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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 15:42 
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Weiter geht's mit den nächsten #Horrorctober-Filmen!

Horrorctober No. 4 - Event Horizon (1997)
Zugegeben, gelegentlich mag sich Paul W.S. Andersons Sci-Fi Horror für klüger halten, als es seine Verpackung bis zum Ende durchzuhalten vermag, was jedoch nicht heißt, dass die hier im Weltall verhallenden Schreie nicht doch auch Potenzial aufweisen, einen zusammenzucken zu lassen.

Ein verlassenes Weltraumschiff - filmisch in sprichwörtlich verzahnten Sets inszeniert, welche in ihren Gängen und Hallen fast schon eine Art Punker-Attitüde aufs Parkett legen - das hier als lebender Organismus präsentiert wird, macht als Eingangsmysterium durchaus etwas her und erinnert fast an das Konzept des Sci-Fi Klassikers 'Solaris', nur dass wir hier mit dessen Umkehrung konfrontiert werden, schließlich ist das große Unbekannte hier nicht daran interessiert seine Flugpassagiere möglichst umfassend zu erforschen, sondern sie bloß zu vernichten. Die Idee, dass am Rande des Universums bloß die Unerforschbarkeit auf uns wartet - eine Variable, die in ihrer Vorstellung so unermesslich scheint, dass sie das Potenzial aufweist uns an den Rand des Wahnsinns und der Verzweiflung zu bringen - ist ein für den Menschen durchaus faszinierendes und furchteinflößendes Konstrukt, das hier mit dem Abstraktum des puren Bösen kombiniert wird. Im Fall dieses Films drückt sich dies vor allem darin aus, dass die immer tiefer ins Schiff eindringende Crew mit ihren persönlichen Traumata konfrontiert wird - denn möglicherweise ist das pure Böse genau das: etwas, dass uns permanent an unsere Fehler, Versäumnisse und Schwächen erinnern lässt.

Leider belässt der Film es nicht auf seiner vagen und abstrakten Ebene und lässt den Schrecken in zu konkrete Action- und Schock-Momente manifestieren, die in ihren Bildern dem eigentlichen Gedankenkonstrukt zu keinerlei das Wasser reichen können. Dies ist besonders problematisch, weil das letzte Drittel besonders die Charaktere einspannt, die wir im vorherigen Verlauf bloß als hölzerne und uninteressante Funktionen des Plots entlarvt haben und die wesentlich dynamischeren und spannenden Figuren - nämlich neben den Protagonisten alle anderen Charaktere - hier einer lustlosen Hektik geopfert werden. 6,5 / 10


Horrorctober No 5 - Tremors - Im Land der Raketenwürmer (1990)
Tut mir schrecklich leid jedermanns Kindheitserinnerungen angreifen zu müssen, aber ich habe in diesem Film wahrlich nichts außergewöhnliches gefunden. Sicherlich mag der Film ein ordentlicher Monster-Streifen sein, dem eine gewisse kindliche Freude heraus zu scheinen mag, welche das Schauen unterhaltsam gestaltet und auch die Trickeffekte wissen zu gefallen, doch abgesehen davon wandert der Film niemals in die Territorien von Spannung und Atmosphäre, die ihn zu etwas höherem als dieser harmlosen Geschichte hätten erheben können. Wenn der Film überhaupt etwas klar macht, dann wohl dass es stets ratsam ist, in seinem Zuhause ein ganzes Lager an Waffen zu horten - nur für den Fall, dass irgendwann mal Eindringlinge versuchen sollten, sich Zutritt zu verschaffen. Hm. 5,5 / 10


Horrorctober No 6 - A Nightmare on Elm Street (1984)
So sehr wie Freddy Krueger mittlerweile durch eine Masse an Fortsetzungen, Remakes und vor allem Parodien Einzug in die popkulturelle Verballhornung gefunden hat, war es spannend für mich herauszufinden, ob dieser noch für mich unbekannte Klassiker halten könnte, was er dem 80er-Publikum damals versprochen hatte oder ob Freddy Krueger - sollte er mir die Nacht darauf in meinen Träumen begegnen - allenfalls ein müdes Lächeln aus mir herausgekitzelt hätte.

Auch wenn aufgrund des synthetisch dahin stolpernden, poppigen Soundtracks und mindestens genauso stolpernden Jung-Schauspielern und ihrer Unbeholfenheit die letzte Konsequenz fehlt, um einen wahren Schleier der Furcht über den Zuschauer zu hüllen, generiert er seinen Spaß dennoch vor allem dadurch, uns in Bilder zu stürzen, die dem kollektiven Unterbewusstsein all unserer Alpträume entnommen zu sein scheinen und so bekommen wir es mit den typischen vernebelten Straßen, Sackgassen und scheinbar leeren Korridoren zu tun, die mit einer Schreckensgestalt ausgefüllt wird, die das den Ausdruck "schwer zu ertragen" für sich gepachtet zu haben scheint: unästhetisch verbrannte Haut, im Gepäck eine Hinterlassenschaft an schleimigen Insekten und eine Hand, die in ihrer Mechanik nicht nur dazu verwendet wird, um seine Opfer, sondern mit Gänsehaut erregenden Geräuschen auch unsere Ohren bluten zu lassen. Das lässt in den Bildern manchmal die nötige Kreativität vermissen, die angesichts solch einer Thematik möglich gewesen wäre und die meistens eher in den Toden aufblitzt, funktioniert aber dennoch effektiv.

Effektiv vor allem auch deshalb, weil hier die Übergänge zwischen Realität und Traumwirklichkeit fließend gestaltet werden und uns diese Grenzenlosigkeit der Wahrnehmung in eine zumindest kurz andauernde Orientierungslosigkeit übergleiten lässt. Bilder die oberflächlich an eine lichtdurchflutete Vorstadt-Romantik anknüpfen, werden hier zudem von Protagonisten, die nicht unbedingt in moralischer Unschuld baden und der Umkehrung ins Schaurige sofort subversiv umgestoßen. Es mischt sich ein dringliches Gefühl der Auswegslosligkeit dazu, denn jeder muss mal einschlafen - sich der Welt da draußen gezwungenermaßen von seiner verletzlichsten Seite zu zeigen, mag dabei vielleicht der größte aller Alpträume sein.
Stellt sich neben dem ganzen Schrecken am Ende also noch die Frage, ob es in unserem Zugehörigkeitsgefühl nicht doch auch etwas tröstliches in sich trägt, wenn die Menschen ihre Alpträume teilen. 7,5 / 10

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 19:48 
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Her:
Ich habe viel Gutes über diesen Film gehört, konnte mir aber nie vorstellen, wie man die Story "Mann verliebt sich in Siri" sinnvoll umsetzten soll, ohne dass es peinlich wird. Ich wurde mehr als positiv überrascht. Einer der besten Filme der letzten Jahre. Einer der wenigen, die ich mir wahrscheinlich in meine kleine Sammlung stellen werde.
(Wen es interessiert, dort stehen aus den letzten 5Jahren nur folgende Filme: Interstellar, Looper, Wer ist Hanna?, Mad Max Fury Road wird noch gekauft und eben Her)
Was macht diesen Film so gut? Zu allererst schafft er es eine wahnsinnig glaubwürdige Welt in einer nicht all zu fernen Zukunft zu erschaffen. Mit viel Liebe zum Detail, die Mode, die Technologie, alles wirkt realistisch. Die Vermischung von LA und Shanghai hat mir als Setting auch sehr gut gefallen.
Dazu kommt, dass er keine Dystopie erschafft, wie man vielleicht erwarten sollte, sondern eine sehr positive Version der Zukunft entwirft, in der die Künstliche Intelligenz (im Film OS genannt) nicht die Menschheit unterjochen will, sondern ihr hilft. Das und alle daraus resultieren Auswirkungen werden sehr gut beschrieben, aber nie zum Selbstzweck, sondern immer wunderbar unauffällig mit der eigentlichen Geschichte verwoben. Insofern funktioniert er als SciFi Film hervorragend.
Aber auch als Romanze ist der Film gelungen und das ist etwas, was ich so nicht erwartet hätte. Man nimmt dem OS die Gefühle wirklich ab, auch weil es sich schon direkt zu Beginn sehr menschlich verhält, man aber auch den Lernprozess merkt. Die Dialoge sind super geschrieben, was sie auch sein müssen, da Joaquin Phoenix fast immer alleine mit Scarlett Johanssons Stimme ist und das hervorragend meistert. Dabei durchläuft der Film in einer Leichtigkeit die verschiedenen Stadien einer Beziehung ohne dabei aufgesetzt zu wirken. In dieser Hinsicht ist er wieder sehr konventionell.
Insgesamt hat der Film eine wunderschöne ruhige, warme Ausstrahlung und ist einfach schön anzusehen, sowohl als SciFi Film, als auch als Romanze. Klare Empfehlung.
9/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Mi 26. Okt 2016, 16:31 
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Auf jeden Fall - 'Her' ist absolut was besonderes! Selten so eine warme, zärtliche und doch so interessant erzählte Liebesgeschichte gesehen. Deswegen ist 'Her' auch immer DER Film, den ich verschenke oder den ich weiterempfehle, wenn mich irgendwer fragt: "welchen Film soll ich eigentlich demnächst mal schauen?"
Es gibt eine Passage aus dem Film, die ihn in dieser Hinsicht perfekt zusammenfasst - da redet ein Autor über all die Briefe, die Theodor verfasst hat: "Bei manchen mussten wir lachen, bei manchen mussten wir weinen, aber in allen haben wir etwas von uns selbst wiedergefunden." Das bringt den Film für mich perfekt auf den Punkt!

Bei mir ging's wieder weiter mit dem Horrorctober:

Horrorctober No. 7 - Spring (2014):
Einer dieser unkonventionellen Romanzen, über die man auf inhaltlicher Ebene nicht zu viel verraten sollte, um hier aufbrodelnde Eigentümlichkeiten der Geschichte ihre volle Wirkung entfalten zu lassen.

Wenn die menschliche Reise und das Kennenlernen aus 'Before Sunrise' sich mit Horrorelementen vermischen, käme wohl dieser Film dabei raus. 'Spring' versteht sich als Ausbruchsromantik und gibt sich der Sehnsucht nach einem Reset Button hin, der uns räumlich entwurzelt und unser Umfeld auszuwechseln scheint. Mit seinen prachtvollen Drohen-Shots, welche die Schönheit und Lebendigkeit Italiens in den rechten Glanz setzt, mag der Film auf dem ersten Blick wie der Werbefilm eines Reisebüros wirken, bis ein erbarmungsloser Schnitt unseren Fokus in Richtung Ekel lenkt, der sich in den Ecken des Ortes zu verkriechen scheint und der uns vage erkennen lässt, dass die Finsternis in unserem Leben überall die gleiche zu sein scheint, solange wir sie stets mit uns herumtragen werden.

Die Chance uns neu zu erfinden, inszeniert der Film hier im Aufeinandertreffen zwei sich anfangs fremder Menschen und erforscht anhand ihrer Geschichte, ob die Liebe als ein Brücken bauendes Band wirklich in der Lage sei, menschliche Abgründe in uns zu überwinden. Der überarschende Horror weicht der Wärme, wenn das Gefühl der Akzeptanz hier zwischen den beiden Einzug findet und der Blick in den Abgrund mit einer gewissen Neugier gestärkt wird, die uns erlaubt, nicht bloß die immanente Finsternis zu betrachten, sondern eben auch das, was sich noch weiter darunter verbergen mag.

Die allegorische Leistung dieses Films mag hier zugegeben offensichtlich sein und raubt sich in der Explizitheit seiner Gespräche ein wenig selbst die Kraft, die ihm inne wohnen könnte, doch hält die Chemie zwischen den beiden Protagonisten das Konstrukt zu jeder Zeit zusammen. Problematisch an der Zeichnung ihrer Beziehung ist, dass der Film eine besonders neckisch oberflächliche Seite der beiden betont, die zwar spaßig mitanzusehen ist und durchaus ihren Charme walten lässt, aber nicht tief genug geht, um spürbar zu machen, dass die beiden willentlich den Pfad der Konsequenzen betreten würden, die der Film am Ende für die beiden bereit hält.
Das können wir bloß glauben, aber nicht unbedingt fühlen. 7,5/10

Horrorctober No. 8 - House (1977)
'House' ist wie

ein Fiebertraum;
wenn man versucht durch Null zu dividieren;
Kinder beim chaotischen Spiel im Wartezimmer eines Arztes zu beobachten;
wenn man nach dem Sprint einfach immer weiter läuft;
an der Endhaltestelle einfach sitzen zu bleiben;
abgelaufene Milch zu trinken, ohne vorher daran zu riechen;
wenn sich der Himmel auftut und es anfängt Klaviere zu regnen;
ein Einkaufswagen der das Parkgelände verlassen hat;
an Halloween statt eines Kürbisses eine angeschnitzte Wassermelone rauszustellen;
wenn sich dein Pokemon vor Verwirrung selbst verletzt.
Würden Filme reden können, würde dieser hier schreien! Oder um es letztlich so zu formulieren: 'House' ist schon ganz abgedreht, nech? 8/10

Horrorctober No. 9 - Martyrs (2008)
Ein klassischer Fall von verpasster Gelegenheit und falsch entwickelter Fragestellung.

In der ersten Hälfte wird 'Martyrs' seinem Ruf des Schreckens - dem Blick tief hinab in den menschlichen Abgrund - durchaus gerecht. Körperliche und emotionale Traumata, Schuld und Schmerz liegen hier über allem wie ein in Chloroform getränktes Tuch, gegen das man gepresst anzuatmen und sich gegen die anbahnende Ohnmacht zu wehren versucht. Menschen - einst unbeschriebene Geschöpfe der Unschuld - werden hier körperlich und psychisch derartig deformiert gezeigt, dass man sich sogar über seinen eigenen Ekel erschreckt. Diese Nachdrücklichkeit erreicht hier eine existenzielle Ebene, in der man immer wieder mit der Frage konfrontiert wird, ob der Tod als gnädige Erlösung nicht vielleicht doch Einzug in diese Geschichte finden sollte. Die unantastbare Würde des Menschen steht hier auf dem Prüfstand.

Fragt sich also, wohin der Film mit seiner Provokation hindrängen möchte und leider müssen wir in der zweiten Hälfte feststellen: nirgendwohin. Seinen Abschluss der Geschichte findet er nämlich in einem blanken Folter-Porno, der von einer philosophischen Fragestellung eingerahmt wird, die aus der letzten Reihe eines Philosophie-Grundkurses in den Klassenraum reingeschrien sein könnte. Das hatte nicht bloß ein besonders intensives Augenrollen bei mir zur Folge, sondern auch das vollständige Verpuffen jeglichen Schreckens. Man fühlt sich als Zuschauer in einer entlarvenden Position - so als wenn man erkennen würde, dass der Regisseur hier bloß nach dem nächstbesten Vorwand gesucht hat, um seine misogynen und höchstbrutalen Szenen irgendwie intellektuell rechtfertigen zu können, dies jedoch nicht gut genug verschleiern konnte. Der Film geht in eine Art Defensiv-Phase über, die das gesamte Konstrukt für mich hat einstürzen lassen.
Da ist mir der pure Selbstzweck solcher Art von Filmen fast schon lieber. 4/10

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BeitragVerfasst: Mi 26. Okt 2016, 18:30 
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Secretkey hat geschrieben:
Deswegen ist 'Her' auch immer DER Film, den ich verschenke oder den ich weiterempfehle, wenn mich irgendwer fragt: "welchen Film soll ich eigentlich demnächst mal schauen?"


Ok.

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BeitragVerfasst: Mi 26. Okt 2016, 20:40 
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BeitragVerfasst: Sa 29. Okt 2016, 13:41 
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The Raid 2:
Der erste Teil war richtig geil. Ohne großes Vorgeplänkel wird man mitten in die Action geworden und über eine Stunde lang nicht mehr daraus entlassen. Kein blödes Gelaber, kein Familien-Gedöns, einfach nur knallharte Action.
Und was macht Teil 2. Der Name passt nicht mehr, da es kein Raid mehr ist, sondern ein Undercovereinsatz. Die Story wurde ausgebaut, was jedoch dazu führt, dass der Film viel zu lange braucht, bevor es richtig losgeht. Der Hauptcharakter muss mal wieder seine Familie verlassen, solche Hintergrunddeatails empfinde ich bei solchen Filmen einfach nur unnötig.
Die Action Sequenzen sind zwar super inszeniert und choreographiert, konnten mich aber irgendwie nicht so bei der Stange halten, wie im ersten Teil. Vielleicht liegt es an den vielen gimicks (Hammer Girl, Baseball Typ) oder einfach daran, dass der Film so wirkt, als hätte man sich coole Action Sequenzen überlegt und mehr schlecht als recht einen Film drum gebastelt (so wie damals bei Mission Impossible 2). Manches wirkt irgendwie zusammenhangslos, was echt schade ist.
Gerade mit Kenntniss des ersten Teils nur eine 6/10 dank der guten Action (Teil 1 hätte ich eine 8,5 gegeben).

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BeitragVerfasst: Di 8. Nov 2016, 23:41 
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No Escape:
Dieser Film kam quasi aus dem nichts. Hab ihn im Regal meines Vaters entdeckt und bin verdammt überrascht, warum ich noch nichts vorher über den Film gehört habe. Kam in Deutschland glaube ich Direct to DVD, zumindest konnte ich keine Kinorezensionen finden.

Den Film heben ein paar Sachen vom Durchschnitts-Thriller ab. Zum einen verspricht das Cover Owen Wilson in einer ernsten Rolle und man fragt sich, ob das gut gehen kann. Ja kann es.
Zum anderen ist er ein Thriller/Action Film, der nicht voll von Explosionen oder übermächtigen Supermännern ist, sondern bietet nur einen Vater, der seine Familie schützen will. Der Film zeigt alle Ereignisse aus der Perspektive der Famlilie und gerade, weil die Ereignisse so real wirken und man sich sehr gut in die Lage der Familie hinein versetzen kann, wird eine Spannung erzeugt, die an den Nerven zerrt. Und das sage ich nicht über viele Filme. Es entwickelt sich ein Sog, eben weil man mitfühlen kann. So etwas kann ich nicht, wenn Superagent XY mal wieder nur mit ein paar Blessuren eine halbe Armee auseinader nimmt. Hier sind die Charakter hilflos und diese Hilflosigkeit macht die Spannunng im Film aus.
Das Setting ist dazu noch recht unverbraucht, was diese Art von Filmen angeht (Süd-Ost Asien), hat mir auch gefallen. In den US-Medien wurde er wohl recht verrissen und als rassistisch verunglimpft, was wohl historisch bedingt ist (Vietnamkrieg). Ich konnte nicht dergleichen feststellen, das Handeln der Aufständischen wird zwar nur kurz, aber plausibel erklärt und das muss als Grundprämisse reichen.
Negativ waren der langsame Anfang und ein paar Logiklöcher, aber alles halb so wild, wenn der Film loslegt, kommt man nicht mehr los.

Mehr will ich auch gar nicht schreiben und meine klare Empfehlung aussprechen, überraschend gut 8/10.

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BeitragVerfasst: Mo 14. Nov 2016, 08:32 
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Es ist wieder so weit! Folge #13 unseres Filmdpodcasts ist online!
Zwischen Naturgöttern und Engeln tummeln wir uns mit der Challenge „Ein Film mit nichtmenschlichen Charakteren“. Als ersten Film haben wir den Animationsklassiker Chihiros Reise ins Zauberland (2001) mitgebracht und vertiefen uns in seine Deutung. Im Anschluss führen wir Kevin Smiths Religionssatire Dogma (1999) ins Feld, die sich trotz brenzliger Thematik als leichte Kost erweist.

Im Thementeil widmen wir uns einem Hörerinnenwunsch und besprechen das Thema Listen. Angeregt durch die Veröffentlichung der BBC-Liste der 100 besten Filme des 21. Jahrhunderts haben wir uns eine freie Diskussion über Film-Listen vorgenommen und reden über unser persönliches Listenverhalten, kanonische Bestenlisten, Objektivität, berühmte Persönlichkeiten und mehr. Natürlich wird auch verraten, von welchen Listen wir uns selbst gerne inspirieren lassen.
Wie immer zu hören auf archivtöne.de

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Guter Startpunkt: www.rogerebert.com/great-movies. Ohne Empfehlungen - gerne in Form von Listen - ist die Orientierung ziemlich umständlich und führt heute wahrscheinlich auch nicht mehr aus der eigenen Informationsblase heraus. Schaut nicht nur Werke, die euch in eurem bereits bestehenden Geschmack bestätigen.

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BeitragVerfasst: Sa 26. Nov 2016, 12:59 
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Zuletzt gesehen: The Big City - Mahanagar (1963, Satyajit Ray). Ein Film, der auch heute den meisten Zuschauern mehr sagen dürfte als "Superhelden", kämpfende Riesenroboter oder aufgepumpte Anabolika-Aliens in getunten Autos. Keine Explosionen, die Knarren bleiben im Schrank und auch schönsaufen muss man sich nichts. Nur Bock auf einen filmischen Trip nach Indien sollte man haben.

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BeitragVerfasst: Sa 26. Nov 2016, 19:59 
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Kenne von ihm leider noch nichts, hatte mir aber schon vor einiger Zeit vorgenommen, dass die Filme, mit denen ich das nächste Jahr Anfang Januar für mich filmisch eröffnen werde, die der Apu-Trilogie sein werden. Ich freue mich schon wahnsinnig drauf! :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: So 27. Nov 2016, 23:16 
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Predestination

Es gibt diese Filme, die einen mit ihrem Schlusstwist regelrecht umhauen. Und dann gibt es Filme, da weiß man leider schon vorher, wie der Hase läuft. Das ist von Person zu Person unterschiedlich, jetzt hat es leider mich erwischt. Ja leider, weil es einem imo den Film etwas kaputt macht. ich wusste schon ab der Hälfte von in etwa wo die Reise hingeht.
Ok, ein paar Sachen haben mich überrascht, vieles konnte man sich aber aus den Andeutungen ganz gut herleiten, sodass ich nicht das Gefühl habe den Film 2x sehen zu müssen, da mir denke ich nichts entgangen ist.
Spoiler: anzeigen
(Ich hoffe ich krieg das mit den Namen auf die Reihe, ist ja doch alles etwas verworren)
Was ich sofort ganz stark vermutet hatte, ist dass das John und Jane eine Person gewesen sind. Überrascht war ich eigentlich nur, als man sieht, dass John die Bombe entschärft hat und dann der Barkeeper auf ihn zukommt. Damit war dann klar, dass John zum Barkeeper wird, denn das hatte man ja bereits ganz zu beginn gesehen. Wobei dann am Ende des Films noch mal so getan wurde, als sei das in dem Moment nicht klar gewesen (als er am Ende vom Stuhl aufsteht und man die Narben sieht).
Und ab da ist dann auch schon fast klar, dass er selbst der Fizzel Bomber ist, da alles vorherbestimmt ist. Naja, ganz klar ist es nicht, aber es überrascht einen nicht, gerade mit den Andeutungen über mentale Instabilität, die davor schon gemacht wurden.

Man hätte einfach direkt mit der Szene in der Bar einsteigen sollen und die Szenen davor weglassen. Dann wäre der Einstieg zwar etwas zäher gewesen, die Überraschung aber auch größer.

Trotzdem, schöner Film, der das Hirn etwas verknoten. Inception oder Looper haben mir aber deutlich besser gefallen.

7/10

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BeitragVerfasst: Mo 16. Jan 2017, 20:48 
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Hatte bei einem Flug um die halbe Welt und zurück etwas Zeit ein paar Filme zu sehen.

The Nice Guys 8/10
Empfehlenswerte Buddy Komödie, die mehr auf Situationskomik und Slapstick stetzt, als auf flache Witze und die 70er herrlich charmant einfängt. Sieht man heutzutage eher selten, gerne mehr davon.

Jason Bourne 7,5/10
Wieder ein guter Bourne, der zwar nichts wirklich Neues bieten kann, aber unterhält.

Mord im Orientexpress 6/10
Nettes Kammerspiel mit interessantem Mordfall, aber so wirklich fesseln konnte er nicht. War aufgrund des kommenden Remakes trotzdem sehenswert.

Money Monster 7/10
Auch mehr ein Kammerspiel, das eine gewisse Spannung aufbauen kann, aus dem Thema jedoch noch mehr hätte rausholen können.

Star Trek Beyond 7/10
Eigentlich mag ich die neuen Star Trek Filme, aber wie auch schon bei den Vorgängern, gibt es immer was, das zu platt, zu vorhersehebar geraten ist oder ein Mysterium, das direkt enthüllt wird. All das zieht den Film (unnötig) runter. In diesem Film sind es die Gegenspieler, die im Weltraum anscheind recht mächtig sind und auf dem Planten viel an ihrer Macht verlieren. Das passt nicht und das Myserium hinter ihrer macht, hätte man viel mehr ausbauen müssen.

Whiskey Tango Foxtrot 7,5/10
Für das, was der Film sein will, macht er recht viel richtig und zeigt gerade in der ersten halben Stunde ein interessantes Portrait des Afghanistaneinsatzes. Leider verliert er sich gegen Ende in der Belandlosigkeit. Schade.

Where to invade next 6/10
Hab nur die Hälfte gesehen, aber mehr wäre auch nicht nötig gewesen. Die Idee hinter der Doku ist intressant, aber für Micheal Moore typisch zu eindimensional gedacht. Der Abschnitt in der französischen Schule war aber super.

Now you see me 2 3/10
Was ein Rotz, ich ärgere mich diesen Film zuende gesehen zu haben. Teil 1 hat ja schon enttäuscht, aber man hat offensichtlich nicht aus den Fehlern gelernt und alles schlechter gemacht. Traurig. Alles auf gewollt cool gemacht, die Zauberrei Szenen sind so CGI überfrachtet, dass es jegliche Magie nimmt.

Captian Fantastic 9/10
Die Grundidee des Films ist super, vielleicht etwas zu viel Gutmenschen Attitüde, zu naiv, zu weltfremd. Aber so charmant umgesetzt, dass es nicht stört und man dem Film das verzeiht. Und dadurch, dass in Form des Opas auch kritische Stimmen zu Wort kommen , wird das Weltbild wieder etwas (aber auch nur etwas) wieder zurecht gerückt. Klare Empfehleung, wem sowas wie "Into the Wild" schon gefallen hat.

Midnight Special 6,5/10
Der Film wurde die Tage als "hidden gem" des Filmjahres 2016 bezeichnet. Nur deshalb habe ich ihn gesehen und wurde enttäuscht. An dem übernatürlich begabten Jungen ist weniger dran, als der Film einen glauben lassen will und das Ende ist irgendwie auch unbefriedigend. Dazwischen wartet man immer darauf, dass irgendwas wtf-mäßiges passiert, dass so nie kommt.

Finding Dory 5/10
Ich hab Findet Nemo vor Ewigkeiten das letzte mal gesehen. Vielleicht würde ich ihn mittlerweile genauso schlecht finden. Aber hier konnte ich wirklich nur 2-3 mal lachen, nein eher schmunzeln. Es gibt kaum wirklich interessante Charakter. Der verrückte Seelöwe ist z.B. einfach nur da, um verrückt zu sein und wird einfach aus dem nichts, ganz plump ins Bild geschmissen. Die Krake ist noch ganz ok, aber weit davon entfernt interessant und lustig zu sein. Großer Reinfall.
Ich frag mich, wie Kinder den Film beurteilen. Vielleicht sind Animationsfilme mittlerweile nichts mehr für mich (Ich einfach unverbesserlich habe ich noch gemocht).

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BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 12:03 
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Dicker hat geschrieben:
Finding Dory 5/10

Habe den Film, wie alle übrigen, die du an dieser Stelle beschreibst, nicht gesehen. Was ich lese, macht mir keinesfalls Appetit auf Dory. Habe nicht mal Findet Nemo komplett gesehen. Mir sind klassische Disney-Filme wesentlich lieber. Aladdin, Arielle, die Meerjungfrau... Gerne auch noch ältere Disney-Filme. Oliver & Company, Basil, der große Mäusedetektiv, Susi und Strolch, Das Dschungelbuch. :mrgreen:

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BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 12:12 
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Ich fand Finding Dory super. Witzig, handwerklich super ... aber gut, wer Findet Nemo schon doof fand, wird hier natürlich auch nicht glücklich. 8/10

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 15:18 
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Das ist es ja, ich mochte Findet Nemo. Hab ihn in sehr guter Erinnerung, aber das ist eben 10 Jahre her. Habe die Vermutung, wenn ich ihn heute nochmal sehen würde, müsste ich ebenso hart wie bei Findet Dorie urteilen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 17:46 
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Sorry, Doppelpost

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BeitragVerfasst: Di 17. Jan 2017, 17:49 
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Dicker hat geschrieben:
Das ist es ja, ich mochte Findet Nemo. Hab ihn in sehr guter Erinnerung, aber das ist eben 10 Jahre her. Habe die Vermutung, wenn ich ihn heute nochmal sehen würde, müsste ich ebenso hart wie bei Findet Dorie urteilen.


Ich LIEBE Findet Nemo - für mich Pixars größtes Werk! Und aus der selben Angst wie von dir beschrieben hatte ich mir damals 'Findet Nemo' direkt nochmal auf Netflix angeschaut, und nein: immer noch gut! :D Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

Findet Dorie ist wohl meine persönlich größte Enttäuschung des Jahres gewesen. Was für ein alberner Quatsch! Die typischen Sequel-Fallen, uninteressante Charaktere, Nemo als nerviges Gewissen, das dauernd reinquatscht, Non-Stop Over the Top Action mit wenig Verschnaufpausen und Gags die entweder überstrapaziert werden oder sogar die eigentliche Aussage des Films konterkarieren. Der ganze Film baut darauf auf, wie ein Mensch mit Behinderung erleichtert durchs Leben kommen kann und dann kannst du nicht einfach gleich zwei Charaktere (der Seelöwe und die Möwe) in ihrer Behinderung so darstellen, wie es hier geschehen ist - meiner Meinung nach zumindest nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Do 9. Feb 2017, 13:13 
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Um mal wieder was zu posten - hier die besten Filme, die ich in der letzten Zeit gesehen habe!

Jim Jarmuschs - Night on Earth
"I'm sorry I sound calm. I assure you I'm hysterical!"

Nur wenige Establishing Shots reichen Jarmusch, um den fünf, auf der Weltkugel zerstreuten, Orten ihren zentralen Platz einzuräumen. Unmittelbar assoziieren wir mit ihnen ein bestimmtes Lebensgefühl, fühlen uns sicher in Raum und Zeit verortet - vermutlich haben wir schon Filme gesehen, die dort angesiedelt sind - und doch subvertiert Jarmusch gekonnt unsere Erwartungen, indem er uns die eine oder andere Häuserfassade vorführt, die wir anderswo sonst nicht zu sehen bekommen hätten. Paris besteht eben doch nicht bloß aus dem Eiffelturm.

Der im Film durch den Zuschauer betriebene Tourismus richtet sich nicht auf die Sehenswürdigkeiten, sondern ist introspektiv. Auf engstem Raum verdichtet lässt er nicht altehrwürdige Gebäude ihre Geschichte erzählen, sondern die Menschen darin - oder in diesem Fall außerhalb. Man könnte glatt vom Menschen-Tourismus sprechen. Zwar sind wir uns ihrer Umgebungen stets gewahr, sind sie doch Ausdruck und Ausformungen derselbigen - etwas was Jarmusch uns in nach außen gerichteten Schnitten und fließenden Spieglungen nie vergessen lässt - und doch rasen sie letztlich an uns vorbei und es ist der Mensch, der im Mittelpunkt steht.
Jarmusch zeigt uns verschiedenste "Lebensfahrgäste" auf ihrem persönlichen Weg der Perspektiv-Verschiebung. Gegenseitig helfen sie sich dabei, zu sehen - vor allem anders zu sehen: mal in Form einer Casting-Direktorin, die in Menschen etwas erkennt, von dem sie bisher selbst nicht wussten, dass es in ihnen schlummern könnte ; mal verändert ein Fahrgast das Blickfeld seines Taxifahrers, indem er ihn auf eine Sonnenbrille aufmerksam macht, welche dieser schon längst vergessen hatte abzusetzen ; mal - vielleicht etwas weniger subtil - in Form einer Blinden, die uns ihr eigenes Verständnis vom Sehen mitteilt.

Fahrfehler wollen sich im Tempo dabei keine einstellen. Jarmuschs stilsicherer Fuß auf dem Gaspedal lässt den Film in den Fluss einer abwechslungsreichen und doch nie unübersichtlichen Jazz-Platte wirbeln. Wir finden wahnwitzige Soli in Roberto Benignis sündigen Monologen, die treibende Hitze schriller Noten in den Beleidigungen Brooklyns und zwischendurch immer wieder die nächtliche Ruhe, die das leise Knistern von glühenden Zigaretten hörbar werden lässt. Es bleibt jedoch Jazz - nie das Zusammenspiel seiner Instrumentalisten aus dem Blick verlierend.

'Night on Earth' versteht sich aber auch als filmische Verbeugung vor dem Kino, insbesondere dem europäischen. Wenn in Rom der Soundtrack kurzzeitig die Straße zur Zirkusmanege umfunktioniert und Geistliche zum persiflierendem Treppenwitz werden, fühlt man sich doch stark an einen Fellini-Streifen erinnert. Das hier gezeigte Finnland hingegen und das stoische fast schon gegeneinander konkurierende Stapeln der eigenen Schicksalsschläge wird auch ähnlich in Kaurismäkis Proletariatskino lamentiert.

Es ist letztlich das, was nur Kino kann - im Kleinen zu bleiben, dabei gleichzeitig doch die gesamte Welt abzubilden und uns dabei zu helfen, neu zu sehen. 9 / 10


Außerdem gesehen - die Apu-Trilogie von Satyajit Ray, aber darüber werde ich erstmal nichts schreiben können. Dafür ist das Werk zu groß, zu wahrhaftig und im Prinzip das pure Leben verdichtet in drei Filmen, anhand dessen man sehen kann, wie trotz anderer, für uns exotischer, Rhythmen und Pulsschläge anderer Kulturen, das Leben sich doch genauso universell seinen Weg bahnt. Hat für mich Boyhood als besten Film des Aufwachsens abgelöst - diese Filme hier sind weitaus mehr. Unbedingt anschauen!

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Und ein letzter Film, in den ich mich wahrhaftig verliebt habe und den ich dieses Jahr schon allein 3 Mal angeschaut habe.

Wong Kar Wais – Chungking Express

Es war wirklich seltsam. Ich habe diesen Film schon vor etwa zwei Jahren zum ersten Mal gesehen und obwohl ich ihn als ziemlich seltsam empfand, mochte ich ihn, liebte ihn aber nicht. ABER: er ist die gesamten zwei Jahre lang über weiter in mir mitgeschwungen, ich habe mich immer wieder mal an ihn erinnert ; dieses sehnsüchtige Gefühl in seinen Bildern war nicht tot zu kriegen! Und als ich dann noch zuletzt 'Naokos Lächeln' von Haruki Murakami gelesen habe, was emotional auf einer ähnlich urbanen Welle schwamm, hatte ich mir dann eines Nachts spontan diesen Film angeschaut... und mich dieses Mal komplett in dem Film verloren!

Der Film ist so einzigartig, die Charaktere darin sind so leidenschaftlich irrational, die Bilder sind voller Sehnsucht und ich liebe einfach die Expressivität der Kamera-Arbeit hier: die Art und Weise wie Hong Kong hier in Sezene gesetzt wurde! Mit ihrer Hyperaktivität, den überwältigenden Neonlicht-Kaskaden und ihrem fragmentarischen Lebensstil wird diese Stadt hier als ein Ort dargestellt, wo alles möglich und doch gleichzeitig unerreichbar erscheint. Außerdem würde ich dazu herausfordern mir einen Film zu nennen, der ikonischere weibliche Charaktere aufweist: die Frau in der blonden Perrücke wurde einst von Tarantino völlig zu recht die 'Greta Garbo des Hong Kong-Kinos' bezeichnet und ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben etwas charmanteres und süßeres zu Gesicht bekommen werde, als Faye Wong, die ihre kleine Tanznummer zu 'California Dreaming' aufs Parkett zaubert. Überhaupt ist der Soundtrack wunderbar und wechselt zwischen einem treibendem, unangenehmen Puls und ruhiger Melancholie!
Was für ein Meisterwerk – wurde mittlerweile in meine Heilige Riege der besten Filme überhaupt aufgenommen! 10 /10
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BeitragVerfasst: Mo 13. Feb 2017, 22:39 
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Perfect Blue (1997)
Satoshi Kons radikaler Medien-Thriller fällt in eine ungnädige Zwischenwelt. Einerseits operiert er zeitlich auf einer Skala, die den Tipping Point des Internets einläutete und sich möglicherweise auch langsam ein Bewusstsein für seine Gefahren entwickelte, andererseits lässt ihn genau dieser Umstand datiert aussehen, arbeitet er doch teilweise mit Bildern, die seit seinem Erscheinen zu solchen Klischees verkommen sind, dass man sie allerhöchstens nur noch in einer mittelmäßigen Tatort-Folge erwarten würde. Allerdings ändert dies nichts daran, dass viele medienkritische Ansätze des Films auch heute noch ihren validen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen oder sich in der Weiterentwicklung unserer Technologie bloß weiter verschoben haben. Satoshi Kon wirft uns in einen überwältigenden und orientierungslosen Dschungel aus Projektionen und der ernüchternden Erkenntnis, dass wir den Rollenbildern, welche uns medial vorgespielt werden, niemals gerecht werden können und ein Wettlauf mit ihnen in den Abgrund unserer Persönlichkeit führt – im Fall dieses Films irgendwo zwischen Psycho-Thriller und Krimi, der seine formalen Grenzen hier derartig lose ineinander schlingt, dass man sich am Ende glatt ausgetrickst vorkommen mag.

Dass dieses Verwirrspiel jedoch aufgeht, liegt zum Großteil an der filmischen Sprengkraft. Elliptische Schnitte, die uns stetig zwischen Realität und Albtraum schwanken lassen, werden hier wie eine sich immer weiter zuziehende Schlinge eingesetzt, die einen zwangsläufig in den Schwindel führen muss. Schnelle Match Cuts in der Szenerie entlarven unseren fragmentierten Lebensstil, der jedoch immer noch in diesem riesigen medialen Netzwerk eingebettet liegt. Und am schafft es Satoshi Kon die Projektionen, wie wir sie bloß von der Mattscheibe kennen, zum Leben zu erwecken. Seine cleverer Einsatz von Animationen ist es, der uns lockt, verführt uns letztlich aber auch vorführt und ängstigt. 7,5 / 10

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: Mo 24. Apr 2017, 22:21 
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Peanuts - Der Film
Lieblose und durchweg verkorkste Verwurstung der bekannten Schulz-Comicstrips. Gut, dass der Schöpfer der Peanuts das nicht mehr hat miterleben müssen. Gilt halt die klare Regel: Blue Sky? Kann nix taugen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Allgemeiner Film-Thread
BeitragVerfasst: So 25. Jun 2017, 11:25 
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Hartmut Neugebauer ist tot. Er lieh John Goodman ("Roseanne") und vielen weiteren Schauspielgrößen seine Stimme. Ganz herber Verlust. Er schenkte auch zahlreichen Figuren aus Anime-Fernsehserien (Saber Rider, One Piece, Sonic X) seine unverwechselbare Stimme.

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