell

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 20:10 
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Die Idee ist tatsächlich gut, aber imo schlecht umgesetzt. Es wird an keiner Stelle deutlich, warum die dunkle Seite der Macht so faszinierend ist und welche Vorteile sie bietet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 20:12 
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Brauchst du das nach 6 Star Wars Filmen noch?

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2016, 17:45 
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Spike hat geschrieben:
Kylo wurde von der Laser Armbrust getroffen und er ist dadurch stark angeschlagen. Was die für einen Wumms hat, wurde im Film mehrmals gezeigt, er hat den Treffer jedoch weggesteckt. Er klopft sich auch mehrmals auf die Wunde, um nicht bewusstlos zu werden. D. h. er bringt einen nicht unerheblichen Teil seiner Konzentration und Machtfähigkeit auf die Wunde auf.


Ich meinte die andere Szene, wo Kylo versucht, Reys Gedanken zu lesen. Ohne Training sollte sie ihm nicht widerstehen können.

Die Idee, einen inkompetenten Schüler als Bösewicht zu nehmen, finde ich auch nicht verkehrt. Aber warum wird Kylo dann am Anfang wie ein weiterer unantastbarer Sith Lord dargestellt? Die Qualität des Films hängt stark von Episode 8 ab, und was dort noch alles enthüllt wird. Deshalb bin ich gespannt.

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 Betreff des Beitrags: Re: AW: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2016, 17:55 
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Olschi hat geschrieben:
Aber warum wird Kylo dann am Anfang wie ein weiterer unantastbarer Sith Lord dargestellt?


Weil er sich selbst als ein solcher sieht bzw in der "Öffentlichkeit" als ein solcher präsentieren will. Darum auch die Maske hinter der er seine Unvollkommenheit versucht zu verstecken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mo 16. Mai 2016, 18:37 
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Die Szene ist mir auch aufgefallen, aber gut, über sowas kann ich noch hinwegsehen.

Btw, Episode 7 hat es ja nicht zum erfogreichsten Film aller Zeiten geschafft und das lag vor allem an China. Die Leute dort sind mit SW nicht aufgewachsen und können zT nicht verstehen, was man z.B. gegen das Imperium haben kann. Das hat wenigstens für Ordnung gesorgt, oder so ähnlich :ugly: Oder der ganze Fanservice war hier eher kontraproduktiv. Das Urteil vieler Chinesen fiel dementsprechend auch nicht so gut aus. Insofern, don`t believe the hype :augenbrauen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Do 26. Mai 2016, 13:12 
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The Witch
In vielen heutigen Horrorfilmen werden uns Mythen vergangener Tage aufbereitet. Hotels auf Indianerfriedhöfen, unaufgeklärte Morde, rastlose Geister, die aus der Vergangenheit nach uns zu greifen versuchen. Alte Tagebücher, ein wissender Historiker oder auch ein Medium sind meist bekannte Stilmittel, um diese Art der Geschichten mit einer Erzählstimme für uns sichtbar zu machen. Der Ansatz des Regisseurs Robert Eggers ist ein anderer. In 'The Witch' wird der Mythos nicht nur Gegenstand, sondern unmittelbare uns verschlingende Wirklichkeit.
Von der puritanischen Familie in Neuengland des 17. Jahrhunderts erfahren wir nicht aus zweiter Instanz, sondern sie sind in diesem Setting unsere tatsächlichen Protagonisten. Das höchste Diktat finden sie in ihrer Frömmigkeit und Gottes Wort und wenden sich daher von den menschlichen Gesetzen ab, indem sie in der Isolation am Rande eines Waldes eine kleine Farm eröffnen. Nur dass sie dort nicht ganz alleine zu sein scheinen und schon bald von augenscheinlichen Hexen-Kräften heimgesucht werden, welche die Familie auseinander zu treiben drohen.

Obwohl als Horrorfilm vermarktet, fühlt sich 'The Witch' zunächst wie ein authentisches Historien-Drama an. In 5-jähriger Vorbereitungs- und Recherche-Zeit passte Regisseur Robert Eggers die Ausstattung, die Kostüme und sogar die Sprache der Familie dem an, was er in alten Dokumenten bekundet vorfand. Sein akkurates Auge entwirft eine Welt, die zwar in unserer verwurzelt liegt, aber doch schon zu fremd zu sein scheint. Man möchte fast von einem Märchencharakter sprechen und wo ein Märchen ist, kann auch eine Hexe nicht weit liegen.
Hexenfiguren kennen wir meist nur noch als Schatten ihrer Abnutzungserscheinungen und Robert Eggers könnte nicht weniger konfrontativ damit umgehen. Statt sie in einen vagen Nebel zu verhüllen, deren Präsenz wir erst hinterfragen müssen, ist ihre Machterscheinung schon in den ersten Minuten des Films beeindruckend physisch und von solch einem grausamen Akt gekennzeichnet, dass das Ende der Terror-Skala nicht auszumachen bleibt und im Sinne des Furchtbaren alles möglich erscheint. Der Schrecken ergibt sich vor allem aus der Kompromisslosigkeit, mit der diese Geschichte konsequent zu Ende erzählt wird und die keinen Raum für viele offene Fragen am Ende aufwirft, anders als manch anderer Genre-Vertreter, der einen bloß mit nebulösen Andeutungen entlässt.

Was jedoch nicht heißt, das am Ende des Films kein Diskussionsbedarf bestünde. Im Gegenteil, so könnte man sich beispielsweise fragen, was eigentlich den Horror für einen persönlich ausmacht und warum der Film unter den Kritikern so gezündet hat.

Denn eines muss sofort klar gestellt werden: wir haben es hier nicht mit einem typischen Horrorfilm zu tun, der einen mit möglichst vielen Jumpscares und dem Fokus auf Gore-Effekte schocken möchte. Wer also eine wilde Geisterbahnfahrt sucht, steigt besser gar nicht erst ein. Gore-Elemente sind zwar durchaus vorhanden, allerdings wird von diesen Bildern meist so schnell weggeschnitten, dass wir erst beginnen zu verarbeiten, was wir da eigentlich gesehen haben, sobald der Schnitt ereilt. Statt ungestümer Unmittelbarkeit in der Kameraarbeit finden wir eine verstörende Beständigkeit. Langsame Zoom-Ins ziehen uns in den abstoßenden Kaninchenbau dieser Welt hinein, die Belichtung wirft in den richtigen Momenten Schatten um die Augen oder umgibt die Charaktere mit einem tiefschwarzen Schlund und beeindruckende Longtakes und spezifisch gewählt Winkel weisen noch mal gezielt auf die Fremdartigkeit dieser Welt hin. Einen Pakt mit dem Teufel muss wohl auch der Komponist geschlossen haben, der seine Geigen und choralen Klänge in Dissonanzen wiegt, die auch Kubricks Monolithen ohne Abstriche umgeben könnten. Was uns hier aufgezeichnet wird, ist eine Atmosphäre des Terrors, des Misstrauens und der inneren Geißel!

Das Zentrum des Grauens liegt hier jedoch innerhalb der Familie, deren religiöse Isolation und ihre tiefe Gottesfurcht natürliche Entwicklungen wie das pubertäre, sexuelle Erwachen in den Schleier der Sünde hüllen und einen Keil der nach innen gerichteten Missgunst in die Familie treiben. Die Angst vor den eigenen Gedanken, verstört und irritiert in unserer säkularisierten Welt und es mischt sich das Gefühl tiefer Traurigkeit hinzu, wenn wir uns vor Augen führen, dass auch heute noch genug Familien durch religiösen Extremismus auseinandergetrieben werden – häufig durch innere Mächte und Überzeugungen. Das tut doppelt weh, wenn wir anhand dieser Familie in kleinen Gesten der Wärme zwischendurch angedeutet bekommen, wie sich ein harmonisches Zusammenleben in dieser Konstellation doch gestalten könnte.
Was ein simpler Horrorfilm hätte werden können und auch als konsequentes Schauermärchen erlebt werden kann, erhebt sich in diesem beeindruckenden Regie-Debüt letztlich also zu einem rührenden Familien-Drama. 8,5 / 10

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Fr 27. Mai 2016, 10:40 
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Der Nachtmahr
Man mag es fast gar nicht laut aussprechen, aber möglicherweise gibt es für das deutsche Genre-Kino doch noch Hoffnung! 'Der Nachtmahr' ist ein Herzensprojekt des Regisseurs Akiz Ikon und fühlt sich auch nach solch einem an - und "fühlen" ist wohl ein gutes Stichwort, denn so richtig lässt sich der Film nicht in Genre-Schubladen einkategorisieren und stattdessen hebt er sich zu einem recht taktilen Erlebnis heraus.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist die junge Antonia, die für ein 17-jähriges Mädchen in Berlin ein halbwegs normales Leben zu führen scheint. Sie hat ein behütetes Elternhaus, beste Freundinnen und treibt sich auf Partys herum. Auf einer dieser zugegeben sehr wilden Feiern, erleidet sie jedoch einen Absturz mit Folgen: sie wird plötzlich von obskuren Visionen geplagt und scheint nachts in ihrem Haus Geräusche zu hören, die niemand wahrnehmen kann. Die Quelle dafür scheint ein merkwürdiges Wesen zu sein - der Nachtmahr - das bloß sie sehen kann und niemand sonst um sie herum, jedoch dafür auf mysteriöse Weise an ihr Leben gekoppelt ist. Was folgt ist Antonias Kampf gegen ihre eigene Wahrnehmung, während sich ihre Freunde zunehmends von ihr distanzieren und ihre Eltern sich mehr und mehr Sorgen machen.

Den Nachtmahr zu greifen zu kriegen, ist keine leichte Aufgabe. Es ist irgendwo eine Mischung aus E.T. - und Techno-Horror, dazu aber auch Coming of Age, Psycho-Thriller und Drama. Von seinen Ideen würde ich ihn wohl am ehesten mit 'The Babadook' - dem australischen Überraschungs-Horrorhit vergleichen, wo man auch hier als Zuschauer ständig hinterfragt, was man für bare Münze nehmen kann und was sich nur im Kopf unserer Protagonistin abspielt, in dieser Abwärtsspirale aber durch überraschende Eingriffe in die Erzählung immer wieder mit unserer Erwartungshaltung gespielt wird. Will man das "Look & Feel" des Films in Worten einfangen, lässt sich schnell auf die ersten, ausgeschriebenen Worte der Anfangscredits verweisen. Der Film beginnt mit einer Epilepsie-Warnung und der Anmerkung, dass der Ton doch bitte so laut wie möglich abgespielt werden solle - und früh genug erfahren wir warum. Blinkende Lichter und rasante, kaleidoskopische Wechselspiele im Schnitt erinnern in ihrer Sinnlichkeit an eine rohe Verschmelzung aus "Spring Breakers" und Techno-Musikvideos. Eine willkommene Abwechslung dazu sind dann die ruhigeren Szenen Zuhause, die sich dem Annähern des so seltsamen Wesens widmen, wenngleich auch hier die Kamera oft nervös unruhig agiert, den Bewohnern in subjektiver Verfolgerperspektive hinterher wandert und dann aber plötzlich stehen bleibt, so als wenn die Kamera selbst noch mit sich aushandeln müsste, wie weit sie sich eigentlich in diesen Albtraum hinunterwagen möchte.

Der Film mag nicht unbedingt gruselig erscheinen, aber er konfrontiert mit dem inneren Abscheu. So wenig, wie er sich in Genre-Deskriptionen greifen lässt, so zahlreich sind wohl auch die Deutungsmöglichkeiten des Films. Wir wissen nicht, ob Antonias Auslöser für ihre Geschichte in Drogen, Leistungsdruck, dem Ausbruch aus dem behüteten Elternhaus oder etwas ganz anderem liegen, der Film nimmt sie und ihre Lebenswelt jedoch zu jeder Zeit ernst, sodass sich das ganze für mich als ein Drama für den Kampf mit psychischen Erkrankungen und der eigenen Akzeptanz gestaltet hat. Ein Kampf, bei dem man sich entweder gegen seine Erkrankung stellen kann oder mit ihr zusammenarbeit. Ein Kampf für das Sichtbar-Werden, denn eines steht fest: wir alle könnten unserem Umfeld den eigenen Ballast viel eindringlicher begreiflich machen, wenn auch wir eine missgestaltete Kreatur unterm Arm tragen würden. 7,5/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Di 31. Mai 2016, 19:59 
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Habe heute "Cpt. America: Civil War" im Kino gesehen und obwohl der Film insgesamt ganz gut gemacht war, habe ich mich stellenweise doch arg gelangweilt, weil die Marvel-Formel zumindest für Iron Man/Cpt. America/Avengers nun wirklich komplett ausgelutscht ist. Kann die zwei genannten Hauptcharaktere einfach nicht mehr sehen. Mein Interesse an "Infinity War" ist derzeit bei -100, aber ich freue mich dennoch weiterhin (oder gerade deshalb) auf Doctor Strange und Suicide Squad.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2016, 09:50 
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Gin hat geschrieben:
[...] Marvel-Formel [...] aber ich freue mich dennoch weiterhin (oder gerade deshalb) auf [...] Suicide Squad.


:nudelholz: :P

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2016, 10:25 
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Crazy Com hat geschrieben:
Gin hat geschrieben:
[...] Marvel-Formel [...] aber ich freue mich dennoch weiterhin (oder gerade deshalb) auf [...] Suicide Squad.


:nudelholz: :P


Was willst du mir damit sagen? :ugly:
Klar, das DCCU muss sich erst noch beweisen, aber zumindest wird es...anders.
Selbst Bat v. Super fand ich unterhaltsamer als Civil War und ersteres ist definitiv nicht der bessere Film :/

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2016, 11:24 
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Ne, du hast nur vorher nur über Marvel gesprochen und erwähnst dann Suicide Squad... Ein Unwissender könnte glatt denken, dass du den dann auch Marvel zuordnest. War auch nicht so ernst gemeint mein Post ;-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Kinofilm-Thread
BeitragVerfasst: Mi 1. Jun 2016, 16:46 
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Achso, war tatsächlich ungünstig formuliert, hast du recht :mrgreen:
Wollte nur zum Ausdruck bringen, dass ich aufgrund von "Civil War" nicht alle kommenden Comicverfilmungen kategorisch ablehnen werde.

Leider haben mir die Trailer zu "Civil War" auch wieder zu viel gezeigt, aber ich kann da einfach nicht wegschauen :|
Was man vorher afair nie sah, waren Teile aus der Eröffnungs(-action-)sequenz, die ich ultra spannend inszeniert fand. Glaube, die ersten 10-15 Min waren mein Highlight des ganzen Films :applaus:

Edit:
- Spidey fand ich für 5 Min witzig, danach war er für mich schon abgenutzt, wie seine Vorgänger auch. Obwohl ich den Darsteller ganz gut finde (kannte ihn vorher nicht)
- WIE LAHM IST DENN BLACK PANTHER? Der kann nix cooles :/
- Den eigentlich interessanten Konflikt kann ich beim typischen Marvel-Buddy-One-Liner-Weichspül-Choreografie-Gekloppe einfach nicht ernst nehmen. Ich wollte es, aber dem Film fehlt (wie zu erwarten war) jegliche Dramatik. Abgesehen von der Szene mit
Spoiler: anzeigen
Iron Patriot
fühlte es sich wie eine Prügelei unter Buddies an (was es ja auch ist :D), sodass die genannte Szene wie ein schwacher Kompromiss wirkte, dem Geschehen noch irgendwie Gewicht verleihen zu wollen.

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BeitragVerfasst: Fr 3. Jun 2016, 23:43 
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Gestern war ein extrem erfolgreicher Kino-Abend, mit gleich zwei Premieren, auf die ich mich schon lange Zeit gefreut habe!

The Nice Guys
Der Regisseur von 'Kiss Kiss Bang Bang' und Drehbuchautor von 'Lethal Weapon' Shane Black ist endlich wieder zurück und zaubert den wohl unterhaltsamsten Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe und vielleicht auch noch sehen werde. Buddy Cop-Filme sieht man heutzutage eh selten und dieser hier hat dazu noch den Kniff, dass wir es hier mit doch eher unfähigen Detektiven zu tun haben, ohne dass der Film dadurch zur reinen Parodie ausartet. Aber verflucht ist er witzig und ich habe selten in einem Kinosaal so offenherzig und häufig gelacht, ohne mich dafür schämen zu müssen.
Ryan Gosling sollte sich ernsthaft überlegen, seine Karriere von jetzt an nur noch auf Komödien zu verlegen, denn sein Timing im Bereich 'Physical Comedy' ist einfach unglaublich auf den Punkt und überhaupt eine große Stärke des Films! Ansonsten spielt der Film auf eine unaufdringliche Weise mit bekannten Tropes, die meisten Gags zünden nicht nur einfach, sondern werden teilweise auf extrem clevere Weise lange vor der eigentlichen Pointe aufgebaut, die dann letztlich wie aus dem Nichts herausschießt und überhaupt findet sich natürlich das schnelle Shane Black-Dialog Ping Pong darin wieder.
Aufhänger der gesamten Geschichte ist im Übrigen der Tod einer Porno-Darstellerin, man kann sich also denken, in welche Gefilde der Film abtaucht und es passt auch zur detailverliebten und verruchten Atmosphäre der 70er Jahre. Dennoch hat der Film eine moralische Stimme, die sehr dominant ist und vielleicht in ihrer Umsetzung nicht jedem gefallen wird, meiner Meinung nach aber hier gut reinpasst, da der gesamte thematische Überzug des Films irgendwo auch auf den Verlust der kindlichen Unschuld hinauswill und die Auflösung des Mysteriums direkten, relevanten Bezug zu unserer heutigen, gesellschaftlichen Lebenslage aufweist.
Klingt möglicherweise etwas abstrakt, wird aber sehr deutlich, wenn man den Film schaut, der hier nochmal eine ganz dringende und herzliche Kinoempfehlung von mir erhält! 8,5/10


Green Room
Nach nur drei Filmen hat sich Regisseur Jeremy Saulnier zu einer der einzigartigsten Stimme der derzeitigen Indie-Szene gemausert und sein derzeitiger Film zeigt wieder eindrucksvoll, warum wir uns auch in Zukunft noch auf alles weitere von ihm freuen dürfen!
'Green Room' ist ein wahnsinnig brutaler Thriller, der sich den fast gesamten Verlauf des Films über in einem Club der rechtsradikalen Szene voller Nazis und Skinheads abspielt und in den sich eine Hardcore Punk Band - verzweifelt auf der Suche nach Gigs, verirrt. Die Situation ist schon so wenig einladend genug und doch muss es natürlich noch schlimmer kommen, als sie nach ihrem Auftritt aufgrund unglücklicher Umstände in einen Strudel der Gewalt geraten, in dem es um ihr Leben gehen könnte und aus dem sie sich improvisierend irgendwie heraus befreien müssen. Und wenn das noch nicht interessant genug klingt, sei gesagt, dass der sonst so charismatische, nette Onkel Patrick Stewart hier einen kaltbültigen, berechnenden Nazi-Anführer spielt.
Vor allem der Einsatz von Gewalt dürfte wohl hier eine Sprache finden, zu welcher derzeit kein anderer Regisseur fähig ist. Gewalt und der Umgang mit Waffen wird hier möglichst realistisch dargestellt und ohne den coolen und verklärenden Film-Filter, der sonst so häufig zum Einsatz kommt. Gewalt ist hier nie Selbstzweck, sondern in den Augen derer, die in diese missliche Lage gekommen sind, nur notwendiges Befreiungsmittel und damit eben nicht präzise, sondern in seiner Darstellung plump und unbeholfen - aber leider eben ein Instrument, das die Beteiligten aller Seiten in einen scheinbar alles verschlingenden Kreislauf stößt. Der Unterschied zu irgendwelchen anderen Slashern ist dabei das beeindruckende Handwerk des Regisseurs, der den Verlauf dieser Geschichte so minutiös geplant hat, dass jeder Pulsschlag, jede Zuspitzung, jedes Aufsteigen der Spannungskurve präzise sitzt und dem ganzen eben keine ausbeuterische, sondern eine extrem erdrückende Atmosphäre überzieht. Die Protagonisten-Band ist uns schon nach wenigen Minuten der Charakterisierung und ihrem Miteinander nah, kann nur noch instinktiv handeln und muss dabei irgendwie verarbeiten, dass sie eben nicht in einem Albtraum feststeckt, sondern in einer Situation ohne Reset-Button und ohne Aufwachen - eine niederschmetternde Form der Akzeptanz, die wir wohl alle aus anderen Situation kennen und die nur mehr bewirkt, dass der Film so eindrücklich wirkt.
Vielleicht macht der Film es sich durch sein Setting etwas einfach und er mag thematisch nicht ganz so ambitioniert sein wie der Vorgängerfilm 'Blue Ruin'. Außerdem zerfasert er gegen Ende hin etwas für mich und zieht sein Konzept nicht 100% durch, ohne in Muster zurückzufallen, von denen der Film sich eigentlich die ganze Zeit über distanziert. Dennoch ist es die Kino-Erfahrung absolut wert! 8 / 10

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BeitragVerfasst: Sa 4. Jun 2016, 15:41 
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Noch keiner was zu X-Men Apocalypse und Warcraft zu sagen? :)

War letztes Wochenende in beiden Filmen (Samstag Warcraft und Sonntag X-Men). Von Warcraft war ich schwer begeistert. Kenne die Warcraft-Welt ja nur von Hearthstone her und fand es dann immer toll Figuren zu sehen die von HS her kenne :) Blizzard MUSS einfach noch so einen Film machen. Note 1+

Und X-Men, naja, eigentlich schon alles gesehen, aber natürlich wieder gute kurzweilige Unterhaltung. Note 3

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BeitragVerfasst: Sa 4. Jun 2016, 16:46 
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Also ich fand den x-men auf jeden Fall besser als den letzten Marvel :D.

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BeitragVerfasst: So 5. Jun 2016, 14:58 
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Waren gestern in Warcraft. War ganz okay, Sound und Effekte natürlich top. Die Story war okay, die Dialoge recht platt, die Charaktere blass und eindimensional. Kann man sich geben, muss man aber nicht. 6,5/10

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