Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

Fighting Force 64

Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Mega Star

Fighting Force 64 ist in vieler Hinsicht ein einmaliges und ungewöhnliches Spiel. Das fängt schon beim Spiel selber an. Als man bei der Firma Eidos nun endlich das erste N64 Produkt in der Mache hatte dachten viele es wäre Tomb Raider 64. Danach wurde dementiert und bekannt das aufgrund von Lizensrechtlichen Dingen die gute Lara nicht vor 2001 für das N64 kommen könnte. Diese Pläne sind jetzt eh nicht mehr aktuell. Was war es dann. So langsam lichtete sich der Nebel und Fighting Force nahm langsam Gestalt an. Und viele, nicht nur ich freuten sich auf ein Spielprinzip das es lange nicht mehr gab. Ein Scrollprügler für 2 Spieler gleichzeitig in Final Fight Manier. Doch plötzlich hieß es wieder, das FF64 abgebrochen wurde, da man mit dem N64 keine Zukunft mehr bei Eidos sehe. Wie man sich doch täuschen kann. Denn als niemand mehr damit rechnete sicherte sich Crave Entertainment die Rechte am Spiel und brachte es auch zu Ende. Und siehe da, auch Eidos war wieder mittendrin. Die Geschichte von Fighting Force kann man gut mit der des N64 selber vergleichen. Mal unten und mal oben. Nun ist es endlich soweit und alle Prügelfans die mal nicht gegen, sondern miteinander für Ordnung sorgen wollen bekommen hier einen richtigen Geheimtip. Dabei liegt der Schwerpunkt nicht einmal auf Combos & Co. Dafür bietet FF64 aber Spielspaß einer anderen Sorte. Obwohl sogar das Nintendo Club Magazin ein paar Zeilen in ihrer letzten Ausgabe brachte glaube ich nicht so recht an ein Deutschlandrelease. Doch dazu später mehr. Nach dem Einschalten erwartet euch unter einer deftigen Hintergrundmusik das Hauptmenu in Fighting Force 64. Hier habt Ihr nun die Auswahl zwischen dem starten eines Spiels und den Options.
In den Options könnt Ihr soundtechnische Dinge einstellen, den Schwierigkeitsgrad aus drei Stufen wählen oder im Controllermenu die Padbelegung ändern. Habt Ihr eure Einstellung getätigt kann man sich auch gleich in's Spiel wagen. Nachdem man ein neues Spiel startet wählt man in einem Solo Spiel, das natürlich auch möglich ist eine Spielfigur. Ihr habt insgesamt 4 Charaktere zur Verfügung. Hier hatte bestimmt auch Eidos noch einen Anteil daran. Denn unter den 4 Charakteren sind auch 2 weibliche Charaktere die keinen Spaß verstehen. Die beiden Damen sind Mace Daniels und Alana McKendrik . Neben diesen beiden in Lackleder auftretenden Damen warten auch 2 Männer darauf von euch in die Schlacht geführt zu werden. Diese beiden sind Ben "Smasher" Jackson , ein Typ dem man nicht im dunklen begegnen möchte und Hawk Manson . Diese 4 bilden, wie der Titel schon sagt eine kleine Kampfgruppe die es sich zum Ziel gemacht hat den Untergrund Boss Dr. Zeng das Handwerk zu legen. Dieser ist im neuen Jahrtausend dem Ziel, die Welt zu beherrschen recht nahe gekommen. Doch nun hat er mit den 4 Kämpfern eine starke Truppe gegen sich die er natürlich versucht daran zu hindern. Hat man seinen Charakter ausgewählt beginnt die Jagd nach Dr. Zeng und seinen Schergen. Durch insgesamt 7 Level die in sich nochmal reichlich aufgeteilt sind geht die Prügelei. Am ehesten kann man das Spiel noch mit MK Mythologies vergleichen. Denn das Ziel in jedem Level ist es Feindfrei zu machen und einen Ausgang zu erreichen. Das dies kein Spaziergang wird könnt Ihr euch ja denken. Bevor man ein Level oder Teillevel beginnt bekommt Ihr die Location kurz angezeigt. Zu beginn der wichtigsten Level wird euch eine Sequenz gezeigt die sich wie ein roter Faden durch das ganze Spiel zieht und so ein bischen die Story weitererzählt.
Danach geht es dann endlich los. Ihr steuert euren Helden aus der Third Person Perspektive. Ihr seht also immer euren Charakter voll in Aktion. Dabei genießt Ihr in den Leveln völlige Bewegungsfreiheit, die nur durch die Levelgrenzen behindert werden. Dadurch ist Fighting Force ein reiner 3D Prügler. In diesem Bereich warten nun viele verschiedene Gegner auf die es gilt auf verschiedene Weise davon zu überzeugen das sie hier nichts zu suchen haben. Ziel ist es wiegesagt als einziger übrig zu bleiben. Wie in einem normalen Prügler besitzt die Spielfigur natürlich eine Lebensleiste, auf die es im Spiel zu achten gilt. Um die Gegner zu erledigen kann man nun Standardschläge einsetzen. So kann man Boxerisch die Gegner aus ihren Schuhen heben, per Fußkick agieren oder Special Moves einsetzen. Dabei gibt es noch verschiedene Varianten der meisten Schläge. So kann man auch mit dem Ellenbogen nach hinten schlagen oder auch wie im Wrestling die Gegner anspringen. Dabei besitzen alle 4 Charaktere verschiedene Special Moves. Neben den Standardschlägen, die alle besitzen haben diese bei den Gegnern verschiedene Wirkungen. Doch auch die Gegner haben verschiedene Möglichkeiten euch zu bearbeiten. Doch Fighting Force wäre nicht's wenn es da nicht noch ein paar andere Sachen gäbe. Und schon bin ich bei dem Punkt mit dem Deutschlandrelease. Neben Gegnern befinden sich in den Leveln auch verschiedene Gegenstände die man zerschlagen oder benutzen kann. Das reicht von einem abgebrochenen Flaschenhals über Messer bis hin zu einigen Schußwaffen. So ist es ohne Probleme möglich eine Panzerfaust dem Gegner an's Kinn zu halten. Über den Rest schweige ich mich mal aus. Wie in den USA üblich ergeben solche Argumente eine gewisse rote Flüssigkeit die man im Spiel sehr oft zu sehen bekommt. Zwar grafisch nicht perfekt, aber nicht übersehbar. Oft kommen auch eure Gegner mit diversen Eisenstangen und Waffen angelaufen, die sie auch einsetzen. Jetzt gilt es mit ein paar gezielten Schlägen und Tritten sie davon zu befreien. Trefft Ihr meinetwegen einen Eisenstangenträger hart läßt er sein Schlaginstrument fallen und Ihr könnt es nun aufheben. Das ganze wird noch untermalt von den entsprechenden Treffergeräuschen und Schreien der Gegner.
So geht das von Level zu Level. Das ganze macht aber einen Heidenspaß, da die Gegner nie alleine kommen. Man hat also immer gut zu tun. Und glaubt nicht das, wenn euch 4 Mann gegenüberstehen sie alle einzeln loslegen. Wenn alle auf euch einschlagen muß man sich schon etwas einfallen lassen. Und da ist so ein Hilfsmittel ganz praktisch. Denn mit einem Messer hat man eher seine Ruhe als mit den bloßen Fäusten. Was in den USA ab 13 Jahre zugelassen ist wird hier meiner Meinung so nicht durchkommen. Je nachdem wie gut oder wie schnell man ein Level geschafft hat bekommt man auch Punkte. Neben Punkten für das erledigen der Gegner kann man sein Punktekonto auch auf verschiedene andere Weise füllen. Manche Gegner lassen bei ihrem Ableben auch Bonuspäckchen zurück die man aufsammeln kann. Desweiteren auch Healthpakete die eure Leiste wieder auffrischen. Schafft man es neben der Prügelei auch noch Gegenstände, Möbel oder andere Objekte zu zerstören gibt es ebenfalls noch Punkte. All dies wird dann für jedes Level zusammengezählt und an dessen Ende als Übersicht präsentiert. Dieser Score ist oben rechts jederzeit sichtbar. Auch ist er nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern auch immens wichtig um alle Level einmal zu sehen. Denn zwischen einigen Levelübergängen erwarten euch Zwischengegner die mal mit einer Axt oder einem Maschinengewehr bewaffnet sind. Hier kämpft man jetzt nur gegen diesen einen Gegner, der natürlich eine etwas längere Lebensleiste hat als die normalen Gegner. Hat man ihn besiegt erscheinen aus dem nichts plötzlich als Belohnung irre viele Punkteitems, die es sehr schnell einzusammeln gilt. Und jetzt kommt der Score in's Spiel. Nach jedem dieser Zwischenkämpfe kann man verschiedene Wege weiter gehen. Einer ist immer gangbar. Die anderen sind es nur wenn man eine bestimmte Punktzahl hat. Ansonsten sind diese Wege gesperrt. Ebenfalls bekommt man nach diesen Zwischenkämpfen die Möglichkeit zu speichern. Löblich das FF64 nur eine einzige Speicherseite benötigt. Alle Wege unterscheiden sich nicht nur grafisch voneinander, sondern auch an den Gegnern die dort auf euch warten. Das geht bei Anzugträgern los, über Rocker und Punks bis zu Ninjakämpfern und GI's. Trefft Ihr einen Gegner erscheint nach dem Treffer kurz die Lebensleiste des Gegners und dessen Namen.
Grafisch ist Fighting Force eigentlich garnicht so ein Reißer. Manche Level wirken recht verwaschen. Andere dagegen gefallen wiederum gut. Sehr schön finde ich das Straßenlevel, wo man auf einer breiten Street für Ordnung sorgt. Auch an eine Interaktivität hat man gedacht , die dem Spiel immer wieder eine gewisse Würze gibt. Da kommt plötzlich mal ein schwarzer Transporter angefahren, aus dem plötzlich einige dunkle Gestalten springen und auf euch zulaufen. Die Animationen sind sehr gelungen und wirken keineswegs abgehackt. In späteren Leveln landen unentwegt Hubschrauber in eurer Umgebung aus denen ebenfalls Nachschub kommt. Das hat was. Geht es in den ersten Leveln noch in normalen Umgebungen zu wie auf einem U-Bahnhof, im Zug oder einem Armeeflugplatz geht es am Ende auf Dr. Zeng's Insel und Hauptquartier. Hier erwarten euch neben mit Stromschockern bewaffneten Typen auch Alienartige Gegner die ihre Energieleiste immer wieder auffrischen wenn man sie nicht unentwegt bearbeitet. Am Schluß wartet dann Dr. Zeng auf seine gerechte Strafe. Der Endkampf mit Zeng selber ist gegenüber den Zwischengegnern ein Witz. Ihn habt Ihr relativ leicht besiegt. Danach wird er in einer Sequenz in's Gefängnis geführt und der Frieden ist wieder hergestellt. Wäre Fighting Force nur für einen Spieler wäre die Wertung sicherlich etwas tiefer. Aber Highlight des Spiels ist es sich mit einem Freund durch die Level zu schlagen. Auch im 2P Modus wählt jeder seinen Charakter aus. Und auch im 2P Modus hat man natürlich eine Vollbildansicht. Zu beachten gilt es hier natürlich das beide Spieler im Bild bleiben. Will einer ein bischen weiter muß man sich absprechen. Und absprechen tut man sich hier reichlich. "Laß ihn mir" oder "Halt mir diesen Ar........ vom Leib" sind hier noch die harmlosesten Sprüche. Was man doch an so einem Spielabend für Wörter raushaut. Aber man kann halt mal richtig die Sau rauslassen. Sehr schön ist das die Punkte beider Spieler bei den Abzweigen zusammengezählt werden. So ist es uns auch gelungen 2 für unerreichbar scheinende Abzweige zu gehen.
Auch im 2P Modus ist alles enthalten was auch im 1P da ist. Von den Waffen und Gegenständen bis hin zu allen Locations. Für Leute die auf solche Prügler stehen ist dieses Spiel abendfüllend. Auch wenn es im Endeffekt noch ruhig ein paar Level mehr hätten sein können spielt man es sehr oft zu zweit. Denn immer läuft es ja irgendwie anders. Schade das man nicht zu dritt oder zu viert loslegen kann. Aber dann wäre vielleicht auch die Übersicht etwas schwer. Wer schlägt hier wen würde es wohl öfters heißen. Trotzdem ist Fighting Force ein tolles Spiel, das vor allem zu zweit irre viel Spaß macht. Es wurde auch endlich mal Zeit das dieses Spielprinzip mal wieder umgesetzt wurde. Vielleicht gibt es ja sogar einen zweiten Teil. Das wär was. Allerdings könnte man dann sicher auch die Grafik in einigen Stages noch verbessern. Wer aber auf Hitcombos und ähnliches hofft ist bei Fighting Force 64 falsch. Auf der einen Seite ist die Schlagvielfalt nun nicht so hoch, auf der anderen Seite ist dies dem Spielfluß hier aber zuträglich. Auch das einbinden verschiedener Interaktionen gefällt mir sehr an diesem Spiel. Die andere Seite ist natürlich die doch vorhandene Brutalität, die sicher nicht jedermans Sache ist. Auch darauf möchte ich natürlich hinweisen. Deswegen denke ich das Fighting Force 64 in dieser Version hier nicht erscheinen wird. Würde man das Spiel aber entschärfen nimmt man ein bischen den Spielspaß heraus, der nunmal durch die Mischung dieser Feature zustande kommt. Auch der Sound ist damit gemeint. Zwar sind die Effekte nun nicht so eindrucksvoll, aber man hört ganz genau was und womit man getroffen hat. Vom Standpunkt des reinen Spielers bietet Fighting Force auf lange Sicht reichlich Spielspaß und manch lange Nacht. Dafür ist das Spielprinzip unverbraucht und bietet noch reichlich Möglichkeiten für einen Nachfolger oder hoffentlich erscheinende Nachahmer. Let's Fight!!

Cheats zu Fighting Force 64

Highscore Wettbewerb zu Fighting Force 64

Wertung

Matthias Engert
(19.06.1999)

Magazin64@aol.com