Die Bilder zu diesem Test wurden mit einem Capture Board der Firma Fast erstellt.

Supercross 2000

Das Testmuster wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von EA Deutschland

Freunde der zweirädrigen Gefährte saßen bisher fast auf dem trockenen. Einzig Road Rash, das aber eher einem Arcadespiel ähnelt war eine Alternative. Doch die Zeit des wartens hat nun endlich ein Ende. Gleich 4 Motorradspiele warten in naher Zukunft auf euch. Wobei vor allem die Cross Action den Ton angeben wird. So auch bei EA Sports Supercross 2000. Wer also auf Motorradaction a la Doohan, Waldmann oder Rossi aus ist wird hier nicht bedient. Hier geht es wirklich um die Kerle, die ihre Maschinen über Buckelpisten manövrieren und atemberaubender Stunts in der Luft vollführen. Den Anspruch ein reales Fahrgefühl zu vermitteln zeigt schon die Tatsache das Supercross 2000 mit Lizens daherkommt. So stehen euch im Spiel selber 24 echte Crossfahrer sowie die komplette Meisterschaft mit 16 Arenen zur Verfügung, die es so auch in echt gibt. Gleich nach dem Einschalten wählt man seine Landessprache, wobei auch deutsch dazugehört. Im folgenden wird, soweit eingesteckt die Memory Card gecheckt. Mit 16 Seiten ist Supercross relativ sparsam mit dem Platz für ein Savegame. Ist auch diese Prozedur vorbei erwartet euch der Hauptbildschirm und ein fetziger Sound, der mit zum motivierendsten zählt was N64 Spiele zu bieten haben. Wie schon bei anderen Spielen von EA gibt es original Titel von Bands, die man nur in eingeweihten Kreisen hört. So z.b Stücke der Bands Living End, Pulley oder All. Im normalen Leben höre ich solche Musik eigentlich kaum. Aber in Spielen wie diesen sind sie unglaublich passend. Auch weil sie recht zahlreich vertreten sind und nicht eintönig klingen.
Hat was..! Auf dem Hauptbildschirm habt Ihr rechts einen animierten Crossfahrer der allerlei Stunts und Moves vorführt, und euch so schonmal einen Eindruck von einem Teil des Spiels gibt. Links kann man sich nun für verschiedene Spielmodis entscheiden. Man hat die Wahl zwischen einem schnellen Rennen, einem schnellen Freestyle, dem Einzelrennen, dem normalen Freestyle, dem Training und einer kompletten Meisterschaft. Neben dem Modus kann man auf dem Hauptbildschirm die Anzahl der Spieler einstellen sowie den Schwierigkeitsgrad. Supercross 2000 ist für 2 menschliche Spieler ausgelegt und bietet 3 verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ebenso kann man hier ein Spiel laden und in den Options nach dem rechten sehen. Die Options sind später auch in allen Modis extra nochmal anwählbar. Vergessen sollte man zu Beginn aber auf keinen Fall gewisse Grundeinstellungen . So kann man neben einer von 5 möglichen Kamerapositionen wählen, eine Bild in Bild Anzeige aktivieren oder die Grafikauflösung wählen. Hier empfehle ich unbedingt ein Expansion Pak im N64. Denn grafisch überrascht Supercross 2000 im HiRes Modus doch sehr. Positiv versteht sich. Für einen ersten Kontakt sollte man im Training den Umgang mit der Motocrossmaschine erlernen. Man sollte ruhig im leichtesten Schwierigkeitsgrad anfangen. Denn hier ist Übung alles. Zunächst kommt man zur Fahrerwahl . Schön sind kleine Statistiken zu jedem Fahrer, so das auch unerfahrene mit dieser Sportart einen relativ guten herausgreifen. Danach wählt man eines der 16 Stadien und kommt zu einem kleinen Setupbildschirm . Hier kann man versuchen die Maschine den Gegebenheiten anzupassen. So kann man die Federn verstellen, den Speed erhöhen oder die Haftung. Alles wirkt sich später aus. Besonders im Profi Modus kann man hier einiges verkehrt machen. Aber ehe man an ein Setup denkt gilt es sowieso die Strecken ein bißchen kennenzulernen. Im Training fährt man nun allein. Man beginnt von einer Startposition und fährt eine bestimmte Anzahl an Runden über den mit Hügeln, Buckelpisten und Furchen durchzogenen Parcour. Besonders die Furchen stellen ein kleines Highlight dar, da sie später in den Rennen dynamisch auftauchen. Fahren viele Fahrer eine bestimmte Linie bildet sich an dieser Stelle eine Furche. Steuern kann man die Maschine mit dem 3D Stick als auch mit dem Steuerkreuz. Gas gibt man mit A und mit B wird gebremst. Je nachdem wie man steuert kann man mit der L- Taste oder dem Z-Trigger die Kupplung zuhilfe nehmen um Kurven zu schaffen. Und das ist wirklich mit das wichtigste.
Um Speed in dem Sinne geht es hier garnicht. Sondern um gleichmäßiges und sauberes fahren. Fährt man auf eine Kurve zu und lenkt scharf ein sieht man zunächst wie der Fahrer den Fuß auf den Boden setzt. Hält man den Einschlag und gibt Gas sieht man wie die Maschine hinten durchdreht und man so das Bike regelrecht auf der Stelle dreht. Jetzt gilt es den richtigen Mittelweg zu finden um möglichst schnell um die Kurve zu kommen. Helfen tun hierbei auch kleine Schrägen an den Kurvenbanden, die es euch ermöglichen mit dem richtigen Winkel kaum Speed zu verlieren. Bei der Ausfahrt kommt aber nun der reale Touch echt zum tragen. Besonders im ohne Fahrhilfen daherkommenden Profi Modus. Jeder kleine Schlenker wird bestraft. Verkantet man nur ein wenig beim ausfahren oder gibt zum falschen Moment Gas fährt man die nächste Schanze nicht so wie man wollte. Mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür. Zu beginn habe ich auch gedacht, wie ich jemals ohne Sturz um eine Kurve oder einen Hügel kommen soll. Aber es geht. Denn es kommen noch viel mehr Aspekte dazu. Ist z.b. vor einer Kurve eine Schanze und man springt zu hoch kann es sein, das man bei der falschen Federneinstellung einen fetzigen Sturz fabriziert, der wertvolle Sekunden kosten kann. Genauso wenn man schräg über eine Buckelpiste fährt wird es schwer die Kiste gerade zu halten, da Vorder- und Hinterrad verschieden reagieren. Aber das macht vor allem den Profimodus zur schweißtreibenden Angewohnheit. Ich bin zwar noch nie Motocross gefahren, denke aber das man die physikalischen Gegebenheiten sehr gut getroffen hat. Man kann auch Zeit gut machen, wenn man z.b. an einer hohen Schanze auf dem höchsten Moment den Stick nach unten reißt und so die Maschine hochzieht. Jetzt springt man weiter und überspringt z.b. einen kleinerne Hügel, der wenn man ihn erwischt abbremsen würde. Danach kurz vor einer Kurve abgebremst, scharf eingelenkt und richtig Gas gegeben. Das hat schon was und macht wirklich Laune. Auch wenn mir die Excitebike Steuerung von der Spielwarenmesse einen Tick besser gefiel. Vor allem durch den direkten Slideknopf. Nun ist das Training das eine. Rennen gegen Gegner unter Wettkampfbedingungen das andere. Wählt man eine komplette Saison muß man sich über 16 Rennen bewähren. Hier gibt es nun wieder spezielle Options, in denen man z.b. die Anzahl der Gegner bestimmen kann.
Maximal 9 Gegner fahren mit, die für ordentlich Rabatz sorgen. Vor allem am Start und in den ersten Kurven. Eine gewisse Ellenbogeneinstellung sollte man schon mitbringen. Da man auch grafisch den gesamten Parcour immer im Blick hat sieht man seine Gegner mal vor oder neben sich auf der Gegengerade. Dazu einen guten Kommentator, der auch die Geschehnisse im Mittelfeld kommentiert. Ein gewisse Dynamik ergibt das ganze. Wer es abgdreht mag und vor allem sein Bike im Griff hat kann auch bei den Sprüngen Moves ausführen. Hier kommt jetzt die Bild in Bild Technik zum tragen. Immer wenn man etwas spektakuläres in der Luft gemacht hat wird ein Fenster links oben eingeblendet und euer Move aus einer schräg von vorne Ansicht gezeigt. Im Meisterschaftsmodus ohne Bedeutung kommt dieses Feature im Freestyle Modus voll zur Geltung. Was mir besonders gefiel ist die Möglichkeit bis zu 20 Runden pro Rennen einzustellen. Jetzt fährt man eine Weile und die Rennen sind oft richtig packend. Denn auch wenn man Fehler macht. Man kann immer wieder herankommen. Man hat es durch seine eigene Fahrweise selber in der Hand. Es ist auch oftmals sehr spannend. Nach einem Rennen bekommt man für seine Platzierung Punkte und eine Tabelle wird geführt. Ebenso kann man nach jedem Rennen abspeichern. Die Rennen selber basieren wie schon erwähnt auf realen Parcouren und bieten neben Freiluftarealen auch Hallenstrecken. Immer wieder anders und trotzdem dasselbe. Klingt zwar blöd, ist aber so. Auch wenn es immer darum geht Hügel oder extreme Kurven zu fahren ist jede Strecke anders aufgebaut. Ein großes Lob gibt es für die Gegner KI. Sie machen Fehler und es geht sehr gemischt zu. Es gewinnt eigentlich nie derselbe. Selbst ich nicht. Ich habe im Profi Modus gerade mal ein Rennen gewonnen und bin trotzdem knapp Meister geworden. Das ist aber dann wieder etwas das enttäuscht. Außer einem kleinem Glückwunsch Bildschirm gibt es nichts weiter. Hier hätte man sich ruhig etwas einfallen lassen können. Wer weniger auf die Fahraction steht kann sich im Freestyle versuchen. Hier ist es leider nicht als Wettbewerb ausgelegt, sondern man kann unter verschiedenen Arealen wählen und dort versuchen Moves hinzubekommen. Es handelt sich immer um abgeschlossen Areale mit speziellen Schanzen und Hügeln darauf. Hier hat man nun eine bestimmte Zeit zur Verfügung um soviel wie möglich Punkte zu erreichen. Dabei macht es EA schlau und zeigt nur einen Teil der möglichen Moves im Handbuch.
Viele der 17 möglichen muß man selber herausfinden. Diese reichen vom loslassen des Lenkers bis zum halben Abstieg in der Luft. Hier bekommt man auch oftmals Bonuspunkte. So wenn man besonders hoch in der Luft steht oder einen bestimmten Move recht lange in der Luft ausführt. So wird dann man Ende zusammengerechnet und man kann weitermachen oder nochmal beginnen. Je nachdem wie gut man war. Zu zweit macht dieser Modus wesentlich mehr Spaß. Auch hier ist die Bild in Bild Kamera vorhanden und sogar wichtig, da man die Moves erkennt und gerade bei unbekannten weiß wie sie nun aussehen. Aber auch die Rennen kann man zu zweit fahren . Leider nur zu zweit ohne Gegner. Hier sollten also 2 ausgewiesene Crossfahrer um die Wette fahren. Wer die 16 Strecken der Meisterschaft auswendig kennt kann auch im Einzelrennen 5 weitere Pseudostrecken fahren. Hier wie auf den anderen Strecken kann man ebenfalls über die Options alles mögliche einstellen. Über allem steht aber die Meisterschaft, die wirklich sehr viel Spaß machen kann. Schon allein der Start ist cool, wenn alle Fahrer nebeneinander stehen und sich alle immer wieder zum Nebenmann drehen. Geht's dann los und zur ersten Kurve sollte man sich entweder raushalten oder auf Teufel komm raus durchpreschen. Was den überzeugenden Eindruck des Spiels noch unterstützt ist vor allem die Grafik und der Sound. Soundmäßig werden die Klänge der Bikes super rübergebracht. Die Grafik ist im HiRes überraschend klar und detailliert. Sie hat keine Probleme mit Frameraten, Nebel oder sonstigen Dingen. Sie ist sehr sauber. Einzig bei Stürzen verschwindet der Fahrer mal kurz im Hügel. Was aber noch mehr verblüfft ist das reale Laufverhalten der Bikes bei einem Sturz. Das Bike rollt physikalisch richtig weiter und fällt auch im richtigen Moment so um wie man es aus dem realen Leben kennt. Das ist zwar eher ein kleiner Randeffekt, aber interessant. Die Steuerung ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber doch meiner Sicht recht real. Vor allem im Profi Modus, wo die in den anderen Graden möglichen Fahrhilfen wegfallen. Gerade bei lenken merkt man das. Wie und wann der Fahrer den Fuß auf die Erde setzt und welcher Winkel noch gerade so OK ist um nicht mit dem Bike flach zu liegen. So hat EA einen kleinen Überraschungshit auf dem Markt. Gerade dieses nicht vorhandene Genre hat jetzt schon einen excellenten Vertreter und Supercross 2000 legt die Meßlatte schon mal gut an.
Was mich stört ist die kümmerliche Belohnung nach einem Meisterschaftsgewinn. Auch will man irgendwie nach einer Meisterschaft gleich mit was neuem weitermachen. Hier wären vielleicht mehrere Klassen toll gewesen. Auch der 2P Modus hätte ruhig ein paar Gegner vertragen können. Das hätte in diesem Modus den Spielspaß gehoben. So sollte man schon einen erfahrenen Kumpel zur Hand haben. Trotz der Mängel bietet das Spiel einiges, das lange fesseln kann. Es macht einfach Spaß sich mit der Steuerung vertraut zu machen und den anderen zu zeigen wer hier Cross fahren kann und wer nicht. Und wer sich nach einem tollen Rennen in Ruhe sein Replay anschauen kann den hat das Spiel sowieso gepackt. In diesem Sinne - ab auf die Piste!

Time Trial Wettbewerb zu Supercross 2000

Cheats zu Supercross 2000

Wertung

Matthias Engert
(24.02.2000)

Lesereinschätzungen zu Supercross 2000

Lesereinschätzung von Marcel Jaquet.

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