Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

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Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von THQ Deutschland

Die Meinungen über Konvertierungen gehen weit auseinander. Die einen freuen sich Hits von anderen Systemen nun auch auf "ihrem" System spielen zu können. Andere wiederum halten solche Titel für verzichtbar und freuen sich lieber über Exclusivtitel. Eines ist aber sicher. Ist ein Konvertierung gelungen ist es eigentlich egal von wo der Titel kommt. Solange der Spielspaß stimmt. Auch Destruction Derby ist so ein Titel, der schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat. PSX und PC Spieler kennen den Titel schon lange. Nun ist die Raceraction also auf dem N64 erschienen und stellt sich einem Test. Spielprinzip ist wie in den Urversionen nicht das reine racen, sondern die Überlebensaction und das sammeln von Punkten. Nach dem Einschalten kann man im Spiel zunächst seine Sprache einstellen. Aus 3 verschiedenen kann dabei gewählt werden. Natürlich ist auch deutsch dabei. Schaut man sich den Intro Trailer an wird einem dort schon deutlich gemacht worum es im Spiel geht. Hat man ein gespeichertes Spiel auf seiner Memory Card wird man gefragt ob man dieses Laden möchte oder nicht. Als erstes erwartet den Spieler der Hauptbildschirm . Hier hat man nun die Wahl aus 4 Spielmodis. Der Weltmeisterschaft, dem Arcade Rennen, dem Zeitrennen und der Mehrspieler Modi. Per Z-Trigger kann man hier die Options aufrufen, die aber nur Einstellmöglichkeiten zu Soundtechnischen Dingen haben. So kann man sich hier die im Spiel enthaltenen Soundstücke anhören. Kern des Spiels ist die Weltmeisterschaft, die wiederum einige Abhängigkeiten im Spiel offenbart. Wie in anderen Spielen sind Strecken und Autos in anderen Modi nur dann anwählbar wenn man hier einiges erreicht hat.
Und auch der WM Modus ist in sich nochmal aufgeteilt. So kann man in der Weltmeisterschaft 4 verschiedene Klassen fahren, die hier in Schwierigkeitsgrade aufgeteilt sind. Vom Anfänger bis zur Legende reicht die Wahl. Auch hier muß man alles nach und nach erfahren. Erst wenn man das Anfängerlevel geschafft und als Sieger beendet hat kann man zum nächsten Schwierigkeitsgrad vorrücken. Alle 4 Schwierigkeitsgrade enthalten dabei eine unterschiedliche Anzahl an Strecken. Im gesamten Spiel sind insgesamt 12 Strecken enthalten, wobei man hier unterteilt in 8 reine Rennstrecken und 4 runden Arealen . Im Verlauf des Spiels werden die Rennstrecken dabei auch Spiegelverkehrt gefahren. Wählt man einen Schwierigkeitsgrad an entscheidet man sich zunächst für einen Wagen. Dies ist ein sehr gut gelöstes Feature. Denn im Spiel sind viele Autos enthalten, wobei aber nur die Hälfte aller Wagen zu Beginn anwählbar sind. Zu anfang stehen euch 12 Autos zur Verfügung. Die Anzahl kann man im Verlauf verdoppeln. Zu jedem Wagen exestieren rechts neben dem Bild Eigenschaften, die euch in form einer Balkenanzeige dargestellt werden. Neben der Geschwindigkeit und der Beschleunigung sind dies das Handling und der vielleicht wichtigste Punkt im WM Modus, die Haltbarkeit. Denn diese kann durchaus über eure Platzierung entscheiden. Zu beginn entscheidet aber mehr der Geschmack, da sich die verfügbaren Wagen nicht viel nehmen. Was natürlich den Vorteil hat das man sich nicht rausreden kann wenn man Mist baut. Das oft gewünschte gleiche Material ist zu Beginn bei allen vorzufinden. Hat man sich für einen Wagen entschieden beginnt die Jagd auf die Punkte. Vor jedem Rennen wird euch ein Art Regelbildschirm gezeigt, auf dem die Regeln für die Vergabe von Punkten angezeigt werden und welche Platzierung Ihr im aktuellen Rennen erreichen müßt um zum nächsten Rennen zugelassen zu werden. Jetzt startet eine Ampelanzeige und das Rennen beginnt. Was sofort auffällt sind nicht zu übersehende PAL Balken die den Bildschirm oben und unten begrenzen. Eigentlich schade. Denn seit langer Zeit hat man so gut wie keine PAL Balken mehr gesehen. DD64 ist hier mal wieder eine Ausnahme.
Wer das Spielprinzip von Destruction Derby zu Beginn nicht kennt muß sich erstmal etwas umgewöhnen. Man startet in einer von 2 Gruppen auf der Strecke, wobei die eine Gruppe von einem anderen Punkt beginnt und euch entgegenkommt. Was heißt das die Platzierung im Spiel nicht dadurch entschieden wird wer im reinen Rennen fahrerisch vorne liegt. Dafür sind die Punkte verantwortlich. An einem bestimmten Punkt der Strecke treffen sich nun die beiden Gruppen. Jetzt sollte man versuchen einen Gegner wenn möglich frontal zu rammen. Je nachdem wie man ihn erwischt bekommt man dafür Punkte gutgeschrieben. Von einem mickrigen Pünktchen, wo man warscheinlich gerade mal den Spiegel erwischt bis zu 100 Punkten kann man erreichen. Nach dem ersten Treffen fahren alle Wagen natürlich weiter. Deshalb sucht man eine Rundenbegrenzung vergebens. Es wird solange gefahren bis entweder nur noch ein Wagen übrig ist oder die Checkpoint Zeit abgelaufen ist. Die Checkpoints machen es auch unmöglich einfach zu wenden und einem Gegner hinterherzufahren. Man muß schon in seiner Fahrtrichtung bleiben. Denn nur so durchfährt man die zahlreichen Checkpoints, die euch einen Zeitbonus geben. Diese Zeit wird oberhalb in der Mitte angezeigt. Ebenso bekommt Ihr für sehr gute Zusammenstöße Bonuszeit gutgeschrieben. Um einen Gegner zu erledigen bedarf es je nach Wagen schon einige gute Treffer, wobei Frontaltreffer die meiste Wirkung haben. Habt Ihr reichlich Treffer mit der Zeit hinbekommen fängt der getroffene an zu qualmen. Jetzt wäre ein Volltreffer für den Gegner tödlich, da er danach meist explodiert und als brennendes Wrack auf der Strecke herumsteht. Sehr schön finde ich das die Wracks bleiben und nicht irgendwie verschwinden, wie Gegner in einem Shooter. Natürlich sind eure Gegner auf diesselbe Action aus und versuchen sich gegenseitig zu rammen. Nur auf euch hat man es nicht abgesehen. Die Gegner machen sich auch oft gegenseitig fertig. Trefft Ihr einen Gegner, oder er euch, mindert das natürlich die Haltbarkeit eures Wagens. Dafür exestiert rechts unten eine Anzeige, die immer weniger wird je mehr Feindberührungen Ihr hattet. Ist sie bei null, könnt Ihr sicher sein das der nächste Frontalzusammenstoß euer letzter ist.
Habt Ihr aber vor eurem Ableben gut gepunktet ist das eigentlich auch egal. Denn um in den Rennen den 1. Platz zu erreichen werden am Ende die Punkte für das durchfahren der Checkpoints, welche 20 betragen und natürlich die Rammpunkte zusammengezählt. Da im Rennen insgesamt 12 Wagen fahren kann man also auch z.b. als 5. draufgehen und trotzdem gewinnen, weil man vorher sehr gute Treffer gelandet hat. Diese Platzierungsanzeige ist im Rennen dynamisch und damit sehr gut gelöst, da man so jederzeit sieht ob man noch erster ist oder plötzlich weiter hinten liegt. Ebenso positiv sind hier noch zwei weitere Features. Zum einen die Karte der Strecke, auf der man die Wagen als fahrende Punkte sieht. So kann man sich bei einem kurzen Blick darauf vorberreiten wo und an welcher Stelle man den Gegner trifft. Desweiteren wird euch akustisch durch einen Kommentator erzählt wieviele Wagen noch im Rennen sind. Aber auch dafür exestiert eine visuelle Anzeige auf dem Screen. Da man die gesamten Anzeigen aber wegschalten kann ist dies nicht zu unterschätzen. Gerade der Blick auf die Karte ist oft wichtig. Durch die gute Spielgeschwindigkeit erkennt man den Gegner oft erst spät und dann ist es auch schon zu spät um in seine Richtung zu lenken. Auf eurer Spur wird euch selten einer entgegenkommen. Da ist es schon besser man sieht von weitem einen qualmenden Gegner heranfahren. Die Streckenführungen tun dabei Ihr übriges. Viele Kurven und auch Abkürzungen machen die Rennen unterschiedlich lang. Je nachdem wie schnell man die Gegner erwischt. Dabei kann es sein das man 3 Runden lang die Gegner immer verfehlt oder in 2 Runden so gut wie jeden mal getroffen hat. In den Arealen ist das ganze noch eine Stufe interessanter. Hier kann niemand abhauen, das es in abgeschlossenen Bereichen zur Sache geht. Hier zeigt sich auch die rechte einfache, aber gute Steuerung von ihrer besten Seite. Die Wagen reagieren allgemein sehr gut auf die Lenkbewegung, ohne dabei eckig zu fahren. Highlight ist aber die Handbremse, die man neben der normalen Bremse benutzen kann. Mit Ihr kann man herrliche Drifts vollführen und kommt super um sehr enge Kurven. Oder eben in den Arealen um sich sehr schnell zu drehen, was man mit reinem Einlenken nicht schafft.
Dabei kann man dann auch schön sehen wie die Treffer Wirkung zeigen. Das erste was meist fliegt ist die Motorhaube. Danach erkennt man viele Dellen an den Fahrzeugen. so natürlich auch am eigenen, an dem man jeden starken Treffer gut nachvollziehen kann. Hier ist es etwas schwerer die Wagen von vorn zu treffen, da jeder wild umherfährt und es so kaum zu geordnetem fahren kommt. Da fährt einem einer in die Seite oder in's Heck und euer Wagen dreht sich in eine völlig andere Richtung. Hier gibt es kein verschnaufen. Ärgerlich ist es immer dann wenn man sich einen ausgesucht hat, den dann bis zum qualmen rammt und irgendein anderer Dödel den entscheidenden Rammstoß ansetzt und die Punkte einheimst. Aber Spaß machts hier auf jeden Fall. Hat man nun einen dieser Schwierigkeitsgrade als erster bestanden bekommt man einen Bonuswagen. Am Ende aller 4 Schwierigkeitsgrade besitzt Ihr 4 neue Wagen , die sich nun sehr in ihren Eigenschaften unterscheiden. So habt Ihr Flitzer dabei, die eine hohe Höchstgeschwindigkeit besitzen, oder Wagen die ewig brauchen ehe sie kaputt gehen. Und das hat auch seinen Sinn. Denn jetzt könnte man z.b. im Arcade Modus jedes Rennen einzeln anwählen und versuchen neue Highscores aufzustellen, da man bessere Wagen zur Verfügung hat. Noch interessanter ist jetzt aber der Zeitfahr Modus. Hier gilt es auf allen 8 normalen Rennstrecken gegen die Zeit vorgegebene Zeiten der Programmierer zu unterbieten. Ich finde solche Aufgabe immer wieder toll. Auch wird man hier sehr schnell belohnt. Unterbietet man auf jedem Kurs die Gesamt- und Rundenzeit bekommt man sofort einen neuen Wagen. Meist entscheiden hier Zehntel Sekunden. So hat man oft die beste Rundenzeit geschafft, aber über 3 Runden lang doch etwas verloren. Manche Strecken schafft man nur indem man Abkürzungen nutzt. Auch sollte man seinen Wagen gut beherrschen. Denn ein Rennen spielt im Winter und bietet kaum fahrbaren Untergrund, sondern eisige Strecken, die den Wagen sehr oft rutschen lassen. Hier kann der kleinste Fehler entscheidend sein. Habt Ihr hier alle Rennzeiten unterboten bekommt Ihr nach und nach die letzten 8 Fahrzeuge dazu. Trotz des recht spaßigen Geschehens muß man eines sagen. Unlösbar ist das Spiel nicht gerade. WM Modus und Zeitfahrrennen habt Ihr locker in 2 Tagen durch. Würde man nur diesen Teil des Spiels bewerten wäre die Langzeitmotivation nicht besonders hoch. Dazu hat man zu schnell alles gesehen. Ebenso Kritikwürdig ist ein bestimmter Punkt der Grafik.
Eine nicht konstante Framerate auf manchen Strecken. Besonders Midnight Rumble sei hier als Strecke genannt. Auf allen anderen ist es weniger auffallend. Ansonsten ist die Grafik gut, ohne dabei Bäume auszureißen. Nebel gibt es keinen. Auch Grafikaufbau ist eigentlich keiner zu erkennen, was aber auch oft an den durchdachten Streckenführungen liegt. Es gibt viele Details am Streckenrand und vorallen die Themen an sich wissen zu gefallen. Keine Strecke gleicht der anderen. Ob im Winter, durch Städte oder in einem riesigen Wüstenareal geht es zur Sache. Die Wagen könnten sicher mehr Details vertragen, was sich aber nach den ersten Treffern wieder relativiert, da man seinen Wagen nie lange im Urzustand sieht. Auch könnten die Farben etwas satter sein. Wenn man World Driver Championchip daneben laufen läßt erkennt man die Unterschiede. Aber schlecht ist die Grafik nicht. Was das Spiel dann doch ein rettet ist der Multiplayer Modus , der mit vielen Modis daherkommt. Leider sind nicht alle Modis auch mit allen Spielern nutzbar. So kann man z.b. das Death Race nur zu zweit fahren oder den Flaggen Modus im 3P Modus nicht nutzen. Allen Modis gemein ist bis auf den Flaggen Modus das Gegner dabei sind. Gerade zu zweit ein Rennen der Wahl zu fahren und dabei die Gegner dabei zu haben hat was. Oder in den Arealen für Ordnung zu sorgen. Hier bieten sich auch die beiden speziellen Modis an. Im Bombenmodus hat immer einer eine Bomnbe auf dem Dach. Er muß nun einen anderen berühren bevor eine Zeit abläuft. Jetzt hat er die Bombe und muß seinerseits zusehen das er sie los wird. Oder im Flaggenmodus wo man als Team eine Flagge von einem Punkt zum anderen bringen muß. Und selbst im Death Match fahrt Ihr nicht allein umher, was dann doch für Spaß sorgt. Der Multiplayer Modus ist ganz klar ein positiver Aspekt des Spiels. Der Einzelplayer Modus ist im Endeffekt ebenso spaßig, ist aber zu leicht. Hier hätte etwas mehr Gegner KI für längeren Spielspaß gesorgt. Sehr schön sind aber die Belohnungen im Spiel eingebaut, die einen nie lange auf irgendwas warten lassen. Die Grafik ist mit den schon angesprochenen Abstrichen gut ohne dabei die Klasse eines WDC zu erreichen. Der Sound ist motivierend und kommt mit energischen Klängen daher. Alles andere wäre auch eine Überraschung gewesen. Für Gelegenheitsspieler, die Futter wie Vigilante 8 suchen ist DD64 sicher ein gutes Spiel. Eingefleischte Spieler haben zu schnell alles gesehen. Es sei denn man hat ein paar Freunde zur Hand. Dann zeigt DD64 doch welchen Langzeitspaß es bieten kann.

Time Trial Wettbewerb zu Destruction Derby 64

Highscore Wettbewerb zu Destruction Derby 64

Cheats zu Destruction Derby 64

Wertung

Matthias Engert
(20.12.1999)

Lesereinschätzungen zu Destruction Derby 64

Lesereinschätzung von Marcel Jaquet.

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